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ABC Xenegugeli 1.1: Tier-ABC für die Kleinen

Veröffentlicht in Computer & Technik von Carsten Scheibe am 18.06.2010 um 08:07 Uhr

Das iPhone und der iPod touch lassen sich so einfach bedienen, das können auch schon ganz kleine Kinder. Für sie hat der Schweizer Liedermacher Roland Zoss sein beliebtes Audio-Buch “ABC Xenegugeli” für die i-Welt umgesetzt. Junge ABC-Schützen lernen hier die Buchstaben des Alphabets kennen – und können sie auch gleich auf den Bildschirm schreiben.

In der Schweiz ist das Xenegugeli Tierlieder ABC für Kinder sehr bekannt – und in vielen Krippen und Kindergärten zuhause. Es besteht aus einem Bilderbuch, das für jeden Buchstaben des Alphabets ein Tier zeigt, das von Holger Schöpflin gezeichnet wurde. Passend dazu gibt es eine CD, die passend zu den Tieren eigene Kinderlieder von Roland Zoss präsentiert. Roland Zoss ist ein Liedermacher, Autor und Lebenskünstler, der von Rolf Zuckowski in eine Reihe mit Herbert Grönemeyer, Wolfgang Niedecken und Konstantin Wecker gestellt wird. Jetzt wurde das ABC für das iPhone umgesetzt.

Wir haben das Kinder-ABC getestet. Sobald die App gestartet wird, zeigt sich der bunte Startbildschirm. Passend dazu wird das Xenegugeli-Lied in Schweizer Mundart gespielt. Das ist eine nette Einstimmung auf das, was kommt. Mit einem Fingerwisch wird dann auch gleich die erste Seite der ABC-Fibel aufgeblättert. Sie zeigt einen handgemalten Adler und den Buchstaben A. Passend zum Bild spricht die App laut ein “A” und dann das Wort “Adler” aus.

Die Kinder können nun durch das digitale Buch “wischen” und sich die schönen Bilder von Holger Schöpflin ansehen. Da gibt es einen Bären für das B, ein Chamäleon für das C oder einen Delfin für das D.

Eine echte Besonderheit: Ein Doppel-Tipp auf ein Bild dreht es um und zeigt auf der Rückseite den dazugehörenden Buchstaben in Groß- und Kleinschreibweise. Die Kinder werden nun dazu eingeladen, die Buchstaben mit dem Finger nachzuspuren. Dabei achtet die App sehr darauf, dass die Kinder gleich die korrekte Schreibrichtung lernen: Die einzelnen Striche lassen sich immer nur in der vorgegebenen Richtung nachmalen. In diesem Fall wird die “Schrift” der Kinder in grüner Farbe eingeblendet, sodass die Kids ihre eigene Schrift sehen können. Gelingt es den Kindern, beide Buchstaben nachzumalen, dreht sich die Seite wieder um und zur “Belohnung” wird die Tierzeichnung animiert.

Meine Frau ist Grundschullehrerin. Sie hat sich das ABC Xengugeli angesehen. Ihre große Kritik war, dass die Buchstaben nicht “lautiert” werden. Die App sagt beim “k” etwa “kaaaah” mit angehängtem Vokal und nicht abgehackt nur den eigentlichen k-Laut. Das wird in der Schule anders unterrichtet. Da wünscht sie sich, dass in zukünftigen Versionen der App die Möglichkeit besteht, eine lautierte Fassung zu starten. Auch weist sie darauf hin, dass es abhängig von der verwendeten Fibel im Erstklassenunterricht durchaus dazu kommen kann, dass die Kinder eine andere Schreibreihenfolge bei den Linien der Buchstaben lernen.

Sie sagt aber auch: Es ist gut, wenn sich die Kinder überhaupt kreativ mit den Buchstaben beschäftigen. Allein ergotherapeutisch wäre das Nachspuren der Buchstaben sehr hilfreich für den späteren Unterricht. Und auch die Animation der Bilder nach dem Bewältigen der Aufgabe wäre eine sinnvolle Belohnung, die dafür sorgt, dass Kindergartenkinder und ABC-Schützen den Spaß am Lernen behalten. Und wer sich bis zum X vorarbeitet, lernt sogar das unglaubliche Xenegugeli kennen – ein ganz besonderes Wesen.

Ich als IT-Prüfer habe andere Dinge zu bemängeln. Mich “stört”, dass die App bei jedem Neustart immer wieder ganz von vorne startet und sich nicht “merkt”, dass ich das letzte Mal etwa beim “M” aufgehört habe. Auch fehlt mir ein Inhaltsverzeichnis, das den direkten Zugriff auf die einzelnen Buchstaben erlaubt. Und: Die vorgelesenen Wörter klingen etwas “schweizerisch”.

Viele Anwender werden den Preis bemängeln. Knapp 4 Euro für ein interaktives Bilderbuch sind im iPhone-Bereich schon die obere Grenze. Allerdings kostet das 12.000 Mal verkaufte gedruckte Buch in der Schweiz – ohne die Musik – 29 Franken. So gesehen ist die App schon wieder ein echtes Schnäppchen. Da muss jeder selbst wissen, ob er für seinen Nachwuchs das Geld investieren möchte. Die einzelnen Tierlieder lassen sich übrigens aus der App heraus im iTunes Store einkaufen. (Carsten Scheibe)

ABC Xenegugeli 1.1
Anbieter: Roland Zoss
Größe: 24,4 MB
Preis: 3,99 Euro
Sprache: Deutsch
Wertung: ****/* (4 von 5)
Link zur Homepage
Link zum AppStore

3 Kommentare für 'ABC Xenegugeli 1.1: Tier-ABC für die Kleinen'

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  1. Roland Zoss meinte am 18.06.2010 um 22:30

    Zum Thema Aussprache:
    Der leicht schweizerische Touch beim Aussprechen hat damit zu tun, dass die Bilder eng zu den Tierliedern (auf iTunes) gehören. Sie sind in der Deutschen (nicht in der Schweizerdeutschen Version) entsprechend gesungen. Es wäre für meine Fans irritierend das ABC “nordeutsch” auszusprechen und das Lied mit alemannischen Touch singen. Und vielleicht hat es ja gerade so einen besonderen Charme. Konstantin Wecker singt auch in seinem Akzent.
    Bin gespannt ob im Blog die Anhänger des “Charme-Deutsch” (schweizerisch angehaucht) obsiegen – oder die Anhänger eines “korrekten” aber nicht nur für Kinderohren “kälteren” Deutschs.
    Interessanterweise verkauft sich mein Album “Schlummerland” auf Schweizerdeutsch IM DEUTSCHEN ITUNES SHOP besser, als die deutsch gesungenen Alben.
    Mit sportlichem Gruss aus der Schweiz, Roland Zoss

  2. twister13 meinte am 19.06.2010 um 09:02

    Hallo Herr Scheibe,

    Neeeeiiinnn.. ich will jetzt nicht das Kinderlied kommentieren… keine Sorge…

    Was anderes macht mir Sorge. Ich klicke eben so sorglos bei stern.de umeinander und was entdecke ich..

    http://www.stern.de/digital/computer/app-test-labyrinth-murmeln-auf-dem-ipad-1574881.html

    So ein etwas dröger “Michael” stellt ein Murmelspiel auf dem iPad vor…. ist das nicht Ihr Revier?? Warum machen Sie sowas nicht…. Der stern ist doch pleite und muss an jedem Eck sparen (angeblich)… warum leistet er sich dann noch 2 digitale Helden???

    Treten Sie in den Ring Herr Scheibe und schmeissen Sie diesen Konkurrenten raus…. Das können Sie doch besser…. Wir schreiben dann auch alle begeisterte Kommentare…

    Liebe Grüsse aus dem Regenland…

    Inzwischen wandern schon die Fische aus…. zuviel Regen……

  3. Carsten Scheibe meinte am 19.06.2010 um 10:23

    Lieber twister13
    das Leben ist eben ungerecht. Video ist auf dem Vormarsch und ich bin doch nur ein kleiner Schreiberling. Video ist nicht so meins. Und generell würde ich gern überall exklusiv über das iPhone schreiben – es muss aber auch bezahlt werden. Daran scheitert es oft. Umsonst darf ich überall “mitmachen”. Aber wenns ums liebe Geld und um normale Texthonorare geht, da sieht die Welt inzwischen mau aus.
    Das ist auch ein Grund dafür, warum ich ein eigenes Stadtmagazin (www.falkenseeaktuell.de) gegründet habe. Da mache ich seite 52 Ausgaben alles selbst: die Texte schreiben, die Fotos knippsen, die Anzeigen verkaufen und gestalten, das Heft layouten, den Vertrieb usw. Dafür bleiben dann auch alle Gewinne bei mir hängen. Man muss sich eben unabhängig machen.

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