Es gibt ihn noch. Den real existierenden Sozialismus. Nicht das gefühlte virtuelle Pseudo-Kollektiv namens „Gesichtsbuch“, bei dem der „Staat“ bestimmt und der „Bürger“ transparent ist. Nein, in diesem, den Menschen immer unheimlicher werdenden analogen Zustand, genannt „Leben“. Wahrscheinlich wird man sich gegenseitig in 50 Jahren in Sagen-Blogs erzählen, dass es „früher“ so etwas archaisches gab, wie Verabredungen, bei dem mehrere Menschen nicht als Avatar auftraten, sondern als stoffwechselnde biologische Existenzeinheiten. Man sprach mit einander. Man musste im Gesicht mehr als drei Dutzend kleine und kleinste Bewegungseinheiten namens Muskeln zur koordinierten Lautäußerung und mimischen intraspezifischen non-verbalen Kommunikation benutzen.
Bereits heute gibt es aber eine Kontrabewegung zur immer weiter um sich greifenden digitalischen Entkörperung. Menschen verweigern mit Absicht die virtuelle Herdenbildung und tierstockartige Anonymisierung á la Formica. Für die Kreuzworträtsellöser….Tierstaatenbildendes Insekt mit sechs Buchstaben.
So auch eine Gruppe von Leuten, die ein gemeinsames Hobby ihr eigen nennen. Und dabei wird es jetzt wohl niemand fürchterlich verwundern, wenn ich sage, dass es sich ums Fotografieren handelt. Anfangen als Kleinstgruppierung mit einer handvoll Leute hat sich die Gruppe – und jedes Kind braucht ja einen Namen – namens „Blende 38“ schon vor einiger Zeit formiert, um sich losgelöst von den unsympathischen und destruktiven Tendenzen einer oder weniger virtueller Foto-Communities über die Ergebnisse ihrer Knipsaktivitäten auszutauschen. Oder sich auch gemeinsam auf den Weg zu machen, um einen entspannten Nachmittag unter Gleichgesinnten zu verbringen, um zu quatschen, zu knipsen, mehr zu quatschen und weniger zu knipsen.
(Anmerk. d. Verf.: Es wird der eine oder andere vielleicht schon selber drauf gekommen sein, woher sich der „Name“ ableitet, aber für die Unverbrauchten, sei erwähnt, dass alle „Genossen“ des Knipskollektiv aus dem Postleitzahlengebiet 38 rumwohnen.)
Ein monatlicher „Stammtisch“ half dabei ganz unterschiedliche Genres und Charaktere an einen Tisch zu bringen, an dem neben kleinen technischen Scharmützeln offener Diskurs über alle möglichen Belange der Bildfindung, Komposition und Wirkung gepflegt wird. Unterschiedliche Kenntnisstände, Ansprüche, Techniken oder bildnerische Philosophien haben hier nebeneinander ebenbürtige Existenzberechtigung. Der Einsteiger zeigt dem Profi die unverdorbene Seh-Neugier und der Hundeknipser begeistert sich für Porträts, während der Photoshop-Bastelfux mit dem Plattenkamera-Schlepper über Blümchen-Makros erfreut staunt. Und wenn die Themen ausgehen, dann werden Tipps für die unkomplizierte Schnellreparatur von Autos oder Insider-Information zur Zubereitung von Kürbiskonfitüre, Steckrübensuppe oder Lammfilets ausgetauscht. Kein Gehechel nach Klicks, Galerie-Sternen oder neidvolles destruktives Zerreden von Spassbildern und Freizeitbeschäftigung.
Aber getreu der alten mongolischen Reiter-Weisheit „Publish or vanish“ nützt die ganze „Wir-Nummer“ in Sachen Fotografie nichts, wenn man damit nicht an ein Publikum herantritt. Und so stellt das erste Mal die Gruppe „Blende 38“ in einem bisher noch nie dagewesenem Umfang der Öffentlichkeit. Insgesamt 18 unterschiedliche Charaktere und somit 35 anders sehende Augen präsentieren in der Ausstellung „ALLES WIR“ ihre neusten oder liebsten Bilder aus allen Bereichen der Bilderkunst. Ob Composing, Wildlife, Natur, Architektur, People oder Nude Art, verschiedenste Blickwinkel und Stile fügen sich als großes Ganzes und die „Hersteller“ lassen sogar einen Blick hinter die Kamera zu.
Die Eröffnung der Ausstellung im Rathaus der Gemeinde Vechelde bereitet den Weg für eine 6-wöchige Möglichkeit sich während der Öffnungszeiten entweder die Wartezeit „aufm Amt“ zu verkürzen oder einfach mal aus Neugier vorbei zu schauen.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
P.S.: Vernissage, 19 Uhr, Rathaus der Gemeinde Vechelde (Hildesheimer Straße 85, 38159 Vechelde)
P.P.S.: Ich zeig hier jetzt nur ein paar Sachen von mir, nech? Die anderen müsst ihr euch schon vor Ort selber anschauen!
Es ist schon putzig, wenn man mit Absicht Bilder machen soll, die man sonst so gar nicht unbedingt in der Form angehen würde. Ich als oller Ein-Lampen-Peitscher und mehrere Lichtquellen. Ein Kapitel für sich. Aber wie es dann immer so ist. Wenn man erstmal wieder das Friemeln angefangen hat, kommt man langsam auf den Geschmack. Aber keine Sorge, ich mutiere auf meine alten Tage jetzt nicht doch noch zum multiplen Blitz-Fetischisten. Dafür gibt es einfach zwei wesentliche Gründe für mich genau das nicht zu tun. Erstens : Ich bin zu faul, mich durch einen komplexen Lichtaufbau zu fummeln. Hier drehen, da schieben, dort einstellen. Man wird ja nicht fertig. Zweitens : Ich bin zu faul, mich durch einen komplexen Lichtaufbau zu fummeln. Hier drehen, da schieben, dort einstellen. Man wird ja nicht fertig. Ooops! Feedback-Schleife
Nein, mal im Ernst. Neben der Fummelei an den ganzen Funzeln, geht mir dabei einfach der Kontakt zur Person flöten. Das Modell muss wie angewurzelt an dem gewünschten Lichtschnittpunkt ausharren, bis man sein ganzen Leuchtwerk so eingestellt hat, dass es zu passen scheint. Dann schaltet das Modell von „Stand-by-Modus“ auf „action“, bewegt sich ein „Müh“ und – BÄMM – das Lichtsetting passt nicht mehr. Fein-Justage, Modell geht wieder auf Stand-By…4 Minuten und 17 Sekunden später neuerliches Testbild, passt alles, Modell macht was. MÖÖP!
Deswegen bewege ich lieber eine Person (inklu mich selber) im und am und ums Licht, dann wird’s meistens schneller was. ABER!!!!! Man wäre ja ein schlechter, wenn man sich nicht selber mit dem sportlichen Ehrgeiz konfrontiert und nicht doch über den einen Schatten springt und unter Umständen noch zwei weitere mit hinein baut.
So habe ich jetzt mal wieder mit meinem Kumpel Mr. Big alternative Lichtsettings getestet. Ja, ich weiss, letztes Mal hatte ich schon drei Lampen an. Diesmal auch, aber eben anders. Statt eine symmetrische Zangenbeleuchtung von schräg hinten, diesmal so etwas wie das lehrbuchmässige Kopflicht von schräg oben hinten und ein „Fast“-Toplight von schräg oben vorne. Ist jetzt zugegebenermaßen kein so prickelnder Ansatz für Glamour- oder Beauty-Bilder, aber wie der Volksmund so schön sagt. Auf den Charakter kommt es an.
Und deshalb auch „Charakterlicht“ für Charakterköpfe. Habe ich anfänglich mit zwei Lichtern rumgetüftelt, war es mir dann irgendwie doch zu duster im Hintergrund und ich habe noch einen kleinen Spot auf selbigen scheinen lassen. Je nach Kamerawinkel hat man dabei dann mal mehr mal weniger Licht hinter der Person. Sicher hätte man den Hintergrund auch mit dem Toplight mit beleuchten können, aber zum einen wäre dann der Lichtverlauf gleich zu dem Lichtverlauf auf der Person anstatt gegenläufig. Und zum anderen hätte ich einen bestehenden – und funktionierenden – Aufbau zerrupft, um dichter an die Wand zu gelangen. Ergo. Dritte Funzel von schräg unten nach schräg oben mit dem hellsten Punkt hinterm Rücken. Und da der Mann einen breiten sein eigen nennt, deckt er den hellen Fleck hinter sich formschön und bildförderlich ab und alles wird gut. Und das alles gut wird, hat schon Frau Augenbraue Ruge immer abschliessend gesagt.
In diesem Sinne. Seid kreativ!
Es grüßt der Papendieck
Wie schon angekündigt, wollte ich ja „DEN“ Lichtaufbau von neulich wiederholen, wenn ich was wirklich fotogenes gefunden habe. So nun letzte Woche, wo sich eine junge Dame gefunden hat, die schlichte Lichtexperimente zu viel besseren werden lässt, als wenn ich meine Visage vor die Linse halte.
Immer wieder bin ich erstaunt, wenn ich sehe, dass die Hohlkehle im OKERWERK diesen Grünstich produziert, wenn man sie nicht gerade mit voller Lux-Keule wegbrennen will. Naja, und eigentlich beschwer ich mich dabei ja auch gar nicht, denn ich finde den Farbkontrast von hellem Grau-Blau-Grün zu Hautfarbe eigentlich ziemlich stimmig. Auch wenn der eine oder andere mal meint, das sei „nicht natürlich“. Nein, ist es ja auch nicht. Aber soll´s ja auch nicht sein. Man erinnere sich an den Unterschied zwischen Foto und Bild. Dokumentation versus Kunst. Wobei eine gute Dokumentation auch eine Kunst ist, aber ich schweife ab.
Also….Bei diesem besagten dreileuchtigen Aufbau ging es mal darum, neben dem konturierenden Licht von vorne oben zusätzlich einen scheinbar umlaufenden Lichtsaum am Körper zu erzeugen. Von Lichtkanten zu sprechen im Zusammenhang mit einem Frauenkörper, ist zwar auch etwas irritierend, aber ich denke, man kann mir gedanklich folgen. Und im Zweifel hilft der Blick auf ein entsprechendes Beispielbild.
Der Aufbau an sich ist eigentlich nicht besonders aufwendig oder revolutionär. Aber immer mal wieder eine schöne Möglichkeit den Alltagstrott zu durchbrechen und etwas anders zu machen. So hab ich also je ein Striplight lechts und rinks von schräg hinten nach schräg vorne leuchten lassen. Damit war der Leuchtsaum fertig. Damit es plastisch und dennoch nicht zu dunkel wird, macht das dritte Lichtelein mittels Galgenstativ von oben vorne ein wenig Erleuchtung. Wie man die „Lichtmenge“ bestimmt, fragt jetzt bestimmt jemand. Es gibt da zwei Methoden. Als erstes, die scheinbar „amateurhafte“ Lösung. Irgendwie die Blitze einstellen. Testbild machen, drauf schauen, für gut befinden. Oder eben nicht und dann eben heller oder dunkler drehen. Am Blitz. Denn an der Kameraeinstellung, sprich Blende herum zu schrauben, würde die Bildoptik mit dem Schärfeverlauf am Tisch vergurken. So man denn so einen Schärfeverlauf haben möchte, wie in diesem Falle. Einfacher ist aber das Licht in seiner Stärke zu variieren. Mutet einem Try-and-Error-System an.
Ist es auch. Denn selbst, wenn ich die „Pro-Nummer“ abziehe mit Belichtungsmesser – JA! Ich, der Prediger des kontrolliert provozierten Zufalls habe einen. Aber auch nur um auf dicke Hose zu machen, wie alle anderen auch, denn die kleinwagenteuren Knipskisten, die alle ihr eigen nennen, können nämlich teilweise besser messen als so ein Belichtungsmessermoped – muss ich mich mit Versuch, Messung, Abgleich, Einstellung dem Wert nähern, der für meine Bildoptik wünschenswert ist. Natürlich schön, wenn man VORHER weiss, was wünschenswert ist. Andernfalls sich dem Modell gegenüber anmerken lassen und so tun, als wäre das dann entstehende Zwischenprodukt genau das, was einem vorschwebte. Das beeindruckt und erzeugt einen Hauch von kryptischer Kurzzeit-Genialität. Funktioniert aber auch nur bei Modellen, die quasi das erste Mal vor der Linse stehen. Ansonsten beeindruckt man eher damit, dass man (siehe : roter Pfeil) unter dem Tisch einen kleinen Heizlüfter installiert, damit eine Prinzessin wenigstens auf einer warmen Erbse sitzen kann.
Bevor aber jetzt die Spekulationen beginnen, ob ich mich hier nun über mein Modell „lustig“ mache, sei erwähnt, dass der eine oder andere adipöse Knipskollege ganze Verkaufskonzepte mit dem Slogan „Weiblicher Thronfolger für einen Tag“ durch die Republik getragen hat. Und auch vor dem Hintergrund, dass ich auf Workshops immer wieder gefragt werde, wie ich es denn hinbekomme, dass Modell X oder Modell Y so auf den Bildern rüberkommt, fällt mir dabei unterm Strich auf, dass die „Leute“ (leider) zu oft Wert auf technische Finessen und digitale Bearbeitungsfummeleien legen, anstatt sich in erster Linie mit der Person VOR der Kamera zu beschäftigen.
Denn, was nützt die teuerste Pfanne, wenn ich das zarte Filetstück nicht reinlege, gelle? Also….immer hübsch die Augen und Ohren auf, und der Dame das Umfeld schaffen, dass sie sich wohl fühlt. Cola-Flaschen von Haribo sind nachwievor ein Klassiker.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
P.S.: Wer mit dieser Dame – und mir – Einzelcoachings in der Region 38 wünscht, der sei herzlich dazu angehalten, sich per Mail an mich zu wenden.
Totaaaaaaaaal krehsie. In einem Anfall von Andersartigkeit habe ich mir neulich – nach stundenlangem Mantra-ähnlichen Aufsagen zum mentalen Einpeitschen – vorgenommen, endlich Lichtaufbauten mit mehr als einer Lampe auszuprobieren.
Wenn schon etwas über die Verwendung von Studiogefunzel „referieren“ soll, dann ergibt das Ganze ja tatsächlich nur Sinn, wenn dann auch mehr als eine Latichte benutzt wurde, wa? Der Kollege Heinrichs war auch nicht ganz unschuldig an der Entscheidung, etwas weg zu kommen von der mono-luciden Setgestaltung. Schönes Wortgebilde, oder? Also staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, wenn ich heute mal tri-lucides Entladungsleuchtwerk installiert habe. Und um der ganzen Sache noch die Krone aufzusetzen, zusätzlich einen grossen Aufheller als „quasi-vierte“ Lichtquelle benutzte.
Wie man sieht, stehen zwei Striplights (neudeutsch für „Streifenlichter“) links und rechts und beleuchten das „Subjekt“ jeweils von schräg hinten auf beiden Seiten. Eine Softbox erhellt die vorderen Bereiche von schräg oben vorne, der Aufheller reflektiert dann das „zenitale“ Photonen-Gewelle dezent von unten. Aufgestellte „Licht-Afrikaner-erster-Nation-und-Maximalpigmentierung“ sorgen für ein (halbwegs) kontrolliertes Einleuchten der Umgebung. Was vornehmlich deswegen notwendig erschien, weil ich die ganze Nummer in einer weissen Hohlkehle mit recht hohem, aber vielleicht nicht immer wünschenswerten Licht-Echo-Potential ausprobiert habe.
Der aufmerksame Beobachter hat SOFORT bemerkt, dass sich ein scheinbar willkürlich platzierter Gliedermaßstab – dem Volksmund besser bekannt als „Zollstock“ – mitten im Bild befindet. Und das tut er nicht ohne Grund. Der markiert nämlich lediglich die Position, wo abzulichtendes Subjekt sich anschließend befinden wird. Ebenso untypisch wird jedem Betrachter die Aufständerung der Kamera erscheinen. Auch das hat banale Gründe. Denn entgegen aller ständigen Bekundungen von spontaner Motivation und unbedingten Willens zur Zusammenarbeit bleibt einem wie in 95% der Fälle, wenn man etwas testen will, nur der Selbstversuch.
Also, Kamera und Stativ und Fernauslöser mittels Try-and-Error-Modus an die richtige Stelle gestellt und dann die Lichtpositionen ebenso durch Auslösen und Draufschauen solange hinschubsen, bis einem das Ergebnis zufrieden stimmt. Zumindest lichttechnisch. Echte Technik-Junkies stöpseln dann die Kamera auch gerne mal an ihren Rechner und „überwachen“ via Live-Bild was da grad so passiert. In Sachen Fokussierung tatsächlich ein ganz brauchbares Hilfsmittel. Und ausserdem sieht nach ordentlich dicker Hose aus, wenn man SO einen Aufbau zelebriert.
Wie man auch schön sehen kann, sollte man bei der Fernauslöserbenutzung auch zwei nicht ganz unwesentliche Aspekte nicht aus dem Auge, sprich Fokus, verlieren. Nämlich den ebenselben. Den Fokus nämlich, der sich bei der Angelegenheit zwar automatisiert finden lässt über die Fernbedienung, nur muss man seine eigne Visage auch dabei an die richtige Position bewegen. Sonst wird’s irgendwie an den falschen Stellen scharf gestellt. Und wo wir schon bei der Fernbedienung sind. Den Knopf mit der Zeitverzögerung drücken. Sonst ist die Flunke mit dem Teil auch mal schön im Bild.
Hat man aber alles schön eingeleuchtet und hinkonfiguriert, dann kann´s auch was werden, mit dem Selbstporträt mit drei Lampen. Motivisch kann man sich dann zwar noch streiten. Aber ein Ansatz ist gemacht und ich werde das dann mal mit wem anders ausprobieren.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
2012 ist ein Jahr der runden Sachen. So feiert die Königin von England ihr diamantenes Thronjubiläum, Gustav Klimt´s Geburtstag jährt sich zum 160. Male. Vor 100 Jahren war die Grundlegung der Titanic, Scott unterlag nicht nur Amundsen, sondern auch dem Südpol an sich. Die Knollnase aus den Strassen von San Francisco Karl Malden und der grossartige Gene Kelly wären dies Jahr 100 geworden. Nicht ganz so langjährig, aber immerhin zum 10. Mal wiederholte sich am wohl heissesten Wochenende des Jahres die Historien-Rallye, die Sachsen Classic. Weniger dabei ein „Jagdrennen“ – auch wenn ein Jagdschloss Zwischenstation war – denn mehr eine sog. Gleichmäßigkeits- und Zuverlässigkeits-Rallye. Ausgerichtet von der Motor Klassik und AMS tourte die Veranstaltung über 619 Kilometer begonnen in Zwickau über cruising-fähige Landstrassen und durch zahlreiche malerische kleine Orte des Freistaats Sachsen. Wertungsprüfungen am Sachsenring und im Porsche-Werk komplettierten die ansonsten eher entspannt streckenbetonten Tagespläne.
Über 180 Fahrzeuge waren dabei unterwegs, und dabei nicht nur die durch den Sponsor bedingten Boxermotorträger, sondern auch eine Vielzahl an Rari- und Kuriositäten. Oder hat schon mal jemand „aktiv“ etwas von einem Melkus RS1000 gehört? Reine Ehrensache, dass genau dieser Rennsportwagen bei dieser Rundfahrt dabei ist, denn ein gebürtiger Dresdner namens Heinz Melkus hat dieses schwer an einen Opel GT erinnernde Sport-Coupé auf die Räder gesetzt. 3 Zylinder Zweitakt-Reihe mit einem knappen Liter Hubraum und brutalen 70 PS - und in der Rennversion mit 100 PS – trieben dieses „Ding“ mit den Flügeltüren auf der Basis eines Wartburg 353 auf über 200 km/h. Todessehnsucht fuhr mit dabei, denn es war – wie es sich für unseren sozialistischen Bruderstaat gehört – aus GFK-verstärktem Polyester gefertigt.
Für den geneigten Altauto-Liebhaber war sicherlich das „Sich-an-die-Strecke-Stellen“ ähnlich einem Aufenthalt in L´Alpe d´Huez bei der Tour de France. Warten, warten, warten. Kurzer Krach und, zack, sind alle durch und weg. Ideal daher, dass das „Orga-Team“ der Sachsen Classic für den Samstag, den 18.August, dabei das größte barocke Jagdschloss Sachsens, nämlich das Schloss Hubertusburg in Wermsdorf als längeren publikumswirksamen mittäglichen Stopp für die Teilnehmer auserkoren hatte.
Knackblauer Himmel und somit strahlender Sonnenschein liess die ehemalige königliche Hofresidenz im besten Licht erstrahlen und bot das perfekte Ambiente, um diese Vielzahl an historischen Fahrzeugen gebührend zu empfangen und als Kulisse in ihrer Wirkung zu unterstützen. Die internationale Teilnehmerschaft – gut vertreten auch aus dem Inselkönigreich – triumphte und jaguarte zwischen den alten Aston Martins herum, unterstützt von schiffkutterartigem Geblubber der Pony-tragenden Big-Block-Fraktion. Die wenigen Vorkriegsmodelle kamen dabei aus dem Hause Bentley, Alfa Romeo und Citroen. Und ganz standesgemäß knatterten die Wartburgs, Trabis und Skodas zwischen den 356´er und 911´ern durchs Heimatgefilde.
Unverhohlen brandete begeisterter Applaus auf als der einzige Flügeltürer – mit selbigen hitzebedingt offen – durch die kopfsteinbepflasterte Toreinfahrt in den Innenhof der halbkreisförmig gebauten königlich-sächsichen Marställe glitt. Und von da ab liest sich die Modellliste dann auch wie ein lexikalisches Who-is-Who der Baureihen-Historie aus dem Schwabenländle. 105, 107, 111, 112, 113, 114, 120, 121, 126, 187, 188, 198. Zugegeben eine unromantische Zahlenreihe, die aber Augen feucht werden lässt, wenn so „blumige“ Begrifflichkeiten wie „Heckflosse“, „Pagode“, „Flügeltürer“, „Nitribit-Mercedes“, „Ponton“, „SL“, oder „Strich/Achter“ in die Runde geworfen werden.
„Schweine-Polo“ oder „Erdbeerkörbchen“ sind da eher am anderen Ende der akustischen Wohlfühlskala anzusiedeln. Aber wie schon erwähnt, neben Raritäten muss ja auch immer Raum für Kuriositäten bleiben. So reihten sich munter neben all den auf Hochglanz polierten „Sternenflotten-Offizieren“, die Mannschaftsdienstgrade im weiten Rund des parkgroßen Innenhofes ein.
Eine große Anzahl von W121 B II liessen ihr „190 SL“ am Heck frisch gebohnert blinken und gaben dem Flügeltürer und seinem dachlosen Bruder, dem 300 SL Roadster, standesgemässen Geleitschutz. Große Heckflossen standen einem gnadenlos schönen dunkelrotem Cabriolet A (W187) aus dem Jahre 1953 zur Zeit und Kalle Grabowskis Traum-Fahrzeug aus der 126´er Reihe quetschte seinen breiten Hintern mit dem 560 SEC-Gepränge selbstbewusst dazwischen. Und ein Eierlikör farbener 450 SL (R107) musste den Vergleich mit den cremeweissen Pagoden (W113) nicht scheuen.
Knappe zwei Stunden Zwischenstopp liessen die Teilnehmern etwas Erfrischung tanken und den aus den umliegenden Ortschaften zahlreich heran geradelten munteren Sachsen Zeit, sich die Autos in all ihrer Pracht anzuschauen, bevor mit einem informativen „Line-Up“ die letzte Etappe gestartet wurde, die dann am Nachmittag in Dresden an der Gläsernen Manufakturen ihre Zieleinfahrt fand. Die genauen Ergebnisse und den Sieger (im übrigen ein 944) findet man auf der Seite der Motor Klassik. Wenn wer schauen mag.
Einzig kleiner Wermutstropfen : Man hätte das ganze Event trotz großzügigem Sponsorings durch die Abteilung VW-Classic mit etwas weniger konzern-internen Anlaufpunkten versehen können, denn immerhin heisst die Rallye „Sachsen Classic“ und nicht „Volkswagen-Betriebsbesichtigung“ mit historischen Fahrzeugen und geladenen Prominente aus Automobilindustrie und öffentlichem Leben. Aber solange SL-Fahrer frei von Standesdünkel mit VW-Fähnchen wedeln, sind wir dort alle eine große Familie, die eines gemeinsam hat. Nämlich die gleiche Auto-Bekloppheit wie alle anderen auch.
In diesem Sinne
Es grüße der Papendieck
P.S.: Wie es denn dann manchmal so ist. Pralle Mittagssonne und keine andere Gelegenheit, am Licht was zu drehen. Ausser dem Tipp “Programm-Automatik” – immerhin rühmen sich ja die meisten ihrer 69 Messfelder in den kleinwagenteuren Kleinbildkameras – hilft vielleicht ein Polfilter. Allerdings auch nur, wenn man aus der richtigen Richtung fotografiert. Bester Effekt stellt sich bei 90 Grad zu Sonneneinstrahlrichtung ein. Wer nach dem “Warum” fragt, einfach so machen! Denn die Erklärung in Sachen Emission von polarisiertem Licht bedarf des etwas umfangreicheren physikalischen Verständnisses. Und das wollt ihr nicht!
Unschwer zu erkennen, dass ich in letzter Zeit etwas „still“ war hier. Nun will ich aber keine Nabelschau betreiben, sondern einfach einen besonderen Anlass zum selbigen nehmen, in den Blog-Alltag wieder einzusteigen. Rückwirkend betrachtet ist der Plan nicht unbedingt, arg viel an der Frequenz zu schrauben, denn vielmehr an Streuung der Themen.
Und so erscheint es mir durchaus auch mal an der Zeit, wieder andere Menschen zu Wort kommen zu lassen. Oftmals meinerseits angeboten, selten genutzt, ergibt sich nun die Gelegenheit, den Urkern dieses Blogs auf sein Wesentliches zurückzuführen. Nämlich auf die Verknüpfung von Kunst und Bild. Und was böte sich – für mich
– dabei mehr an als die bewegte Kunst der Körperdisziplin mit der bildlichen für einen „echten Zweck“ zu nutzen.
Nicht nur phrasisches Rumgeknipse oder Hobbytipps, sondern dem Bildungsauftrag nachkommen und den kulturellen Aspekt mit einbeziehen. Nun ist die Provinz sicher nicht immer das Epizentrum der Kultur, wohl aber auch mal die Bühne für gesellschaftskritische Schneebälle, die – wenn sie erstmal ins Rollen kommen – auch mal zur dicken Kugel heranwachsen können. Welche weitere Wirkung dieses „Stück“ kulturelle Auseinandersetzung mit einem unbequemen Thema hat, sei mit einem abgewandelten Zitat aus Effie Briest ergänzt : „Es ist ein weites Feld!“. Mag ein jeder sich selber ein Bild davon machen.
Die Wege von Verena und mir kreuzten sich durch den viel beanspruchten Zufall im Rahmen der Fortführung des Projektes „Braunschweig, ich tanz in dir…“…Fotografisch ist man schnell am Ziel, wenn man sich mit Bewegungsprofis einigt und so blieb Zeit, sich auszutauschen und ein besonderes „Vorkommnis in der Unterhaltung ließ mich ohne zu zögern vorschlagen, dem Stück von Verena Wilhelm und Christian Weiß hier Raum zu geben.
Deswegen berichteten die beiden, wie es zu der Idee und Umsetzung des Stückes kam im folgenden Text (kursiv) als Autoren selbst :
FIRE AND FORGET – eine Entstehungsgeschichte!
„…Fällt es leichter abzudrücken, wenn man weiter weg ist? Fällt es leichter zu vergessen, wenn man den Verwundeten nicht sieht? Fühlt es sich noch real an, wenn man sein Opfer nur als Punkt auf dem Bildschirm sieht – oder verschwimmt die Realität in diesem Moment mit dem Thrill und der Begeisterung beim letzten Actionfilm, dem letzten gewonnen Computerspiel?
Nur ein paar der Fragen, die ich mir stellte, als ich begann an FIRE AND FORGET zu arbeiten – und zu denen ich auch jetzt, über ein Jahr nach der Premiere, noch keine eindeutige Meinung habe.
Angefangen hat es mit einem Video, das 2010 auf WikiLeaks veröffentlicht wurde:
Ein Video, von der Bordkamera eines US-Helikopters mitgeschnitten – inklusive aller Funksprüche – während eines Angriffs auf Zivilisten in Bagdad. Man wird Zeuge wie die Piloten förmlich einen Grund suchen, um angreifen zu können, man hört, wie jemand plötzlich sicher ist, dort unten eine Waffe zu sehen, vor allem hört man aber auch wie gierig sie schießen wollen, wie sie sich gegenseitig zu guten Schüssen beglückwünschen und die Opfer abfällig beschimpfen. Die Waffe entpuppt sich später als Fotostativ eines Reuters-Journalisten, der bei diesem Angriff ums Leben kommt, ebenso wie 11 Weitere, sechs wurden schwer verletzt.
Die Gewalt, der Umgangston, die Abgebrühtheit und der Spaß an ihrem Tun schockiert – und war für den Regisseur Christian Weiß der Anstoß, mit diesem Material arbeiten zu wollen. Er kam auf mich zu, gemeinsam entwickelten wir ein Konzept und kurze Zeit später entstand in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Peter M. Glantz eine Klangbildkomposition, die den Originalton aufgreift und mit musikalischen Mitteln noch verdichtet. All das geschah ohne finanzielle Förderung – wir wollten loslegen, nicht auf Gelder warten.
Die Recherche begann: wie sieht ein Soldatenalltag aus, wie weit ist die Technologisierung fortgeschritten, was ändert das am Kriegswesen usw. .. vor allem war für mich aber interessant, was es mit der Körperlichkeit macht – sowohl aus Angreifer als auch aus Opfersicht. Schmerz und Leid und Schwäche wollte ich jedoch bewusst nicht darstellen – und so entstand die Choreographie von FIRE AND FORGET, die sich besonders durch die „Entmenschlichung“, die Fremdheit des Körpers auf der Bühne und den Aspekt der Fernsteuerung auszeichnet.
Dadurch, dass es aber eben doch ein Mensch ist, der auf der Bühne steht, durch das blutrote Kostüm, das spezielle Make Up, das Lichtdesign und natürlich den Sound, wird bei den Zuschauern das Kopfkino angeworfen. Das wiederum führt zu einer Emotionalität, die eben nur im Theater und ganz besonders von Tanz erzeugt werden kann. Obwohl Bewegung immer völlig abstrakt ist, scheint es dem einzelnen Zuschauer doch sehr eindeutig zu sein. Allerdings ist eben jedem die eigene Interpretation und eigene Deutung am Nächsten und geht am Tiefsten … das ist – in meinen Augen- die große Chance die Tanz bietet – und das Feedback auf FIRE AND FORGET zeigt eindeutig, dass es zu 100% aufgeht! Wie unterschiedlich die gesehenen Bilder sein mögen – die Gemeinsamkeit ist, dass alle davon gepackt werden!
Anfänglich sah ich eine Zögerlichkeit: in der Tanztheaterszene war, als das Solo entstand, der Fokus noch stark auf Themen, die nur um sich selbst, die eigne Persönlichkeit, den inneren Konflikt zwischen Mensch und Tänzer usw. kreisten. Selbstreflektion wohin man sah – da war ein politisches Stück eine Seltenheit.
Das Solo lief auf verschiedenen Nachwuchsplattformen, dem Outnow-Festival in Bremen, dem 100Grad Festival Berlin, Anfang des Jahres bei den Tanztagen Berlin – und wurde zuletzt in Stuttgart mit einem Preis für Choreographie beim Internationalen Solo-Tanz-Theater-Festival ausgezeichnet. Verbunden damit ist eine Tournee, die im November startet.
Zudem war der Drang da, weiter zu forschen, weiter zu entwickeln – und im März dieses Jahres konnten wir mit einer finanzierten Produktion beginnen, die auf FIRE AND FORGET aufbaut. Beide Produktionen sind demnächst auch in Braunschweig zu sehen – dem Ort, an dem sie schließlich auch entstanden!
FIRE AND FORGET in Kombination mit einem großartigen Film, der uns in der Recherchephase sehr inspiriert hat: „Restrepo“, der ungeschönt und ohne extra Dramatik den Kriegsalltag in Afghanistan dokumentiert,
Am Montag, dem 24. September im LOT-Theater Braunschweig, bzw. dem Universum Filmtheater Braunschweig.
Und „CORPUS MILITARIS“, die Fortsetzung unserer Arbeit, läuft am 12. und 13. Oktober ebenfalls im Braunschweiger LOT-Theater und am 26. und 27. Oktober im Theaterhaus Hildesheim. In CORPUS MILITARIS gehen wir weiter, gehen mehr auf den Technikaspekt ein, mit Christian Weiß als zweite Person auf der Bühne, fügen wir dem Tanz zudem auch Textpassagen und performative Elemente hinzu…“(Verena Wilhelm & Christian Weiss, August 2012)
Wessen Interesse nun also geweckt ist, dem seien die Termine wärmstens empfohlen. Sicher keine leichte Kost, aber eine Pizza American Style mit Triple Cheese ist nachhaltig ungesünder.
Und ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch im Nachgang einen Aspekt aufgreifen würde, der an anderer Stelle als unbequem galten mag. Verschiedene „Geister“ setzen sich bekanntlich verschieden mit Themen auseinander. Und erst recht bei politischen. Seltsam dabei, wenn ganz unterschiedliche Köpfe gaaaaaaaaaaaaanz zufällig – und termin-taktisch etwas sehr gönnerhaft unclever – am gleichen Ort, wo dieses Stück, zwar nicht mehr ganz ur- aber aufgeführt wird, eine verdächtig „werksynchrone“ Version über eine große Bühne geistert. Greift jetzt das „Guttenberg´sche Prinzip“ nun auch in der Theaterszene um sich? Wäre wahrlich schade, wenn die freie Szene dem Beamten-Schauspiel in Sachen Kreativität nachstehen müsste. Nicht weil der David nichts kann, sondern weil der Goliath es so will. Und es galt mal wieder das Motto:
„Kommunikation ist ein schönes Spiel. Man muss es nur beherrschen!”
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
P.S.: Für mehr und weiter : http://www.facebook.com/mehrsicht
Wenn man sich in unserer reduzierten Umgebung bewegt, entgeht einem hin und wieder, dass es da draussen so etwas wie Umwelt gibt. Und da ist man um so mehr erschüttert, wenn Naturkräfte unvermittelt ihre Wirkung entfalten. Gerade vor ein paar Tagen als ein Gewitter in Hessen durch einen Blitzschlag mehreren Personen tragischerweise das Leben kostete. Relativ selbstverständlich geht man ja davon aus, dass einem so etwas hier bei uns nicht passiere könne. Heftigste Regengüsse, gewaltige Gewitter, Stürme, Fluten oder Brände kennt man sonst nur aus den Nachrichten oder Naturdokumentationen. Um so beeindruckender, wenn man mal mitten drin war.
Und beeindruckend meint dabei die ganze Palette an Dingen, die auf einen einwirken. Da ist es eben noch Faszination, wie sich Wolken binnen Minuten zu den seltsamsten Formationen zusammen schieben, um kurz darauf wie ein gigantischer Hochdruck-Wäscher die Landschaft mit einem selber darin mit 150 Litern pro Quadratmeter schier zu ersäufen. Da weicht die Faszination schnell einer gewissen Form von Besorgnis, die sich schnell auch in arge Zweifel umwandeln kann, wenn die Blitze im Sekundentakt bis hin zum Dauerlicht vom Himmeln ballern. Und der sprichwörtliche „Kackstift“ geht einem, wenn einem bewusst wird, dass der einzige Weg da raus der Weg vorwärts durch das eben noch sanft dahin krisselnde Bächlein ist. Nur hat sich das „Bächlein“ gerade innerhalb von Minuten in einen olympischen Wildwasserkanal verwandelt. Mit der kleinen Zugabe, dass Tonnen von Schlamm und solche Kleinigkeiten wie halbe Bäume vorbeischiessen.
Selbst ein Crocodile-Dundee hebt dabei defensiv beide Arme. Nur der mit übersteigertem Selbstbewusstsein gebeutelte „Capetonian“ ist nach wie vor der Meinung, dass nichts im südlichen Afrika einem Buren-Spross Angst macht bzw. ihn aufhalten kann. Ich könnte das „Drama“ in blumigen Worten schildern. Das Bild spricht aber für sich, was den Verlauf dieses Versuches angeht, denke ich.
Schade um den 4 Wochen alten Allrad-Vierring-Träger. Klar, ist er nicht hübsch, aber das hat selbst das Auto nicht verdient, dass man es wie die Nautilus in den Fluten versenkt. Tauchfähig ist der Audi, keine Frage. Aber das Ergebnis ist gelinde gesagt „etwas unschön“. Einziger Kommentar eines namibianischen Farmers bei der Betrachtung des 40.000-Euro-Wracks aus Ingolstadt: „Siehste. Allrad nützt halt nix, wenn man nicht schwimmen kann.“
Dem besorgten Betrachter sei an dieser Stelle gesagt, dass die Insassen mit einem gehörigen Schrecken und einem tiefen Loch im Portemonnaie davon gekommen sind. Bei gleichem Wetterereignis hat es ein paar Hundert Meter weiter eine unbelehrbare deutsche Lehrerin nicht so gut erwischt. Denn entgegen aller Warnungen der anwesenden Augenzeugen war sie der Meinung, dass das Gewitter in den nahen Bergen in dem Bachbett für sie keine Gefahr darstelle. Einen Tag später fand man sie in mitten mitgerissener Müllberge an einem der wenigen Brückenpfeiler knapp ausserhalb von Windhoek. Ab und an auf einen Einheimischen hören, kann Leben retten.
Das hab ich selber „erleben“ dürfen, als eines nachts die Alarmglocken auf der Farm geläutet wurden. FEUER!
Alle hatten aufgrund der vorherrschenden Wetterbedingungen gegen Ende der Trockenzeit Mitte/Ende September schon damit gerechnet. Aber natürlich fängt es nicht vormittags zur besten Arbeitszeit an, sondern eben nachts. Und auch nur deswegen, weil die Winterzeit in Namibia die Saison der Wilderer ist, die sich auf den Farmen herumtreiben, um dort Wild zu schiessen und die extreme Trockenheit ausnutzen, um Biltong herzustellen.
Für den experimentierfreudigen Esser seit Biltong empfohlen. Im Grunde nichts anderes als Trockenfleisch. Hergestellt aus Kudufleisch, versehen mit einigen Gewürzen oder schlicht naturbelassen. Für ein 2 cm grosses Stückchen braucht man erstmal einen Hektoliter Sabber um es überhaupt in einen kaubaren Aggregatzustand zu versetzen, um anschliessend ca. 3 Stunden drauf herumgnatschen zu können bis es dann mal weg ist. Ist eher ein Zeitvertreib als ein Genuss und man muss wahrscheinlich damit aufgewachsen sein, um es würdigen zu können.
Was haben aber die Wilderer nun mit dem Feuer zu tun? Ganz simpel. Zum einen geht man am besten Fremdjagen, wenn es früh dunkel wird. Das ist hier wie dort im Winter optimal. Die dabei allgegenwärtige Trockenheit garantiert, dass das Wild sich vornehmlich in der Nähe der wenigen noch vorhandenen Wasserstellen aufhält. Wenn nun ein Tier erlegt wurde, dann wird in Windeseile ein Feuerchen gemacht, um die Innereien vor Ort und ad hoc zu braten, um sie zu verzehren oder zu konservieren.
Dem aufmerksamen und vorausschauenden Leser wird der Zusammenhang zwischen Trockenheit im afrikanischen Busch und Feuer sofort ins Auge springen als denkbar ungünstige Kombination. Und genau deswegen kam es, wie es kommen musste. Nicht besonders umsichtig ist Feuermachen im Dunkeln eh nicht besonders geheimniskrämerisch und so wurden die Herrschaften beim ungefragten Wildtiermeucheln gestört, ergriffen die Flucht und das Feuer blieb natürlich dabei an bzw. gerne wird so ein Brand dazu genutzt, um den betroffenen Farmer erstmal davon abzuhalten, die Verfolgung aufzunehmen. Neben „Kein Regen über lange Zeit“ ist Feuer das Übelste, was einen Farmer erwischen kann, da man nie vorhersagen kann, wie schnell, wohin und wie stark es sich ausbreitet. Und so sind alle umliegenden Farmer sofort mit allem Gerät und kompletter Belegschaft zur Stelle, um dem Nachbar zur Hand zu gehen. Freiwillige Feuerwehr ist eh ein Fremdwort, so dass alles eigeninitiativ „gemanaged“ wird. Die Oberbrandmeisterfunktion übernimmt sofort der älteste Farmer mit dem umfangreichsten Erfahrungsschatz. Er teilt die Leute ein, koordiniert die Helfer, Farmfrauen sitzen am Funk, alle Arbeiter der Farmer werden mit Fahrzeugen in den Busch gekarrt, um dort mit Fackeln an entsprechenden Stellen Gegenfeuer zu legen oder mit Feuerpatschen das Gras abzuklatschen.
Und ich kann euch sagen. Wenn eine Feuerwand von 3 bis 4 Meter Höhe auf einer Breite von 300 bis 500 Meter sich durch den Busch frisst und das ganze dabei in Richtung des eignen Standortes, dann ist man gut beraten, dem uralten Vorarbeiter vom Stamme der Damara quasi an den Lippen zu hängen und GANZ genau drauf zu achten, was er wie wo und wann sagt. Eine Windböe, ein kleiner Richtungswechsel oder ein Moment der Unkonzentriertheit und man steht auf eimal in einem Ring aus brennenden Büschen. Und wenn wie dort 2000 ha Buschland wegfackeln, ist das keine Kleinigkeit mehr. Also in Worten…2 Millionen Quadratmeter oder eben genau 20 Quadratkilometer brannten. Nicht alles auf einmal, sonst hätte man das nie aus bekommen, aber das Endergebnis war eine schwarze Fläche von 200 Fussballfeldern. Die ganze Aktion dauert von nachts um eins bis morgens um vier und war ein erstaunliches Beispiel dafür, was es ausmacht, wenn Leute ihre Gegend wie ihre Westentasche kennen und alle Hand in Hand arbeiten.
Stinkend wie die Räucheraale und vollgerusst wie Kohleschipper auf der Titanic wurde erstmal am Sammelpunkt für alle ne Lore Wasser bereitgestellt, die in Nullkommanix in den durstigen Kehlen versicherte wie der Okawango in der Kalahari. Als ich mir die Fläche am nächsten Tag bei Licht betrachtete, war das schon sehr heftig, wie GROSS 2000 ha tatsächlich sind und auch beeindruckend wie schnell „wir“ das doch aus bekommen haben. Wobei eine Menge positiver Faktoren unserem Löschtrupp in die Karten spielte. Einsetzender Wind aus der falschen Richtung hätte nämlich dafür gesorgt, dass sich das Feuer in einen Bereich der Farm hätte ausbreiten können, wo keinerlei Zufahrt möglich gewesen wäre. Und dann hätten nicht nur 2.000, sondern 20.000 Hektar in Flammen gestanden und die Nachbarfarm mit 35.000 ha gleich mit.
Und ganz typisch namibianischer Farmer, macht man das beste draus. Denn am übernächsten Tag setze der erste Regen der kommenden Regenzeit ein und war somit das beste was passieren konnte. Denn die Aschedüngung, das Abbrennen alten Pflanzenmaterials und der Regen sorgten dafür das auf dieser Fläche binnen Tagen das fetteste und beste Gras der neuen Saison wuchs und den Rinderfarmer in die Poleposition schossen. Glück gehabt! Auf ganzer Linie. Und es geht dabei eben auch nichts über gute Nachbarschaften.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Da in dorfbekannten gemeinschaftlichen Netzwerken immer wieder mal, beginnend mit einer von Ärger angetriebenen Stellungnahme, an- und aufgeregte Streitgespräche zwischen Tätern und Opfern und umgekehrt entstehen, möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und denen, die sich beim verwunderten Mitlesen fragen, was das Ganze eigentlich soll, in knappen Worten zu erklären, wo des Pudels Kern vielleicht verborgen liegt.
(Anmerk. d. Verf. : Und dabei stelle ich gerade fest, dass es schon Konzentration erfordert, in einem solchen Satz ohne Fremdwörter oder Anglizismen auszukommen. Also der vorangegangene Satz nochmal für die Jüngeren oder Verseuchten.)
„…Bei Facebook sorgen Dislike-Statements ständig für discussions, die weder die eine oder die andere Seite liked. Deswegen poste ich mal was dazu…“
Beschränkung auf das Wesentliche könnte man meinen. Aber als Sprach-mit drei-Bällen-gleichzeitig-hoch-und-herum-Werfender bin ich der Überzeugung, dass eine etwas umfangreichere Form der Formulierungen noch keinem wirklich geschadet hat. Wohlwissend, dass dabei so einige synaptisch Minimalverlinkte nicht ganz folgen können. Aber irgendwo muss man ja die Spreu vom Weizen trennen.
Worum geht es also? Um die ewige alte Leier. Das sog. „TFP-Shooting“ und die Ansprüche der sich knipsen lassen wollenden Damenwelt. Aber wie es in jedem guten problemorientierten Essay zur guten wissenschaftlichen Praxis gehört, sei die entsprechende Definition voran gestellt, damit ein jeder weiß, wovon die Rede ist.
So sagt das Internet-Lexikon Wikipedia dazu :
„…Time for prints, eine Vereinbarung zwischen Fotomodell und Fotograf, bei der Aufnahmen ohne jegliche geldliche Bezahlung stattfinden. Die Zeit (engl. time), die das Model investiert, wird mit den Fotoabzügen (engl. prints) des Fotografen „verrechnet“….“
Eigentlich ist damit auch schon alles gesagt, denn der Passus „ohne jegliche Bezahlung“ ist an dieser Stelle weder diskutier- oder verhandelbar. Bösartigerweise ist TFP auch eine Therapieform für Personen mit Persönlichkeitsstörungen. Der Gedanke, dass einige der „Patientinnen“ an gewissen Defiziten oder Aussetzern leiden, ist weniger als ein gedanklicher Steinwurf entfernt. Aber wir wollten uns ja auf eine sachliche Beschäftigung mit dem Thema konzentrieren.
Häufig wird von Modellseiten ein Anspruch geltend gemacht, der sich nicht nur in der Überlassung sämtlicher Bilddaten äußert, sondern in handfesten Forderungen finanzieller Art. Man habe ja schließlich auch Kosten, ist eines der am häufigsten lapidar vorgebrachten Argumente.
Dem gegenüber steht – aus der Sicht einiger Damen – ein Typ mit Kamera, der sich mehr als glücklich schätzen darf, besagtes Bildaufzeichnungsgerät auf vorgenannte Dame richten zu dürfen. Dafür darf er dann auch alle Bilder abgeben, Reisekosten, Visagistin, Stylistin, Studio, Location, Hotel UND natürlich eine Gage zahlen.
Man möge mich korrigieren, aber wenn man nur ein paar Vokabeln austauscht, und jemand Unbeteiligten dann raten ließe, um welche Berufsgruppe es sich handeln könnte, landete man schnell bei einem ganz anderen Betätigungsfeld, aber sicher nicht bei „Modell“. Und ebenso ist doch geschäftlich derjenige, der bezahlt, jener welcher, der damit seinen Anspruch formuliert hat. Warum sollte man also alles bezahlen und dann am Ende quasi NIX davon zu haben? Ausser ein paar Bilder, die man unter Umständen so gar nicht machen wollte und nicht nutzen darf/kann/soll? Oder die Dame später selber ihre Photoshop-Fänge in die Pixel schlägt und diese vergewaltigt? Aber diese Diskussion führen wir an dieser Stelle nicht.
Denn wir wollen ja nicht auch noch in das Horn der Generalisierung stoßen, sondern mal versuchen, der „anderen“ Seite mit Fakten vor Augen führen, wo der Gaul den lahmen Huf hat bei der Sache. Dazu möchte ich das alte didaktische Mittel der Vorstellung des Problems anhand eines konkreten Beispiels formulieren. Ich möchte dabei mit einer kleinen Auflistung von Sachfakten eine Art Gegenüberstellungen der Aufwände versuchen. Wer unterwegs schon den AHA-Moment hat, sei dennoch herzlich eingeladen, die Sache bis zum Schluss zu verfolgen. Die anderen sowieso.
Um jetzt Verhältnisse und Größenordnungen transparent und vielleicht – auch wenn ich da reduzierte Hoffnung habe – verständlich zu machen, hier eine kleine Auflistung dessen, was bei beiden Seiten jeweils auf dem Kostenzettel notiert würde. Und so stellen wir also einfach mal gegenüber :
Fixkosten Fotograf
- Studio plus Equipment umgelegt auf die Zeit eines einzelnen Shootings bei einer Dauer von ca. 3-4 Stunden (halber Arbeitstag)
- Monatsmiete Studio plus Abtragung Finanzierung Blitzanlage etc. geteilt durch 30 (Tage) durch 24 (Stunden) mal 4 (Stunden Shootingdauer)
Das sind noch verschwindend geringe 1,40 €, aber ohne Studio geht’s dann ja eben nicht, denn „raus“ gehen ist für die feinen Damen ja nur am Strand von Bora Bora angemessen.
Müsste für die vergleichbare Zeit ein adäquates Studio fremdangemietet werden, stünden dem schon mal ca. 400,- bis 600,- € gegenüber.Soll ja was dem Anspruch der Knipsprinzessin angemessenes sein und nicht nur eine Papprolle in ´nem Schuppen. Nach oben gibt es sicherlich keine Grenzen, aber für ein Studio mit mind. 4 Sets und einer Fläche von ca. 140 qm, Visaplätzen und entsprechender Lichttechnik muss man schon ein wenig tiefer in die Tasche greifen, zumal man dann auch nicht mit 4 h netto auskommt.
Die Anschaffung der Kamera ignorieren wir mal dabei. Wobei es ja unter der Würde einiger Provinz-Diven ist, sich vor eine Kamera zu stellen, die keinen Kleinbild-Sensor hat. Aber auch das ist eine andere Geschichte.
„Variable“ Kosten Fotograf
Den größten Teil der „Rechnung“ machen dann die Stundensätze (Grundlage gemäß der Vereinigung der Berufsfotografen, die ca. 125,- € (vor Abzug Steuer und anderer Fixkosten wie KSK, KK, Versicherungen etc.) als Richtwert formulieren, und sich die Arbeit hierbei in folgende Bereich gliedert :
A.) Vorbereitung…
Organisatorische Dinge (Egal welche Thematik), die im Vorfeld erledigt werden müssen, damit es überhaupt zu einem Termin kommt und dann die entsprechenden Voraussetzungen für eine reibungslose Durchführung schaffen. Rein logistische Nachbereitung dazu gerechnet, denn Aufräumen gehört ja auch dazu. Zeitrahmen 1 Stunde (125,-€)
B.) Shooting…
Durchführung des Shootings, Umbau Settings, Besprechung und kreativer Austausch mit dem Modell usw.. Zeitrahmen 4 Stunden (600,-€)
C.) Nachbereitung…
Sichtung der Bilder und Auswahl der Top-5. Bildbearbeitung (pro Bild min. 0,5 h). Zeitrahmen 3 Stunden (375,- €)
D.) Bildrechte…
Der Auftraggeber kauft die alleinigen Nutzungsrechte. Gehen wir von 5 Bilder zur Weiterwendung im Rahmen der Eigenwerbung eines Modells aus (also einer kommerziellen Nutzung), wäre das für Prints/Abzüge im Mappenformat (DIN A4) pro Bild 80,- €, in Summe also 400,- €.
Und wir erinnern uns an die lexikalische Definition? Time for PRINTS!!! Also es gibt genau nur die Bilder, die der Fotograf rausgibt. Keine CD voll und schon gar keine Rohdaten. Früher hat auch keiner seine Negative weg gegeben, nech?!
E.) Modellhonorar…
Wäre es eben KEIN TFP müsste das Modell vergütet werden, bei einem angenommenen Aktshooting von 4 Stunden und einem Stundensatz von dabei 100,-€ also nochmals 400,-€. Das sich hier aber etwas die Katze in den Schwanz beisst, lassen wir das aus der Rechnung raus.
Kostenaufwand gesamt : 2.000- € ( in Worten ZWEITAUSEND) Ist es im eignen Studio sind es „NUR“ 1600,- €.
Zeitaufwand : 2 komplette Arbeitstage
Käme eine Anreise zum Wohnort des Modells noch hinzu, können wir die Rechnung gerne nach oben nochmal um die Anfahrtsstunden und Reise und Übernachtungskosten erweitern. Der Fotograf muss also mind. 5-6 gutbezahlte Shootings mit jeweils 14 kompletten Arbeitstagen investieren, um sich 1 !!! (in Worten EIN) TFP-Shooting leisten zu können.
Dem stellen wir den Aufwand eines Modells gegenüber :
Fixkosten Modell
Monatsbeitrag Fitness-Center (35,-€) – wenn sie denn da mal hingehen würden, und nicht der Meinung wären, wenig essen und sich ausziehen sei eine Gnade, die einem widerfährt, wenn man Fotos machen darf) plus monatlicher Frisörbesuch (70,-€) plus Beautypflege, Kosmetik, Fusspflege (70,-€ ) – und es gibt genug „Ungepflegte“, die aber bei so hoch formulierte Ansprüche ein Grund für Nichtbezahlung wären (durch 30 durch 24 mal 4) plus eine Bahncard 50 (240,-€) durch 12, durch 30, durch 24 mal 4…..ergeben ca. 1,10 Euro Eigeninvestition für 4 Stunden Shooting
Anfahrt (ausschließlich Anreise, da die Rückreise egal wohin reine Privatsache des Modells ist) am Beispiel einer Anreise aus München nach Braunschweig
ICE-Fahrkarte München-Braunschweig mit Bahncard 50 (und von der sollte man ausgehen bei jemandem, der nebenberuflich viel für Fotos unterwegs ist) sind ca. 63,- €. Für professionell arbeitende Modelle ist die BC sogar steuerlich absetzbar. Die Harzt-IV-Ladies haben da vielleicht eher Probleme ihrer ARGE-Sachbearbeiterin zu rechtfertigen wofür die ganze Stütze so drauf geht.
Wenn man es darüber hinaus wohlwollend vergüten wollen würde, könnte man pro Stunde Anreise 25,-€ Pauschale anbieten…beim Beispiel München ca. 7 h (175,-€)
Anreise per KFZ aus München bei 0,30 € Pauschale pro Kilometer : 180 ,- € (da empfiehlt sich bei einen Funken ökologischen Gewissens die Anschaffung der Bahn-Card, meine Damen!).
Unterkunft : Hotel mit angemessenem Standard ca. 60,- € für das Einzelzimmer bei einer Übernachtung stehen dann 60,- € auf dem Zettel.
Shooting-Gage : Gehen wir mal von der Königsklasse Akt aus: 100,-€ pro Stunde bei 4 h also 400,-€
Kostenaufwand : Die investierten Kosten des Modells belaufen sich hierbei auf ca. 700,- €
Zeitaufwand : 1,5 Arbeitstag
FAZIT
Grob überschlagen würde man das in anderen Kreisen ein gewisses Missverhältnis nennen. Jeder Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder Unternehmensberater würde einem nach dem Besucher auf der Couch dringendst ein sofortiges Umdenken einprügeln, denn über mehr kurz als lang, ist man im Handumdrehen pleite bei der Art Geschäftsführung. Verrechnet man also beide Kostenaufstellungen miteinander, macht der Fotograf satte 1.300,-€ „Miese“ für Fotos, die er verschenkt und noch nicht einmal die uneingeschränkten Rechte in Anspruch nehmen darf.
Und jetzt nicht gleich empört aufschreien, meine Damen, sondern dies bitte einfach mal sacken lassen. Und vor Augen führen, wenn ihr das nächste Mal um die Fahrtkosten feilscht, obwohl ihr Studentin seid und innerhalb eures Semesterticket-Bereiches kostenfrei Bahn fahren könnt oder mit dem Auto gerade mal 60 km Anfahrt auf dem Navi angezeigt werden.
Wenn mir „Kollegen“ von so etwas berichten, bin ich immer wieder beeindruckt, mit welcher Lässigkeit und übersteigertem Selbstbewusstsein, die eine oder andere so ein „Geschenk“ ausschlägt. Und man möge mich an dieser Stelle Spießer nennen, aber ich persönlich erwarte da mehr „Freundlichkeit“ und sachliche Bereitschaft zur Kommunikation.
Auf der anderen Seite, meine Damen, bitte nicht vergessen! Wenn ihr für alles bezahlt werdet, dann kauft euch jemand in eurer Funktion als Modell. Und wer bezahlt, bestimmt. Ich weiss, klingt rabiat, aber wenn ich zum Bäcker gehe und mir Brötchen kaufe, dann hat mir der Typ hinter der Theke nicht zu sagen, wie ich mein Brötchen zu essen oder was ich da drauf zu schmieren habe. Oder mit anderen Worten:
Wenn es ein astreiner Pay-Auftrag ist, dann gibt es einen Preis, den die Modelle formulieren. Auf der Grundlage entscheidet der Fotograf, ob ihm das Angebot passt oder nicht. Wenn nicht, dann ist das Geschäft erledigt. Und beide gehen ihres Weges. Und dann wird eben wird nicht nachgetreten aus verletzter Eitelkeit, Ladies! Ihr würdet kein zweites Mal in eine Boutique gehen, wenn ihr beim Verlassen des Geschäftes, ohne dass ihr etwas gekauft habt, erstmal als unprofessionelle Shopping-Amateure bezeichnet werdet.
Aus diplomatischen Gründen habe ich heute auf eine Bebilderung verzichtet, da sonst der unsachgemäße Bezug hergestellt werden würde zwischen Text und Bild, auch wenn es keinen Bezug gäbe. Aber die Leute gucken ja nicht richtig hin.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Wer jetzt denkt, es geht um Reisen oder ähnliches, den muss ich an dieser Stelle „a bisserl“ enttäuschen. NATÜRLICH geht es mal wieder nicht um das, was die Überschrift so hergeben könnte. Aber das ist ja hinlänglich bekannt
Worum geht es also dann? Um ein Buch. Und um was für ein Buch? Ein schönes. Hoffentlich. Denn der „Schönheitsgrad“ hängt natürlich davon ab, ob das, was ein potentieller Leser erwartet, dort auch wieder zu finden ist.
Das Konzept ist nicht neu, User-generierte Themen oder Inhalte mit einzubeziehen. Der Kollege Bully Herbig traf so seine Entscheidung, ob „Schuh des Manitu -Teil 2“ oder „(T)Raumschiff Surprise“ gedreht wird. Und da dachte ich mir, was dort im Großen funktionierte, sollte doch im kleinen auch zu ansehnlichen Ergebnissen führen. Ne?
Was ist also der „Auftrag“? Oder vielmehr die Frage an die geneigte hiesige Leserschaft?
Im Wesentlichen zielt meine Frage darauf ab, heraus zu bekommen, was der einzelne, einige oder gar viele für „behandelswert“ hielten, wenn es darum geht, ein Buch zum Thema Porträtfotografie zu gestalten.
Dabei soll es jetzt weniger um Layouts oder Aufbau gehen, sondern eher um die jeweiligen Facetten, die man zu dem Thema bedenken, behandeln, bearbeiten oder gar weglassen könnte. Also von motivischen Tricks und Kniffen über technische „Must-have´s“ bis hin zu Bildbeispielen, die auch einfach nur mal so zum Ansehen sind.
Wer sich also berufen fühlt, dazu ein paar Gedankensplitter hier zu lassen, sei herzlichst eingeladen, eben dieses auch zu tun. Sei es stichwortartig oder in Prosa. Ich bin gespannt
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Heute will ich mich mal einem wirklich ernsten Thema widmen, das man in der Form nicht ungehört lassen darf. Auch wenn ich mich damit auf sehr dünnes Eis hier begebe
Der deutsche Bundestag und unsere allseits bekannte Arbeitsministerin bekommt an dieser Stelle mal meinen geballten Unmut ab und steht damit nur exemplarisch für diejenigen, die sich diesen ausgemachten Unfug ausgedacht haben. Mit hahnebüchner Argumentation wird hier versucht zu rechtfertigen, dass Selbständige mittels eines Gesetzentwurfes dazu gezwungen werden sollen, in eine Rentenversicherung einzuzahlen. Was das für den einzelnen bedeutet, muss ich an dieser Stelle sicher nicht im Detail auswalzen.
Im Rahmen einer ePetition können Gegner dieses Entwurfes mit ihrem Namen die Liste, die mittlerweile schon bei über 54.000 Eintragungen angekommen ist, wirkungsvoll verlängern und ihrem Anliegen direkt Gehör verleihen. Wehrt euch gegen diese Rentenversicherung. Seid mündige Staatsbürger. Nutzt eure Rechte!
JETZT!
Der Weg dahin ist ein Klick
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3Bsa%3Ddetails%3Bpetition%3D23835
Get up! Stand up! Fight for your right!
In diesem Sinne
der Papendieck



































