Kinder, gebt fein acht! Ich hab euch etwas mitgebracht. Heute, meine lieben Tierfreunde, möchte ich euch einen kleinen Gesellen vorstellen, der im familiären Umfeld immer für allerlei Kurzweil zu sorgen vermag. Den Bastelfuchs.
Jeder kennt das. Jeder hat es. Ganz viele Bilder auf der Festplatte. Und dort versauern die meisten. O.k., bei dem einen oder anderen talentreduzierten Zeitgenossen ist es vielleicht auch eher Segen, wenn die „Machenschaften“ nicht den Weg in die betrachtende Öffentlichkeit gelangen, aber nichtsdestotrotz hat das Bild an sich ja ein Recht auf Dasein. Hingen früher Garagentor große Gemälde in Eingangshallen, zieren heute fotografische Produkte allerlei Räumlichkeiten. Warum also nicht mal für „schmales Geld“ seine eignen Arbeiten in ansprechenden Großformaten an das Mauerwerk flanschen?
Über Wert oder Unwert, Sinn oder Unsinn der privaten „Geltungssucht“ zu diskutieren entbehrt dem zitierten Sinn, denn wenn man seine Bildern nicht zeigen möchte, sollte man sich lieber ein unrepräsentativen Hobby suchen oder mit den Kameraden vom Kleingartenverein bei ´ner Kiste Wolters über das neue Tuning-Kit für den Turbo-Garten-Häcksler XZ-4000 Mega-Stream fachsimpeln.
Wir widmen uns also dem handfesten Beweis, dass Bilder gerne an der Wand hängen und das auch vorzugsweise in größeren Formaten. Mit der Qual der Wahl, welches Bild man denn nun auswählen will, soll, kann, darf oder gar muss, lasse ich euch gemeinerweise alleine. Nur soviel. Bei mir zuhause hängt genau ein Bild an der Wand. Und das ist ein Gemälde mit schwülstig goldenem Barockrahmen und röhrenden Hirschen. Die Herkunft verpflichtet und dem Lokalpatriotismus in Sachen höchstes Mittelgebirge Norddeutschlands muss gehuldigt werden.
Gehen wir also von dem Idealfall aus, dass es ein Foto gibt, welches den Weg auf einen Bildträger in Hardwareform finden wird. Dann wirft sich ja schon mal die Frage auf, in welcher Darreichungsform es präsentiert werden soll. Soll heissen, soll es ein Leinwanddruck werden, aufgezogen, Keilrahmen, Format, Größe, Material usw. usw.
Gehen weiterhin davon aus, dass wir neben der Auswahl des Bildes an sich auch entschieden haben, dass wir es aufziehen werden. Und zwar auf einer sog. „Foamboard-Platte“. Ist ein sprachlicher weisser Schimmel, ich weiss, aber so heissen die Dinger nun mal.
Anderswo und eher bekannt sind die Dinger im Fachhandel unter Kappa. Gibt es in unterschiedlichen Stärken und sind im wesentlichen Platten aus festem Feinstkunststoffschaum, die oben und unten mit Fotokarton beschichtet sind. Gibt es in Weiß und – wie ich neulich gesehen habe – auch in Schwarz; also Pappe und Schaum in Schwarz.
Im hiesigen Beispiel habe ich eine Variante verwendet. Und zwar eine bereits mit einer selbstklebenden Folie beschichtete Platte, die das Aufziehen ungemein erleichtert und beschleunigt. Bei der günstigeren (unbeschichteten) Platte muss man nämlich erst ein Trägermaterial aufbringen. Sprühkleber oder doppelseitige Klebefolie. Je nach eigenem handwerklichen Geschick auch kein Problem, aber bei mir hat in dem Fall die Bequemlichkeit gesiegt. Ausgewählt habe ich desweiteren ein ausbelichtetes Foto, hier im Perlmutt-Hochglanz, weil es für das Bild eines Autos eben am coolsten den Metallic-Lack des alten 280´ers wiedergab.
Das eigentliche Aufziehen ist dann im Prinzip recht simpel. Man zieht einen schmalen Streifen der Deckfolie ab und klappt sie unter das aufzuklebende Bild nach hinten weg. Dann fixiert man seine Bildkante – idealerweise wellen und blasenfrei – auf der Selbstklebeschicht.
Dann nimmt man einfach ein weiches (!!!) Tuch und streicht von der Mitte aus zu beiden Seiten sein Bild auf die Trägerfläche, während man unter dem Bild langsam zentimeterweise die Deckfolie nach hinten wegzieht. Nicht allzu fest auf dem Bild herum reiben, denn bei Hochglanz „poliert“ man dann gleich mal schicke Kratzer in die Oberfläche. Man kann versuchen – um anschließende Schneidearbeiten zu reduzieren – das Bild an zwei kanten bündig an zu legen. Aber (!!!) die Folie klebt meist wie Hupe und einmal aufgedrückt, ist da wenig zu schieben. Und es erspart einige graue Haare und Kleinstanfälle, wenn es nicht stimmig an der Kante zu liegen kommt. Also einfach mittig drauf auf die Platte, wenn man ein Großformat hat, denn um Verschnitt kommt man eh nicht drum herum.
Wenn man nun das gesamte Bild aufgestrichen und damit blasenfrei aufgeklebt hat, ist der Rest auch relativ schnell erledigt. Ein normales Cutter-Messer und ein langes Lineal sorgen für saubere Kanten. Kleiner Tipp. Was zum Verhunzen drunterlegen, sonst säbelt ihr euch hässliche Furchen in den Schreibtisch!
Der Vorteil beim „echten“ Beschneiden. Ihr könnt auch Sondeformate herstellen. Die meisten Anbieter, die Fotos ausbelichten haben nur Standards und man bekommt meist nicht die Kantenverhältnisse, die man dann gerne hätte. Aber da hilft mal wieder die Softwarelösung. Ganz banal weisse streifen anbauen in Photoshop, so dass man auf die angegebenen Formate kommt. Hinmailen. Und zack hat man sein Bild, dass man dann ganz flotto zurecht schnipseln kann. So wie hier. Im Original ein Seitenverhältnis von 2:1 (70cm x35cm) mit angebauten Streifen auf 70×50 und der Drops ist gelutscht. Und ratzifatzi hat man in max. 10 Minuten sein Foto in einem optisch wirksamen Format an die Wand gebracht. Vorteil von diesen Kappa-Platten. Die sind so leicht, dass bei der genannten Bildgröße vier kleine Klebe-Heftis ausreichen , um es an die Wand zu bringen. Wer weder seine Wand noch sein Bild mag, der nimmt doppelseitiges Teppichklebeband und reisst entweder den teuren Designer-Wandputz ab oder aber die Rückseite seines im Schweisse seines Angesichtes selbst hergestellten Bildes auseinander.
Selbst mit Tesafilm fixierte Angelsehne tut ihren Dienst. Und wer es ganz Chi-Chi mag, der klebt auf der Rückseite eine kleine zweite (Untermaß-)Platte auf und „holt“ damit das Bild etwas von der Wand weg für eine „elegantere“ Wirkung. Und ansonsten sind natürlich eurer Phantasie in Sachen „Bastelfuchsereien“ keine Grenzen gesetzt.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Kein Weg ist mir zu weit, kein Berg zu hoch, keine Höhle zu dunkel, kein Dreck zu schmutzig, um für meine Leser Wahrheiten und Rätsel der Wissenschaft ans Tageslicht zu zerren. Ich gehe dahin, wo es weh tut. Stelle mich der Herausforderung des investigativen Fachjournalismus. Wobei mir da natürlich gerade die Frage „hoch kommt“, ob man ja jemandem, der über geheime Nudisten schriebe, ja im doppelten Sinne einen Enthüllungsjournalisten nennen würde? Aber lassen wir das.
Quasi durch den viel zitierten Zufall bin ich auf ein Phänomen gestoßen, welches sich in jeden Alltag eines Fotografen, Knipsers oder Lichtbildners eingeschlichen hat und dort oft unerkannt sein Unwesen treibt. Häufig von schwelender Betriebsblindheit gepeinigt, macht sich der gemeine Fotograf an sich ab einem gewissen Punkt keine Gedanken mehr über bestimmte Dinge seines Werkens. Erst der unbedarfte Laie oder Fachfremde stolpert dann dabei über Ungereimtheiten, die bei genauerem Hinsehen jedes Hinterfragen mehr als wert sind. Ähnlich der scheinbar naiv anmutenden Frage eines Kindes nach den Löchern im Käse kann man sich die Frage stellen oder stellen lassen, warum z.B. eine quadratische Softbox kein eckiges Licht macht? Oder eine Oktobox keine 8-eckige Signatur in die Umgebung wirft? Wozu also diese “Dinger“ vor eine Lichtquelle schnallen, wenn die unbändige Photonenmeute eh macht, was sie will?
Ohne in die Tiefen der Quantenphysik und Lichtmechanik vorzudringen, kann man stark vereinfacht davon ausgehen, dass die Lichtteilchen einem Energiebällchen gleichen. Und da das Potenzieren vom Kleinsten zum Größeren nun mal keine kantige Energie bedeutet, ist Licht eben rund. Also ganz einfach gesagt. Um den Rahmen hier nicht zu sprengen, sei für die Wissensjunkies unter euch auf entsprechende Literatur zu diesem Thema verwiesen.
Da jetzt wahrscheinlich das unerklärliche Paradox einem jedem bewusst wird, empfehle ich – und das passt schön in die kalte Jahreszeit mit seiner Studiofotografie – schnellstmöglich eine Testserie mal „nur für sich“ zu starten, um zu schauen, ob ich Blödsinn erzählt habe oder nicht. Ich freu mich auf eure Erlebnisberichte.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
P.S.: Auf die Eigenwilligkeit von dreieckigem Licht will ich an dieser Stelle gar nicht erst eingehen.
Wach ich auf und alles ist weiß. Und wie soft der Alltag die meiste Inspiration bereit halten kann, also heute etwas zum Thema Weiß. Und Raum. Und Platz an sich.
Oft genug sind die Leute ungläubig, wenn man erwähnt, dass einige – oder tatsächlich fast alle – Bilder mit dem einen oder anderen Bewegungsprofi auf kleinstem Raum entstanden sind. So reichen bisweilen knappe 20 bis 30 qm und eine unter die Decke geschnürte weisse Hintergrundkartonrolle, um besagtes Bild zu gestalten.
Das Ganze ist also ein Plädoyer für die Raumnutzung und den angewandten McGyverismus. So reicht ein Abschleppseil an der Decke, um die Hintergrundrolle auf zu hängen. Hintergrundsysteme werden gänzlich überbewertet. Und das Praktische beim Segelsetzen. Man kann es in jeder beliebigen Höhe installieren und durch Anziehen oder Herablassen um jeden Höhenzentimeter feilschen.
Beleuchtet wurde – wie im Bild zu sehen – mit zwei großen Strip-Lights, die allerdings nur auf den Hintergrund gerichtet waren, um diesen komplett weg zu blitzen. Das geht übrigens auch mit Systemblitzen. Einfach links und rechts auf ein Stativ einen Aufsteckblitz flanschen und die satt auf den HG blitzen lassen. Das zurückgeworfene Licht ist dabei vollkommen ausreichend, das Modell seinerseits zufriedenstellend mit auszuleuchten. Da kommt die Nähe der Wände und Decke im Übrigen positiv zum Tragen, da sie hier dann gleich als Reflektorfläche fungieren.
Mit den 2,75 m der Pappbreite hat man zwar einen schmalen Korridor, aber wie man sieht, reicht im Wesentlichen, wenn das Modell irgendwie vor dem Weiß bleibt, denn den Rest erledigt man tatsächlich mal mit dem virtuellen Anbaumodus der Softwarelösung. Wer perspektivische Verzerrungen auch mal als kreatives Gestaltungsmittel anerkennen mag, der tut sich mit der Verwendung eines weitwinklerigen Objektives nicht schwer. Hier tat das oftmals geschmähte Kit-Objektiv seinen vollkommen ausreichenden Dienst bei 27 mm. O.k., man hat ein bisschen viel „Interieur“ mit im Bild, aber man muss eben Prioritäten setzen. Dame vor Weiss ist das Ziel. Hat man den passenden „Treffer“ gelandet, fängt der räumliche Umbau an, der aufgrund der Weißheit des Hintergrundes eine leichtere Übung wird.
Als erstes schnippelt man alles drumherum weg, was nicht weiß nicht. Prinzipiell könnte man da schon so schneiden, dass man sein passendes Bildformat erreicht. Im hiesigen Beispiel war der Plan ein quadratisches Format zu bekommen. Und das liess sich am schnellsten und unaufwendigsten durch Beschnitt und anschließenden „Anbau“ weisser Ergänzungsflächen erreichen. Dass bei einem Quadrat alle Seiten gleich lang sind, ist – denke ich mal – nicht besonders überraschend, so dass man im Modus „Arbeitsfläche vergrößern“ die entsprechend fehlenden Längen oder Breiten ergänzt.
Wie man sieht, ergeben sich durch den nicht ganz homogenen Lichtverlauf im unteren Drittel deutliche Ansatzkanten vom Hintergrund zu den angefügten Bereichen. Um diese zu entfernen gibt es sicherlich einige Wege. Ich habe in diesem Fall über die bestehende Bildebene eine sog. „Volltonebene“ gelegt. Dass es sich hier bei um Weiß handelt, sei nicht extra erwähnt
In der Maskierungsebene dieser Farbfläche nimmt man nun an den relevanten Stellen mit dem Pinsel alles wieder weg, was nicht weiss überdeckt werden soll. Um die Genauigkeit beim „Ausmaskieren“ zu überwachen, kann man z.B. in den Kanal-Modus der Ebene wechseln und dort – nicht erschrecken man malt da auf einmal mit Rot drauf rum – sauber mit entsprechend härterer Kantenschärfe und kleinem Pinsel auch die Details wie z.B. hier die Finger heraus zu arbeiten.
Was das mit dem Rot soll? Ist lediglich ein Hilfsmittel und erleichtert gerade auf so weissen Flächen das genaue Arbeiten. Hat man den „Zustand“ der Maskierung erreicht, der einem zusagt, dann klickt man in der Kanalebene das entsprechende Symbol wieder weg, das „Hilfsrot“ verschwindet und im Ebenenmodus kann man seine Pinselei kontrollieren. Wie gesagt, es gibt auch noch andere Wege. Ich finde den hier irgendwie am geschmeidigsten.
Dann einfach – wenn man mag – in ein Schwarzweißbild umwandeln mit der dazugehörigen Einstellebene, ggf. bissi am Kontrast rumschrauben, und im Nu ist man fertig. Also eigentlich schnell gemacht, oder? Probiert´s doch mal…
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck


















