Advent, Advent ein….drei Lichtlein brennen
Veröffentlicht in Bildbearbeitung,Hobbytip,Technik etc.,Workshops von Michael Papendieck am 04.10.2012 um 10:45 Uhr

Wie schon angekündigt, wollte ich ja „DEN“ Lichtaufbau von neulich wiederholen, wenn ich was wirklich fotogenes gefunden habe. So nun letzte Woche, wo sich eine junge Dame gefunden hat, die schlichte Lichtexperimente zu viel besseren werden lässt, als wenn ich meine Visage vor die Linse halte.

 

Immer wieder bin ich erstaunt, wenn ich sehe, dass die Hohlkehle im OKERWERK diesen Grünstich produziert, wenn man sie nicht gerade mit voller Lux-Keule wegbrennen will. Naja, und eigentlich beschwer ich mich dabei ja auch gar nicht, denn ich finde den Farbkontrast von hellem Grau-Blau-Grün zu Hautfarbe eigentlich ziemlich stimmig. Auch wenn der eine oder andere mal meint, das sei „nicht natürlich“. Nein, ist es ja auch nicht. Aber soll´s ja auch nicht sein. Man erinnere sich an den Unterschied zwischen Foto und Bild. Dokumentation versus Kunst. Wobei eine gute Dokumentation auch eine Kunst ist, aber ich schweife ab.

Also….Bei diesem besagten dreileuchtigen Aufbau ging es mal darum, neben dem konturierenden Licht von vorne oben zusätzlich einen scheinbar umlaufenden Lichtsaum am Körper zu erzeugen. Von Lichtkanten zu sprechen im Zusammenhang mit einem Frauenkörper, ist zwar auch etwas irritierend, aber ich denke, man kann mir gedanklich folgen. Und im Zweifel hilft der Blick auf ein entsprechendes Beispielbild.

 

Der Aufbau an sich ist eigentlich nicht besonders aufwendig oder revolutionär. Aber immer mal wieder eine schöne Möglichkeit den Alltagstrott zu durchbrechen und etwas anders zu machen. So hab ich also je ein Striplight lechts und rinks von schräg hinten nach schräg vorne leuchten lassen. Damit war der Leuchtsaum fertig. Damit es plastisch und dennoch nicht zu dunkel wird, macht das dritte Lichtelein mittels Galgenstativ von oben vorne ein wenig Erleuchtung. Wie man die „Lichtmenge“ bestimmt, fragt jetzt bestimmt jemand. Es gibt da zwei Methoden. Als erstes, die scheinbar „amateurhafte“ Lösung. Irgendwie die Blitze einstellen. Testbild machen, drauf schauen, für gut befinden. Oder eben nicht und dann eben heller oder dunkler drehen. Am Blitz. Denn an der Kameraeinstellung, sprich Blende herum zu schrauben, würde die Bildoptik mit dem Schärfeverlauf am Tisch vergurken. So man denn so einen Schärfeverlauf haben möchte, wie in diesem Falle. Einfacher ist aber das Licht in seiner Stärke zu variieren. Mutet einem Try-and-Error-System an.

Ist es auch. Denn selbst, wenn ich die „Pro-Nummer“ abziehe mit Belichtungsmesser – JA! Ich, der Prediger des kontrolliert provozierten Zufalls habe einen. Aber auch nur um auf dicke Hose zu machen, wie alle anderen auch, denn die kleinwagenteuren Knipskisten, die alle ihr eigen nennen, können nämlich teilweise besser messen als so ein Belichtungsmessermoped – muss ich mich mit Versuch, Messung, Abgleich, Einstellung dem Wert nähern, der für meine Bildoptik wünschenswert ist. Natürlich schön, wenn man VORHER weiss, was wünschenswert ist. Andernfalls sich dem Modell gegenüber anmerken lassen und so tun, als wäre das dann entstehende Zwischenprodukt genau das, was einem vorschwebte. Das beeindruckt und erzeugt einen Hauch von kryptischer Kurzzeit-Genialität. Funktioniert aber auch nur bei Modellen, die quasi das erste Mal vor der Linse stehen. Ansonsten beeindruckt man eher damit, dass man (siehe : roter Pfeil) unter dem Tisch einen kleinen Heizlüfter installiert, damit eine Prinzessin wenigstens auf einer warmen Erbse sitzen kann.

 

Bevor aber jetzt die Spekulationen beginnen, ob ich mich hier nun über mein Modell „lustig“ mache, sei erwähnt, dass der eine oder andere adipöse Knipskollege ganze Verkaufskonzepte mit dem Slogan „Weiblicher Thronfolger für einen Tag“ durch die Republik getragen hat. Und auch vor dem Hintergrund, dass ich auf Workshops immer wieder gefragt werde, wie ich es denn hinbekomme, dass Modell X oder Modell Y so auf den Bildern rüberkommt, fällt mir dabei unterm Strich auf, dass die „Leute“ (leider) zu oft Wert auf technische Finessen und digitale Bearbeitungsfummeleien legen, anstatt sich in erster Linie mit der Person VOR der Kamera zu beschäftigen.

Denn, was nützt die teuerste Pfanne, wenn ich das zarte Filetstück nicht reinlege, gelle? Also….immer hübsch die Augen und Ohren auf, und der Dame das Umfeld schaffen, dass sie sich wohl fühlt. Cola-Flaschen von Haribo sind nachwievor ein Klassiker.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S.: Wer mit dieser Dame – und mir – Einzelcoachings in der Region 38 wünscht, der sei herzlich dazu angehalten, sich per Mail an mich zu wenden.

Jahresabschlussrechnung…
Veröffentlicht in Allgemein,Foto-Alphabet,Fotoaktion,Fotos aus der Welt,Hobbytip,Sonderthemen,Technik etc.,Workshops von Michael Papendieck am 29.12.2011 um 14:27 Uhr

Das Rohr neigt zum Biegen und das Jahr sich dem Ende zu. Kein innovativer Ansatz, aber ein durchaus tradierter, die vergangenen 12 Monate Revue passieren zu lassen. Wie schon beim Fotoalphabet ist die retrograde Betrachtungsweise ein ganz angenehmes Format, denn just vergangenes ist dabei irgendwie präsenter als der letzte Jahresanfang. Ob mir ein umfassender Rundumschlag gelingt, wird dann das Ende hier zeigen. Mal schauen ;-)

Rundumschlag ist dabei auch schon gleich ein schönes Stichwort, denn eher sinnbefreit als konstruktiv, schlagen sich ganz clever vorkommende Evolutionsbremsen selbst die Axt ins Bein, wenn sie hier Zwietracht säend bei allgemeinen Weihnachtswünschen von ekelerregender Selbstbeweihräucherung sprechen. Am Ende unterstellen sie einem Gratulanten beim Geburtstag reine Egomanie, weil er den Satz mit „…Ich gratuliere dir…“ beginnt. Wenn es nach einer gewissen Zeit nicht Kopfschmerzen machen würde, müsste man sich die ganze Zeit deswegen vor die Stirn klatschen.

(Anmerk. d. Verf. : An dieser Stelle sei angemerkt, dass jeder redundante Beitrag im Blog von mir auch weiterhin ohne weiteren Kommentar in die Tonne fliegt. Wenn jemandem die Themen zu banal, andere zu selbstdarstellerisch, und wieder andere zu offensiv oder alles zu kacke ist, dann sei nochmal betont, dass der- oder diejenige herzlich dazu geladen sei, sich in Form eines „Gastartikels“ selber zu Wort zu melden. Oder Fragen zu stellen. Oder, oder. Da aber mal wieder die Logorrhoe grassiert, kann ich mit Gelassenheit davon ausgehen, dass mehr als dämliche Spam-Kommentare von Herrn LALA aus LULU oder von Luftmarschall-Namen tragenden Fotopäpsten nicht zu erwarten sind. Chance vertan. Setzen! Sechs!)

Einreihen in das allgemeine klopshohle Geschehen können sich dann auch dabei, etliche junge Damen, die in der letzten Zeit unangemessene – früher nannte man das glaube ich – Höhenflüge hatten, und sich damit ins Wahrnehmungs-Off schossen. Im Magazin mittigen Teil ausklappbare „Gespielin“ wird man eben nicht, weil das Hirn gut verschaltet ist.

Oder die „Damschaften“ betrieben ihre Synapsen lediglich mit Niederstrom. Denn anders kann man sich die kommunikativen und sozialen Ausfälle nicht erklären, wenn man in Folge der zugegebenermaßen recht kurzen Antwort „Ja!“ auf die Frage, ob es bei einem Aktworkshop auch um Akt ginge, als arrogantes Arschloch bezeichnet wird.

Oder ein sich verschmäht fühlendes Knips-Mädchen (Modell mag ich „das“ gar nicht nennen) im Anschluss an eine Anmerkung zu einem ihrer Bilder, beginnt damit zu drohen, den Freund loszuschicken, damit er einem mal physisch eindrucksvoll zeigt “ was Phase ist“ und seine Kumpels vom einschlägig bekannten Kraftrad-Verein mitzubringen.

Die „Damen“ verstehen auch einfachste Sätze nicht, sobald ein Komma einen Haupt- von einem Nebensatz trennt. Faseln von extremster Beschäftigung und daraus resultierender Zeitknappheit, aber posten für jedermann sichtbar alle 13 Minuten ihren neusten Gemütszustand bei Facebook. So eine Internetpräsenz kostet aber auch viel Zeit, das kann ich euch sagen!

Beantwortet man enthusiastisch formulierte „Bewerbungen“ (O-Ton: Mache mit. Fahrtkosten müssen übernommen werden. Gage 217,50 Euro die Stunde) auf ausgeschriebene Jobs mit einem „Vielen Dank für dein Interesse, aber du bist leider nicht ganz der Typ, der für dieses eine Projekt gesucht wird“, dann ist eine nicht enden wollenden Litanei vorprogrammiert, in der einem unaufgefordert und in epische Breite haarklein aufgelistet wird, was die junge Dame denn schon alles gemacht hat und mit wem.

Dass sie meine Bilder eh 08/15 findet, man erstmal fotografieren lernen soll, dass sie auch noch andere Sachen zu tun hätte und man sowieso ein psychopathischer Sexualstraftäter auf freiem Fuss ist, vor dem einen alle anderen Modelle und Fotografen gewarnt haben. Aha! Na denn! Von den Knipserseilschaften im provinziellen Umfeld will ich gar nicht erst anfangen. Denn die wahren Divas sind immer HINTER der Kamera :-D

So! Jetzt hammwa erst mal ne schöne Kackstimmung geschaffen, dann können wir ja jetzt zu den wichtigen Dingen kommen.

Was hatte das Jahr denn an schönen Dingen? Eigentlich ne Menge, oder? Nach dem doch recht schneereichen Winter hatten wir ein beeindruckendes sommerliches Frühjahr mit allerhand Gelegenheiten schöne Outdoor-Sessions zu machen. Im Rahmen der „Work&Travel-Aktion“ fanden schöne Workshops im Süden der Republik statt.

Die Städte-Tour war eine schöne Gelegenheit, etwas eingefahrene Strukturen mal frischwindig zu polieren. Andere Leute, anderes Studio, andere Modelle. Zum Glück blieb der brutalst heiß angekündigte Sommer etwas aus und von der noch anhaltenden Milde profitiert nicht nur der Draußenknipser, sondern auch die Heizkostenabrechnung.

Der Aufruf zum schäbigen Sich-selbst-über-den-Spiegel-Fotografieren hatte erstaunliche Resonanz. Info an der Stelle : Die Druckerpresse lägt ab Mitte Januar an. Letztlich sind knapp 110 Bilder zusammen gekommen. Danke an der Stelle an alle Emittenten.

Und wenn man dann erstmal vom Zug der ewigen Notwendigkeit abgesprungen ist, dann kommt man im Reich der Gelassenheit an und macht dann nur noch Fotos, wenn es einem wirklich wichtig ist, man seine Idee nicht an die grad zufällig anwesende Person verplämpert. Klingt ziemlich unangenehm, ich weiss. Aber wenn man mal genau hinschaut, wird man feststellen, dass man oft eine Idee hat, sie dann aber von dem Zwang der unmittelbaren Durchführung geschoben angeht, aber missachtet hat, dass man vielleicht gerade nicht das Modell „zur Hand“ hat, das man eigentlich genau dafür bräuchte. Und am Ende stellt man fest, dass der Deckungsgrad nur bei 95% liegt und einem unerklärlicherweise die 5% zum entspannten Zurücklehnen fehlen.

Ausserdem stand das fotografische Jahr unter dem Motto „Mal was anders machen“. Und so war es also an der Zeit, ein wenig wegzukommen von der „ewigen“ Toplight-Studio-Akrobatik“ mit skuplturaler Abstraktion. Offenblendiges Tageslicht-Rumprobieren und selektiveres Mal-etwas-Nichtmachen waren ein schöner Anlass die Kamera in die Hand zu nehmen.

Ebenso das „Umstrukturieren“ des pädagogischen Konzeptes für die Workshops. Weg vom statischen Vorturnen, hin zu dynamischeren Modulen. Aufbrechen alter Muster und Verlassen festgetretener Pfade. Das Wachrütteln des eignen Potentials steht nunmehr an vorderster Front, nicht das blanke Demonstrieren etablierter Arbeitsweisen. Dem Slogan „Sehen lernen“ ein neues, ein benutzerfreundlicheres Gesicht zu verleihen, bei dem sich jeder auf seine individuelle Art wiederfindet und keine Dogmen oder Schulmeinungen als Credo der einzigen Wahrhaftigkeit mit akademischem Anspruch möglichst kryptisch vorgesetzt bekommt, um am Ende Bilder gemacht zu haben, die nicht dem persönlichen Werdegang hin zu einer eignen Ausdrucksmöglichkeit entsprechen.

Ich bin neugierig, wie sich das Konzept noch weiter entwickelt und ich freu mich drauf, von jedem einzelnen Teilnehmer zu lernen und durch deren Augen zu sehen. Es bleibt also spannend fürs kommende Jahr. Es wird natürlich weiter in der Stadt getanzt.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S.: Das OKERWERK wünscht allen übrigens einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und gesundes 2012. Und wie immer haben die abgebildeten Personen nichts mit im Text erwähnten „Unzulänglichkeiten“ zu tun, sondern dienen lediglich der bunten Bebilderung.

P.P.S.: Es sei nochmals der Aufruf wiederholt, dass Neugierige, Mitteilungsbedürftige, sachliche Kritiker oder einfach Interessierte sich gerne zu Wort melden dürfen. Die Kategorie “Gastbeiträge” ist nicht gerade verwaist, aber unterrepräsentiert. Also, nix wie ran!

Von A bis Z…..Heute : T
Veröffentlicht in Foto-Alphabet,Hobbytip,Workshops von Michael Papendieck am 06.06.2011 um 17:27 Uhr

Ich mag es ja eigentlich nicht, wenn ich Menschen enttäuschen muss, aber jeder, der glaubte, dass heute zum Buchstaben T was über Titten zu lesen (und zu glotzen) wäre, wird leider seine Erwartungen nicht erfüllt sehen. Mässig erfreut wird der Voyeurist unter den Pseudo-Anspruchs-Aktfotografen abwinken, wenn der Papendieck „mal wieder“ Hupfdohlen zum Thema macht. Aber ich kann ja auch nichts dafür, wenn Tanz eben nun mal mit „TEH“ anfängt.

Warum ich das mal wieder herauskrame? Och, da gäbe es wohl allerhand, denke ich.

Ah-tens, weil der Blog schon im Wortsinn nun mal damit verknotet ist.

Beh-tens, weil man in dem Bereich immer Modelle fiindet, die sonst den ganzen Tag nichts anderes machen, als ihren Körper quasi „zu Markte“ zu tragen und das mit meistens mehr Anspruch im kleinen Zeh haben als so manches überschätzte und abknipste Modell, dass in Aushilfs-Tanzmanier den Eindruck eines sich elegant bewegenden nicht angezogenen Menschen durch mangelnde wahre Klasse nur noch weiter in die Richtung verschiebt, wo das Klischee des unzureichenden Portrait-Gesichtes die Ausziehwilligkeit exponentiell nach oben treibt. War zu kompliziert? Dann noch mal simpler. Titten raus ersetzt nicht die fehlende Gesamtqualität. So besser?

Und zeh-tens, weil mir neulich (mal wieder ) auffiel, dass Fotografieren wie Tanzen ist. Nur eben so ohne Anfassen und so. Gerade auch vor dem Hintergrund der Workshops, von denen einer jetzt erst am letzten Samstag war. Technik lässt sich ja bekanntlich recht klar strukturieren. Die Technik des „Mit-dem-Modell-Umgehens“ gestaltet sich aber dann gleich mal wesentlich komplizierter.

Wenn mantra-ähnliches Herunterbeten von Vorgehensweise und „Techniken“ nicht fruchtet, was macht der gute Didakt dann? Richtich! Er erklärt es noch mal. Anhand eines anderen Bildes. Also…

Man stelle sich vor, dass man eine gänzlich (persönlich) unbekannte Person trifft. Bei einer Tanzveranstaltung. Naserümpfende Männer seien mal an dieser Stelle erinnert, dass ihr echt punkten könnt, wenn ihr die Puppe mal zu ner Parkett-Schiebe-Veranstaltung ausführt. Egal, ob ihr ein Fred Astaire seid oder so eine Schranke wie Mario Gomez. Der Symbolcharakter ist dabei nicht zu unterschätzen. Der Versuch zählt! Und genau so ist bei einem Shooting. Versucht wenigstens mit der Dame vor der Kamera in einen gemeinsamen Rhythmus zu kommen. Und wenn´s nur quasi fotografischer Klammerblues mit dem Wanken von einem Bein aufs andere bedeutet. Aber wenigstens macht ihr es zusammen.

Von so Sachen wie „Führung“ will ich ja noch gar nicht sprechen. Erster Gedanke dabei wird wohl bei den meisten sein, das Mädel zu schicken, um sie von da nach dort über hier von da bis hierhin zu bewegen. Das sieht dann aber auch genau so aus. Man erinnere sich nur an diverse Dorfschützenfest-Tanzböden, wo schwer mit sich beschäftigte Hirschkönige mit der Miss Vize-Blaubeer-Prinzessin herumschlingern wie die angeschossene Bismarck und man eh den Eindruck gewinnt, die lassen sich von der Musik nicht aus dem Takt bringen und tanzen eher gegen- als miteinander. Lass euch das mal sagen. DAS ist nicht schön.

Fragt man sich nur, warum das einige Leute beim Fotografieren genauso machen? Er schuckelt den virtuellen Führungsarm in einem Rhythmus , den nur er hört. Sie schaut immer verdutzter aus der Wäsche – wenn sie noch welche anhat. Er bekommt das nicht mit und schuckelt immer stärker, mit dem Auftrag sie endlich dazu zu bewegen, das zu tun, was er eigentlich hinschuckeln wollte. Ich bin mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sicher, dass das einfach in die Hose gehen MUSS!

Warum nicht einfach Kontakt aufnehmen, in dem man sich bewusst macht, dass die Frau vor einem, überhaupt nichts davon weiss, was in Kopf des Kamerahalters vorgeht. Aber bevor man jetzt flutwellenartige Redeschwälle zur Erläuterung über sie ergiesst. Stellt euch doch einfach mal entspannt hin. Steht der Knipser entspannt, ist das Modell entspannt. O.k., nicht zu entspannt, sonst schlackert die Lady durchs Bild, aber ihr wisst, was ich meine, denke ich. Wenn nicht, dann schaut euch ein Video von Monty Roberts an. Was bei so komplizierten Viechern wie Pferden funktioniert kann bei Frauen also auch nicht verkehrt sein. Körpersprache ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg.

Ich weiss, dass das eigentlich noch komplizierter für den einen oder anderen als zu Sprechen, aber auf diesem Wege kann ich mein Modell bewegen, ohne ein Wort sagen zu müssen. Warum das geht. Weil das Modell nämlich aufmerksam sein muss, was ich tue. Auf was konzentriert sich die Dame also? Richtig! Auf mich. Und schon entsteht ein Austausch. Eine Verbindung. Also eben wie beim Tanzen. Ich machen einen Schritt. Passt die Dame nicht auf, trete ich ihr auf den Fuss. Passt sie auf und ich trete sie trotzdem, habe ich vergessen, ihr mitzuteilen, wo ich hin will.

Probiert´s mal. Ist ganz einfach. Und wem das zu komplex ist, der kaufe sich mal ein Pferd und übe solange damit, bis der Gaul ihm hinterher kommt. Ohne dass man ihm akustische Signale gegeben hat. Es klappt! Glaubt mir.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

Mir sinn annerschd….
Veröffentlicht in Bildgeschichte,Fotoaktion,Hobbytip,Workshops von Michael Papendieck am 29.03.2011 um 13:02 Uhr

1000 km mehr auf der Uhr, aber um ein Paar Freunde reicher, ging das letzte Wochenende beim Workshop in der Fotofabrik Gaggenau schnell rum. Anstatt den Workshop in der heimatlichen Butze abzuhalten, war diesmal „work&travel“ angesagt.

So verschlug es mich diesmal gen Süden. Hinein ins mehr als frühlingshafte Badische, wo man am Fuße des Schwarzwaldes durch die Baumblüten durchzogene oberrheinische Tiefebene schuckelt. Für enthusiastische Fussball-Fans habe ich als Braunschweiger quasi schon mal einen Antrittsbesuch gemacht, wenn dann nächstes Jahr der KSC gegen „Unser Eintracht“ kicken muss.

Anlass war aber natürlich der Workshop in Sachen „Grundlagen im ästhetischen Akt“. Und neugierig wie ich nun mal so bin, bin ich ja immer ganz gespannt, wie andere ihr Studio „equippen“. Und der fahrbare Licht-Galgen im Baustil einer Robin-Hood-Aufbaumel-Apparatur ist schon ne echt geile Nummer. Und wenn das Ding selbst ´nen Harzer hält, dann ist das Hinhängen eines Modells ja easy.

Früher selber benutzt, dann durch rustikalen „Missbrauch“ geschrottet, war ich auch ganz freudig erregt, eine 2 x 3 m große Milch-Plexyglasplatte vorzufinden. Ich muss unbedingt mal wieder einkaufen fahren, denke ich :-)

Bestens organisiert vom Familien-Unternehmen Hofbauer blieben keine Wünsche offen an dem Wochenende und unser Modell Kristin aus Heilbronn hat den „Rookies“ gezeigt, wie einfach „Fine Art Nude“ sein kann, wenn man sich nur mal die Zeit lässt, mit Bedacht im Thema „Ein-Funzel-Lichtaufbau“ Raum zu lassen für wohlüberlegte Posings.

Von der Studio-Jungfrau bis zum langjährigen Berufsfotografen waren alle mit Spass dabei, weil Akt zwar eine gewissenhafte Sache ist, aber bestimmt keine ernste. Bei weitem erhebe ich ja dabei nicht den Anspruch aus dem Heiligen Gral der Erkenntnis getrunken zu haben, aber das Wesentliche versuche ich immer zu vermitteln.

Nämlich die Augen offen zu halten. Nicht blosses Technik-Gewichse oder Klischee-Nackich-Geturne. Wer denkt, dass er /sie mit einer 16 GB-Speicherkarte voll Bilder nach Hause dackeln kann, der unterschätzt den Aspekt des „Arbeitens“. Im individuellen Einzelshooting kann jeder gerne zuhause mit seinem Modell shooten bis der Spiegel klimpert, aber bei so einer Veranstaltung geht’s aber auch schwerpunktmäßig um fotografische „soft skills“.

„Reds´ du nisch mit de´ Frau, dann nix gut Bild!“

Mit ein bisschen optischer Akklimatisierung in Sachen unklassischen klassischen Akt, schärft sich der Blick doch recht schnell dafür und die Beschäftigung mit der Dame vor der Kamera wird zum eigentlichen Thema. Und dann kann man auch mal im 15-Minuten-Zeitfenster ein paar „Lichttests“ raushauen, und dabei dennoch ein paar Treffer landen. Gerne auch mit der “Hausherrin”, die abends selber noch mal ran musste :-)

Wer´s nicht glaubt, einfach mal ausprobieren. Ist eh besser als nur lesen oder im Internet surfen.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S.: Auf diesem Weg noch mal mein allerherzlichsten Dank für die tadellose Organisation in der Foto-Fabrik Gaggenau ans Team Hofbauer, Maggiore, Hofbauer, und an Kristin, die ins kalte Wasser musste mit mir, die Teilnehmer und auch zusätzlich nochmal für die herzliche „Bemutterung“ von Babs. Wer noch mehr Making-ofs und Ergebnisse vom Workshop sehen möchte, kann dies auf der Seite der Foto-Fabrik tun unter http://www.foto-fabrik-gaggenau.de .

Das macht Schule….
Veröffentlicht in Allgemein,Bildbearbeitung,Hobbytip,Technik etc.,Workshops von Michael Papendieck am 17.02.2011 um 10:42 Uhr

Großkampftag am vergangenen Wochenende. Am Samstag und Sonntag war mal wieder Workshop angesagt. Von alten Häsinnen, die ihren Tellerrand bewusst erweitern wollten bis hin zu jungfräulichen Erst-Tätern in Sachen Studio und Aktfotografie waren ein bunter Strauss an Melodeien dabei.Mit sehr ansehnlichen Ergebnissen wie ich finde.

Der eine ins kalte Wasser geworfen durch das Weihnachtsgeschenk in Form des Seminars, die nächste fühlte sich in ihrer Arbeit „festgeknipst“ und war begierig auf neue Einflüsse. Der „klassische“ Werdegang vom Analog-Draufhalter in Jugendtagen über konzeptionelle Dunkelkammerarbeit und Strandung im Digitalzeitalter war vertreten.

Genauso wie der digitale Neueinsteiger und „Ich-mach-alles-Enthusiast“ oder der „Ich-krich-ne-Krise-mit-dem Licht-Haderer“. Erfrischend bunt gemischt in Sachen „Laufbahn“ und Geschlecht, waren aber alle in einem Punkt beieinander. Die Lust am Machen und am Sehen.

Wir beschäftigten uns mit dem Notwendigsten in Sachen Theorie, überliessen es aber dem Auge, die Dinge zu erkunden und die Ergebnisse zu beurteilen. Dem Zweifler mag das Arbeiten mit einer Lichtquelle zu „primitiv“ erscheinen. Doch 6 Stunden Workshop reichen nicht mal im Ansatz, alle Facetten und Spielarten der Eine-Funzel-reicht-Nummer adäquat auszuloten. Wer was anderes behauptet ist entweder verdammt schnell und gut oder doof :-)

Zwei hervorragende Modelle machten es den Teilnehmern bei Fragen und beim Ausprobieren mit ihrer Erfahrung und ihren nicht zu übersehenden Qualitäten einfach, sich dem Thema Akt im klassischen Sinne zu nähern, aber auch mit simplen Accessoires sich in Richtung Inszenierung zu bewegen. Und dabei ging es eher um Spiel mit Form und Licht, denn um erotisch motivierte Darstellung weiblicher Attribute. Wobei das ja eh im Auge des Betrachters usw. , sie wissen schon…..

Spannend von meiner Seite ist dabei wie unterschiedlich so ein Tag „abläuft“ und welche Ergebnisse sich jeder einzelne dabei heraus arbeitet. Nun bin ich in der Tat kein Vorkauer, versuche aber soviel wie möglich den besagten Zwischenraum zwischen den Zeilen zu füllen und zu erläutern.

Technisch ist man schnell an einem Punkt, wo das Prinzip klar ist. Die sog. „weichen Fertigkeiten“ – neudeutsch „softs skills“ sind es, die den Unterschied ausmachen, warum der eine zuhause ein blosses Foto von einer nicht angezogenen jungen Dame macht und der andere durch unmittelbare Kommunikation mit der Person vor der Kamera genau den entscheidenden „Unterschied“ erzeugt.

Um die obligatorischen Lichttests komm ich ja immer nicht herum. Das schöne dabei ist, dass manchmal gerade wegen des Hauruck-Faktors ganz „nette“ Sachen dabei herauskommen, die bisweilen aber auch mal gegen die Bilder der Teilnehmer abstinken können.

Irgendwie hab ich grad so eine “bläuliche Phase” wie mir scheint?

Klar ist dabei auch, dass man in der Kürze der Zeit nicht vom Nektar der Erkenntnis schlürft und ich bei weitem nicht der Messias des abstrakten Aktes bin, aber so ein Workshop dient dazu, sich mit Dingen zu beschäftigen, die sonst nicht auf dem Zettel stehen. Nämlich die Interaktion mit dem Modell in einer gewissen Form und die Interaktion mit den „Mitfotografanten“. Oft genug murkst man im stillen Kämmerlein vor sich hin und beisst sich fest. Vielleicht lernt man nix epochal neues, aber man tut die Dinge einfach mal anders.

So wie ich das demnächst auch machen werde. Nämlich nicht die „eingeschliffenen“ Workshops in der heimischen Blitzbude machen, sondern quasi „auf Tournee“ gehen. Karlsruhe – genauer gesagt Gaggenau – und Dresden sind da im März Stationen, worauf ich schon sehr gespannt bin und dann auch von „unterwegs“ berichten werde.

In diesem Sinne

Es grüßt und bedankt sich bei den Modellen und den Jungs & Mädels vom Wochenende  - auch fürs “Überlassen” einiger Ergebnisse

der Papendieck

P.S.: Wer genaueres über die Auswärtsspiele wissen möchte, kann sich gerne per Mail melden.

Hefte raus…Chemie-Stunde…
Veröffentlicht in Bildgeschichte,Hobbytip,Workshops von Michael Papendieck am 03.02.2011 um 12:07 Uhr

Wenn man so zusammen mit jemandem Bilder macht, unterhält man sich ja durchaus ein ums andere Mal. Und die „Qualität“ der Gespräche ist dann ein eindeutiges Indiz dafür, ob man miteinander „kann“ oder eben nicht. Nachwievor bin ich da der Überzeugung, dass man letztendlich genau mit den Leuten auch richtig gute Sachen hinbekommt, mit denen man auch losgelöst vom eigentlichen Bildermachen, einfach gut in einem Raum sein kann. Das bis zum Bluten durchgerittene Schlagwort „Chemie“ ist mal einfach jenes welches, was es eben trifft. Verweigere ich mich der Sympathisierung meinem Modell gegenüber, darf ich mich nicht wundern, wenn´s beim Bilder machen nicht hinhaut.

Leider neigen die vielen Kommunikationslegastheniker, die sich aufgrund langjährigen Single-Daseins (warum nur??*kopfkratz*) genügend monitäre Reserven erarbeitet haben und diese in Richtung fotografischem Equipment ergiessen, dazu, mangelnden „esprit“ nicht erst einmal bei sich zu suchen, sondern in erster Instanz immer das Modell zur Verantwortung zu ziehen. Zickig sind die jungen Dinger. Arrogant. Haben es wohl nicht nötig. Stimmt! Nötig haben sie es nicht, sich von Soziophobikern so „schicken“ zu lassen. Nötig hat das im Grunde eigentlich keiner. Geben tut es dieses Phänomen der erkauften Pseudo-Dominanz sicher in vielen Bereichen, nur fällt es mir im Bereich der Fotografie mal wieder eindringlich auf. Auch gerade wenn man sich mit den Menschen mal unterhält, die einem vor der Kamera rumspringen.

So hört man von der einen, dass sie von dem einem jovial bis sexuell motiviert vollgetextet wird. Die nächste schlägt sich mit zu klein gewachsenen Möchtegern-Starfotografen mit Napoleon-Syndrom herum, die schwerstes Kompensationsverhalten an den Tag legen und den Verhaltensökologen in mir nur nicken lassen, wenn ich an die entsprechenden Kapitel in der Ethologen-Fibel denke. So sagen Teilnehmer bei Workshops mir – das Modell steht einen Meter neben mir – dass ich ihr doch mal sagen solle, dass sie die eine Pose von vorhin so oder so ähnlich nochmal machen soll. Zum Glück habe ich immer schlaue Damen an meiner Seite bei so etwas, und so returnierte sie schlagfertig, dass ich dem Teilnehmer doch mal sagen solle, dass sie jetzt grade ne Pause macht. Die Liste dieser „Phänomene“ könnte ich noch abendfüllend fortsetzen. Und diese ganzen Sachen sind wahrlich nur die Spitze eines ziemlich großen Eisgebirges.

Um so interessanter finde ich dann das Phänomen, dass es jemandem gibt, der von Kontakten mit allerlei „Gesocks“ verschont bleibt. Dem einem oder anderen völlig schnurz, begebe ich mich ja doch gerne auf Ursachenforschung bei so etwas. Einfach weil mich menschliches Verhalten interessiert. Ich will keine verkopften Theoriegebilde erschaffen, bei denen mir am Ende wieder Kopie unterstellt wird, so wie ich ja alles kopiere. Sondern im Versuch, es auf den Punkt zu bringen, sei gesagt. Modelle, die ein ziemlich genaues Bild von sich und ihrer Arbeit vor der Kamera haben, die sich mittels eigner Vorstellungen und Sympathisierung-Auslese  eine Handvoll “Chemiker” heraus selektieren, die eine – sagen wir mal – fotografische „Vision“ verfolgen, die ein stetes Voranschreiten und das Arbeiten an Details ist, die machen den Dullis einfach Angst. Angst, sie anzuschreiben bzgl. eines Termins. Die Auswahl und die Bildersprache zeugt von einem gewissen Intellekt. Und den wollen die Jungs nicht in der Bude haben. Deswegen Hände weg vom eigendynamischen System Frau mit dem Denk-Update!

Und wisst ihr was daraus resultiert???? Na? Richtig….Die Schlauen UND Guten bleiben für „unsereins“…

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S.: Besagte Dame hier ist so eine Chemie-Königin. Danke nochmal!

Logga vom Hogga…
Veröffentlicht in Bildgeschichte,Hobbytip,Sonderthemen,Technik etc.,Workshops von Michael Papendieck am 23.12.2010 um 11:03 Uhr

Na, einer geht doch noch vor Weihnachten, wa ?

So war ja am 18.12. der letzte Workshop für dieses Jahr angesetzt und das Wetter konnte ihn nicht verhindern. Neben zwei Lokalpatrioten nahmen die beiden Polaroid-Afficionados aus dem Kurhessischen den glibschigen Weg auf sich und das Modell schlingerte mit einer gehörigen Portion Enthusiasmus aus der Börde von der Elbe an die Oker.

Den „Härtetest“ hat das Studio damit quasi auch überstanden, denn die gut 700 Kubikmeter Luft waren auf angenehme Temperaturen gekommen, um einen Aktworkshop durchzuführen. Naja, und die Mädchen ausm Osten sind ja eh nicht so zimperlich ;-)

Ganz entspannt tüftelten wir verschiedene Lichtaufbauten durch, mit denen sich allerlei Facetten der Aktfotografie „abwursten“ lassen. Gerade erlebt die Ein-Licht-Hypothese eine Renaissance, wenn nicht sogar einen Hype, den ich recht verwunderlich finde, da irgendwie schon immer Bilder  so gemacht wurden. Mal angesehen davon, dass ich selber zu über 90 % meiner Bilder mit nur einer Funzel ausstatte.

Anlass genug genau das auch auszuprobieren, um mit dem einfachen Aufbau die wesentliche Züge der Körperfotografie auszuloten. Frech wie wir waren, haben wir dann sogar am Ende noch ein zweites Licht dazu genommen. Verrückt, oder? ´Ne Zange mit einer „Backe“ geht ja eher mäßig gut, ne? Von hell bis dunkel, war alles dabei. Oder wie der ambitionierte Fachmann sagt: High- und Lowkey. Wobei wir wahrscheinlich wieder alles falsch gemacht haben, was so geht, denn in den High-Keys war bestimmt nicht der volle Kontrastumfang außer Schwarz vorhanden. Aber watt soll´s? Hauptsache, datt Ding sieht nach was aus hinterher!

Dank meinem Flügelmann im Hintergrund, dem man sein kreatives Potential nicht nur an der Studiengangauswahl anmerkt, zauberten wir mit simplem Accessoire aus einem Set, das man knapp als Wand bezeichnen könnte, eine schlichte Szene, die reduzierter kaum sein kann. Durch Ergänzung mit besagten „Stoffläppchen“ traten wir bei den Teilnehmern spontan Ideenfindungen los, die eine Menge cooler Ergebnisse lieferten.

Alles in allem ein rundum gelungener Workshop, wie er gerne immer sein kann.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S.: Markus….darf ich noch ein paar von den genialen Making-Of-Bildchen haben? Polas oder andere, egal, die sind cool!

P.P.S.: Ich hab mir mal das eine Bild geliehen.