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Platz ist in der kleinsten Hütte…
Veröffentlicht in Bildbearbeitung,Hobbytip,Technik etc. von Michael Papendieck am 03.02.2012 um 11:35 Uhr

Wach ich auf und alles ist weiß. Und wie soft der Alltag die meiste Inspiration bereit halten kann, also heute etwas zum Thema Weiß. Und Raum. Und Platz an sich.

Oft genug sind die Leute ungläubig, wenn man erwähnt, dass einige – oder tatsächlich fast alle – Bilder mit dem einen oder anderen Bewegungsprofi auf kleinstem Raum entstanden sind. So reichen bisweilen knappe 20 bis 30 qm und eine unter die Decke geschnürte weisse Hintergrundkartonrolle, um besagtes Bild zu gestalten.

Das Ganze ist also ein Plädoyer für die Raumnutzung und den angewandten McGyverismus. So reicht ein Abschleppseil an der Decke, um die Hintergrundrolle auf zu hängen. Hintergrundsysteme werden gänzlich überbewertet. Und das Praktische beim Segelsetzen. Man kann es in jeder beliebigen Höhe installieren und durch Anziehen oder Herablassen um jeden Höhenzentimeter feilschen.

Beleuchtet wurde – wie im Bild zu sehen – mit zwei großen Strip-Lights, die allerdings nur auf den Hintergrund gerichtet waren, um diesen komplett weg zu blitzen. Das geht übrigens auch mit Systemblitzen. Einfach links und rechts auf ein Stativ einen Aufsteckblitz flanschen und die satt auf den HG blitzen lassen. Das zurückgeworfene Licht ist dabei vollkommen ausreichend, das Modell seinerseits zufriedenstellend mit auszuleuchten. Da kommt die Nähe der Wände und Decke im Übrigen positiv zum Tragen, da sie hier dann gleich als Reflektorfläche fungieren.

Mit den 2,75 m der Pappbreite hat man zwar einen schmalen Korridor, aber wie man sieht, reicht im Wesentlichen, wenn das Modell irgendwie vor dem Weiß bleibt, denn den Rest erledigt man tatsächlich mal mit dem virtuellen Anbaumodus der Softwarelösung. Wer perspektivische Verzerrungen auch mal als kreatives Gestaltungsmittel anerkennen mag, der tut sich mit der Verwendung eines weitwinklerigen Objektives nicht schwer. Hier tat das oftmals geschmähte Kit-Objektiv seinen vollkommen ausreichenden Dienst bei 27 mm. O.k., man hat ein bisschen viel „Interieur“ mit im Bild, aber man muss eben Prioritäten setzen. Dame vor Weiss ist das Ziel. Hat man den passenden „Treffer“ gelandet, fängt der räumliche Umbau an, der aufgrund der Weißheit des Hintergrundes eine leichtere Übung wird.

Als erstes schnippelt man alles drumherum weg, was nicht weiß nicht. Prinzipiell könnte man da schon so schneiden, dass man sein passendes Bildformat erreicht. Im hiesigen Beispiel war der Plan ein quadratisches Format zu bekommen. Und das liess sich am schnellsten und unaufwendigsten durch Beschnitt und anschließenden „Anbau“ weisser Ergänzungsflächen erreichen. Dass bei einem Quadrat alle Seiten gleich lang sind, ist – denke ich mal – nicht besonders überraschend, so dass man im Modus „Arbeitsfläche vergrößern“ die entsprechend fehlenden Längen oder Breiten ergänzt.

Wie man sieht, ergeben sich durch den nicht ganz homogenen Lichtverlauf im unteren Drittel deutliche Ansatzkanten vom Hintergrund zu den angefügten Bereichen. Um diese zu entfernen gibt es sicherlich einige Wege. Ich habe in diesem Fall über die bestehende Bildebene eine sog. „Volltonebene“ gelegt. Dass es sich hier bei um Weiß handelt, sei nicht extra erwähnt ;-)

In der Maskierungsebene dieser Farbfläche nimmt man nun an den relevanten Stellen mit dem Pinsel alles wieder weg, was nicht weiss überdeckt werden soll. Um die Genauigkeit beim „Ausmaskieren“ zu überwachen, kann man z.B. in den Kanal-Modus der Ebene wechseln und dort – nicht erschrecken man malt da auf einmal mit Rot drauf rum – sauber mit entsprechend härterer Kantenschärfe und kleinem Pinsel auch die Details wie z.B. hier die Finger heraus zu arbeiten.

Was das mit dem Rot soll? Ist lediglich ein Hilfsmittel und erleichtert gerade auf so weissen Flächen das genaue Arbeiten. Hat man den „Zustand“ der Maskierung erreicht, der einem zusagt, dann klickt man in der Kanalebene das entsprechende Symbol wieder weg, das „Hilfsrot“ verschwindet und im Ebenenmodus kann man seine Pinselei kontrollieren. Wie gesagt, es gibt auch noch andere Wege. Ich finde den hier irgendwie am geschmeidigsten.

Dann einfach – wenn man mag – in ein Schwarzweißbild umwandeln mit der dazugehörigen Einstellebene, ggf. bissi am Kontrast rumschrauben, und im Nu ist man fertig. Also eigentlich schnell gemacht, oder? Probiert´s doch mal…

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

Was der Opa noch wusste…
Veröffentlicht in Allgemein,Bildgeschichte,Hobbytip,Technik etc. von Michael Papendieck am 30.01.2012 um 10:18 Uhr

Es ist tatsächlich so. Wissen macht Ahhhhhh! Denn, was ich dank akribischen investigativen Nachforschens ans Tageslicht gezerrt habe, wird vielleicht nicht die Welt der Fotografie auf den Kopf stellen, aber zumindest mit den am häufigsten angenommenen Irrtümern aufräumen. Dinge, die fast jeder kennt, aber völlig unreflektiert einfach so hinnimmt. Oder gar völlig unbedarft verwendet. Fragen, die man sich immer im Stillen stellt, aber irgendwie der Klassendulli in der Runde fehlte, um eben diese auszusprechen.

Oftmals hält man bestimmte Begrifflichkeiten für das Produkt moderner Technik, aber wie so häufig liegt deren Ursprung in der Historie einer Sache begründet. In der Fotografie ist die Bildentstehung – wenn man den bildgebenden Prozess mal chemisch aussen vor lässt – eine Frage der Fingerfertigkeiten. Dem Einsatz geschickter Hände ist es überlassen, ein Foto entstehen zu lassen. Ebenso ist reine Muskelarbeit schon am Anfang eines Schaffensvorganges gefragt.

Zu Urgroßvaters Zeiten war Fotografieren keine Solotänzer-Karriere. Ruhm heimste – wie so häufig bei guten Kunsthandwerkern – natürlich der namensgebende Meister ein. Der Stab an Gesellen, Handreichern und Zugehern blieb unter dem Mantel der Geschichte oft genug verborgen. So auch die nie erwähnten, aber oftmals hochqualifizierten Vorhangszieher. Als die Fotografie quasi noch in den Kinderschuhen steckte, gab es noch keinerlei Möglichkeit, den uns heute jedem bekannten Blitz zu benutzen. Seiner Zeit nutze man das vorhandene Licht. Und das mit extremer Genauigkeit. Die Problematik der Allgegenwärtig von Tageslicht umging man entweder mit der Uhr oder man installierte in den Ateliers schwere, riesige Vorhänge, um bei Bedarf abzudunkeln.

Widersinnig, meint ihr? Wenn man doch das Licht braucht. Ja, das mag wohl auf den ersten Blick so erscheinen, aber wie so oft, verbirgt sich des Rätsels Lösung nämlich hinter dem zweiten Blick – zu dem es leider heutzutage immer weniger selbsternannte Fotografen kommen lassen. Was also ist daran jetzt so erwähnenswert?

Das Prinzip der Abdunklung ist jedem geläufig. Und wenn nicht, empfehle ich einfach mal morgens den Kopf in eine schwarze licht- und luftdichte Plastiktüte zu stecken. Ergebnisse sind selbstständig abzuwarten und zu notieren. Aber bitte daran denken, dass besser keine Kinder unter 18 im Raum sind. Aber zurück zum Thema.

Vorhang zu. Licht weg. Soweit kann mir sicher jeder folgen. Was aber passiert, wenn ich den Vorhang auf mache? Ganz klar, Licht da. Unspektakulär? Sicher, aber das ist immer bei so bei den ungeheuerlichsten Phänomen, die großes bewirken, aber so simpel erscheinen, dass man selber gar nicht darauf kommt. Die Finesse bei dem Akt des Vorhangöffnens liegt natürlich nicht im blanken und rohen Aufreissen, sondern im Timing der Sache. Und der Geschwindigkeit in der es ausgeführt wurde. Bei eingespielten Fotografen-Vorhangzieher-Kollektiven des ausgehenden 19. Jahrhunderts war es fast schon ein leistungsorientierter Wettkampfsport, wo es darum ging, die Konkurrenz durch noch kürzere Vorhangöffnungs- und -schließzeiten auszustechen.

So wurden jeweils am linken wie am rechten Vorhang eines Fensters die entsprechenden Zugfachkräfte positioniert, nachdem der Fotografenmeister seine Kamera installiert hatte. Platten eingeschoben, Bildebenen, Linsen und alles aufeinander abgestimmt hatte. Nun kam die Stunde der minutiös durchchoreographierten blitzartigen Belichtungsprozesse. Auf ein Kommando hin riss der erste Vorhangzieher – in damaligen Fachkreisen nur kurz Blitzvorhang 1 genannt – den besagten Vorhang auf, um ihn quasi unmittelbar darauf wieder zu zu ziehen. Benötigte man noch zusätzlich Licht, kam Vorhangzieher Nummer Zwei ins Spiel. Blitzvorhang 2 war „geboren“. Heute zutage gibt es für die Begrifflichkeiten eine minimal veränderte Anwendung, aber ihr Ursprung liegt genau in dem eben beschriebenen exakt aufeinander abgestimmten Tanz mit den Vorhängen.

Die Erfindung des künstlichen Blitzes wurde dann notwendig, weil in den Pioniertagen der Fotografie aufgrund verschiedenster Konflikte ständig entsprechende Handwerker zu Kriegen einberufen wurden, und der einsetzende Personalmangel machte eine Alternative notwendig, die sich in Form der Magnesiumblitze in den Geschichtsbüchern wiederfand.

Einfache Ursache also, aber große Wirkung. Mal sehen, was sich aus dem Reich der viel zu oft zitierten Irrtümer noch so alles finden lässt. Ich bin gespannt.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

Schwanenküken…
Veröffentlicht in Allgemein,Bildgeschichte von Michael Papendieck am 23.01.2012 um 19:35 Uhr

Ich will heute gar nicht soviel sagen, sondern einfach ein Bild für sich sprechen lassen.

(s.o. August 2008)

Natürlich komme ich hier ja nicht umhin, das eine oder andere dennoch darüber zu verlieren.

1242 Tage „mussten“ verstreichen, bis es zu einer Neuauflage der Begegnung Deutschland-Niederlande kam. Der Freund des runden Leders weiss, wie es in dem Bereich immer ausgeht. In unserem Fall muss man aber neidlos anerkennen, dass das Team Oranje irgendwie doch der klare Gewinner ist. 2008 war die tanzbegabte Dame bereits schon mal zugegen und sorgte für Verzückung bei allerhand Betrachtern der Bilder. Vom Buch-Cover über Ausstellungsbild bis hin zu Garagentor großen Gemälde ließen sich andere Künstler inspirieren.

Umso größer die Motivation, noch einmal den Versuch zu starten, da vielleicht noch eine Schippe oben drauf zu legen. Und da zeichnet sich die Geduld eines Ansitzjägers aus, denn nach fast dreieinhalb Jahren und einer kleinen „Zustandsänderung“ war der Weg geebnet für Bilder, für die man auch generell nur ein Zeitfenster von Wochen hat.

Ich wünsche an dieser Stelle den werdenden Eltern und den beiden Minis alles Gute. Und ich schätze, man muss sich auf eine neue Generation Tänzer einstellen :-)

Und bis zum nächsten Mal sind weniger als 1242 Tage. Versprochen!

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

Es muss nicht immer Malle sein…
Veröffentlicht in Bildgeschichte,Fotos aus der Welt,Hobbytip von Michael Papendieck am 20.01.2012 um 13:00 Uhr

Es muss ja nicht immer „Malle“ oder Bora Bora sein, wenn man wo hinfahren tut. So heute vor mir in der Kassenschlange beim Edeka. Tut ja auch nich Not. Weg ist ja auch überall anders. Kommt eben nur auf die Perspektive an. Vielleicht lag´s daran, dass neulich Brave Heart im Abendprogramm lief, vielleicht aber auch zur Zeit vorherrschenden Grau am Himmel, dass ich es gerade mal passend fand, das Thema Schottland aufzugreifen.

Studiumsbedingt trieb uns damals der Forscherdrang auch bei etwas „ruppigem“ Wetter in die Uplands und an die Steilküsten in der Nähe von Edinborough. Grenzland. Der Angelsachse auf der einen, der Skote auf der anderen. Und da pocht auch dann ein jeder drauf. Und wehe dem, der leichtfertig im Small Talk mit dem einheimischen Hummerfischer voller Freude über die herrliche Küstenlandschaft und die Abertausende Seevögel, die allgegenwärtig ihren englischen Namen in den zugigen Westwind kreischen, meinte, dass es hier in England doch recht nett sei.

Früher hätte das einen aufmunternden im Rückhandschlag geführten Axtstreich in Richtung Stammhirn gegeben. Heute sind die Rockträger etwas dezenter, aber nicht minder nachtragend. Der Mitstudent durfte dann auch nur nach gutem Zureden mit der kleinen Barkasse mit auf die vorgelagerte Vogelinsel schippern. Sich und seinem Schicksal überlassen, wäre allenfalls Schwimmen das Mittel der Wahl gewesen. Aber didaktisch unterstützt mit einem der zahlreichen garagengroßen Findlinge, die in den Fällen gerne als kleines Gastgeschenk an Fussgelenke gebunden werden. Eigentlich ja total lieb gemeint, oder?

Übrigens die an „Harry-Potter” erinnernde Brücke befindet sich auf englischem Boden. Genauer gesagt in Berwick upon Tweed. Nur für den Fall, dass da mal jemand hinfahren will. Lohnt sich übrigens, u.a. auch deswegen, weil ein Ort weiter, quasi in Axtwurfweite, in einem historischen und umfunktionierten Bahnhof einer der genialsten Second-Hand-Buch-Läden der Ostküste Britanniens seine umfangreiche Kollektion feilbietet. Barter´s Bookshop in Alnwick. Für die bibliophilen unter Euch.

Ansonsten fährt man am besten dahin, wenn man Landschaft und Piepmätze mag. Wobei ich sagen muss, dass selbst bei mir als Vogelfreund auf einem Brutfelsen wie dem Bass Rock mit ca. 70.000 Brutpaaren von Basstölpeln irgendwann das Bedürfnis aufkeimt, die Insel auch wieder zu verlassen. Olfaktorisch eh eine schöne Herausforderung, wird man irgendwann paranoid, weil die Angst, dass die Viecher einen am Ende komplett zu scheissen (Darf man hier „Scheisse“ eigentlich sagen beim Stern?) allgewärtig wird. Daran erkennt man übrigens den „alten Hasen“ im Gegensatz zum Wildlife-Rookie. Der eine hat die ältesten Klamotten an, Mütze auf und die Kamera UNTER der Jacke.

Der enthusiastische Neuling steht mit offenem Kamera-Rucksack und aufgeklapptem Kameragehäuse in einer Einflugschneise und sieht nach kurzer Zeit so aus, als hätte er drei Tage lang versucht mit einem Wischmopp Decken zu weissen. Wobei man bei dem Verkehr in der Luft eigentlich überall Schneisen hat, von denen nicht mal die dort herumsegelnden Tölpel eine Ahnung haben. Was ständig zu federsträubenden luftakrobatischen Ausweichmanövern führt. Da können die Herren von den Marinefliegern leider keine echte Rücksicht nehmen und gehen da schon mal auf direkten Kollisionskurs. Was bei 4 kg Gewicht, über einem Meter Spannweite und einer Anfluggeschwindigkeit mehr als nur einen zarten Stupser bewirkt. Das ist mal schon ein amtlicher Schlag in den Nacken, wenn man ein wenig zu versonnen in den Schwarm starrt.

Trifft einen der Vogel nicht unmittelbar, so schaffen es die auch bestens im Zielbombardieren ausgebildeten Stoßtaucher punktgenau in eine gerade zum Filmwechsel geöffnete Spiegelreflex zu kacken. Respekt an der Stelle!

Aber auch weniger rasante Mitbewohner an Düne, Strand und Wattenmeer findet man aller Orten. Und wer auf halslose plumpe Schnubbelschnauzen mit Kulleraugen und Taillenlosigkeit steht – und ich meine damit Dirk Bach – der hat seinen Anpirsch-Spass, wenn er versucht die Seehunde oder Kegelrobben abzulichten. Und wer richtig Glück hat, dem salutieren vielleicht auch ein paar Orcas in einer stillen Bucht erhaben mit den Rückenfinnen.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

Das perfekte Modell
Veröffentlicht in Allgemein,Bildgeschichte,Hobbytip,Technik etc. von Michael Papendieck am 12.01.2012 um 15:21 Uhr

Entstanden aus einer Anfrage, spülte mir mal wieder der Alltag und eine kleine Gedankenfee das heutige Thema auf die Tastatur. Produktfotografie ist ein weites Feld, hätte Herr Fontane sicher gesagt und hätte gemäß seinem Hang zu schwandronierenden Lindwurmsätzen über Treppengeländer und Hauseingänge, eine ebensolch lange Abhandlung über das besagte Thema liefern können.

Wie immer stellt sich natürlich auch hier die Frage, ob es DEN Leitfaden für Produktfotos gibt. Und was soll ich sagen. Nein! So vielfältig die Produktpalette ist, so vielfältig die Möglichkeiten, das ganze Zeugs abzulichten. Und selbst schon bei ein und dem selben gibt es auf Anhieb mehr als zwei Hände voll Ansätze zu nennen, entsprechende Objekte in Szene zu setzen.

Neben der Möglichkeit sich für das Studio oder andere Orte zu entscheiden, kommt dann die Frage des Lichtes, der Perspektive, Makro oder nicht, mit Ambiente oder ohne, anderen Accessoires, Personen, sich aufdrängende Klischees oder deren Brüche usw. , usw. , usw. Ganz und gar „strange“ wird es, wenn man das Produkt Mensch bewerben soll. Man denke da nur an Imagekampagnen von Politikern.

An der Stelle das Angebot an dich, Chrissi, alte Osnabrücker Säge. Um aus der Nummer „Scheibletten-Präsi“ raus zu kommen, bedarf es einer echten Herkules-Aufgabe. Aber im Finanzieren solcher Dinge, ist er ja nicht ganz ungeschickt, unser Vorzeige-Niedersachse. Da lässt sich schon was schickes machen und ich bin ja käuflich, Herr Präsident ;-)

Und wenn man als Produkt eines hat, dass eigentlich physisch nicht greifbar ist, wie z.B. das Image einer Fachhochschule mit dem klischeebehafteten Bereich Elektrotechnik aufzubrechen, dann wird’s auch Zeit, das eigne MacGyver-Gen zu aktivieren. Was man weglässt ist schnell klar, denn Feinkord-Hosen, die bis zu den Achseln hochgezogen sind, und Holzfällerhemden, sollten tunlichst vermeiden werden. Denn, Elektrotechnik macht Spass! Auch ohne Drogen!. Effekthascherei darf man dabei ruhig betreiben, denn auch hier gkat es den alten Spruch zu widerlegen, dass Physik da sein, das nie gelingt. Ab und an bekommen die Jungs da schon was hin. Weil sie ja jetzt auch Mädchen mitspielen lassen bei sich.

Unbelebtes Material mag dem einen oder anderen ziemlich öde erscheinen, aber es hat auch seine nicht weg zu diskutierenden Vorteile. Zum einen kann man sich lichttechnisch wunderbar ausprobieren. Stöhnt ja keiner, wenn´s mal ne Stunde länger dauert. Und manche Dinge, die man mit der Uhr oder dem Plastikauto ausprobiert hat, kann man irgendwann mal – wenn man mal ein recht keckes Husarenstück abliefern will – später in einem Shooting vielleicht mit realem Menschenmaterial adaptieren.

Schmuck zu fotografieren ist z.B. eine feine Sache. Edle Materialien, und freie Hand, wie und wo und warum und was man damit anstellt. Und das beste daran. Da kommt keiner zu spät oder sagt ne halbe Stunde vorher oder gar nicht ab. Diskutiert nicht über Aufnahmebereiche, will keine Visa, Fahrtkosten, Übernachtungen. Begleitpersonen sind kein Thema. Man drapiert es so wie man es haben will. Keine Pose ist zu schwierig. Keine Selbstdarstellung oder -verliebheit, wenn nicht gar -überschätzung.

Und während ich es so aufliste, weiss ich langsam, warum einige Kollegen nur noch Produktfotos machen. Der ganze „Punk“ mit den kleinen nervigen „Püppis“ fällt weg. Wenn mir nichts mehr einfällt zu einer Halskette: Kiste auf, Kette rein, Klappe zu. Ende….am nächsten Tag nochmal.

Ein Traum! :-)

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

Willkommen 2012!
Veröffentlicht in Allgemein von Michael Papendieck am 02.01.2012 um 12:06 Uhr

Bienvenue….welcome….benvenuto ….willkommen….bienvenidos ….huanyíng….

Das neue Jahr kann kommen…Möge allen das widerfahren, was sie sich selber und auch anderen wünschen.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S.: Demnächst wieder mehr, ne?

Jahresabschlussrechnung…
Veröffentlicht in Allgemein,Foto-Alphabet,Fotoaktion,Fotos aus der Welt,Hobbytip,Sonderthemen,Technik etc.,Workshops von Michael Papendieck am 29.12.2011 um 14:27 Uhr

Das Rohr neigt zum Biegen und das Jahr sich dem Ende zu. Kein innovativer Ansatz, aber ein durchaus tradierter, die vergangenen 12 Monate Revue passieren zu lassen. Wie schon beim Fotoalphabet ist die retrograde Betrachtungsweise ein ganz angenehmes Format, denn just vergangenes ist dabei irgendwie präsenter als der letzte Jahresanfang. Ob mir ein umfassender Rundumschlag gelingt, wird dann das Ende hier zeigen. Mal schauen ;-)

Rundumschlag ist dabei auch schon gleich ein schönes Stichwort, denn eher sinnbefreit als konstruktiv, schlagen sich ganz clever vorkommende Evolutionsbremsen selbst die Axt ins Bein, wenn sie hier Zwietracht säend bei allgemeinen Weihnachtswünschen von ekelerregender Selbstbeweihräucherung sprechen. Am Ende unterstellen sie einem Gratulanten beim Geburtstag reine Egomanie, weil er den Satz mit „…Ich gratuliere dir…“ beginnt. Wenn es nach einer gewissen Zeit nicht Kopfschmerzen machen würde, müsste man sich die ganze Zeit deswegen vor die Stirn klatschen.

(Anmerk. d. Verf. : An dieser Stelle sei angemerkt, dass jeder redundante Beitrag im Blog von mir auch weiterhin ohne weiteren Kommentar in die Tonne fliegt. Wenn jemandem die Themen zu banal, andere zu selbstdarstellerisch, und wieder andere zu offensiv oder alles zu kacke ist, dann sei nochmal betont, dass der- oder diejenige herzlich dazu geladen sei, sich in Form eines „Gastartikels“ selber zu Wort zu melden. Oder Fragen zu stellen. Oder, oder. Da aber mal wieder die Logorrhoe grassiert, kann ich mit Gelassenheit davon ausgehen, dass mehr als dämliche Spam-Kommentare von Herrn LALA aus LULU oder von Luftmarschall-Namen tragenden Fotopäpsten nicht zu erwarten sind. Chance vertan. Setzen! Sechs!)

Einreihen in das allgemeine klopshohle Geschehen können sich dann auch dabei, etliche junge Damen, die in der letzten Zeit unangemessene – früher nannte man das glaube ich – Höhenflüge hatten, und sich damit ins Wahrnehmungs-Off schossen. Im Magazin mittigen Teil ausklappbare „Gespielin“ wird man eben nicht, weil das Hirn gut verschaltet ist.

Oder die „Damschaften“ betrieben ihre Synapsen lediglich mit Niederstrom. Denn anders kann man sich die kommunikativen und sozialen Ausfälle nicht erklären, wenn man in Folge der zugegebenermaßen recht kurzen Antwort „Ja!“ auf die Frage, ob es bei einem Aktworkshop auch um Akt ginge, als arrogantes Arschloch bezeichnet wird.

Oder ein sich verschmäht fühlendes Knips-Mädchen (Modell mag ich „das“ gar nicht nennen) im Anschluss an eine Anmerkung zu einem ihrer Bilder, beginnt damit zu drohen, den Freund loszuschicken, damit er einem mal physisch eindrucksvoll zeigt “ was Phase ist“ und seine Kumpels vom einschlägig bekannten Kraftrad-Verein mitzubringen.

Die „Damen“ verstehen auch einfachste Sätze nicht, sobald ein Komma einen Haupt- von einem Nebensatz trennt. Faseln von extremster Beschäftigung und daraus resultierender Zeitknappheit, aber posten für jedermann sichtbar alle 13 Minuten ihren neusten Gemütszustand bei Facebook. So eine Internetpräsenz kostet aber auch viel Zeit, das kann ich euch sagen!

Beantwortet man enthusiastisch formulierte „Bewerbungen“ (O-Ton: Mache mit. Fahrtkosten müssen übernommen werden. Gage 217,50 Euro die Stunde) auf ausgeschriebene Jobs mit einem „Vielen Dank für dein Interesse, aber du bist leider nicht ganz der Typ, der für dieses eine Projekt gesucht wird“, dann ist eine nicht enden wollenden Litanei vorprogrammiert, in der einem unaufgefordert und in epische Breite haarklein aufgelistet wird, was die junge Dame denn schon alles gemacht hat und mit wem.

Dass sie meine Bilder eh 08/15 findet, man erstmal fotografieren lernen soll, dass sie auch noch andere Sachen zu tun hätte und man sowieso ein psychopathischer Sexualstraftäter auf freiem Fuss ist, vor dem einen alle anderen Modelle und Fotografen gewarnt haben. Aha! Na denn! Von den Knipserseilschaften im provinziellen Umfeld will ich gar nicht erst anfangen. Denn die wahren Divas sind immer HINTER der Kamera :-D

So! Jetzt hammwa erst mal ne schöne Kackstimmung geschaffen, dann können wir ja jetzt zu den wichtigen Dingen kommen.

Was hatte das Jahr denn an schönen Dingen? Eigentlich ne Menge, oder? Nach dem doch recht schneereichen Winter hatten wir ein beeindruckendes sommerliches Frühjahr mit allerhand Gelegenheiten schöne Outdoor-Sessions zu machen. Im Rahmen der „Work&Travel-Aktion“ fanden schöne Workshops im Süden der Republik statt.

Die Städte-Tour war eine schöne Gelegenheit, etwas eingefahrene Strukturen mal frischwindig zu polieren. Andere Leute, anderes Studio, andere Modelle. Zum Glück blieb der brutalst heiß angekündigte Sommer etwas aus und von der noch anhaltenden Milde profitiert nicht nur der Draußenknipser, sondern auch die Heizkostenabrechnung.

Der Aufruf zum schäbigen Sich-selbst-über-den-Spiegel-Fotografieren hatte erstaunliche Resonanz. Info an der Stelle : Die Druckerpresse lägt ab Mitte Januar an. Letztlich sind knapp 110 Bilder zusammen gekommen. Danke an der Stelle an alle Emittenten.

Und wenn man dann erstmal vom Zug der ewigen Notwendigkeit abgesprungen ist, dann kommt man im Reich der Gelassenheit an und macht dann nur noch Fotos, wenn es einem wirklich wichtig ist, man seine Idee nicht an die grad zufällig anwesende Person verplämpert. Klingt ziemlich unangenehm, ich weiss. Aber wenn man mal genau hinschaut, wird man feststellen, dass man oft eine Idee hat, sie dann aber von dem Zwang der unmittelbaren Durchführung geschoben angeht, aber missachtet hat, dass man vielleicht gerade nicht das Modell „zur Hand“ hat, das man eigentlich genau dafür bräuchte. Und am Ende stellt man fest, dass der Deckungsgrad nur bei 95% liegt und einem unerklärlicherweise die 5% zum entspannten Zurücklehnen fehlen.

Ausserdem stand das fotografische Jahr unter dem Motto „Mal was anders machen“. Und so war es also an der Zeit, ein wenig wegzukommen von der „ewigen“ Toplight-Studio-Akrobatik“ mit skuplturaler Abstraktion. Offenblendiges Tageslicht-Rumprobieren und selektiveres Mal-etwas-Nichtmachen waren ein schöner Anlass die Kamera in die Hand zu nehmen.

Ebenso das „Umstrukturieren“ des pädagogischen Konzeptes für die Workshops. Weg vom statischen Vorturnen, hin zu dynamischeren Modulen. Aufbrechen alter Muster und Verlassen festgetretener Pfade. Das Wachrütteln des eignen Potentials steht nunmehr an vorderster Front, nicht das blanke Demonstrieren etablierter Arbeitsweisen. Dem Slogan „Sehen lernen“ ein neues, ein benutzerfreundlicheres Gesicht zu verleihen, bei dem sich jeder auf seine individuelle Art wiederfindet und keine Dogmen oder Schulmeinungen als Credo der einzigen Wahrhaftigkeit mit akademischem Anspruch möglichst kryptisch vorgesetzt bekommt, um am Ende Bilder gemacht zu haben, die nicht dem persönlichen Werdegang hin zu einer eignen Ausdrucksmöglichkeit entsprechen.

Ich bin neugierig, wie sich das Konzept noch weiter entwickelt und ich freu mich drauf, von jedem einzelnen Teilnehmer zu lernen und durch deren Augen zu sehen. Es bleibt also spannend fürs kommende Jahr. Es wird natürlich weiter in der Stadt getanzt.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S.: Das OKERWERK wünscht allen übrigens einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und gesundes 2012. Und wie immer haben die abgebildeten Personen nichts mit im Text erwähnten „Unzulänglichkeiten“ zu tun, sondern dienen lediglich der bunten Bebilderung.

P.P.S.: Es sei nochmals der Aufruf wiederholt, dass Neugierige, Mitteilungsbedürftige, sachliche Kritiker oder einfach Interessierte sich gerne zu Wort melden dürfen. Die Kategorie “Gastbeiträge” ist nicht gerade verwaist, aber unterrepräsentiert. Also, nix wie ran!

Dem guten Brauch gemäß…
Veröffentlicht in Allgemein von Michael Papendieck am 24.12.2011 um 13:27 Uhr

“Oh, stille mich, du Fröhliche…” schallt es alsbald wieder aus den Wohnstuben unterm Weihnachtsbaume. Und so sei allen Lesern, Leserinnen, Beobachtern, Beobachterinnen, Wohlwollenden, Wohlwollendinnen, Mäklern, Mäklerinnen, Bekannten, Bekanntinnen, Verweigerern, Verweigerinnen, Fotografen, Fotografinnen, Knipsern, Knipserinnen, Pixelschubsern, Pixelschubserinnen, Kotzbrocken, Kotzbrockinnen, Gernegroßen, Gernegroßinnen, Prinzen, Prinzessinnen, Platzhirschen, Platzhirschinnen und nicht zuletzt allen Finnen und Finninnen eine schöne Weihnacht gewünscht.

Und wenn es draussen schon nicht adäquat frostet oder schneit…..ein kleiner Gruß aus dem Kühlschrank Europas.

In diesem Sinne

…es grüßt in letzter Amtshandlung vorm christlichen Wiegenfeste

Der Papendieck

Grün und blau……
Veröffentlicht in Bildbearbeitung,Hobbytip von Michael Papendieck am 15.12.2011 um 10:38 Uhr

Da ja das Angebot zum Beantworten individueller Fragen wirkungslos im Äther verpufft war, sehe ich mal die Chance für Wissbegierige als vergeben an. Und mache mal einfach, wonach mir die Nase steht. Also, alles beim alten. Und frei nach dem Motto „Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum…….wer nicht fragt, bleibt dumm!“, interpretiere ich das mal – nicht ohne ein gerüttelt Maß an vorhersehbarer Bestätigung, gepaart mit der mir so eignen arroganten Selbstgefälligkeit als Fotografengott natürlich ;-)

Vorweihnachtszeit ist ja immer Durch-die-Stadt-lauf-Zeit in Sachen Inspiration sammeln für potentielle Geschenkideen. Absolut vorhersehbar dabei ist auch, dass man garantiert nicht das findet, wovon man noch nicht weiss, dass man es finden sollte. Wohl aber zig Sachen, die man eigentlich so gar nicht finden wollte. Die einem aber irgendwie suggerieren, dass man sie doch besser jetzt umgehend mitnehmen sollte, weil man sie sowieso sonst wieder gleich vergisst.

Und schon ertappt man sich dabei, wie man an der Kasse im Bastelladen Gedingse und Gedönse in bunte Tütchen gestopft bekommt. Und das nur, weil man „eben mal kurz“ nach etwas Firlefanz für die mögliche zukünftige Verwendung im Rahmen eines Foto-Projektes gebrauchen könnte. So geschehen – wenn auch schon nicht mehr ganz so neulich – auf meiner Suche nach einer optisch effektiven Lösung bzgl. Swarovski-Ersatz-Glitzersteinchen. Mit dem Ergebnis, dass ich natürlich keine solche gefunden oder gar gesucht hätte, sondern mit einer bunten Sammlung bunter Farbfolien nach Hause stapfte.

Bin ich sonst ja ein Freund und Vertreter der Ein-Lampen-Hypothese, musste diesmal eine Steigerung um 100 % her. Eine zweite Lampe. Der Zeichentablett-Fanatiker wird müde abwinken und sagen, dass ihn das drei Minuten im allseits bekannten Bildbearbeitungsprogramm kosten würde, gleiche Effekte zu erzeugen. Aber darum geht’s dabei mal wieder nicht. Denn gehen tut das alles. Da brauche ich mir nicht mal den lästigen Vereinbarungsakt mit irgendwem antun und mich mit X oder Y zum Fotografieren verabreden, sondern generiere die Leute gleich im Rechner. Nichts gegen derartige umfassende kreative Leistung, aber ich würde sage, die Leute sollten sich dann besser bei Pixar bewerben. Die suchen immer wieder schnelle und kompetente Rechner-Jockeys.

Also die „Dinger“ vor die Leuchten geflanscht und dann mal rumprobieren, was so geht. Mehr als Zangenlicht ist es ja nicht, aber drolligerweise wirkt hier mal wieder das Kapitel „Dämonische Einflüsse“. Denn obwohl man ja eigentlich weiss, was da „passieren“ sollte, macht das Licht doch irgendwie andere Sachen. 100 mal der gleiche Aufbau und immer wieder ist es unterschiedlich. Selbst mit naturwissenschaftlicher Akribie geführter Protokollierung. Tag A liefert andere Ergebnisse wie Tag B. Ein schlagendes Argument FÜR die Rechnerarbeit, wird es jetzt durchs Zwischennetz schallen. Wer auf 1000% Reproduzierbarkeit steht, dem sei dieser Weg empfohlen. Wer sich aber der dunklen Seite der Macht in Form von kalkulierter Zufälligkeit und provozierter Unzulänglichkeit hingeben will, der geht den Weg der Hardware-Lösung.

Ganz „old school“ geht’s also um den pseudo-philosophischen Akt des tatsächlich Machens. Und des Tüftelns. Kalter Kaffee, meint der Berufsmäkler. Aber besser ab und an ´nen leckeren Eiskaffee, als kochend heisse Brühe, an der sich der eine oder andere immer wieder die Klappe verbrennt.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S. : Um wem es zu banal ist, der nimmt vielleicht einfach mal sein Einstelllicht (WOW! Drei L!) und lässt sein Modell mal machen….Aber Vorsicht! Unschärfe ist heilbar. Kreativität nicht!

Buenas Dias…
Veröffentlicht in Bildgeschichte,Fotos aus der Welt von Michael Papendieck am 12.12.2011 um 17:37 Uhr

Sage und schreibe 2392 Dias! So viele kleine Plastikrähmchen stecken in den 50-er-Magazinen, die wiederum 8 Magazin-Kästen füllen. Was macht man nur mit diesen Dingern? Digitalisieren hieß neulich das Gebot der Stunde. Aber als alter Geizkragen und in Ermangelung eines brauchbaren Scan-Service vor Ort, stapeln sich die Kästen dann gerne mal länger in einer Ecke.

Das Mauschelwetter – unterstützt durch nachmittägliche Frühverdunklung – sorgte aber dafür, dass mein Auge am Diaprojektor hängen blieb. Also, schnell die Wohnzimmerwand frei geräumt, den Lichtbildwerfer installiert und los ging´s. Was das Angucken jetzt mit Digitalisieren zu tun hat? Na, ganz einfach. Wer keinen Scanner zu Hand hat, baut sich eben einen. Glatte weisse Wand OHNE Raufaser und die Kamera aufs Stativ, und fertig ist der Lack.

Erschreckend sei angemerkt, dass die Bildqualität vergleichbar oder gar besser ist, als das, was die meisten Scan-Dienste anbieten.

Der Nostalgie-Freund darf natürlich gerne auch seine Old-School- Dia-Leinwand mit Perl-Diamant-Oberfläche aufbauen und andächtig dem charakteristischen Gesumme des Projektor-Lüfters lauschen, während sich der unauslöschlich typische Geruch einer Leinwand im Raum ausbreitet.

(Anmerk. zum Bild hier : Wer den zweiten Löwen findet, bekommt ´n Lolli.)

Macht das Ding mal an. Leinwand hin. Zimmer dunkel. Augen zu. Und dann wartet ab, was passiert. Spätestens beim Durchladegeräusch des Transportschlittens mit seinem „Sharack-Klack“ sitzt man im überheizten großelterlichen Wohnzimmer, die Tasse Kakao vor der Nase, die in Mitteralter-Markt erinnernden Wollstrumpfhosen gestopften Stöckerbeine in die durchfallbraune Kamelhaar-Decke gewickelt und lauscht andächtig dem Rauschen des Projektorlüfters und dem Ping-Pong-gleichen Doppelkommentar zu jedem Bild von Oma und Opa, die im August bei unmenschlicher Hitze die Silvretta-Autobahn mit dem Strich-Achter in Richtung Teutonengrill erklommen hatten. Dia-Projektoren sind reine Zeitmaschinen!

(Anmerk. zum Bild hier: Wer sich fragt, was daran so zeigenswert sei, der sei auf den Versatz im Fellmuster am Gesäß des Pferdes verwiesen. Wenn die große Mietzekatze Bock auf  Zebraschinken hat, wird von hinten angehuckt und rein gekrallt. Das kann schon mal Laufmaschen geben.)

Und so juckelte ich also meine Namibia-Dias aus den Jahren ´98, 2002 und 2004 durch. Naja, und die vier weiteren Kästen, gefüllt mit mannigfaltiger Fauna und Flora aus fernen Ländern, in die einen ein Freilandhauptfach im Studium so führen kann. Und – entweder habe ich einfach so viel Zeug abgelichtet, oder ich werde dann doch altersbedingt langsam weich in der Murmel – ich konnte mich an einige Bilder nicht mehr erinnern!

Und was das ganze jetzt mal wieder mit Afrika zu tun hat?

Denkt euch was aus! ;-)

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck