Angeregt durch eine Anfrage einer Künstlerin, die gerne ein Bild als Vorlage für ein Ölgemälde, kam mir heute morgen der Gedanke, dass dies doch auch mal Thema sein könnte.
Quasi der Schnittpunkt zwischen Malerei und Fotografie. Als jemand, der „früher“ selber viel zeichnete, skizzierte oder malte, lehne ich mich mal aus dem Fenster, und behaupte mal, dass die Malerei an sich, mehr visionäre Kraft wachrufen muss als simples Ablichten einer bereits bestehende Szenerie. An anderer Stelle würde ich wiederum auch zu stimmen, wenn jemand sagt, dass beides das gleiche ist. Nur die Medien sind andere.
Zugegebenermaßen fühlt man sich dann etwas gebauchpinselt, wenn man mit einem Foto einen anderen Kreativ-Mensch soweit inspiriert, dass er sich ein bereits bestehendes zum Anlass nimmt, selber Hand anzulegen.
Neben reinen Zufallsbegegnungen gibt es dabei auch – ich will nicht sagen – zwangsläufige Treffpunkte. Foren wie z.B. deviantart ist einer davon. Über die reine Fotografie hinaus tummeln sich dort Schaffende, Schauende und Machende. Nicht ganz verwunderlich also, wenn man dort angeschrieben wird, mit der Bitte, ein Foto als Vorlage für ein gemaltes Bild verwenden zu dürfen.
Drollig in dem Zusammenhang ist dabei der Umstand, dass ein Maler einen Fotografen VORHER fragt, was er davon hielte. Und sich diesem auf wohlwollender Ebene annähert. Und vor allem ein unter Umständen fallendes NEIN mit Respekt und weiterem Wohlwollen akzeptiert.
Knipser hingegen bedienen sich teilweise bis aufs Mikropixel bei anderen, und das meistens einfach nur im Gegensatz zum Maler ziemlich uninspiriert und frei von eigner kreativer Idee. Darauf angesprochen wird man darauf „hingewiesen“, dass es im Internet schon alles gibt und man doch einfach die Klappe halten solle.
Komisch, ist mir bei anderen Kunstschaffenden so nie untergekommen. Da entstand eher eine fächerübergreifende Kreativ-Zelle mit echtem Austausch. Frei von Gegockele und Pfauenbrust-Geschwelle. Und wo ich grad mal wieder so drüber nachdenke. Ich glaube ich werde beim nächsten Workshop wirklich mal am Anfang Zeichenblöcke verteilen und die Teilnehmer mal skizzieren lassen, was sie als „Akt-Bild“ umsetzen wollen. Wird spannend, denke ich.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Von Zeit zu Zeit keimt der kleine Virus wieder auf. Eine kleine Seuche namens Ideenschwund. Nebensymptome sind häufig bebilderte Banalitäten, entstanden aus der Befürchtung, wenn man nichts macht, verkümmert die Kreativdrüse. Unangenehmerweise entstehen dabei herrliche Nichtsagenheiten und eine gewisse „Abnutzungserscheinung“ hält Einzug.
Wie man das wieder in den Griff bekommt? Der eine lässt die Küche kalt, der andere hängt die Flinte an die Wand und geht mit der Armbrust auf die Jagd. Mit anderen Worten, das „Mach-doch-mal-anders-Motto“ ist das Gebot der Stunde.
Umso schöner, wenn man spontan Exemplare aus der Damenwelt zur Hand hat, bei denen man eher die offene Tür einrennt als tatsächlich Überzeugungsarbeit leisten zu müssen.
Und über den eignen Tellerrand zu schauen was Thematiken anbelangt, kann ich nur empfehlen. Frei nach “…Ich weiss nicht, wann ich es mal brauche, aber es ist cool, es zu wissen…“ bringt man ja Dinge in Erfahrung, die einem unter Umständen sonst „verschlossen“ geblieben wären.
So weiss ich seit gestern z.B., wo ich die besten , aber auch preiswertesten Nylon-Ersatz-Strümpfe bekomme und worüber sich ein Modell noch so freut, wenn nicht an Gage.
Aber ich glaube, ich erwähnte es an anderer Stelle schon öfter, dass es nie verkehrt ist, mit der Dame vor der Kamera auch mal zu quatschen. Bringt die Bildqualität immens nach vorne und mit Tageslicht fotografieren tut nicht weh!
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
P.S.: Nur weil wir jetzt in der “Anti-beschissene-mit-dem-Handy-Selbstfotografie-Aktion” die 100 geknackt haben, soll das nicht heissen, dass Ihr nichts mehr schicken könnt/sollt/müsst/braucht/dürft!
„Das macht man nicht!“ – Wie oft hört man doch diesen Spruch. Im Zusammenhang mit bestimmten Bildkompositionen, mit einer Farbwahl, Bearbeitungsvarianten, Schwarz-Weiß-Konvertierung oder dem Bildschnitt.
Da dürfen bestimmte Modelle – von community-(selbst)gekürten Platzhirschen und Galerie-Sternchen-Trägern auf goldene Übermaß-Sockel gehoben – nur in omnipräsenter Hochglanz-Softerotik-Manier abgelichtet werden. Andernfalls drohen einem die Lady mondgleich umschwärmenden Sugar-Daddy-Motten mit Schmerzensgeldklagen im Namen der bis dahin unwissenden und ungefragten, die das entsprechende Bild allerdings schon mit Wohlwollen auf der eignen Sedcard präsentiert.
Oder hyänengleich über einen herfallende Eichhörnchen- und Seeadler-Dauer-Knipser aus dem Discovery-Channel für Kassenpatienten, die der stoischen Meinung sind, dass „Wildlife-Fotos“ NIE… NIE… NIE… NIEMALS in Schwarzweiß umgewandelt werden dürfen; geschweige denn gar mit ins Blasphemische gehenden Tonungen aus Unernsthaftigkeit dem sakralen Thema „NATUR“ gegenüber ein Bild so „kaputt zu machen“.
Den Super-GAU löst man dann aus, wenn man es gar wagt, Bildschnitte entgegen landläufiger Lehrmeinungen und Dogmen-Prügelei zu setzen. In der Fashion-Fotografie fast schon Extremsport geworden, ist das „Schnippeln“ nach Gutdünken in anderen Bereichen der Menschenfotografie eher völliges „bäh-bäh“ und ruft Feministinnen mit dem Vorwurf der Reduktion einer Frau auf bestimmten anatomische “Eigenheiten” auf den Plan. Lieblingszitat eines guten Bekannten : “Wenn Männer Möpse hätten, würde ich eben die fotografieren”
Bevor jetzt wieder wer rumstöhnt und meint, dass es mal wieder Prinzip sei, „Hauptsache anti zu sein“ , dem sei gesagt, dass gewisse Kriterien von Bildproportionen, wechselseitige Abstimmungen von Flächen, Formen und Linien nachwievor ja ihre Gültigkeit haben. Nur man arrangiert sie eben aus einem anderen Blickwinkel. Reine Anarchie bringt selbst da nicht immer was. Kann zwar, muss aber nicht. Und ansonsten galt wie immer das Motto:
„Versuch macht kluch!“
Wenn man also rustikal durch Körperteile schneidet, muss….äh…sollte man sich dennoch Gedanken über die zu erreichende Bildwirkung machen. Selbst Fritze Hamann musste beim Körperzerlegen auf zukünftige Verwendungszwecke Rücksicht nehmen. Lendenfilets zu zersäbeln ist ja fast schon Frevel, gelle?
Natürlich reduziert man via „Schnippelei“ das Objekt auf das Übriggelassene. Einfach nur drum herum alles abzufitscheln, was man nicht im Bild haben will, ist aber auch hierbei nicht der Weisheit letzter Schluss. Blöderweise hat man bei Körpern nirgends wirkliche Geraden. Das beisst sich natürlich mit der bauartbedingten rechtwinkeligen Schnittmusterkante der „Schneidemaschine“. Also heisst es „Augen auf!“ und im Bild die passenden Linien, die man beispielsweise parallel zu Bildrändern laufen lassen kann, zu suchen – und zu finden.
Teilungsproportionen kann man auch hier zu Rate ziehen, so dass man dem guten alten Schema EinDrittel-ZweiDrittel treu bleiben kann. Alles natürlich in Abhängigkeit mit dem Motiv an sich und der Aussage, die man erzielen will. Einfach alles drumherum wegkloppen, was nicht nach Löwe aussieht, macht nur bei Steinklötzen am Ende Sinn. Wem das Risiko zu hoch ist, bereits beim Fotografieren im Sucher besagte „Ausschnitte“ festzulegen, dem sei geraten, drumherum ein bissi Fleisch zu lassen, und das Schneidewerkzeug am Rechner zu konsultieren. Mein Tipp aber auch hier. Lieber das Auge schulen, die Dinge gleich zu sehen, als inflationär rumzuknipsen ohne Konzept und auf das Prinzip der digitalen Masse zu bauen nach dem Motto :“Ich mach erstmal , den Rest macht Photoshop“.
Wem´s so Spaß macht, bitte sehr. Aber „Mut zum rustikalen Bildschnitt“ und dabei die Augen offenhalten ist manchmal eben doch die bessere Alternative.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Großkampftag am vergangenen Wochenende. Am Samstag und Sonntag war mal wieder Workshop angesagt. Von alten Häsinnen, die ihren Tellerrand bewusst erweitern wollten bis hin zu jungfräulichen Erst-Tätern in Sachen Studio und Aktfotografie waren ein bunter Strauss an Melodeien dabei.Mit sehr ansehnlichen Ergebnissen wie ich finde.
Der eine ins kalte Wasser geworfen durch das Weihnachtsgeschenk in Form des Seminars, die nächste fühlte sich in ihrer Arbeit „festgeknipst“ und war begierig auf neue Einflüsse. Der „klassische“ Werdegang vom Analog-Draufhalter in Jugendtagen über konzeptionelle Dunkelkammerarbeit und Strandung im Digitalzeitalter war vertreten.
Genauso wie der digitale Neueinsteiger und „Ich-mach-alles-Enthusiast“ oder der „Ich-krich-ne-Krise-mit-dem Licht-Haderer“. Erfrischend bunt gemischt in Sachen „Laufbahn“ und Geschlecht, waren aber alle in einem Punkt beieinander. Die Lust am Machen und am Sehen.
Wir beschäftigten uns mit dem Notwendigsten in Sachen Theorie, überliessen es aber dem Auge, die Dinge zu erkunden und die Ergebnisse zu beurteilen. Dem Zweifler mag das Arbeiten mit einer Lichtquelle zu „primitiv“ erscheinen. Doch 6 Stunden Workshop reichen nicht mal im Ansatz, alle Facetten und Spielarten der Eine-Funzel-reicht-Nummer adäquat auszuloten. Wer was anderes behauptet ist entweder verdammt schnell und gut oder doof
Zwei hervorragende Modelle machten es den Teilnehmern bei Fragen und beim Ausprobieren mit ihrer Erfahrung und ihren nicht zu übersehenden Qualitäten einfach, sich dem Thema Akt im klassischen Sinne zu nähern, aber auch mit simplen Accessoires sich in Richtung Inszenierung zu bewegen. Und dabei ging es eher um Spiel mit Form und Licht, denn um erotisch motivierte Darstellung weiblicher Attribute. Wobei das ja eh im Auge des Betrachters usw. , sie wissen schon…..
Spannend von meiner Seite ist dabei wie unterschiedlich so ein Tag „abläuft“ und welche Ergebnisse sich jeder einzelne dabei heraus arbeitet. Nun bin ich in der Tat kein Vorkauer, versuche aber soviel wie möglich den besagten Zwischenraum zwischen den Zeilen zu füllen und zu erläutern.
Technisch ist man schnell an einem Punkt, wo das Prinzip klar ist. Die sog. „weichen Fertigkeiten“ – neudeutsch „softs skills“ sind es, die den Unterschied ausmachen, warum der eine zuhause ein blosses Foto von einer nicht angezogenen jungen Dame macht und der andere durch unmittelbare Kommunikation mit der Person vor der Kamera genau den entscheidenden „Unterschied“ erzeugt.
Um die obligatorischen Lichttests komm ich ja immer nicht herum. Das schöne dabei ist, dass manchmal gerade wegen des Hauruck-Faktors ganz „nette“ Sachen dabei herauskommen, die bisweilen aber auch mal gegen die Bilder der Teilnehmer abstinken können.
Irgendwie hab ich grad so eine “bläuliche Phase” wie mir scheint?
Klar ist dabei auch, dass man in der Kürze der Zeit nicht vom Nektar der Erkenntnis schlürft und ich bei weitem nicht der Messias des abstrakten Aktes bin, aber so ein Workshop dient dazu, sich mit Dingen zu beschäftigen, die sonst nicht auf dem Zettel stehen. Nämlich die Interaktion mit dem Modell in einer gewissen Form und die Interaktion mit den „Mitfotografanten“. Oft genug murkst man im stillen Kämmerlein vor sich hin und beisst sich fest. Vielleicht lernt man nix epochal neues, aber man tut die Dinge einfach mal anders.
So wie ich das demnächst auch machen werde. Nämlich nicht die „eingeschliffenen“ Workshops in der heimischen Blitzbude machen, sondern quasi „auf Tournee“ gehen. Karlsruhe – genauer gesagt Gaggenau – und Dresden sind da im März Stationen, worauf ich schon sehr gespannt bin und dann auch von „unterwegs“ berichten werde.
In diesem Sinne
Es grüßt und bedankt sich bei den Modellen und den Jungs & Mädels vom Wochenende - auch fürs “Überlassen” einiger Ergebnisse
der Papendieck
P.S.: Wer genaueres über die Auswärtsspiele wissen möchte, kann sich gerne per Mail melden.
Zum Glück muss ich mir nicht die Haare blondieren, ein Ohr abstehen lassen und im mainstreamigen Moderatoren-Armani-Anzug auf Bild-Niveau die Ereignisse des Jahres 2010 Revue passieren lassen. Ich klicker mich einfach durch die Suchfunktion und schaue, was mir die letzten 12 Monaten an Pixelwerken so auf die Festplatte haben diffundieren lassen. Und wie es sich für ´nen Fotoblog gehört, will ich dabei auch einfach nur die Bilder „sprechen“ lassen. Naja…..wobei, die Bilder ja irgendwie immer nur das Ergebnis dessen sind, was sonst so um einen herum so passiert.
Begonnen mit spontanem Ausstieg aus dem damaligen Studio, musste für das eigene Freizeitgeknipse improvisiert werden. Neben dem umgeräumten Wohnzimmer war schnell mal wieder „draussen“ angesagt.
Der April 2010 bescherte das zweite Buch zum Thema Akt. Und natürlich den Startschuss für das hiesige Geblogge.
Der Mai den zweiten Preis beim Trierenberg Super Circuit, den ich eigentlich gar nicht mitmachen wollte, aber der Eyjafjallajökull auf Island eine Fristverlängerung „provozierte“. Auf den letzten Drücker und auch noch falsch einsortiert und auch schon in Vergessenheit geraten spülte der Preis einen warmen Regen in Richtung neue Kamera.
Ein paar Online-Veröffentlichungen und ein schickes, wertiges Portfolio im Hochglanzmagazin.
Weil man ja sonst nix zu tun hat, stampften wir das OKERWEK in den genau heißesten Wochen des Jahres – ja, auch wenn es mir beim Blick aus dem Fenster auch schwer fällt mich daran zu besinnen, es gab zwischen dem Packeis des Winters 09/10 und der jetzigen Polarattacke tatsächlich so etwas wie eine warme Jahreszeit – aus dem Boden. Parallel war auch noch der eigene Umzug, so dass mir die farbverkleisterte Latzhose Anfang September in Rahmen einer kleinen ambulanten OP entfernt werden konnte.
Und dann war endlich wieder Studiogeknipse im Großformat angeblasen. Reiten, Schießen, Peng, Peng, Peng! Den ganzen Tag. Herrlich!
Der Herbst war dann auch schon schnell da und die Workshop-Zeit war eingeläutet. Novum hierbei. Endlich mal ein männliches Modell. Und das wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein.
Und während sich andere mit dem feuchtkalten Novemberwetter rumbalgten, waren Master Hoppe und meinereiner schwer am Schwitzen, um den Sack Flöhe namens „Wicked-Essensemble“ für den ambitionierten Charity-Kalender in den Kasten zu bekommen.
Achja….und ein bisschen Tanzgehupfe und Tuchgeturne war auch mal wieder fein.
Hab ich was vergessen? Wenn ja, weiß ich grad nicht was.
Aber auf alle Fälle steht 2011 im Zeichen des Vollformats!
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Mutter Natur macht es vor und damit kommen die besten Inspirationen auch von dort. Während sich Frau Holle also umfassend den Wolf schüttelt und alles mit einer weißen Decke zu verhüllen sucht, ist des Fotografen Glückseligkeit mit einem Stoffläppchen schnell erreicht.
Nur im Gegensatz zur „fluffigen“ Schneedecke, die eher alles vom Winkel zum Radius formt, macht das Stoffläppchen neben der reinen Verhüllung seinen Job beim Betonen gewisser Formen nach bestem Wissen und Gewissen. Es ist ja dabei z. B. nicht so, dass ein Babybauch an sich noch Betonung bräuchte, wenn ich mir so manche „Murmel“ anschaue, aber das straffe Einspannen in den entsprechenden „Verhüll-Betoner“ führt zu einer entzärtelnden Abstraktion des von der ungeschlüpften Brut bis zur Erstaunlichkeit gewölbten femininen Körpermitte.
Während Mini-Schühchen oder Geschwisterpatschen auf Mamis Bauch zu Quietschanfällen und rührungsfeuchten Augen führen, verschiebt sich die Wahrnehmung hierbei hin zu einer (meist perfekten) Darstellung harmonischer Kurven, Bögen und Wölbungen. Gepaart mit der Eigenstruktur des elastischen Stoffläppchens ein fast zeitloser Klassiker, der auch schon mal den Eingangsbereich einer Hebammenpraxis zieren kann.
Während nun dabei das Stoffmaterial durch sich selbst gestalterisches Element im Bild wird, kann man den simplen „Fetzen“ auch einfach als nebensächliches Accessoire im Bild drapieren, um – wie es in schönem Amtsdeutsch auszudrücken wäre – „bildintensive Individualbereiche“ zu bedecken. Also „unten rum was drüber“, für die Leute, denen das andere wieder zu furchtbar unflüssig ist.
Ob nun schalartig übergeworfen oder als scheinbares Kleidungsstück umhüllend, das Spiel mit Sichtbarkeit und Verborgenem gibt den Bildern eine persönlichere Note, die der eine oder andere als „erotischen Moment“ deklarieren mag.
Das komplette Gegenteil erreicht man abstrakter Verhüllung und der Kombination mit „Dingen“, die unserer logischen Seherwartung nicht entsprechen. Wohl kann man sich vorstellen, mit was man optisch zu rechnen hat, wenn man einen weiblichen (oder auch männlichen) Körper in so einen elastischen Stoffschlauch steckt. Umso interessanter wird es dann, wenn z. B. schon alleine 2 Personen sich darin tummeln. Die individuelle Person gilt dabei als aufgehoben und das „Modell“ stellst sich ausschließlich mit Form und Aktion in den Dienst der Sache.
Drollig wird es dann, wenn man neben einer Person einen (halbwegs) normalen Gegenstand wie z. B. eine Sitzgelegenheit mit hinein stopft.
(Anmerk. d. Verf.: Da man ja tatsächlich ALLES erklären muss, sei folgendes angemerkt. Ja, in den Schlauch passen nur Gegenstände oder Personen, die die Dimensionen desselben nicht überschreiten. Dehnbarkeit ist zwar ein dehnbarer Begriff, aber das Überschreiten der strukturellen Integrität ist dabei nicht Ziel und schon gar nicht der Weg. Mit anderen Worten. Man sollte sich vorher überlegen, in welchen Ausmaßen das Stoffläppchen benutzt werden soll. Die Grenze ist dabei der Horizont und Versuch macht kluch, ne?
Und wo wir schon beim Erklären sind. Das Material ist ein Lycrastoff, der mittels einer einzelnen Längsnaht zu einem Schlauch zusammengenäht wurde. Erhältlich in gutsortierten Handarbeitsläden, beim Haus- und Hofschneider nachfragen kann auch helfen oder in gut ausgestatteten Stoffabteilungen sowie Deko-Läden)
Und wem das zu fipsig ist, der wickelt eben das Modell einfach nur alleine dort rein, und je nach „Verlangen“ straff umwoben oder geometrisch abstrahiert. Ist auch irgendwie nicht schlecht zur jetzigen Vorweihnachtszeit. Da packt man ja auch die Sachen erst nett ein, um sie zur speziellen „Erfreuung“ wieder auszupacken.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Wie bereits im Nebensatz erwähnt, heute mal ein paar kleine Vorgucker von Mission „Oberharz“. Der Gedanke, dort in den Felsformationen fotografischen Unfug zu treiben, gärte schon seit letztem Jahr.
Und damals gelang es mir tatsächlich, den Kollegen Hoppe mehr als 25 Meter vom Studio weg zu bewegen und eine Location „aus zu kundschaften“. Und es dauerte dann geschlagene 13 Monate gedauert, bis ich das passende Modell gefunden habe dafür.
Nicht, dass ich so extravagante Ansprüche hätte. „Erwartet“ habe ich eigentlich jemanden, der im Prinzip weiß, dass er/sie sich dabei unter freiem Himmel aufhalten und vielleicht ca. 10 Minuten einen kleinen Wanderweg im Oberharz beschreiten muss. Finde ich jetzt persönlich nicht sooooooooo schlimm. Aber vielleicht setzt man zu viel voraus in dem Zusammenhang, wenn man gebürtiger Harzer ist? Von „Ich mache outdoor keine Aktfotos“ über „Kann man da mit dem Auto direkt hinfahren?“ bis hin zu „ Wir können doch alles im Studio machen und dann in Photoshop die Hintergründe tauschen“ war alles dabei. Und noch einiges mehr.
Vorausgeschickt sei, dass sich die Leute auf eine detaillierte Anfrage hin quasi „beworben“ haben. Man also erwarten konnte – und ich bin auch ein hoffnungsloser Optimist in Sachen geistiger Kapazitäten und kognitiver Eigenleistungen – dass es klar war, worum es dabei geht. Hmmm….wohl also nicht.
Wenn man mal die abiotischen, und damit schwerlich zu beinflussenden Faktoren wie Wind, Regen, Sonnenschein und Gesamtaußentemperatur etwas in den Hintergrund treten lässt dabei, sollte jedem irgendwie klar sein, was in so einem Fichtenwald vorzufinden sein kann. Zumindest keine geteerten Wege und Straßen. Klingt vielleicht unglaubwürdig, aber in erster Instanz würde ich mit kindlichem Leichtsinn erst mal von Bäumen ausgehen. Oder? Naja, nun.
Da man besagten Wald vor besagten Bäumen ja manchmal nicht sieht, kann mir der Gedanke erst einmal nicht, diejenige Dame zu fragen, die für solche Unternehmung mehr als prädestiniert ist. Fragt mich bitte nicht warum. Irgendwie kam beim letzten Workshop, den wir zusammen in Hamburg gaben, das Thema auf diese „Ausschreibungsleiche“ in meinem Profil eines Forums. Und beide schlugen wir uns symbolisch vor die Stirn und es war klar, dass das alsbald mal umzusetzen sei.
Und tatsächlich gesagt getan. Mit lotteriegleichem Spielansatz legten wir einen Termin fest, auch wenn das vorherrschende Wetter Ende vorletzter Woche genau das Gegenteil von „prima“ suggerierte. Aber wer nicht wagt, der nicht….naja, usw.
Und, was soll ich sagen? Wir hatten einen Mordsdusel. Das Wetter war geil, die Temperaturen optimal, die Laune bestens. Und selbst, wenn die Bilder völlige Grütze geworden wären. Den kleinen Ausflug ins montane Naherholungsgebiet von Südostniedersachsen war es allemale wert.
Ob die Bilder jetzt Granate geworden sind oder nicht, liegt wie immer im Auge des Betrachters. Wir jedenfalls sind mit den Ergebnissen lang und satt zufrieden. Und zeigt den Zauderern, Mäkelprinzessinnen und Stubenhockern, was sie hätten machen können, aber mal wieder verpasst haben, weil ja im Wald unhygienische Bäume stehen, feuchtes Moos rumwächst und kleine sechs- oder achtbeinige Sportsfreunde herumkrabbeln.
Gut, mal wieder fragte man sich zwar, was der biologische Nutzen diverser Stechinsektenarten sei, aber letztlich wollen die ja auch nur leben und wir fotografieren ja ganzheitlich.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Wie schon erwähnt, soll es weniger um die Frage gehen, in welchen speziellen Bereich es ein Bild einzuordnen galt, sondern eher darum, ob das Bild an sich wirkt. Ansonsten landet man schnell bei einer ähnlich nervenden Auflistung von Begrifflichkeiten und Definition wie bei einem hinlänglich bekannten Übersee-Heißgetränke-Anbieter.
Damit würde es sich bei dem obigen Bild dann um so etwas wie ein „Fine-Art-Nude-sculptural-bodyscape-classic-studio-uplight-toplight-down-soft-pose-female-non-blonde-color-Shot” handeln. Klar soweit? Also mit einfachen Worten. Sitzt ´ne nackte Brünette auf ´ner Kiste mit Licht drin und man macht´n Farbbild davon.
Hier übrigens mal als kleiner „Technik-Einschub“ eine Collage, die verdeutlichen soll (kann?), dass am Bild per Photoshop eigentlich relativ wenig nachträgliche Manipulation erfolgte. Lediglich an der Tonung wurde ein wenig herumgedreht. Und später etwas das „Knick-Ausmaß“ an der Taille idealisiert.
Nachdem wir also das geklärt hätten, zurück zum eigentlichen Thema. Der Modell-Baukasten. Anders als beim dokumentierten Nacktsein nimmt man unmittelbar Einfluss auf die Position des Modells und aller sich an ihm befindlichen Körperteile.
So wird es den Voyeur ärgern, dass der Fuß dort ist, der Akt-Choreograph hingegen nutzt die Wirkung der Körpers und nicht die der primären „Attraktoren“ des weiblichen Homo sapiens. Zugebenermaßen sei erwähnt, dass verschiedenste Posen nicht „so ganz“ der natürlichen Haltung eines Menschen entsprechen. Aber darum geht es ja wie gesagt auch nicht. Manchmal muss man sich selber ein wenig zur Ruhe rufen, um nicht noch verdrehtere Posen vom Modell zu fordern. Spätestens wenn man sich des Öfteren den Satzanfang „Wenn es anatomisch machbar ist….“ sagen hört, sollte man einen Gang zurückschalten. Es sei denn, man hat bei seinem Modell den Spieltrieb und Experimentierdrang geweckt. Dann galt es dran zu bleiben.
Warum es neben dem abstrakten Arrangieren von Körpern geht, ist auch das Experiment mit Formen, Linien, Verhältnissen im Raum und zu anderen Gegenständen und am Ende sogar mit Materialien.
Ja, ich weiß, das klingt so, als behandle ich meine Modelle wie einen Gegenstand. Und der Eindruck täuscht auch nicht. Ja, ich geb es hier und jetzt offen zu. Das Material Mensch hat eben einfach seine eigne Wirkung und Dynamik. Es ist also keine Form der Missachtung der Person, wenn ich jemanden darum bitte, sich rücklings über einen Balken zu biegen und dabei so auszusehen, als wäre es das reinste Vergnügen.
Es ist nur mein schändliches Ausnutzen bestimmter körperlicher Fähigkeiten meines Gegenübers. Und wenn ich eines immer hinbekomme bei einem Shooting, dann ist es die Tatsache, dass noch keine der Damen OHNE Muskelkater am nächsten Morgen aufgestanden ist.
Aber an dieser Stelle sei die Gelegenheit genutzt, mich auch einmal öffentlich bei allen Modellen zu bedanken, die sich durch die 7 Kammern der Grausamkeiten haben „quälen“ lassen. Chapeau nachträglich dafür, meine Damen.
Aber die Krönung der leichtfüßigen Biegefreundlichkeit offenbare ich beim nächsten Mal in diesem Kino.
Es grüßt der Papendieck.

































































