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Von A bis Z…..Heute : S
Veröffentlicht in Bildbearbeitung,Foto-Alphabet,Hobbytip von Michael Papendieck am 09.06.2011 um 10:56 Uhr

„…Gimme an S!!!…“ Und was läge näher bei „ESS“ als das Thema „Selbstporträt“. Na gut, der eine oder andere würde es weniger unter Selbstporträt denn unter Selbstdarstellung einordnen. Das Ergebnis ist jedenfalls das Gleiche. Bei dem einen macht man es selbst, bei anderen tauscht man die Positionen. Soll heissen, man begibt sich selber vor die Kamera.

Natürlich auch nicht unspannend, weil man jemand anderes einen Blick auf sich werfen lassen muss und kann. Danke an dieser Stelle übrigens an die unnachahmliche S.OLD für den Steinbock.

Herr seiner selbst bleibt man nur beim oft zitierten „Selfpic“. Mal abgesehen davon, dass sich „selfen“ – es lebe die Verunglimpfung der Sprache – total „trendy„ ist.

Das gute alte „Sich-Selber-Ablichten“ ist, denke ich mal, das älteste „Genre“ im Bereich der Fotografie, denn was oder wen hat man immer und sofort da, wenn einem Ideen für bestimmte Bilder durchs Hirn spuken? Richtig! Sich selbst. Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass damalige Knips-Pioniere weniger sich selber in Szene setzen wollten, als eher tatsächlich technisch etwas ausprobieren. Mittlerweile gehört es aber scheinbar zum guten Ton, mindestens eine gebündelte Handvoll Eigenablichtungen sein eigen zu nennen.

Ein gerüttelt Maß an Selbstherrlichkeit und Exhibitionismus ist ganz hilfreich auf dem Weg zum bunten Kalaisdoskop voller Visagen-Varianten. Da kann Mann auch mal seine weibliche Seite an sich zu lassen, ohne sich zu homophil vorzukommen.

Und die sich selbst ablichtende Dame kann textilfrei vorm Objektiv rumgrätschen ohne sich beglotzt vorzukommen. Statt dessen lässt man sich nach „Eigenzensur“ später umfassend „begaffen“. Durch eine gewissen Filterung der eignen Betrachtungsweise gibt man dabei eigentlich viel stärker eine Richtung vor, als wenn jemand anders jemand anders fotografiert. So kann sich jemand dabei einfach hinter „Masken“ verstecken. Oder aber völlig entwaffnet und brutal, fast aufdringlich ehrlich sein. Frau Stereo macht es immer wieder eindrucksvoll vor.

So ist von Blödelei bis zum Ausdruck intimsten Betrachtungsweisen – und damit meine ich keine anatomische Präsentation der primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmale – alles möglich.

Der Zweifler mag anzweifeln, ob es dafür genau das Selbstporträt bedarf, denn schließlich könnte ein anderer ja auch genau das ablichten. Die Praxis zeigt aber, dass häufig der spezielle Esprit eines „Selfs“ flöten geht, wenn eine fremde Kamera exakt die gleiche Person, in gleicher Umgebung zur gleichen Zeit in der gleichen (vermeintlichen) Stimmung versucht zu bannen.

Es macht Klick und es ist futsch, was man vorher in den Bildern zu 100 % gefunden hatte. Wodran das liegt, brauche ich wohl nicht auswalzen. Aber es weckt auf der anderen Seite extremst den „Jagdtrieb“, es nicht doch zu schaffen. Den „certain kind of schwupps“ zu erwischen. Naja, und wenn´s beim ersten Mal nicht klappt, dann einfach dran bleiben am Thema. Es lohnt sich. Dabei entstehen nämlich wirklich mal Bilder. Und nicht nur die 1000-fach nachgeknipsten Pseudo-Vogue-Klamöttchen-Spielereien, die überall in allen Foren den Datenstrom verkleben.

In diesem Sinne

Es grüßt der Papendieck

P.S.: Und nicht vergessen…..Fernbedienung ersetzt das hektische Gerenne und ein kleines Stativ den wackeligen Bücherstapel ;-)

Das Ding…
Veröffentlicht in Bildgeschichte,Hobbytip,Technik etc. von Michael Papendieck am 25.10.2010 um 18:59 Uhr

Das Ding. Wie soll man es beschreiben? So ein geschwungenes Teil, das auf seinen Stirnflächen steht und dann so eine Kurve hin, rum, zurück, bisschen schräg runter und wieder nochmal so rum um die Kurve geht.

Alles klar soweit? Nicht?

 

Schwer zu beschreiben, das Ding. Einfacher ist der ursprüngliche Verwendungszweck. Denn es war eine Schaufenster-Deko, welche die „Frau Stereo“ mal mitbrachte. Der Dank geht dafür an dieser Stelle nochmal über den Äther.

Schwierig in Szene zu setzen. Weil das Ding einfach von sich aus schon eine ausgereizte Designform hat. Das dann in Zusammenhang mit einer anderen „Deko“ zu bringen, war irgendwie eine Herausforderung.

 

Zwischendurch war mir nicht ganz klar, ob ich jetzt dieses Teil ablichte und die Ladies das Accessoire sind oder ob es genau anders herum ist.

 

Aber man wäre ja nicht der, der man ist, wenn man den hingeworfenen Fehdehandschuh an der Stelle nicht aufnehmen würde. Ich lass mir doch von so einem Teil nicht aufzwängen, dass man damit keine Fotos machen kann.

 

Aus allen Himmelsrichtungen und aus unterschiedlichen Perspektiven hat man schon genug „unbequeme“ Linien, die es im Bild zu formen galt. Jetzt kommt aber noch sowas wie ein Körper dazu. Spaß macht es dann, von den erwartungsgemäßen Funktionen wie z.B. Sitzgelegenheit abzuweichen.

 

Anatomisch eine Herausforderung sicherlich das Bestücken des inneren Bereiches. Aber das zeichnet dann das experimentierfreudige Modell aus, wenn es sich trotz fast 1,80 versucht da rein zu zwängeln.

 

Da das Ding – wie gesagt – eine so eigenwillige Form hat, geraten die Damen schnell ins Komparsentum, wie mir scheint. Die Serie ergibt sich über das Ding im Zusammenhang mit dem, was man dazu arrangiert.

 Also , wenn ihr das nächste Mal in einem Studio seid, „missbraucht“ mal irgendwelche Dekoelemente. Der Schwede hat ja an sich schon erkannt, dass der Deutsche ein Bastler ist und hat ihn darüber hinaus in Palow´scher Manier auf schlichtes Kassen-Patienten-Bauhaus-Design konditioniert.

Aber nichts ist doch schöner, als den Stuhl nicht zum Sitzen zu benutzen. Versucht´s mal.

In diesem Sinne

Es grüßt derPapendieck

The Queen of Selfmade
Veröffentlicht in Bildgeschichte,Interviews etc.,Sonderthemen von Michael Papendieck am 31.05.2010 um 16:17 Uhr

Heute möchte ich mal mit wenigen Worten eine Hommage „loswerden“. Ein Hommage an eine Frau, die vornehmlich mit ihren Selbstporträts einen Blick hinter die Kulissen zuläßt. Die Kulissen ihrer Seele.

Wer als Aktfotograf schon dachte, er bewege sich auf intimen Terrain, der wird bei „Frau Stereo“ eines besseren belehrt. Sie lässt Einsichten zu, die noch intimer sind, als mache nackte Tatsache.

Ihre Sicht auf sich und die Dinge ihrer Welt sind ein eindrucksvoller Striptease, der den reinen Voyeur enttäuscht, den aufmerksamen Beobachter hingegen in seinen Bann zieht.  Und sich dabei als Gesamtwerk versteht aus Entstehen, Bearbeitung, Titel und Atmosphäre.


Mit provokanter Missachtung jeglicher technischer „Definition“ entstehen bei ihr Bilder mit maximaler Dichte. So sagt sie selber:

„In meinen Bildern gibt es kein Konzept und keinen roten Faden. Es gibt nur mich und die unbedingte Sehnsucht mich selbst darzustellen. Ich habe nicht den Anspruch, es damit in den Olymp der Besten zu schaffen, wenn ich mit jedem Bild ein Stück mehr von mir erreiche, ist mir das Anerkennung genug und meine Obsession. Somit sind meine Bilder das Wertvollste, was ich von mir preisgeben kann, mein Leben, Liebe, Sehnsucht.”

Dem ist eigentlich nichts weiter hinzuzufügen und ich möchte empfehlen, unter http://jazstereo.deviantart.com/ eine Reise ins Ich zu wagen und die Bilder sprechen meiner Meinung nach für sich.

Und ich möchte an der Stelle die Gelegenheit nutzen und mich bei dir, Jasmin, nochmals für die Möglichkeit bedanken, deine Bilder hier verwenden zu dürfen, um über dich zu schreiben und auch, dass ich mit dir Fotos machen durfte. Danke für die „anderen“ Bilder.

Bis demnächst in diesem Kino. Es grüßt der Papendieck

Und sich dabei als Gesamtwerk verstehen aus Entstehen, Bearbeitung, Titel und Atmosphäre.