Es wird wahrscheinlich eh keiner so recht lesen, heute an Himmelfahrt, aber es soll ja nicht heissen, dass der Papendieck sich ´nen Lenz macht, gelle?
Zum Buchstaben U fällt einem eine Menge ein, wenn man erstmal so ins Überlegen käme. U wie Unterbelichtung zum Beispiel. Allerdings will ich mich nicht schon wieder über menschliche Defizite auslassen, sondern mal ein fotografisches Thema aufgreifen. Nämlich U wie Unterwäsche.
Desöfteren „gerate“ ich in die Diskussion, ob und was noch am Körper bleiben soll, wenn jemand zu mir ins Studio kommt und die Idee hat, sich in meine Bilder einfügen zu wollen. Ich habe dabei schon aufgehört zu hinterfragen, ob die Damen VORHER mal genau studiert haben, was ich so bildnerisch abliefere, muss aber im Laufe einer Korrespondenz dennoch immer wieder drauf verweisen, dass beim Thema Akt jedwede Restbekleidung sinnfrei bis redundant ist.
Es soll jetzt nicht heissen, dass man Fotos in Unterwäsche nicht machen kann oder gar darf. Nur zu bestimmten stilistischen Einzelheiten gehören „Dessous“ einfach nicht in Bild. Nun ist mir klar, dass es nicht jederfraus Sache ist, sich barbusig und – ärschig vor fremden Kamera zu bewegen, aber Fotos mit Dessous haben einfach eine komplett andere „Message“.
Während beim puristischen, oder gar abstrakten Akt gänzlich auf erotische Ansätze verzichtet wird, transportieren leicht verhüllte reizrelevante Körperpunkte eine andere Botschaft. Ich will an der Stelle gar nicht von sexueller Motivation sprechen, aber zumindest von einer erotisierenden Komponente. Dummerweise wird des Menschen Neugier immer dann geweckt, wenn ihm vermeintliche Information vorenthalten wird. Anders als beim gefrässigen Plapperkäfer von Traal, der glaubt, dass er einen auch nicht mehr sieht, wenn man sich selber die Augen zuhält, ist das bei Dessous ja eher so, dass der optische Jagdtrieb geweckt wird. Was sich da verhüllt, muss doch interessant sein.
Mir blutet zwar immer schon das Trommelfell oder auch die Netzhaut, wenn ich zu hören oder lesen bekomme, dass gut verhüllt besser reizt als nackte Haut, aber auf die Argumentationsschiene will ich mich gar nicht setzen. Es sind schlicht und ergreifend zwei gänzlich andere „Genres“. Warum ich jetzt dann das Thema Unterwäsche aufgreife?
Ganz einfach. Weil es einfach auch mal schön anzusehen ist, wenn man versucht, sein Modell nicht durch die Brille eines Leistungssport-Trainers für akrobatische Knips-Gymnastik zu betrachten. Mag jetzt vielleicht für mich als Prediger des unerotischen Nacktseins seltsam klingen, aber Versuch macht ja bekanntlich kluch. Und Ausziehen lassen kann man das Zeugs ja immer noch, gelle?
Aber dran denken……Hübsche gutsitzende Unterwäsche macht Abdrücke. Also Reihenfolge beachten! Erst mit ohne, dann mit mit!
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Vielleicht liegt es am allgemeinen Sonnenscheinmangel oder daran, dass ich heute morgen meine Katze der Tortour des Duschens und Einschäumens unterziehen musste, dass ich mir eine meiner favorisierten Knipsdamen zum Anlass nahm, mir über die Thematik mit der Kombination von Fotograf und Modell Gedanken zu machen.
Vielleicht auch die Frage, die mir jemand zu einem Foto stellte. Die Frage nach dem Aufwand der Vorbereitung. Und damit war nicht der technische Aspekt gemeint. Improvisiert? Oder gar schon mal geprobt?
So kristallisiert sich dabei heraus, dass ausser einer Terminabsprache und den im Vorfeld stattfindenden Mailwechseln über Art und Weise des Shooting nichts stattfindet, was man wirklich Vorbereitung nennen könnte. Erstaunlicherweise hat man trotz „steriler“ elektronischer Unpersönlichkeit ein ziemlich Trefferquote in Sachen „Chemie-Deckungsgrad“. Allerdings hat man auch schon mal schnell nach dem dritten Schriftwechsel heraus gefunden, wenn man auf jemanden trifft, der im ruhigsten Fall einfach ein falsche Vorstellung dessen hat, was man mit dem Stichwort „Aktfotografie“ meinen könnte.
Ihr meint, das wäre doch klar? Nein, nein. Das wäre zu offensichtlich. Der einen oder anderen, die auf der Homepage und/oder zwischen anderen dargereichten Beispielen der eignen Arbeit herumstöberte, fällt nicht auf, dass dort in einer Ausschreibung das Wort „Akt“ zu lesen steht oder 95 % der Bilder, Personen zeigen, die alles andere als üppig bekleidet sind. Nur weil es in Großbuchstaben in der Überschrift steht, muss man es doch nicht bemerken. Nebensächlichkeiten, die nur aufhalten. Und Lesevermögen oder den Mangel an selbigem sieht man ja schließlich auf Bildern nicht. Also, was will ich überhaupt?
Umso mehr staunte ich vor drei Jahren, als ich beim „Routine-Rundgang“ durch die Neuanmeldungen der Region, in skeptischer Vorahnung ein Pseudonym las, dass normalerweise einen Teenager verrät, der festgestellt hat, dass er das eine oder andere Fotoforum zum Ausgleich des postpubertären Aufmerksamkeitsdefizits nutzen kann, in dem er/sie sich als sog. „Modell“ anmeldet. GNTM sei dank, dass sich auf einmal jede Rotzgöre, die nur aus einer genetischen Laune der Natur heraus halbwegs proportioniert gewachsen ist, meint, bisweilen gestandene Fotografen mit Starallüren zu überschütten.
So in diesem Falle aber nicht. Des Deutschen, seiner Orthografie und der Interpunktion mächtig, teilte die junge Dame – gerade zarte 18 – in Sätzen, die sogar aufwendig verschachtelte Relativsätze aufwies, mit, dass ihr banale Schmink-und-Verkleidungs-Knipsereien am wohlgeformten Heck vorbei gehen. Abstrakte Bildideen und die Reduktion auf kunstvolle Körperbilder stünden in ihrem Fokus. Anlass genug also, der Lady mal auf den exhibitionistischen Zahn zu fühlen.
Und wie ginge das besser, als sich mit ihr zu verabreden und einfach mal die Bilder machen, nach denen es sie „dürstete“. Frisch angefixt von einer skulpturalen Bildersprache durch den Kollegen Hoppe wurde bei der Frau „Sonnenkatze“ eine Tür aufgestoßen, die – wenn ich mir ihren „Werdegang“ in dem Bereich so anschaue – mittlerweile nicht nur ausgehängt, sondern vielmehr die Zarge gleich mit herausgenommen wurde.
Spräche ich von symbiotischem Aufeinandertreffen klänge das arg schwülstig, aber in die Richtung geht das aber. Selten ergibt es sich, dass sowohl hinter der Kamera als auch davor, einhellige Übereinstimmung darüber herrscht, wie man denn dieses oder jenes angeht, umsetzt, oder gar sein lässt. Intuitive Interaktion, war mal ein Begriff, den ich mal wen von sich geben hören sagen haben tat. Getan, gesägt, getun….*gnsmpf*.
Also was ich eigentlich sagen wollte. Im Zusammenhang mit dieser Thematik nannte jemand das beschriebene „Phänomen“ genau so. Intuitive Interaktion eben. Aber keine Angst, ich fang jetzt nicht damit an, dass das wie beim Tanzen in einem auf einander eingespielten Paar ist, wo jeder den Schritt des anderen vorweg ahnen kann, aber dennoch sofort bereit ist, wenn eine andere Richtung vorgegeben wurde, dieser zu folgen, um gleich darauf wieder intuitiv den nächsten Schritt zu machen, bevor er gedacht wurde. Also, so sag ich es dann mal nicht.
Der Naturkundler kann nur den Begriff Symbiose verwenden. Zwei Individuen gehen eine „Verbindung“ ein, bei der jeweils der eine vom anderen profitiert. Darf man das eigentlich eine Win-Win-Situation nennen? Naja, ist ja auch wumpe. Ich denke, es ist halbwegs klar was ich meine. Und wenn nicht, auch nicht schlimm. Da bleibt jedem einzelnen nur die Selbsterfahrung. Madame wird sich freuen!
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Nun ist es amtlich. Össelwetter in ganz Deutschland treibt die Knipser aus den zugigen Hinterhöfen ins mollig warme Studio. So auch dieses Wochenende, wo mal wieder ein schicker Workshop zum Thema „Ästhetischer Akt“ angesagt war. Anbei mal ein kleiner Lichttest, bei dem lediglich ein einzelner Spot von fast direkt oben einen schönen Bühnenlicht ähnlichen Charakter erzeugt.
Im Wesentlichen ging es dabei um Grundlagen wie Benutzung einer Blitzanlage – und dem Faktor „Reproduzierbarkeit“ mit einfachen Mitteln für spätere selbst initiierte Shootings zu Hause oder in anderen kleinen Studios. Lichtsetzung und Basics in Sachen Bildidee-Entwicklung hatten Anteile, genauso wie der respektvolle Umgang mit einem Aktmodell sowie die Kommunikation und Vermittlung der eignen Vorstellungen.
Die gute Nera hat mal wieder dabei bewiesen, dass ein Anfänger keine Scheu haben muss, mit einem erfahrenen Aktmodell zu arbeiten, denn mit entsprechender Aufmerksamkeit und in ruhiger, entspannten Atmosphäre, schaffte sie mal wieder, Unsicherheiten schnell vergessen zu machen und die Leute zum Selberrumtüfteln zu motivieren.
Ich habe bis jetzt nur einige weniger Endergebnisse von den Teilnehmern gesehen, aber ich denke, wir haben mal wieder bewiesen und gezeigt, dass Platz in der kleinsten Hütte ist und mit dem Verwerfen von Althergebrachtem bzw. mit dem Kombinieren unterschiedlicher Ansätze Fotos möglich sind, die durchaus vorzeigbar sind und etwas abseits des erwarteten Standards sind.
Geschmäcker sind dabei kaum verschiedener, aber letztendlich stelle ich immer ganz gerne den Werkzeugkoffer hin und zeige, was man mit was anstellen kann bzw. warum es manchmal auch Spaß macht, Dinge zweckentfremdet zu benutzen. Immer nach dem Motto:
„Schön, dass es Lehrbücher gibt. Aber man muss sich ja nicht halten.
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Da bekomm ich doch neulich eine fast „erboste“ Mail von einer Dame, dass sie es unerhört findet, dass auf Fotografinnen keine Rücksicht genommen wird. Immer nur Frauen. Und die gerne auch einfach mal nackt. Ja, eine Frechheit! Darum, der Dame zum Gefallen, hab ich mir mal ein paar „Mannsbilder“ raus gekramt, und mir mit einer mal gestellten Frage im Hinterkopf, mein Archiv angeschaut.
Sind Männer anders zu fotografieren? Einfacher als die Mädels? Schwieriger? Und Jungs, was soll ich sagen. Nennt mich Nestbeschmutzer, aber die Damenwelt ist irgendwie pflegeleichter. Meistens
Gerade beim Thema Akt ziert sich der eine oder andere fotogene Athlet, wo die Mädels schneller aus dem Schlüpper gesprungen sind, als man die Softboxen wechseln kann. Keine Ahnung, ob das so eine allgemeine Homophobie ist oder ob jemand Angst hat, dass der Zipfel dem vermeintlichen Vergleich nicht standhalten würde?
Allerdings in Sachen Porträts geht´s meistens besser, weil die Burschen zwar genau eitel sind, aber selten einem „Gesichtsideal“ nacheifern, sondern lieber ihre eigne coole „Visage“ ins Bild gebracht wissen wollen.
Was die Sache massiv voranbringt, Jungs, ist ein gewisses Maß an Experimentierfreude. Ich weiß, ein Raunen und ein süffisantes Schmunzeln macht die Runde, aber Experimente finden nicht nur am, im und mit dem Körper statt. So leid mir das jetzt grad mal tut. Das fängt schon beim Posing an. Heroische Pumperposen machen nur Sinn, wenn man ein heroischer Pumper ist. Ansonsten sieht es aus wie Sport-Goofy und gehört in die Kategorie „Humorvoller Klamauk vor der Kamera“. Andererseits gehört ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein dazu, vielleicht abstrakte Posen oder gar „feminine“ welche einzunehmen. Und lasst es euch gesagt sein. Das wirkt nur „gay“, wenn man es selber ständig rein interpretiert. Nech?
Also, ran die Magazine, Ideen klauen und ab vor die Kamera. Und wo ich so überlege, könnte ich ja glatt mal einen Workshop mit einem passenden männlichen Modell ins Auge fassen. Mal schauen, wie die Resonanz bei den Fotografinnen dafür ist?
Bis demnächst in diesem Kino. Es grüßt der Papendieck.
650 km Fahrt und eigentlich ziemliches Rotzewetter hielten uns gestern nicht davon ab, draußen Fotos zu machen. Und warum?
Weil´s geht!
„Die hat den Wahnsinn, den du brauchst.“, so mal ein Kommentar zu Bildern, die mit der Frau entstanden sind, die selbst ein paar Tage vor der Geburt ihres zweiten Kindes noch mit olympischem Sportsgeist im Seitspagat sitzend vorschlägt, sie könne doch auch noch mal ein Brücke probieren. Immerhin sei sie ja nur schwanger, nicht behindert. Ich bin zwar vom Dorfe und weiß wie man Kühe oder Pferde auf die Welt holt, aber so eine spontane Niederkunft im Studio flößte mir dann doch Respekt ein bzw. eigentlich mehr Angst. Der Gedanke des Widerspruchs formte sich mir gerade im Sprachzentrum als sie auch schon nach bester Turnmanier eine saubere Brücke schlug. Und das war tatsächlich das erste Mal, dass ich vergaß den Auslöser zu drücken eingedenk dieser physischen Besonderheiten. Allerdings mit ihrer Order im Ohr : „Ich will Babybauch-Fotos! Und wehe, die sind kitschig!“, lässt man sich flott was einfallen, wenn man schon so jemand ausgesprochen schmerzfreies und experimentierfreudiges vor der Linse hat.
Bei ersten Veröffentlichen des Ergebnisses in einem nicht unbekannten großen Online-Foto-Forum, dass mittlerweile weniger für seine große Teilnehmerschar, sondern mehr noch für seine teilweise ins absurde abdriftende Diskussionskultur bekannt ist, wurde das Bild umgehend gebannt von 99% aller selbsternannten Top-Fotografen dort. Die Damenwelt begeistert und mit wehmütigen Kommentaren, die fast alle durchklingen ließen, dass sie auch gerne „unkitschige Bilder dieser Art gemacht hätten. Die Männer – und auch gerade die, die es bei keinem Aktshooting auslassen, zu versuchen, ihrem Modell „gaaaaaaaaaaanz“ zufällig in den Schritt zu fotografieren – sprachen gar von unästhetisch bis ekelhaft. Spätestens beim Satz „So darf man aber eine Schwangere nicht fotografieren“, weiß man, dass man einfach nicht hinhören muss.
Toppen ließen sich die Reaktionen noch bei der nächsten Phase des Experiments. Ein Schelm, wer böses dabei denkt und uns beiden kleine Bösartigkeiten oder die diebische Freude an der Provokation unterstellen mag.
Gerade mal 37 Tage liegen zwischen den beiden Bildern. In allen Foren, wo das Bild gezeigt wurde, tatsächlich einhellige Meinungen. Nämlich durchweg positiv mit großen Respekt vorm Modell. So aber nicht in der oben erwähnten „Bilder-Gemeinschaft, wo man sogar soweit ging – und das öffentlich diskutiert – der Dame mal vorzuschlagen, zum Psychologen zu gehen, weil sie ja wohl keinerlei angemessenen Umgang mit ihrem Kind hätte, perverse Neigungen vor der Kamera auslebe und ich als Fotograf eine junge Mutter mal wieder mit meinen kranken Phantasien willenlos gemacht und ausgenutzt hätte.
Wenn es nicht tot ernst gemeint gewesen wäre von den Leuten, könnte man drüber lachen. Aber selbst uns beiden fiel DAZU nichts mehr ein.
Außer einfach weiter Bilder zu machen. Und auch gerne die „unbequemen“. Sich so über einen Bauholzbalken zu hängen bedarf schon einer gehörigen Portion Selbstgeißelung-Motivation. Aber was macht die Frau nicht alles für gute Bilder
Mittlerweile sechs Mal trafen wir aufeinander. Zwar nehmen wir uns immer wieder vor, auch mal was „normales“ zu machen. Die Frau kann nämlich auch „Mädchenkram“, mit Chi-Chi und dem ganzen Beauty-Gesumse. Und das auch richtig fotogen und gut.
Aber irgendwie entwickelt sich immer eine gewisse Eigendynamik dabei, die letztlich für sie ohne Klamotten in verdrehten Posen oder im Schmadder enden.
So auch gestern im eigentlich nervenden Nieselregen, weil meine Lieblings-Location im Zuge der allgemeinen Industriehallen-Zweckentfremdungs-Investions-Wut in Braunschweig der Gestalt zum Opfer fiel, dass alle Türen und Fenster vernagelt waren und binnen drei Minuten vier postpubertäre milchgesichtige Sicherheitsdienst-Dullis versuchten, den Deputy zu mimen. Also Plan B, den es nicht gab, umsetzen und ab in den Hafen. Ja, richtig gelesen. Auch Braunschweig hat einen Hafen. Gut, nicht so einen coolen wie Hamburg, aber immerhin. Dem Mittellandkanal sei Dank.
Und so konnten wir uns trotz einiger widriger Umstände doch noch ausgiebigst austoben. Neee, watt war das ne Schmaulerei mit der Kohle. Aber gelohnt hat es sich. Und die Frage meines Lieblings-Experimentier-Modells, welches „meiner anderen Mädels“ das mit macht, konnte ich tatsächlich nur mit „Keins!“ beantworten.
Wobei mir im Nachhinein doch eine einfällt, aber davon mehr nächste Woche.
In diesem Sinne
Es grüßt der wieder grundgereinigte Papendieck
Wie schon erwähnt, soll es weniger um die Frage gehen, in welchen speziellen Bereich es ein Bild einzuordnen galt, sondern eher darum, ob das Bild an sich wirkt. Ansonsten landet man schnell bei einer ähnlich nervenden Auflistung von Begrifflichkeiten und Definition wie bei einem hinlänglich bekannten Übersee-Heißgetränke-Anbieter.
Damit würde es sich bei dem obigen Bild dann um so etwas wie ein „Fine-Art-Nude-sculptural-bodyscape-classic-studio-uplight-toplight-down-soft-pose-female-non-blonde-color-Shot” handeln. Klar soweit? Also mit einfachen Worten. Sitzt ´ne nackte Brünette auf ´ner Kiste mit Licht drin und man macht´n Farbbild davon.
Hier übrigens mal als kleiner „Technik-Einschub“ eine Collage, die verdeutlichen soll (kann?), dass am Bild per Photoshop eigentlich relativ wenig nachträgliche Manipulation erfolgte. Lediglich an der Tonung wurde ein wenig herumgedreht. Und später etwas das „Knick-Ausmaß“ an der Taille idealisiert.
Nachdem wir also das geklärt hätten, zurück zum eigentlichen Thema. Der Modell-Baukasten. Anders als beim dokumentierten Nacktsein nimmt man unmittelbar Einfluss auf die Position des Modells und aller sich an ihm befindlichen Körperteile.
So wird es den Voyeur ärgern, dass der Fuß dort ist, der Akt-Choreograph hingegen nutzt die Wirkung der Körpers und nicht die der primären „Attraktoren“ des weiblichen Homo sapiens. Zugebenermaßen sei erwähnt, dass verschiedenste Posen nicht „so ganz“ der natürlichen Haltung eines Menschen entsprechen. Aber darum geht es ja wie gesagt auch nicht. Manchmal muss man sich selber ein wenig zur Ruhe rufen, um nicht noch verdrehtere Posen vom Modell zu fordern. Spätestens wenn man sich des Öfteren den Satzanfang „Wenn es anatomisch machbar ist….“ sagen hört, sollte man einen Gang zurückschalten. Es sei denn, man hat bei seinem Modell den Spieltrieb und Experimentierdrang geweckt. Dann galt es dran zu bleiben.
Warum es neben dem abstrakten Arrangieren von Körpern geht, ist auch das Experiment mit Formen, Linien, Verhältnissen im Raum und zu anderen Gegenständen und am Ende sogar mit Materialien.
Ja, ich weiß, das klingt so, als behandle ich meine Modelle wie einen Gegenstand. Und der Eindruck täuscht auch nicht. Ja, ich geb es hier und jetzt offen zu. Das Material Mensch hat eben einfach seine eigne Wirkung und Dynamik. Es ist also keine Form der Missachtung der Person, wenn ich jemanden darum bitte, sich rücklings über einen Balken zu biegen und dabei so auszusehen, als wäre es das reinste Vergnügen.
Es ist nur mein schändliches Ausnutzen bestimmter körperlicher Fähigkeiten meines Gegenübers. Und wenn ich eines immer hinbekomme bei einem Shooting, dann ist es die Tatsache, dass noch keine der Damen OHNE Muskelkater am nächsten Morgen aufgestanden ist.
Aber an dieser Stelle sei die Gelegenheit genutzt, mich auch einmal öffentlich bei allen Modellen zu bedanken, die sich durch die 7 Kammern der Grausamkeiten haben „quälen“ lassen. Chapeau nachträglich dafür, meine Damen.
Aber die Krönung der leichtfüßigen Biegefreundlichkeit offenbare ich beim nächsten Mal in diesem Kino.
Es grüßt der Papendieck.
Gerne versucht sich die Aktfotografie krampfhaft durch entrückte Definitionsversuche vom Offensichtlichen hin zum intellektuellen Anspruch abzugrenzen. Natürlich könnte ich jetzt an der Stelle in dasselbe Horn des akademischen Ansatzes stoßen, aber sooooo einfach machen wir es uns nun auch wieder nicht.
Wenn man sich mit der Aktfotografie beschäftigt, stellt man eigentlich relativ schnell fest, dass es zwei wesentlich unterschiedliche „Denkrichtungen“ dabei gibt. Das eine ist die bewusste Dokumentation des Nackten mit erotischem Hintergedanken. Das andere die abstrakte Inszenierung eines unbekleideten instrumentalisierten Körpers. Dass natürlich auch ein extravagant posierendes weibliches Modell nicht frei von Reiz ist, liegt dabei auf der Hand – oder besser gesagt – primär im Auge des Betrachters. Umgekehrt kann ein „sexuell motiviertes Szenario“ ziemlich abstrakt wirken. Und auch das liegt im Auge des Betrachters. Den Anspruch des einzig Wahren dabei für die eine oder andere Richtung zu erheben ist für mein Dafürhalten mehr als vermessen. Drollig sind dabei immer die hanebüchenen Rechtfertigungsversuche derjenigen, die das Offensichtliche bevorzugen, aber unter dem Deckmantel des Anspruchsvollen inszenieren. Auf Playboy-Bilder stehen, aber ständig von „Die Bilder sind ja auch soooooooo ästhetisch und gar nicht billig.“ faseln. Zitate dieser Art findet man u.a. in den Vitas (Vitae?) diverser A- bis F-Promis, die sich haben so ablichten lassen. Nur für die Kunst versteht sich – Ein Schelm, der böses dabei denkt. Aber das soll auch nicht das Thema sein.
(Anm.d.Verf.. Um eventuelle Diffamierungsklagen zu vermeiden, sei gesagt, dass die Bilder z. B. im Playboy durchaus ästhetisch und nicht billig sind. Ganz im Gegenteil. Aber die Motivation, aus der heraus sie entstehen, ist eben keine ausschließlich uneigennützige im Sinne der Kunst.)
Ähnlich wie es unzählige Weinkenner nur deswegen gibt, weil das Zeug besoffen macht, so gibt es genügend „Fotografen“, die Aktfotografie als ihr Steckenpferd angeben, weil´s ja um die „künstlerische Darstellung“ des menschlichen Körpers geht und nicht darum, dass sich wer auszieht. Ja, nee, is´ klar!
Das Kunstlexikon hilft hier auch nur begrenzt weiter. Denn es besagt (meistens) ganz simpel, dass der Akt lediglich die Darstellung des Nackten sei. Und wenn man weiter denkt, läuft es am Ende doch wieder darauf hinaus, dass es schlicht und ergreifend darum geht, was jeder einzelne draus macht. Leichtfertig könnte man jetzt sagen, dass die Kunst dabei also darin besteht, sich quasi nicht unmittelbar dabei erwischen zu lassen, dass man nackte Tatsachen fotografiert, sondern einen gut durchdachten Deckmantel der Kunst darüber werfen kann. Nun ja.
Was für mich die „Aktfotografie“ ausmacht? In erster Instanz tatsächlich die Instrumentalisierung des menschlichen Körpers. Und damit man besser sieht, was man da veranstaltet, am besten ohne Verpackung.
Selbstverständlich nehme ich dabei auch billigend in Kauf, dass das, was man sieht, der spätere Betrachter als „erotisch“ wahrnehmen mag. Voyeuristisch ist es auf jeden Fall nicht. Wäre ja auch sinnlos, überall Schatten hinfallen zu lassen oder Posen so zu verdreht gestalten, wenn man gucken will, oder?
Spannend wird es spätestens dann, wenn man eigentlich relativ offensichtliche Motive hat und diese versucht, so zu inszenieren, dass sie zu einer unaufgeregte Nebensächlichkeit werden. Und das kann schon mal bedeuten, dass in einem Shooting am Ende nur ein einziges Bild entsteht, wo man genau DEN richtigen Moment erwischt.
Aber eins reicht ja auch. Beim Inszenieren des Abstrakten läuft das ein wenig anders, aber das erzähl ich beim nächsten Mal.
Bis demnächst in diesem Kino. Es grüßt der Papendieck.







































