Wer jetzt denkt, es geht um Reisen oder ähnliches, den muss ich an dieser Stelle „a bisserl“ enttäuschen. NATÜRLICH geht es mal wieder nicht um das, was die Überschrift so hergeben könnte. Aber das ist ja hinlänglich bekannt
Worum geht es also dann? Um ein Buch. Und um was für ein Buch? Ein schönes. Hoffentlich. Denn der „Schönheitsgrad“ hängt natürlich davon ab, ob das, was ein potentieller Leser erwartet, dort auch wieder zu finden ist.
Das Konzept ist nicht neu, User-generierte Themen oder Inhalte mit einzubeziehen. Der Kollege Bully Herbig traf so seine Entscheidung, ob „Schuh des Manitu -Teil 2“ oder „(T)Raumschiff Surprise“ gedreht wird. Und da dachte ich mir, was dort im Großen funktionierte, sollte doch im kleinen auch zu ansehnlichen Ergebnissen führen. Ne?
Was ist also der „Auftrag“? Oder vielmehr die Frage an die geneigte hiesige Leserschaft?
Im Wesentlichen zielt meine Frage darauf ab, heraus zu bekommen, was der einzelne, einige oder gar viele für „behandelswert“ hielten, wenn es darum geht, ein Buch zum Thema Porträtfotografie zu gestalten.
Dabei soll es jetzt weniger um Layouts oder Aufbau gehen, sondern eher um die jeweiligen Facetten, die man zu dem Thema bedenken, behandeln, bearbeiten oder gar weglassen könnte. Also von motivischen Tricks und Kniffen über technische „Must-have´s“ bis hin zu Bildbeispielen, die auch einfach nur mal so zum Ansehen sind.
Wer sich also berufen fühlt, dazu ein paar Gedankensplitter hier zu lassen, sei herzlichst eingeladen, eben dieses auch zu tun. Sei es stichwortartig oder in Prosa. Ich bin gespannt
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
Eigentlich sollte man meinen – wenn man mit Leuten zusammen Bilder macht, die es gewöhnt sind mehr oder weniger im Rampenlicht zu stehen – dass das dann vollkommen und im Handumdrehen flutscht. Tut es auch. In den meisten Fällen. Im hiesigen „Fall“ auf jeden Fall. Denn beim Mann mit dem Bass rannte ich beinahe schon offene Türen ein. Denn wie es eben der Zufall wollte, kaute der Herr Itt gedanklich eh schon darauf herum, sich mal frisch bebildern zu lassen. Und ein kreatives „Schaun-mer-mal-was so geht“ war genau nach seiner Nase.
Und was soll ich sagen. Mit Menschen aus Kreativberufen ist´s dann eben doch geschmeidiger bisweilen als sich mit ´nem Modell rumzubalgen, dass das 88. Shooting so gestalten will, um so wie immer auf Bildern „rüberzukommen“. Ein einfaches Sich-auf-Situation-Einlassen findet man bei der betriebsblinden Damen-Riege eher nur in homöopathischer Dosierung. Umso schöner, wenn ein Bühnenmensch einen hinter die „Kulissen“ ihrer Berufshülle schauen läßt. Denn dann sind eigentlich immer ehrliche und authentische Bilder möglich.
Steht Frank Itt sonst als Dozent in der Pop-Akedemie Mannheim vor Studenten oder gar selber als Zupfer der dicken Saiten auf Bühnen in halb Europa und lässt u.a. Rhythmen zu „Hello again!“ vom Griffbrett grummeln, durfte ich auf heiligem Boden – nämlich bei ihm zuhause mehrere Stunden meine Kamera in seine Richtung halten, um mal nichts anderes abzulichten ausser ihn selbst. Heilig unter anderem auch deswegen, weil seiner Zeit in den gleichen Räumlichkeiten kein „geringerer“ als Jim Rakete sein Fuss über die Schwelle setzte. Ich weiss, wird niemanden sonderlich jucken. Ich find es aber einen drolligen Umstand, da ich damals kurze Zeit vorher mit dem Herrn Rakete in Braunschweig aufeinandertraf. Fällt also insgesamt unter die Kategorie : „Mensch, watt is die Welt n Dorf.“ Aber das nur mal kurz am Rande.
Springen Musiker sonst ja immer in einer Art Bühnenmaskerade durch allerlei buntes Licht und sind gänzlich unprivat, haben sie an anderer Stelle schon Interesse, dass es auch mal ausschließlich und einzig mal um sie geht. Und sei derjenige noch so bescheiden. Mögen tut das schließlich jeder, wenn es auch mal nur um ihn geht. Und das ist auch eines der Themen, dass – so denke ich – vielleicht immer genau das Quäntchen Unterschied macht, wenn zwei Leute ein und dieselbe Person fotografieren. Der eine macht ein Foto. Der andere vermittelt das Gefühl der Exklusivität.
Ratet mal, wer das „bessere“ Bild bekommt?
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck
P.S.: Mein Dank geht nochmal herzlichst an Frank Itt, der sich trotz straffen Terminplans den Nachmittag Zeit genommen hat, um vor meiner Kamera zu stehen, sitzen oder auf einem Rasenmäher rum zu heizen oder seinen Bass auf einer Werkbank mit der Hilti zu rocken.
P.P.S.: Dem fotografisch Interessierten sei gesagt, dass hier einfach die Blendevorwahl auf 2 gestellt wurde und dann ging´s los.
Was, wann, wie, wo und warum. Alles Fragen für den Buchstaben WEH. Und sicher alles Fragen, die man mal stellen kann. Aber….
Zum Buchstaben „W“ widmen wir wohl weiterhin wissend was Willkommeneres. Nämlich was? Richtig! Wald und Wiese. Dem Allergiker zum Rotze, ist der Aufenthalt im Frühlingswald fotografisch lohnenswerter als der sonnenlichtscheue Studioknipser meinen mag. Die erste Angst beim Schritt ins Sonnenlicht zu Staub zu zerfallen kann man getrost hinter sich und das Equipment bewusst zuhause lassen.
Halbwegs brauchbare Witterungsbedingungen tragen maßgeblich dann schon mal zum Gelingen bei. Vornehmlich stört die Kamera das Feuchte. Das Kalte dabei kommt beim Dekorativen seltener gut an. Geht man aber vom Idealfall aus, sollte einer ergebnisreichen „Vor-der-Tür-Teilveranstaltung“ nicht allzu viel im Wege stehen.
Gut, da sei vielleicht noch der vorsätzliche Aufwand eines bewussten Ortswechsels davor, aber grundsätzlich bedarf es lediglich der Mühe, sein Modell der Wahl zu schnappen und dieseswelches sowohl location- als auch beleuchtungstechnisch in freier Wildbahn attraktivst zu arrangieren.
Worauf man speziell achten sollte? Naja, vielleicht, dass man darum weiß, ob das Modell der Wahl vom Heuschnupfen gebeutelt ist oder empfindlich auf Insektenstiche reagiert. Und damit meine ich nicht das Teenie-Gequietsche bei Anwesenheit eines harmlosen Arthropodens mit Lokomotionsorganen für den Luftverkehr, sondern Michélin-Männchen-artiges Anschwellen der durch entsprechend hartnäckige Schadinsekten malträtierten Extremitäten.
Gelingt einem das geflissentlich zu ignorieren, bietet Mutter Natur ein Füllhorn der Möglichkeiten, sich in Sachen „Verfügbares Licht“ im grünen Tann und in der Au wohlfeil zu verlustieren. Das Spiel mit flirrendem Gegenlicht in wehendem Geäst lädt genauso ein, wie blanke Weite wogender Weizenfelder.
Eigentlich frei im Geiste und mit nahezu unbeschränkten Möglichkeiten kann man so das größte Studio der Welt benutzen. Wenn man sich damit arrangieren kann, dass Wind und Wolken manchmal ungefragt von eben auf jetzt die Lichtverhältnisse nach eignem Gutdünken variieren. Und je nach „Schussfestigkeit“ des schmückenden femininen Knips-Anlasses kann man überlegen, wie öffentlich der auserwählte Fotoort sein soll. Bisweilen stört sich doch die eine oder andere Joggerin daran, eine Geschlechtsgenossin unvermittelt und leichtbekleidet im Buchenforst aus der Dickung streichen zu sehen. Aber vielleicht ist´s auch mal schön was zu machen, wo die Kleidung eine Rolle spielt.
Minimiert auch die Stechrüsselattacken-Dichte nachhaltig
In diesem Sinne
Es grüßt der Papendieck



















