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Die traurige Geschichte von “Jakob”

Veröffentlicht in Allgemein von Gerd Blank am 21.07.2010 um 16:25 Uhr

Es ist an der Zeit, dass Sie Jakob kennenlernen. Der Bengel ist auf der Suche nach seiner Mutter. Doch Niemand mag Jakob erzählen, dass sie gestorben ist. Und so sucht der Blondschopf immer weiter…

Cover von "Jakob"

Cross Cult

Manchmal, wenn man von einem Menschen verlassen wurde, mag man nicht einsehen, dass man ihn nie wieder sehen kann. Jakob, ein kleiner Junge, ist in solch einer Situation. Seine Mutter ist gestorben, aber es gibt keinen Menschen, der ihm die Wahrheit sagen kann. Möglicherweise, weil wir nicht so gut mit dem Tod umgehen können und nur schwer Worte für diesen endgültigen Verlust finden. Aber die Umschreibungen für den Tod kann Jakob nicht verstehen. Was soll er auch mit “Sie ist gegangen und Du kannst ihr nicht folgen” anfangen? Warum darf er nicht dorthin, wohin seine Mutter gegangen ist?

Auf seiner Suche wird Jakob oft in die Irre geführt. Im Verlauf der Handlung verändert sich die Geschichte in eine Fabel, Jakob lässt sich von Tieren den Weg zeigen. Auch für ihn letztlich ein Weg ohne Rückkehr.

“Jakob” ist eine wunderschön gezeichnete Geschichte voller Sehnsucht und Melancholie. Die beiden jungen Künstler Felix Mertikat (Zeichnungen) und Benjamin Schreuder (Story) ist es gelungen, eine traurige Geschichte einzufangen, die einem manchmal eine Gänsehaut über den Körper jagt. Manchmal möchte man Jakob in den Arm nehmen und ihm sagen: “Alles wird gut”. Auch im Wissen, dass dem nicht so ist, nur um ihn zu beruhigen. Immer wieder hat man die Hoffnung, dass Jakob endlich ans Ziel gelangt ist, dass er einen Platz gefunden hat, der ihm Trost und Ruhe schenkt. Doch es geht immer weiter und irgendwann wünscht man sich, dass er endlich zu seiner Mutter findet.

Man merkt “Jakob” an, dass die beiden Väter viel Kulturgut in sich aufgesogen haben. So erinnert die herzergreifende wundervoll gestaltete Geschichte an die Gebrüder Grimm, an Terry Gilliam und an die japanische Erzählkunst. Der Tod ist in der Bildergeschichte zwar immer noch schrecklich, aber immerhin in Pasteltönen gezeichnet. Trotz der niedlichen Buntstiftoptik wird schnell klar, dass der Tod überall lauern kann – und auch nicht vor kleinen Jungs halt macht. Eine düstere Mär mit großer Strahlkraft.  “Jakob” ist ein wunderbares Kleinod, denn selten zuvor war es so schön, traurig zu sein.

“Jakob” (hier ein animiertes Youtube-Video)
Cross Cult
16,80 Euro

1 Kommentar für 'Die traurige Geschichte von “Jakob”'

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  1. Hans Regebusch meinte am 22.07.2010 um 08:18

    Guten Tag zusammen,

    ich hatte diesen, übrigens durchaus sehr gut geschriebenen Artikel (Hut ab!), gelesen und bin noch am gleichen Tag zum Buchhändler meines Vertrauens gegangen, um mir Jakob mit eigenen Augen anzuschauen.

    Ich kann dem Autor des Artikels Gerd Blank in allen Punkten zustimmen: eine wirklich wertvolle und schöne Geschichte, die auch durch ihre optischen Reize bestechen kann.

    Vielen Dank für diese Rezension und für den Tipp “Jakob”. Stern weiß was man zu empfehlen hat!

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