Happy Birthday Oguz!
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 01.03.2011 um 16:00 Uhr

Meine Überschrift hätte  auch „eine Ode an die Freundschaft“ heissen können, denn gestern habe ich mit einem meiner besten Freunde seinen Geburtstag feiern dürfen: Oguz!

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Interview in der “Istanbul Post”
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 18.02.2011 um 11:33 Uhr

Es gibt in Istanbul sogar eine deutschsprache Zeitung, die auch den Namen „Istanbul Post“ trägt.  Herausgeber ist Herr Dr. Stefan Hibbeler, der ebenfalls seit vielen Jahren in der Türkei lebt.

Vor kurzem besuchte mich eine seiner Redakteurinnen –Frau Katja Scherer- in meinem Büro und führte ein Interview mit mir. Und weil ich es toll finde, dass es eine deutschsprachige Zeitung in Istanbul gibt und ich den Enthusiasmus von Herrn Dr. Hibbeler für seine Zeitung bewundere, möchte ich an dieser Stelle ein wenig Werbung für seine Zeitung betreiben und habe das Interview hier eingestellt. Viel Spass:-)

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„Anfangen wie ein Türke, aufhören wie ein Deutscher“

Unternehmensberater Mario Diel über deutsche Organisationsliebe, türkische Emotionalität – und die Schwierigkeit, beides zu vereinbaren


Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Wirtschaftspartner der Türkei, die deutschen Unternehmen stehen an der Spitze bei den ausländischen Investitionen im Land. Doch trotz dieser Superlative ist für viele deutsche Geschäftsleute die Firmengründung in der Türkei eine Herausforderung.

Unternehmensberater wie Mario Diel, die sich in beiden Kulturen zu Hause fühlen, können helfen, Startschwierigkeiten zu vermeiden.

Ein Schlüssel dazu: Verständnis aufbringen.

-         Herr Diel, was ist der grösste Fehler, den ein deutscher Unternehmer machen kann, wenn er in der Türkei erfolgreich arbeiten will?

Das Kulturelle ist das Ausschlaggebende für den Erfolg. Viele Deutsche kommen mit einer grossen Arroganz hierher. Sie unterstellen, dass die Türken nicht professionell arbeiten. Aber wir sagen: Sie sind sehr wohl professionell, nur auf andere Art. Wenn ausländische Unternehmen bei ihrer Arbeit in der Türkei Probleme haben, dann entstehen diese Probleme immer durch die unterschiedlichen Mentalitäten. Mancher Deutscher verhält sich hier bisweilen wie die Axt im Walde.

-         Woher kommt diese Arroganz der Deutschen?

Die meisten Leute haben völlig falsche Vorstellungen von der Türkei, weil sie geprägt sind, von dem, was sie in Deutschland erleben. Sie vergessen, dass die ersten Türken in Deutschland aus den ländlichen Regionen der Türkei stammten und nicht aus den türkischen Metropolen. Die Türkei ist schon viel fortgeschrittener, als man denkt und das gilt nicht nur für Istanbul. Hier gibt es exzellente Geschäftsmöglichkeiten, erstklassig ausgebildete Manager und, was die Gesetze angeht, europäische Verhältnisse.

-         Haben westliche Konzerne denn grosses Interesse an der Türkei als Unternehmensstandort?

Ja, auf jeden Fall. Besonders das Interesse im Energiesektor ist enorm, denn die Türkei ist ein wichtiger Energiekorridor zwischen Europa und ihren rohstoffreichen Nachbarstaaten.

Die grossen Konzerne sind ja alle schon länger hier, aber mittlerweile wird die Türkei auch für mittelständische Unternehmen immer interessanter. Und im Bausektor verhält es sich ähnlich: Istanbul ist derzeit die Nr. 1 der Immobilienstandorte in Europa.

-         Die Zusammenarbeit ist nicht immer einfach. Können Sie uns ein Beispiel für Unterschiede zwischen der deutschen und der türkischen Mentalität geben?

Der Deutsche kommt zum Beispiel zum Meeting hin und will sofort loslegen. Meistens hat er seine Präsentation bereits vorbereitet und sogar vor seiner Ankunft an seine türkischen Geschäftspartner geschickt. In der Regel werden diese Konzepte hier aber nicht einmal gelesen. Hier redet man erst mal eine Stunde lang über Gott und die Welt, über Fussball, die Familie. Den Deutschen ärgert das natürlich.

-         Die grossen Firmen bringen ja meistens viel internationale Erfahrung mit. Treten solche Probleme dann nur bei kleinen Unternehmen auf?

Nein, ganz im Gegenteil. Dieses Nicht-Einanderverstehen nimmt manchmal sehr skurrile Züge an. Vor kurzem haben wir die Kooperation eines europäischen und eines türkischen Energieunternehmens initiiert, beides wirklich grosse Unternehmen. Die Firmenvertreter haben sich E-Mails geschrieben, auf Englisch. Trotzdem ruft mich der Europäer an und sagt: „Mario, ich hab nicht verstanden, was der meint“. Und der Türke fragt mich das Gleiche. Wir haben dann die Aufgabe der Moderation.

-         Welche Werte prägen die deutsche, welche die türkische Wirtschaftskultur?

In Deutschland sind die Haupttugenden vor allem Seriösität, Zuverlässigkeit, Detailarbeit. In der Türkei: Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen. Da machen die Türken sogar Abstriche bei der Professionalität. Hier spielt das Persönliche eine unglaubliche Rolle.

-         Wie äussert sich das in der alltäglichen Zusammenarbeit?

Wenn die erste Zusammenarbeit erfolgreich war, ist es meist ganz einfach. Oft werden dann noch nicht einmal Verträge gemacht. Hier trennt man das Geschäftliche und das Private viel weniger: Der Partner ist nicht nur ein Geschäftspartner sondern ein Freund. Die Entscheidungen werden oft abends im Restaurant getroffen und Emotionen werden offen gelebt. Selbst Tränen können gemeinsam fliessen, zum Beispiel wenn man von privaten Schicksalen berichtet. In Deutschland geht das nicht, da werden Emotionen sofort als Schwäche ausgelegt.

-         Welche Vorteile hat denn die deutsche, welche die türkische Arbeitsweise?

Der türkische Unternehmer ist sofort euphorisch, wenn man mit einer interessanten Idee kommt. Aber wenn morgen ein anderer mit ebenso einer guten Idee kommt, reagiert er genauso euphorisch und hat die alte Idee vergessen. Beim Deutschen ist es umgekehrt: Der braucht immer ein bischen länger bis er sich für etwas begeistert, aber dann bringt er es auch zu Ende. Es gibt ein häufig verwendetes Sprichwort: „Anfangen wie ein Türke, aufhören wie ein Deutscher.“

-         Fiel es Ihnen schwer, sich an die türkische Mentalität zu gewöhnen?

Nein, gar nicht. Ich fand das immer klasse. Mir liegt die türkische Mentalität sogar viel näher, schliesslich bin ich Kölner. Und die sind ja bekanntlich genauso – herzlich, offen und emotional. Ich sag immer: Istanbul ist wie jeden Tag Karneval!

-         Ein Tipp für Unternehmer, die eine Niederlassung in der Türkei gründen wollen?

Man muss Zeit mitbringen und braucht einen starken türkischen Partner. Etwa ein Jahr dauert es, bis man hier nachhaltig Geschäfte etablieren kann. Und man sollte nicht mit Vorurteilen kommen; sondern sich im Klaren darüber sein, dass Türken exzellente Geschäftsleute sind.

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Mit diesen Worten zum Freitag:-)  wünsche ich euch ein schönes Wochenende!

Beste Grüsse aus Istanbul

Mario

Mit der Eurovision Gewinnerin über den Bosporus
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 13.02.2011 um 14:15 Uhr

Gestern zeigte sich Istanbul wieder von seiner schönsten Seite. Strahlender Sonnenschein lud dazu ein den Tag draussen zu verbringen.

Nach einem reichhaltigen Frühstück führte mich mein Weg zum Bosporus, um dort mit der Fähre nach Kadiköy überzusetzen.

Es war aber nicht nur mein Ziel von dort weiter zur Bagdad Caddesi zu fahren –bei diesem schönen Wetter ist es ein Genuss auf einer der bekanntesten türkischen Flaniermeilen zu spazieren- ich sollte auch das grosse Vergnügen haben beim Videodreh des neuesten Musikclips einer der erfolgreichsten türkischen Pop Sängerinnen zugegen zu sein: „Sertab Erener“

Auch über die Grenzen der Türkei wurde diese tolle Sängerin spätestens bekannt, als sie 2003 den 48. Eurovision Contest in Riga für die Türkei gewinnen konnte.

Noch allzugut kann ich mit an diesen denkwürdigen und spannenden Abend und natürlich auch ihren Sieger Titel „Every Way that I can“ erinnern.


Sertab hat meiner Meinung nach eine der schönsten und farbenreichsten Stimmen unter den türkischen Sängerinnen. Was auch daran liegt, dass sie sich am Staatskonservatorium in Istanbul in sechs Jahren zur Sopranistin ausbilden liess.

Sie trat mit Jose Carreras ebenso auf wie mit Ricky Martin und ist ein Beleg für ihre gesangliche Vielfalt.

Einer meiner Favoriten ihrer vielen Hits ist „Bu Böyle“, dem ihr hier einmal lauschen könnt:  http://www.youtube.com/watch?v=C0WG33qXF_I

Die Dreharbeiten für den Klip starteten in „Besiktas“ am Fusse des Bosporus an dem auch die Fähren starten, die die Passagiere hinüber auf die asiatische Seite befördern.

Von dort ging es dann weiter auf die Fähre und schönstes Wetter, die atemberaubende Sicht auf Istanbul und über uns fliegende Möwenscharen waren unsere Begleiter.

Bestaunt von den Passagieren auf der Fähre und umringt von ihrem Team wurden die Aufnahmen wieder und wieder aufs Neue aufgenommen, immer begleitet von ihrem leisen Singen des Liedes. Auch wenn ich ein Laie bin: ich glaube der neue Song wird ein Hit:-)

In Kadiköy angekommen wurden noch weitere Aussenaufnahmen gemacht und dort entstand auch unser gemeinsames Foto. Es war sehr interessant zu verfolgen, wie Musik Videos entstehen und auch mit welcher Gelassenheit und ohne jegliche Star Allüren Sertab Erener agierte. Wäre ich nicht bereits ein grosser Fan von ihr, spätestens seit gestern hätte sie auch mein Herz erreicht:-)

Wer mehr über diese sympathische und erfolgreiche Sängerin erfahren möchte, dem sei ihre Webseite empfohlen:  http://www.sertab.com/

Ach und ehe ich es noch vergesse: Es würde mich nicht wundern, wenn ich in ihrem neuen Musikvideo auch durch das Bild husche:-)

Ich wünsche euch allen einen tollen Sonntag Nachmittag und den Genuss des ein und anderen Liedes von Sertab Erener….

Mit den besten Grüssen aus dem auch heute sonnenverwöhnten Istanbul

Mario

DA GUCKST DU, EHELEUTE SARAZZIN!
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 24.01.2011 um 14:54 Uhr

Auch im fernen Istanbul verfolge ich mit grossem Interesse die teilweise ja sogar multilingual geführten Interviews und Berichte von und über die Eheleute Sarazzin.

Und weil ich mir auch grosse Sorgen darüber mache, dass „sich Deutschland abschafft“ möchte ich heute von einem guten Freund berichten, Emre Basar, dessen Vita und auch die seiner Familie extrem beeindruckend sind.

Der Vater von Emre, Herr Prof. Dr. Yavuz Basar, der leider vor ein paar Jahren verstarb, studierte bereits zwischen 1955 und 1956 die deutsche Sprache in Deutschland. Von 1956 bis 1960 studierte er dann Bauingenieurwesen an der renommierten ETH, in Zürich.

Zwischen 1964 und 1973  habilitierte er an den Universitäten in Hannover und Istanbul.

Als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung erhielt er als einer der ersten Ausländer eine Professur an der Ruhr-Universität Bochum, wo er bis zu seiner Pensionierung Statik und Dynamik lehrte.

Alleine der komplette Lebenslauf seines Vaters würde an dieser Stelle Seiten füllen.

Aber auch der Onkel von Emre steht dem in nichts nach, denn er hat ebenfalls lange Zeit in Deutschland gelebt und gelehrt.

Nach seinem Physik-Studium mit Fokus auf Atomphysik wechselte er auf Anraten seines Mentors Carl-Friedrich von Weizsäcker in die Biophysik. So richtete er als Professor sein Augenmerk auf Neurophysiologie und lehrte bis zu seiner Pensionierung an der Universität in Lübeck.

Nach dem Aufbau eines multidisziplinären Forschungszentrums für Brain Dynamics an der “Dokuz Eylül Universität” in Izmir zog es ihn vor kurzem zurück nach Istanbul, wo er zur Zeit als Professor an der “Kültür-Universität” tätig ist.

In der vergangenen Woche besuchte mich Emre in meinem Büro in Istanbul, um mir von seinen aktuellsten Aktivitäten zu berichten.

Emre ist in Deutschland im Ruhrgebiet aufgewachsen und hat dort sowohl seine schulische Ausbildung als auch grosse Teile seines Medizinstudiums durchgeführt.

Nach zahlreichen Auslandsaufenthalten während seines Studiums (u.a. am Imperial  College in London, der Harvard Medical School in Boston und der Istanbul University) verschlug es ihn 2005 zurück an die Harvard Medical School, wo er zur Zeit in der AIDS und Krebsforschung promoviert. Dabei versucht er ein auf der Basis von RNAi (einer revolutionierenden neuen Technologie) ein vaginales Gel zum Schutz vor der Übertragung von HIV zu entwickeln.

Und weil ich selten einen jungen Mann kennen gelernt habe, der einen solch beeindruckenden Lebenslauf vorweisen kann, möchte ich euch auszugsweise daran teilhaben lassen:

“ Postdoc at the Immune Disease Institute at Harvard Medical School in Boston

PhD studies at the Ruhr-University Bochum and Harvard Medical School

Research fellowship at Harvard Medical School (Channing Laboratory, BWH)

Medical Licensing Examination (Grade: 1.66)

Study of medicine at the Ruhr-University Bochum

Abitur (General qualification for university entrance) (Grade: 1.0)

Hildegardisgymnasium Bochum (bilangual French-German secondary school)

Research scholarship from the German Academic Exchange Service (DAAD)

Full PhD scholarship from the ‘German National Academic Foundation’

Full doctoral scholarship from the Ruhr-University/Vogelsang Association

Scholar of the ‘German National Academic Foundation’ (Studienstiftung)

Organisation of regular InterNations Events (150+ guests) in Boston

Classical piano education at the music school in Bochum”

Und hier auch noch ein Link zu einem Bericht über Emre in der „Harvard Gazette“:

http://news.harvard.edu/gazette/story/2010/08/a-man-of-endless-curiosity-2/

Ich finde die gesamte Lebensgeschichte von Emre und seiner Familie einfach nur beeindruckend.

Und wenn die Eheleute Sarrazin meinen, dass „Deutschland sich abschafft“ und die Integration gescheitert sei, dann sollten Emre und seine Familie das genaue Gegenteil beweisen können.

Und Deutschland sollte sehr wohl daran gelegen sein Emre und auch viele andere „Migrantenkinder“ in Deutschland willkommen zu heissen und ein Interesse daran zeigen, dass Emre nach seiner Zeit in Harvard sein Wissen in Deutschland einbringt.

Beste Grüsse nach Boston, mein lieber Emre

Selamlar

Mario

DIE BRÜCKE IN ISTANBUL
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 05.12.2010 um 15:04 Uhr

Obwohl ich es mir schon oft vorgenommen, aber irgendwie nie die Zeit gefunden hatte, ist es seit vergangenen Samstag vollbracht: Ich bin Mitglied der „Brücke e.V.“ in Istanbul.

Anlässlich des traditionellen deutschen Weihachtsbasars in der „Deutschen Schule“, im Istanbuler Stadteil „Beyoglu“, hatte auch „Die Brücke“ dort ihren eigenen Stand und war mit dem gesamten Teams des Vorstands anwesend.

Da mir einige der Damen aus dem Vorstand bereits seit längerem persönlich bekannt sind war dies der richtige Moment endlich dem Verein beizutreten.

Im Jahr 1992 wurde „Die Brücke e.V.“ als „Deutscher Kultur-und Wohltätigkeitsverein“ ins türkische Vereinsregister, mit Sitz in Istanbul, eingetragen.

Sieben Damen mit deutschen Wurzeln, die überwiegend die Liebe zu einem türkischen Staatsbürger in die Türkei geführt hatte, waren Gründer des Vereins und zwei der Damen sind auch heute noch im Vorstand aktiv.

„….Die Ziele des Vereins sind:

  • Zusammenführung Deutschsprachiger
  • Informationsvermittlung und Einrichtung von Interessengruppen zu Fragen wie: Staatsangehörigkeit, aufenthalts- und arbeitsrechtliche Bestimmungen, Erbrecht, rechtliche Situation von Ausländern in der Türkei
  • Vertretung von Interessen bei Behörden
  • Bildung einer deutsch-türkischen Lobby
  • Durchführung kultureller Veranstaltungen
  • Durchführung von sozialen, kulturellen und auch karitativen Projekten
  • Binationale und bikulturelle Erziehung….“

Neben den zahlreichen Veranstaltungen, die von den ehrenamtlichen Vorständen und Mitgliedern regelmässig durchgeführt werden, die von Stammtischen, über Bootstouren auf dem Bosporus, gemeinsamen Brunch, Kabaret, Theaterbesuchen bishin zum Zelebrieren von traditionellen deutschen Anlässen, wie Ostern, Weihnachten oder auch Karneval reichen (ich bin ja Kölner, deshalb musste letzteres eine besondere Erwähnung finden:-)) ), ist der Verein aber auch eine erste Adresse für alle „Neuankömmlinge“ und auch für die, die Unterstützung im türkischen Behörden Dschungel benötigen.

Mich persönlich beeindrucken an diesem Verein allerdings ganz andere Dinge:

Zuerst hat es mich überrascht, dass dem Vorstand nur Damen angehören. Allerdings so richtig hat es mich dann auch nicht überrascht, denn wollen wir doch mal ehrlich sein, es sind meist die Damen, die im wahren Leben handeln und sich nicht nur im Meer von Worthülsen baden, wie wir Männer….hüstel:-)

Dann sind die Damen wirklich ausnahmslos enorm sympathisch, voller Energie und Tatendrang, charmant und mit einer grossen Portion Humor ausgestattet.

Und jede von ihnen hat eine interessante Lebensgeschichte, denen man stundenlang lauschen könnte. Wenn ich nur an die reizende „Brigitte“ denke, die seit über 50 Jahren in Istanbul lebt und Anekdoten zu berichten hat, die mir Istanbul in wieder einem anderen Licht erscheinen lässt.

Oder die Vorsitzende des Vorstands, „Christine Senol“, die nicht nur den Verein erfolgreich führt, sondern auch ihr eigenes Textilunternehmen.

Aber auch „Claudia Yilmaz“, die im Vorstand und Mitgründerin des Vereins ist. Ebenfalls eine beeindruckende Persönlichkeit, die seit über 30 Jahren in der Türkei lebt, drei Kinder hier geboren hat, sich für die Interessen des Vereins wie eine Löwin einsetzt und als ihr neuestes Baby einen „Kindergarten“ in Istanbul betreibt.

Über all diese Damen ( Mona Marweld-Engin,  Corina Bilhan, Derya San etc.)  und auch die weiteren ehrenamtlichen Mitglieder gäbe es soviel zu berichten, aber am besten macht man sich selber davon einen Eindruck in dem man den Verein persönlich kennen lernt und am besten dort auch als Mitglied oder auch Förderer beitritt.

Mehr über den Verein findet ihr auch auf dessen Webseite unter: www.bruecke-istanbul.org

Ich finde es toll, dass es einen solchen Verein in Istanbul gibt und dass sich Menschen ehrenamtlich auch für die Interessen Dritter einsetzen.

Meine sehr geehrten Damen: Sie machen einen grandiosen Job und ich wünsche Ihnen auch weiterhin viel Erfolg! Meiner Unterstützung können sie sich sicher sein:-)

Beste Grüsse aus dem verregneten Istanbul

Mario

MASALLAH
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 29.11.2010 um 11:27 Uhr

Wer regelmässig meine Berichte hier verfolgt, der weiss, dass ich gerne über mich beeindruckende Persönlichkeiten schreibe, die ich hier in Istanbul oder auch anderswo antreffe.

Am vergangen Freitag hatte ich die grosse Freude der Einladung einer berühmten türkischen Architektin in ihr Atelier zu folgen.

Frau Sevinc Ormanci, so heisst die beeindruckende Dame, hat ihr Architekturbüro „Sedeko Mimarlik“ im Jahre 1995 in Istanbul geründet. ( www.sedeko.net/index.htm )

Sie hat Architektur an der „Istanbul Technical University“ ( www.itu.edu.tr/en/) studiert und dann ihr „Master Degree“ im Bereich Innenarchitektur an der „Mimar Sinan University“ erhalten ( www.msgsu.edu.tr/ ).


Neben ihren eigenen geschäftlichen Aktivitäten hält sie wöchentliche Vorträge an der „Cultural University“ in Istanbul, um den dortigen Studenten ihre eigene  Begeisterung für die Innenarchitektur weiterzugeben.

Und als wäre das nicht bereits ausreichend an Aktivitäten schreibt sie auch noch regelmässig in diversen Fachzeitschriften und Hochglanz Magazinen.

Frau Ormanci ist ein unglaublich positiver Mensch und das strahlt sie auch in ihren Arbeiten aus. In ihrer Architektur ist es ihr vorallem wichtig die natürlichen Elemente wie Wasser, Feuer, Holz und Erde einzubringen, denn richtig genutzt setzen sie viele positive Energien frei. –Und bei ihr scheint es mehr als zu funktionieren:-)

In ihre Arbeiten lässt sie die unterschiedlichsten Stilrichtungen einfliessen, die aus der Zeit des Osmanischen Reichs ebenso stammen können, wie aus der Barok-, und  Biedermeier Zeit oder auch Art Deco, Neo Classic, Moderne etc. (Wie ihr seht merkt man, dass sie an der Universität lehrt, denn ich habe auch einen Crash Kurs in Architektur erhalten:-)

Frau Ormanci hat in den letzten Jahren die unterschiedlichsten Projekte realisiert, von Hotels, über Büros, private Villen und Shops und ihr Ideenreichtum scheint unerschöpflich.

Mich hat aber auch beeindruckt, dass sie in den letzten Jahren Kooperationen mit einigen der international angesehensten Architektur Firmen eingehen konnte.

Seien es die berühmten Berliner „Graft Architects“ (www.graftlab.com) oder die renommierten amerikanischen Architekten „Pelli Clark Pelli”

( http://www.pcparch.com/ ) und “Philip Johnson Allan Ritchie”

( http://www.pjar.com/ ).

Und auch der spanische Star Architekt “Javier Barba” zählt zu ihren Kooperationspartnern. (http://www.bcarquitectos.com/eng/proyect.asp)

Sie hat mir mit einer solchen Begeisterung von ihren Arbeiten berichtet, dass ich gar nicht gemerkt hatte, dass mittlerweile schon drei Stunden vorübergegangen waren.


Als ich ihr Atelier verliess war mir klar, dass man von dieser beeindruckenden Dame mit Sicherheit noch einiges hören und vorallem sehen wird: Masallah!

Mit den besten Grüssen aus Istanbul

Mario

Aus der Sicht eines 14 jährigen Deutsch-Türken
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 17.10.2010 um 11:58 Uhr

Mit meinem offenen Brief an Herrn Ministerpräsident Seehofer, habe ich nicht nur eine rege Diskussion in meinem Blog angestossen. –An dieser Stelle auch meinen herzlichen Dank an alle Kommentatoren für einen sehr konstruktiven Austausch an Meinungen, der in dieser Form nicht immer üblich ist-.

Ich habe seitdem aber auch unzählige Mails von mir fremden Menschen erhalten und habe zig Diskussionen mit meinen türkischen Freunden hier in Istanbul zum diesem Thema geführt.

Was mich aus den Inhalten der Mails und auch den Diskussionen sehr positiv gestimmt hat war das ganz deutliche Erkennen, dass auf beiden Seiten der überwiegende Anteil der Menschen nach konstruktiven Lösungen sucht und diese auch sehr gerne daran mitwirken wollen.

Es hat mich aber auch eine Mail erreicht, die mich gleichermassen beeindruckt, wie aber auch nachdenklich gemacht hat.

Die Tante eines 14 jährigen Deutsch-Türken aus München schrieb mir und fragte, ob sie mir die Mail ihres Neffen weiterleiten dürfe, die dieser an „Bayern3“ geschrieben habe. Ich antwortete natürlich sofort mit ja und habe mir das Einverständnis geholt den Inhalt seiner Mail hier mit euch zu teilen:

Zitat:

„……Liebes Bayern3-Team ,

seit vielen Wochen fragen sich die Bürger Deutschlands : “Wie integriert muss ein “Ausländer” sein ?” Diese Diskussion wurde vom deutschen Volkswirt, Autor und ehemaligen Senator von Berlin Thilo Sarrazin ausgelöst , indem er sein Buch “Deutschland schafft sich ab” veröffentlichte. Dieses , meiner Meinung nach , sehr migrantenfeindliche Werk hatte genau diesen Zweck : Öffentliche Kritik an Ausländern .

Obwohl die Presse T.S. als “ausländerfeindlich” eingestuft hat , wird dennoch heftig darüber diskutiert , ob ein Eingewanderter wirklich den Staat mehr Geld kostet , als ein “Deutscher”.

Deshalb finde ich es unerträglich , dass manche Politiker sich, auf Kosten der Ausländer , Wähler verschaffen wollen.

Ich ( 14 Jahre , Gymnasiast am Dom-Gymnasium FS) finde mich persönlich betroffen , da es sich so anhört ,als ob ALLE Jugendliche arabischer oder türkischer Herkunft die Unfähigkeit sich zu “integrieren” besitzen.

Das entspricht ganz und gar nicht der Wahrheit.

Darum frage ich Sie , liebes Bayern3-Team , warum geht die Presse auf die Provokationen ein und berichtet nur über die eine Frage :”Wie integriert muss ein “Ausländer” sein ?” , sondern nicht über : “Sind manche “Ausländer” integrierter als “Deutsche”?”

Ich denke , dass meine Generation (Dritte) sich angepasst hat.

Mit freundlichen Grüßen ,

Baris Eray A.

PS.: Wie Sie an meinem Namen sicherlich erkannt haben , schreibe ich aus der Sicht eines Sohnes eingewanderter Eltern……“

Zitat Ende

Bei aller Notwendigkeit sich mit dem Thema Integration auseinandersetzen zu müssen, sollte aber immer an vorderster Stelle stehen: Die Diskussion muss sachlich, respektvoll, intelligent und vorallem menschlich geführt werden.

Denn wenn sich schon 14 jährige Kinder „betroffen“ und sich in diesem jungen Alter bereits konfrontiert fühlen, dann läuft irgendetwas verdammt falsch.

Beim Schwingen grosser Reden auf Veranstaltungen und vor laufenden Kameras sollte nicht vergessen werden, dass man über einzelne Menschen spricht und urteilt und nicht über eine anonyme Masse.

Mit nachdenklichen Grüssen aus Istanbul

Mario

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Seehofer….
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 12.10.2010 um 14:31 Uhr

…ich bin ein deutscher Staatsbürger und lebe seit vielen Jahren in der Türkei.

Als ich heute morgen aufwachte, dachte ich mir wie es wohl wäre, wenn ich jeden Tag bei meinem Zeitungshändler auf den Titelseiten lesen würde: „Wir wollen keine weiteren deutschen Zuwanderer“.

Oder wie ich mich in den Treffen mit meinen türkischen Geschäftspartnern fühlen würde, wenn diese mich fragen „was machst du hier, warum willst du uns unser Geschäft wegnehmen, warum willst du unser Geld?“.

Oder wenn ich in einem Restaurant in Istanbul keinen Tisch bekomme, weil man mir sagt „hier haben Personen, die Schweinefleisch essen keinen Zutritt“.

Oder wenn man mir vorwirft ich sei Christ und wir seien Verantwortlich für all die Kriege.

Oder man mir vorwirft mein Vater sei ein Bauer aus dem Hunsrück, der nie schreiben und lesen gelernt habe.

Wenn ich das hier beschriebene so jeden Tag erleben würde, dann wäre ich schon lange nicht mehr hier.

Aber meinen türkischen Freunden in Deutschland oder meinen deutschen Freunden mit türkischen Wurzeln ergeht es so jeden Tag!

Sie lesen im Moment jeden Tag, dass sie nicht erwünscht sind.

Sie müssen Arbeitskollegen oder gar dem Vorgesetzen erklären warum sie nicht zurück in ihre Heimat gehen obwohl sie in Deutschland geboren sind.

Sie bekommen keine Wohnung, weil sie Muslime sind. Sie müssen permanent und egal wo Rede und Antwort stehen und werden pauschalisiert und generalisiert!

Meine türkischen Freunde und Freundinnen sind sehr gut ausgebildet, viele von Ihnen haben studiert. Sie wollen gar nicht das Land verlassen, warum denn auch, wenn es ihre eigentliche Heimat ist? Warum sollen sie ihre Freunde aufgeben, ihr soziales Netzwerk, ihren Arbeitsplatz?

Ich kann verstehen und auch nachvollziehen, dass es viele Probleme gibt und nicht alle Migranten so integriert sind, wie man es sich vielleicht theoretisch vorstellen mag. Aber alle Migranten, Muslime und sonstige Zuwanderer permanent über einen Kamm zu scheren ist nicht ok und ist mir zu populistisch.

Sehr geehrter Herr Seehofer, ich finde es gut, dass Sie sich des Themas angenommen haben, denn Sie sind der Ministerpräsident eines sehr erfolgreichen Bundeslandes. Sie sind bekannt dafür anzupacken und auch unkonventionelle Wege einzuschlagen.

Ich liebe Deutschland für seine Demokratie, seine wirtschaftlichen Erfolge, für sein Bildungssytems, für seine Offenheit, für seine Kultur und die gerade international bestaunten deutschen Tugenden.

Sie sind ein erfolgreicher Politiker, warum unterstützen Sie nicht die türkischen Migranten, schaffen Lösungen, reichen den Arm und geben ihnen das Gefühl, dass sie willkommen sind, zumindest dem überwiegenden Teil, der sich in Deutschland zuhause fühlt?

Machen Sie die Integration zu einer Erfolgsstory!

Meine Unterstützung haben Sie und ich bin mir sicher, auch die meiner türkischen Freunde und Freundinnen.

Ich sende Ihnen die herzlichsten Grüsse aus Istanbul, der Kulturhauptstadt Europas 2010!

Ihr

Mario Diel

Deutschland – Türkei im Deutschen Generalkonsulat
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 09.10.2010 um 12:11 Uhr

Die von mir sehr geschätzte Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Brita Wagener, hatte gestern zum „Public Viewing“ ins Deutsche Generalkonsulat in Istanbul eingeladen, um dort das Fussballspiel zwischen Deutschland und der Türkei auf Grossleinwänden zu verfolgen. -Und es wurde ein grandioser Abend-.

Das Gebäude des Generalkonsulats liegt in unmittelbarer Nähe des „Taksim Platzes“ und ist aus meiner Sicht eines der schönsten Immobilien in Istanbul. Man hat fast schon das Gefühl, als würde man in eine andere Welt eintauchen, denn insbesondere der „Kaisersaal“ in dem das Spiel übertragen wurde ist extrem beeindruckend.

Um 21.00 Uhr war Einlass im Konsulat und ich hatte mich mit meinen Freunden Dincer, Adem und Can dort verabredet. Im grossen Saal angekommen konnte ich schnell feststellen, dass die Veranstaltung sehr gut besucht sein würde und die Deutschland Fans in der Überzahl sind:-)

Rechts und links des Saals war ein Buffet aufgebaut das vorallem mit deutschen Speisen glänzen konnte:-) Dazu ein frisches, leckeres vom Fass gezapftes Efes Bier, ein gelungener Fussball Abend konnte starten.

Schon nach wenigen Minuten gesellte sich ein sehr sympathischer Herr zu uns, der sich uns als türkischer Rechtsanwalt vorstellte. Wir plauderten ein wenig über die jeweiligen beruflichen Aktivitäten und dann sehr intensiv über das Fussballspiel, schien es doch so zu sein, dass wir die einizigen Fans der türkischen Mannschaft waren:-)

Und weil ein Fussballspiel und die Begeisterung dafür –und das Efes wahrscheinlich ebenso- die Zuschauer und die gemeinsame Kommunikation recht locker machen, wurden neue Bekanntschaften fast schon am laufenden Band gemacht und nur vom Händeschütteln mit den bereits bekannten Personen unterbrochen:-)

So traf ich dann auf den Chef des TÜV –Rheinland in der Türkei, auf die Cousine von Hamit Altintop, auf die immer reizende Christine Senol (Vorsitzende der „Brücke e.V.“) und ihre nicht minder reizende Kollegin Corinne, eine gebürtige Schweizerin, die seit über 15 Jahren in Istanbul lebt.

Aber auch „Sascha Köhler“, Geschäftsführer des Hilton Hotels in Istanbul, war mit seinem Kollegen anwesend und viele weitere mehr an „wichtigen“ Deutschen, die in Istanbul leben und arbeiten.

In der Halbzeitpause schlenderte ich dann mit Adem durch die Reihen und machten auf dem Weg zum Balkon (dort trafen sich die Raucher, zu denen ich nicht gehöre), auf die Generalksonsulin mit der wir dann schnell ein gemeinsames Foto schossen:-)

Obwohl es gestern in Strömen regnete war der Balkon proppervoll und neben den Gesprächen über das Fussballspiel und meinen vehementen Versuchen erklären zu wollen, dass „meine“ Türken das Spiel noch drehen werden, genoss ich parallel den Ausblick auf den Bosporus, der vom Konsulat aus atemberaubend ist.

Die prächtige Stimmung und die Jubelschreie der Anwesenden rissen auch mich dann mit, denn Hauptsache es gibt einen Grund zu feiern:-)

Nach dem Spiel, welches nur zufriedene Gesichter hinterliess, ausser bei 5 traurig dreinschauenden Gestalten (zu denen ich auch zählte), wurde noch ein wenig gefachsimpelt und selbstverständlich war „Özil“ dabei das beherrschende Thema.

Als wir uns dann zum Ausgang bewegten kam es für mich zum eigentlichen Höhepunkt des Abends. Da es draussen wie aus Eimern schüttete, konnten wir das Gebäude nicht verlassen und so warteten wir im Empfangsraum des Konsulats mit weiteren Personen darauf, dass der Regen nachlassen möge.

Auf einmal hörte ich einen Kölschen Akzent und drehte mich zu der Dame die diesen sprach. Und dann war ich sprachlos: Die Dame ist eine gebürtige Kölnerin und lebt seit 52 !!!!! Jahren in Istanbul.

Was sie mir alleine in den 20 Minuten des Wartens alles an Geschichten aus ihrem Leben erzählte war so interessant, dass ich noch Tage weiter hätte lauschen wollen. Ich habe mich dann sofort mit verabredet, denn ihr Leben ist mit Sicherheit einen ganzen füllenden Blog, wenn nicht mehrere Blogs wert und ich werde schon bald über sie berichten.

Und als wir dann so nett beieinander standen, stellte sich heraus, dass neben mir der Leiter der “Deutschen Schule” stand, den ich auch direkt zu einem Bericht in meinem Blog einlud:-)

Der Regen hörte dann doch nicht auf und so begleiteten wir meine neue Kölner „Freundin“ bis zum Taksim Platz, um sie sicher in ein Taxi zu geleiten.

Auf dem Weg dorthin hatten wir den Verlust von 4  Regenschirmen zu beklagen (denn es windete und regnete wie verrückt), aber auch viele neue Freunde, Geschichten und einen tollen Abend gewonnen.

Und ja, Deutschland hat verdient gewonnen….grrrrrr…:-)

Mit den besten Wünschen für ein tolles Wochenende

Mario

Istanbul Chamber of Industry
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 08.10.2010 um 11:45 Uhr

Wenn eine gute Bekannte aus Deutschland um Unterstützung bittet, kann man sich dem natürlich nicht entziehen und so habe ich ihr für einen Tag helfend mit meinem Netzwerk zur Seite gestanden.

Meine Bekannte, Frau Nurten Satilmis aus Hilden, ist eine erfolgreiche Rechtsanwältin und u.a. auch im Vorstand eines Landesverbandes der CDU in Nordrhein Westfalen tätig.

Sie erzählte mir davon, dass sie eine Reise von über 100 Unternehmerinnen aus der CDU in die Türkei organisiere und ob ich ihr bei der Organisation des ein underen Termines behilflich sein könne.

So besuchten wir dann unter anderen den Präsidenten der ISO-Istanbul Chamber of Industry, Herrn Tanil Kücük. (http://www.iso.org.tr/en/iso_hakkinda.aspx#misyon ).

Die Kammer hat ihren Sitz im Istanbuler Stadteil Beyoglu in unmittelbarer Nähe des vor Kurzem wiedereröffneten „Pera Palace Hotel“.

In einem architektonisch wunderschön anzusehenden Gebäude (gebaut glaube ich Ende des 19. Jahrhunderts) hat die Kammer dort ihren Sitz seit Anfang 1960.

Herr Kücük ist selber ein erfolgreicher Unternehmer und u.a. Eigentümer der angesehensten türkischen Schokoladen Fabrik „ELIT“ (http://www.elit-chocolate.com/eng/index.php ).

Er vertritt in der Kammer die Interessen der türkischen Industrie.

In einem wirklich beeindruckenden Büro, mit einem noch beeindruckenderen Blick auf das Goldene Horn, hatte uns Herr Kücük dann empfangen und wir konnten uns über den Besuch der Unternehmerinnen und das Einbinden der Kammer austauschen.

Selbstverständlich wurde uns auch seine vorzügliche Schokolade angeboten:-) Herr Kücük ist ein exzellenter Vorsitzender der Kammer, denn er ist kompetent und aktiv, aber vorallem extrem sympathisch und hat keine Spur von Arroganz. Gerade letzteres ist ja keine Seltenheit, sind Menschen in diesen Positionen doch sehr oft überheblich, oder zumindest wirken sie bisweilen so:-)

Auch für deutsche Unternehmen, die einen ersten Schritt in die Türkei wagen wollen, ist die Kammer und Herr Kücük ein sehr guter Ansprechpartner.

Nachdem wir sozusagen einen Teil des offiziellen „Protokolls“ für die Reise der Damen organisert hatten, machten wir uns dann auf nach „Bebek“, um dort einen befreundeten Gastronomen zu treffen, denn sein Restaurant sollte eines der Plätze für ein Abendessen werden.

Über die Schönheiten Bebek’s hatte ich ja bereits schon anderer Stelle berichtet, aber das von uns besuchte Restaurant sollte bei einer Istanbul Reise auf jeden Fall auf der „TO-DO Liste“ stehen:-)

Wer den Eigentümer des „Poseidon“ Restaurants (http://www.poseidonbebek.com/index1.html ), Herrn Kamber Dogan, das erste Mal trifft, der ist total irritiert, denn man kommt sich vor wie in einem Film. Er hat längere graue gewellte Haare und einen grauen Vollbart und sieht aus wie Herr „Neptun“ persönlich. Man kann sich glaube ich keinen besseren Protagonisten als Eigentümer eines Fisch Restaurants vorstellen:-)

Das Poseidon Restaurant liegt am Ortsende von Bebek direkt am Bosporus und hat eine fantastische Aussicht. Die dort zubereiteteten Vorspeisen (Meze) sind vorzüglich und obwohl wir ihn am Nachmittag besuchten „mussten“ wir natürlich seine Küche kosten:-)

Über dem Restaurant befindet sich noch ein Bistro mit einer wunderschönen Terasse, die auch am Nachmittag dazu einlädt einen Kaffe oder ein Glas Weisswein zu trinken.

Und während eines leckeren Essens konnten wir dann mit ihm über den Besuch der Unternehmerinnen plaudern.

Zwischendurch gesellte sich dann noch ein bekannter türkischer Unternehmer zu uns, der selbstredend auch sofort seine Unterstützung für den Besuch der Unternehmerinnen anbot.

Mein Fazit des Tages: Es gibt unangenehmere Dinge, als Bekannte aus Deutschland bei der Organisation von Unternehmerreisen zu unterstützen:-)

Beste Grüsse aus dem in strömen regnenden Istanbul

Mario