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Von der Lust ein Türke zu sein

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Treffen mit dem Direktor des Dommuseum Wien
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 05.10.2010 um 12:57 Uhr

Vor ein paar Tagen hatte ich das grosse Vergnügen, den Direktor des „Dommuseum Wien“, Herrn Dr. Bernhard Böhler, in Istanbul zu treffen.

Vom 5. Juni bis 26. September 2010 befand sich eine überaus prominente Leihgabe aus Wien, ein Reliquiar, das laut Inschrift den Gürtel der Jungfrau Maria enthält, in der Ausstellung “From Byzantion to Istanbul: 8000 Years of A Capital” im Sakıp Sabancı Museum, Istanbul. (
http://muze.sabanciuniv.edu/exhibition/exhibition.php?lngExhibitionID=101&bytLanguageID=2 )

Diese Ausstellung konnte gewiss als einer der Höhepunkte im Veranstaltungskalender “Istanbul – Europäische Kulturhauptstadt 2010″ betrachtet werden. Als Direktor des Dommuseums Wien wurde ihm die Ehre zuteil, das Reliquiar als Kurier beim Hin- und Rücktransport zu begleiten.

Er gab mir Verlaufe des Gesprächs einige interessante Informationen über das Reliquiar, die er mir wie nachfolgend auch nochmals beschrieb:

„Das dem Kloster der Heimsuchung Mariae (Salesianerinnen) in Wien gehörige Reliquiar ist eine Schöpfung des Historismus von besonderer Eigenart. Wie ein Potpourri setzt es sich aus Bestandteilen unterschiedlichen Alters und Herkunft zusammen, was ihm aus kunsthistorischer Sicht eine interessante Stellung verleiht.

Formal orientiert sich das 1871 vom venezianischen Goldschmied Giovanni di Cristofori (Christophori) unter Verwendung verschiedener älterer Stücke geschaffene Reliquiar an gotischen Turmmonstranzen.

Folgt man der Inschrift am Fuß der Reliquienmonstranz, die auch den Namen des Goldschmieds und das Entstehungsjahr trägt, enthält der Schaubehälter den Gürtel der Jungfrau Maria, der sich einst in der Reliquienschatzkammer des Wiener Stephansdomes befand. Die Reliquie ist nicht nur mit Perlen verziert, sondern wird unten auch von drei zweitverwendeten Schmuckstücken, in der Mitte von einem Wachs- und seitlich von zwei Emailmedaillons, eingefasst. Die beiden Emails sind nach Demus in Konstantinopel gegen Ende des 10. (Hl. Nikolaus) bzw. Ende des 11. Jahrhunderts (Erzengel Raphael) entstanden, während das Wachsrelief (Maria lactans) als veneto-byzantinische Arbeit des 13. Jahrhunderts gilt.

Die gegossenen Figürchen seitlich des Schaubehälters sind nach Saliger spätgotische Arbeiten des späten 15. Jahrhunderts, während der gesamte architektonische Aufbau so wie die Engel auf den Strebepfeilern und Fialen und höchstwahrscheinlich auch das Relief mit der Darstellung der gegürteten Maria 1871 in Venedig hergestellt wurden.

Demus und Saliger schließen nicht aus, dass die beiden Emailmedaillons aus dem Domschatz von San Marco in Venedig stammen, in dem sich auch zahlreiche Beutestücke aus Konstantinopel befinden. Es ist bekannt, dass noch im Jahr 1819 einige Juwelen aus diesem Schatz versteigert und sodann sekundärverwendet wurden“. (Zusammenfassung, Dr. Bernhard Böhler)

Obwohl ich mich eher selten-leider- mit solchen Themen in meinem täglichen Leben beschäftige, war es ungemein interessant einmal einen Einblick in eine für mich vollkommen andere Welt zu erhalten.

Genauso spannend empfand ich aber Herrn Dr. Böhler als Person kennen gelernt zu haben. Ein sehr charmanter, intelligenter, belesener und liebenswerter Mensch der mir aus seiner täglichen Arbeit berichtete.

Das Dommuseum Wien (www.dommuseum.at ) zählt sicherlich zu den ersten Adressen in Europa, sodass es mich ebenfalls beeindruckte, dass er bereits in seinen jungen Jahren als Direktor dort arbeitet.

Im Laufe des gemeinsamen Abendessen erfuhr ich, dass er sogar der jüngste Museumsdirektor in Europa ist.

Selbstverständlich nahmen wir in unser gemeinsames Essen im Istanbuler Stadteil „Beyoglu“ ein, gibt es dort neben den kulinarischen Köstlichkeiten vorallem für einen Kunst,- und Geschichtshistoriker sehr viel zu bestaunen und bewundern.

Istanbul ist in der Tat nicht nur eine beeindruckende Metropole, sondern sie ist eine wirkliche Brücke zwischen den Kulturen und den Menschen. Es macht mirjeden Tag aufs neue Spass hier zu leben und wer von euch noch nie hier war, dem kann ich nur empfehlen dies alsbald nachzuholen:-)

Mit besten Grüssen aus Istanbul

Mario

London-Bahrain und ein echter englischer Lord
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 30.09.2010 um 13:15 Uhr

Im Moment ist es wirklich verrückt. Es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht auf spannende Menschen und deren interessante Geschichten treffe.

In der vergangenen Woche erhielt ich eine Mail von meiner lieben Freundin „Simin“, die in London lebt und arbeitet. Sie berichtete mir, dass ihr Arbeitskollege „Alex“ Teilnehmer einer Motorrad Rally sei, die die Teilnehmer von London nach Bahrain führen werde!

Da die Truppe auch Halt in Istanbul mache würde, sei ich vielleicht daran interessiert die Jungs zu treffen und in meinem Blog darüber zu berichten.

Ich hatte es schon fast vergessen, als mich dann am Montag Abend ein Anruf von „Alex“ erreichte, der mir mitteilte man habe die türkische Grenze überschritten und werde in ca. 5 Stunden in Istanbul sein. Für den Abend habe man ein Essen organisiert und ob ich mich nicht dazu gesellen wolle? Da ich selber ein alter Biker bin und ich die Story als solche cool fand sagte ich spontan zu.

So traf ich mich dann am Abend im” Zuma Restaurant” mit den “Jungs”.

Wie es sich für eine echte Rally gehört waren bereits der ein und andere Fahrer verlustigt gegangen, denn mittlelschwere Unfälle im Kosovo, falsches Betanken mit Dieselkraftstoff in Serbien und diverse einzelne Pannen hatten die Truppe auseinandergerissen, sodass mich nur zwei Personen erwarten sollten:-)

Ein Teilnehmer war wohl gerade 4 Stunden von Istanbul entfernt, der Andere noch im Kosovo und dergleichen mehr. In Istanbul wolle man sich nunmehr wieder sammeln, um die Weiterfahrt gemeinsam anzutreten.

Neben „Alex“ stellte sich der zweite Fahrer mir als „Paddy“ vor. Ein sehr sympathischer Typ, meine Statur, ausgestattet mit feinstem englischen Humor und recht trinkfreudig, denn er trank den Sake wie andere Leute Wasser:-)

Aber das Reiten auf den Motorrädern über staubige Pisten hinterlässt nunmal trockene Kehlen, insofern konnte ich seinen gesteigerten „Durst“ gut nachvollziehen:-)

Sie erzählten mir, dass sie am 22.September in London gestartet waren, die meisten auf BMW Enduros fahrend, und am 14.Oktober ihr Ziel in Bahrain erreichen wollen.

Ihr weiter Weg solle sie zuerst nach Georgien führen, dann wieder zurück in die Türkei, von dort über Syrien, Jordanien und Saudi Arabien nach Bahrain. Nebenbei erfuhr ich, dass die Reise vom Staatsfernsehen aus Bahrain begleitet wird.

www.london2tbilisi.com/

Neben der Abenteuerlust der Teilnehmer steht auch ein karitativer Zweck dahinter, will man doch soziale Einrichtungen in Bahrain unterstützen.

Bei viel Sake sprudelten die Geschichten der ersten Woche nur so aus ihnen heraus. Vom Treffen mit anderen Motorrad Kollegen auf ihrem Weg, über das Beschreiben grandioser Landschaften, schönster und gewöhnungsbedürftiger Unterkünfte, befahrbarer und unbefahrbarer Strassen, Stürzen, beinahe Unfällen, Geschwindigkeitsräuschen etc. es war alles dabei, sodass ich am liebsten sofort mit gereist wäre:-)

Und dann kamen wir durch Zufall auf geschäftliche Gespräche und es stellte sich heraus, dass „Paddy“ ein nicht unerfolgreicher Geschäftsmann ist, der als CEO des Board of Directors in der grössten russchischen Öl Drilling Firma ebenso tätig ist, wie in gleicher Funktion beim grössten russischen Gold Produzenten, Inhaber einer der angesehensten englischen PR und Marketing Firmen ist und dergleichen Überraschungen mehr:-)

Als sich dann herausstellte, dass wir viele gemeinsame Überschneidungen und potentielle Ansätze für gemeinsame Aktivitäten haben, bat ich ihn darum mir seine Daten zu mailen.

Als diese dann bei mir ankamen war ich schon wieder überrascht: Paddy ist „The Earl of Clanwilliam“ oder auch als  „Lord Gillmore“ bekannt!

Da war ich dann wirklich perplex, denn ich hatte in meinem Leben noch keinen echten Lord oder Earl getroffen und vorallem nicht gedacht, dass ein Lord so cool sein kann:-)

Wie es sich für echte Biker gehört, führte uns der Weg nach dem Essen noch in diverse weitere Bars und Clubs, aber darüber berichte ich dann vielleicht ein anderes mal:-)

Den Beiden und auch den anderen Teilnehmern wünsche eine weiterhin spannende, aber vorallem sichere Fahrt!

Mit echten Biker Grüssen aus Istanbul

Mario                       

EINE ERFOLGREICHE DEUTSCHLÄNDERIN
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 27.09.2010 um 19:05 Uhr

Während in den deutschen Medien mal wieder über mangelnde Integrationsbereitschaft und sonstige negativ besetzte Beurteilungen und Verurteilungen diskutiert wird, treffe ich hier in Istanbul in schöner Regelmässigkeit auf die gelebten Gegenpole: Nämlich erfolgreiche Migranten / Deutsche mit türkischen Wurzeln!

Und es ist mir eine grosse Freude von solchen zahlreichen positiven Beispielen zu berichten.

Am vergangenen Freitag hatte ich die Gelegenheit, die deutsch-türkische Textil- Prinzessin, Frau „Handan Celebi“, ein paar Stunden während ihrer Arbeit und den Gesprächen mit ihren türkischen Geschäftspartnern in Istanbul zu begleiten.

Und es hat mir sehr viel Spass gemacht diesem Energiebündel bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Ihre Eltern waren Ende der sechziger / Anfang der siebziger Jahre aus der Türkei nach Nürnberg gekommen und hatten eine Arbeit bei einem Konzern in Nürnberg gefunden.

Handan wurde in Deutschland geboren und absolvierte nach dem Abitur eine Schneiderlehre bei der Firma Escada.

Nach einem anschliessenden einjährigen Praktikum bei Chanel in Paris, studierte sie an der Fachhochschule in Mönchengladbach Bekleidungstechnik mit Schwerpunkt Design und schloss diese mit einem erfolgreichen Diplom ab.


Danach arbeitete sie als Angestellte für „Peek und Cloppenburg“ und entschloss sich in 2002 den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.

Mit der Gründung ihres eigenen Labels „ CELEBRITI“ (www.celebriti.de) erfüllte sie sich einen ersten Traum und wurde schnell als Designerin für so bekannte internationale Marken wie „ Burberry, Cerutti 1881, Van Laak, DAKS, Heartbrecker“ tätig.

Aber auch ihre eigene Marke nahm an Fahrt auf hatte sie sich doch ersteinmal auf das ausschliessliche Produzieren von T-Shirts fokussiert (das besondere daran sind wohl die Stoff Mixe aus Baumwolle / Kaschmere und Baumwolle / Seide).

Obwohl die Türkei als eines DER produzierenden Textil Länder bekannt ist, entschied sich Handan in der Startphase dafür die Produktion in Portugal und Griechenland durchführen zu lassen. Sie bereiste aber auch andere Länder wie Indien, Bangladesch und Vietnam (alles billig Produzenten) und lebte gar eine Zeitlang in Kambodscha, um vor Ort die Produktion zu überwachen!!!!


Vor einigen Jahren entschied sie sich dann ihre Produktion in die Türkei zu verlagern, denn ihre bisherigen Produzenten waren entweder billig in der Produktion, aber schlecht in der Verarbeitung oder gut in der Verarbeitung, aber  sehr teuer.

Sie reiste ohne jegliche Netzwerke in die Türkei und liess sich vor Ort erklären in welchen Stadtteilen Istanbuls die besten Produzenten zu finden seien. So baute sie sich innerhalb der letzten Jahre ein exzellentes Netzwerk auf und lässt mittlerweile nicht nur in Istanbul, sondern auch in „Bursa“ und „Corlu“ produzieren.

Im Jahre 2004 gründete sie dann ihr zweites Label „DOS CON DIOS“ (www.doscondios.com ). Unter diesem Label vertreibt sie Lederwaren für Frauen (Mäntel, Taschen und Accessoires etc.) und lässt ihre Waren in sogenannten „Manufakturen“ herstellen.

Sie holte mich am Freitag mit Auto und Fahrer in meinem Büro ab und wir fuhren zuerst zu ihrem Atelier in „Nisantasi“.

Dort konnte ich Einblicke in ihre Kollektionen erhalten und mir auch einen Überblick über die Produktion verschaffen.

Von dort fuhren wir dann weiter nach Zeytinburnu wo wir einen ihrer Produzenten für die Lederwaren trafen.

Ein Familienbetrieb, die seit über 40 Jahren eine kleine Manufaktur betreiben in der sie Lederwaren und Pelze verarbeiten.

Der Vater ist für die Geschäftsführung zuständig, die Mutter in der Produktion, die Tochter im Vertrieb und der Sohn im Einkauf.

Bei einem türkischen Tee und leckeren Gebäck wurden mir die ein und anderen Anekdoten berichtet.

Handan macht mittlerweile Millionen Umsätze mit ihrem Unternehmen und man findet ihre Ware in Deutschland in Geschäften wie „ Jades, Apropos, Bäuniger etc.“ und seit 2005 auch in Moskau, Ibiza, Mallorca und Rhodos.

Sie unterstützt und begleitet auch junge Designer und Startup Unternehmer, wenn die Ideen gut sind. So hat sie Firmen wie „Kikadu in Düsseldorf oder Elly und Stoffl in München“ mit auf die Beine geholfen.

Ihr nächstes grosses Ziel, ist es mit ihrem eigenen Label den türkischen Markt und vorallem Istanbul zu erobern.

Auf dem Weg zurück zu meinem Büro erzählte sie dann beiläufig, dass sie gerade den Auftrag bekommen habe für die französische Polizei 600.000 speziell entwickelte T-Shirts zu produzieren!

Und bevor ich es vergesse: Handan hat ihren Firmensitz immmer noch in Düsseldorf und lebt auch dort, denn für sie bleibt Deutschland immer ein Stück Heimat.

Eine tolle Frau, eine unternehmerische Persönlichkeit, eine erfolgreiche Deutschländerin!

Istanbuldan selamlar

Mario

MIT DEM BUS NACH ANKARA
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 15.09.2010 um 16:32 Uhr

Aus geschäftlichen Gründen bin ich regelmässig in Ankara, nahezu wöchentlich.

Normalerweise benutze ich um dort hinzukommen das Flugzeug, weil es bequem, schnell und relativ preisgünstig ist. Der Flug von Istanbul nach Ankara dauert keine Stunde und in der Regel liegen die Kosten für ein Flugticket (Hin-, und Rückflug) unter 200 €.

In dieser Woche hatte ich mir allerdings bewusst die Reise mit dem Bus nach Ankara ausgewählt, weil ich diese Erfahrung gerne einmal machen wollte.

Busfahrten sind in der Türkei eine ähnliche Selbstverständlich, wie man es aus den USA kennt, denn das Land ist gross und nicht jeder kann sich ein Flugticket leisten.

Es gibt die unterschiedlichsten Busgesellschaften aus denen man auswählen kann (Bsp.: Metro, Nilüfer, Vatan oder Ulusoy) und für Ulusoy hatte ich mich dann auch entschieden. www.ulusoy.com.tr

In Besiktas kaufte ich mir in einer der Ulusoy Fillialen ein Ticket für 35 Türkische Lira (ca. 17 €) und wurde von dort mit einem Shuttelbus zu einer der Hauptabfahrstellen gebracht.

Das dauerte alleine schon mal fast eine Stunde aufgrund des starken Abendverkehrs. Mein Bus sollte eigentlich um 19.00 Uhr starten, tatsächlich fuhren wir dann allerdings erst um 20.00 Uhr los, denn einer der „Zubringer Shuttles“, mit weiteren Passagieren aus anderen Stadtteilen hatte sich wegen des starken Verkehrs verspätet.

So sass ich dann ich dann in einem mehr oder weniger luxuriösen Reisebus in der letzten Reihe und die Fahrt ging los. Jeder Sitzplatz verfügte über einen eigenen kleinen Fernseher in dem türkische Fernsehprogramme und aktuelle Kinofilme gezeigt wurden. Ich entschied mich für das Championsleague Fussballspiel Bursaspor gegen Valencia.

Als wir los fuhren war der Bus nur teilweise belegt und ich freute mich schon über soviel Platz, denn 193 cm Körpergrösse und etwas über 100 Kilo Lebendgewicht sind nicht so leicht unterzubringen:-)

Es dauerte fast eine Stunde bis wir die Bosporus Brücke überquert hatten, aufgrund unzähliger Staus, in die wir permanent gerieten.

Nach weiteren 20 Minuten verliessen wir zu meiner grossen Verwunderung die Autobahn und hielten an einer weiteren Ulusoy Station. Und hier sollte sich dann leider der Bus bis auf den letzten Platz füllen.

Nach einer weiteren Stunde dann die nächste Überraschung, als wir wieder von der Autobahn herunterfuhren und an einem Busbahnhof in Kocaeli / Izmit anhielten.

Anscheinend hatte ich einen Bus gebucht, der überall anhalten sollte. Meine Laune sank mehr und mehr in den Keller.

So fuhren wir dann weiter in die Nacht hinein und Ankara entgegen, bis ich gegen 23.15 durch die Stimme aus einer Lautsprecheranlage aus meinem Dahindösenschlaf gerissen wurde, denn ihr könnt es euch denken: Wir hielten mal wieder an:-)

Diesmal an einem überdimensionierten Einkaufszentrum, direkt an der Autobahn irgendwo in der anatolischen Wallachei gelegen. Dort reihten sich Shops und Restaurants wie die Perlen an einer Kette und was sofort auffiel, die Restaurants gehörten den Busunternehmen. Ein Schelm, der böses dabei denken sollte:-)

Dreissig Minuten Aufenthalt sollten dann reichen, um sich ein paar türkische Frikadellen (Köfte) und Pommes herunterzuschlingen und einen sehr netten jungen Mann, der mit im Bus reiste, kennen zu lernen. Onur, gebührtig aus Mersin, lebt aber in Rostok, hatte seine Tanten in Istanbul besucht und war jetzt auf dem Weg nach Iskenderun, um dort der Hochzeit seiner Schwester beizuwohnen. Schon kam aber auch die Durchsage, dass der Bus nach Ankara wieder zum Einsteigen bereit wäre und man sich schleunigst dorthin bewegen solle.

Um 23.52 Uhr ging dann die Fahrt weiter und bereits nach wenigen Minuten lagen die Köfte so schwer auf meinen Augen, dass ich einschlief:-)

Gegen 03.15 Uhr kamen wir dann endlich in Ankara am Busbahnhof an.

Meine Knochen konnte ich nicht mehr richtig spüren, ich war hundemüde und rief nach einem Taxi das mich zum Hotel bringen sollte. Ich glaube es war für eine lange Zeit das erste Mal wieder, dass ich mich nach einem Bett richtig sehnte. Ich verabschiedete mich von Onur, der noch weitere 6 Stunden Fahrt vor sich haben sollte:-)

Wenn ihr mich jetzt fragen solltet, ob ich eine solche Busreise empfehlen würde, dann wird aus meinem Mund mit Sicherheit ein lauten „NEIN“ schallen, aber ein Erlebnis war es allemal und wenn man die Reise tagsüber macht, dann hat man zumindest eine tolle Landschaft, die es zu bestaunen gibt.

Meine Rückreise findet aber mit Sicherheit im Flieger statt:-)

Beste Grüsse, dieses Mal aus Ankara

Mario

TÜRKISCHE KARTOFFEL EROBERT DIE WELT
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 13.09.2010 um 16:44 Uhr

Das türkische „Zucker Fest“ ( Seker Bayrami) -und mit ihm mehrere Tage türkisches Essen vom aller Feinsten- liegen zwar gerade erst hinter mir, aber dennoch will ich den Start in die neue Woche mit einem kulinarischen Thema beginnen:-)

Wer meint es existiere nur der „Döner“ in all seinen Variationen als türkisches Fast Food Erlebnis der irrt, denn es gibt noch etwas viel besseres, um sich den Magen so vollzuschlagen, dass man noch Tage später davon zehrt:

Eine speziell auf türkische Art zubereitete Kartoffel die sich „Kumpir“ nennt was frei übersetzt soviel wie „gebackene Kartoffel“ heisst.

Die Ursprünge leiten sich sogar aus dem pfälzischen Wort Krumbeere (aus Grundbirne) ab und fanden ihren Weg über den Balkan bis in die Türkei.

Eine grosse Kartoffel wird in Folie verpackt in einem speziellen Ofen gebacken.

Danach wird sie in der Mitte durchgeschnitten und mit Käse und Butter im inneren zerdrückt.

Auf dieser „Basis“ entscheidet dann der Kunde welche weiteren Zutaten er auf seiner Kumpir haben möchte und kann aus unterschiedlichsten Variationen auswählen. Das fängt bei Joghurt, Mais, Hummus, Oliven, Wurst und Gurken an und hört bei mindestens weiteren Salatblättern, Majonaise und Ketchup auf. Eine Kalorienbombe ersten Grades, aber extrem lecker:-)

Ich habe meinen ersten Kumpir, wie die meisten Touristen, in dem Stadtteil Ortaköy gegessen wo man auf dem „Marktplatz“ mehrere Holzbuden nebeneinander findet, die alle nur ein Produkt anbieten: „Kumpir“.

Vor ein paar Tagen wurde ich von meinem guten Freund „Metin Demir“ zu der Eröffnung seines neuesten Kumpir Geschäfts in Taksim eingeladen.

Metin ist einer der ersten und erfolgreichsten Franchise Unternehmer in der Türkei und hat „Mr. Kumpir“ vor einiger Zeit gegründet. (www.mrkumpir.com ).

Innerhalb kürzester Zeit konnte er bereits zig Kumpir Geschäfte in Istanbul und weiteren Städten in der Türkei eröffnen und ist mittlerweile sogar in Deutschland, Holland, Österreich, Griechenland, Zypern, USA, Kanada, Saudi Arabien etc. mit seinen Läden vertreten, respektive durch seine Franchisenehmer.

Er hat sich vorgenommen in den nächsten Jahren mehrere 1.000 Geschäfte weltweit eröffnen zu wollen!

Die Eröffnung seines neuesten Geschäfts in Taksim soll sein „Flagshipstore“ sein, denn wer etwas aus dem Fastfood Sektor in Istanbul auf sich hält, der muss dort vertreten sein.

Die Mietkosten sind irre, man muss gar sogenanntes „Luftgeld“ zahlen, um überhaupt dort einen Shop zu erhalten, aber die Umsätze sind dafür auch gewaltig.

Ein solcher Laden kann im Monat locker auf mehrere Hundertausend Dollar Umsatz kommen.

Was man sich in Deutschland auch nicht unbedingt vorstellen kann, bei der Eröffnung einer solchen Art von Geschäft, sind der Zuspruch der Medien (mehrere türkische Fernsehsender kamen zur Eröffnung) und auch die „Prominenz“ aus Wirtschaft und Politik, die zugegen war.

Von Bürgermeistern, Abgeordnteten bis hin zu grossen Wirtschaftsführern war an diesem Tag alles vertreten.

Guten Appetit:-)

Beste Grüsse aus Istanbul

Mario

SAMSTAG IN ORTAKÖY
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 29.08.2010 um 13:21 Uhr

Wer ist Istanbul lebt weiss, dass man von den Möglichkeiten der Freizeitgestaltung schier erschlagen wird.

Was also tun, wenn ein guter Freund aus Deutschland zu einem Besuch in Istanbul weilt und man gefragt wird, wie der Samstag Nachmittag gestaltet werden kann?

Nachdem wir den Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück im „Midpoint“ (www.midpoint.com.tr ) in Nisantasi gestartet hatten, entschieden wir uns gestern spontan nach „Ortaköy“ zu fahren.

Es gibt wohl keinen Touristen, der diesen Stadtteil während eines Istanbul Besuchs nicht besucht hat. Nicht umsonst ist auch deshalb die „Ortaköy Moschee“, dierekt am Bosporus gelegen und im Hintergrund die den Bosporus überquerende Brücke das meist fotografierte Motiv in der Türkei.

Unsere Entscheidung trafen wir allerdings in erster Linie, weil sich dort eines der schönsten Cafes / Restaurants von Istanbul befindet: „THE HOUSE CAFE“ (www.thehousecafe.com.tr )

Bevor wir ins Cafe gehen wollten, hatten wir jedoch die Absicht unseren Gast ein wenig herumzuführen und machten nach wenigen Metern bereits eine interessante Entdeckung: Wir sahen einen Mann und eine Frau, die vor zwei vollbepackten Fahrrädern standen und jeweils ein weisses T-Shirt trugen auf dem stand: „Leben atmen“.

Dies erweckte natürlich sofort meine Neuigierde und ich sprach sie an. Eine sehr interessante Geschichte sollte dann folgen. Die beiden heissen „Simone und Anton Ochsenkühn“ und kommen aus München.

Am 24. Juli diesen Jahres sind sie von dort mit ihren Fahrrädern gestartet, um über Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Mazedonien und  Griechenland nach ca. 2.500 Kilometer Istanbul – Europas Kulturhauptstadt 2010 zu erreichen!!!!

Da ein türkischer Fernsehsender für ein Interview auf sie wartete hatten wir nicht allzuviel Zeit über die Erlebnisse ihrer Reise zu sprechen, aber bereits die ersten Erzählungen klangen sehr spannend. Mehr über die Reise der beiden könnt ihr auf deren eigenem Blog lesen:  http://blog.amac-buch.de/

Nachdem wir uns verabschiedet hatten sind wir dann ins Houscafe, um dort ein wenig zu chillen und die tolle Location zu geniessen. Das Cafe liegt direkt am Bosporus, mit einer fantastischen Aussicht und sehr relaxenden Atmosphäre. Fast schon ein Urlaubsfeeling.

The HOUSE CAFE hat sich in wenigen Jahren zu einer sehr erfolgreichen Kette entwickelt und betreibt nicht nur in Istanbul mehrere Cafes, sondern auch in weiteren türkischen Städten. Soviel ich weiss sollen sogar in Kürze eigene Cafes im europäischen Ausland eröffnet werden.

Das aktuellste „Baby“ der Gruppe ist die Eröffnung eigener Hotels. Die beiden ersten eigenen Hotels wurden vor kurzem in Galata und Nisantasi eröffnet.

Das Hotel in Nisantasi ist mit persönlich bekannt und ich kann es besten Gewissens weiter empfehlen, denn das Preis-Leistungsverhältnis stimmen hier und die Location ist einfach phänomenal. (www.thehousehotel.com ).

Nach ein paar relaxenden Stunden hatten wir uns dann auf den Nachhauseweg gemacht, denn ein sehr schöner und vorallem langer Abend in Beyoglu sollte folgen:-)

Ich wünsche euch einen tollen Sonntag aus dem sommerlichen Istanbul

Mario

EINLADUNG ZUM IFTAR ESSEN
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 26.08.2010 um 09:44 Uhr

Es gibt sie, die wunderschönen Abende an denen alles passt. So einen kurzweiligen Abend durfte ich gestern erleben.

Mein guter Freund Adem Özben, von dem ich an anderer Stelle bereits berichtete, hatte mich und unseren gemeinsamen Freund Wolfgang zum „Iftar“ Essen eingeladen.

So machte ich mich dann gegen 19.00 Uhr von meinem Büro in „Nisantasi“ auf den Weg nach „Laleli“ wo sich der Showroom von Adem’s Firma befindet und wir auch zum gemeinsamen Essen verabredet waren.

Über „Taksim“ führte mich der Weg zuerst über das Goldene Horn und die Brücke hinauf durch die Reste alter Stadtmauern.

Wie immer natürlich von einem Verkehrschaos gefangen, aber das ist überhaupt nicht schlimm, wenn es rechts und links soviel zu beobachten gibt.

Nach etwa 45 Minuten hatte ich dann den Stadteil Laleli erreicht.

Über Laleli, übersetzt die „Tulpe“, gibt es so einiges zu berichten. Früher soll es die „Hofgärtnerei“ des Topkapi Palasts gewesen sein, habe ich mir von Wolfgang erklären lassen.

Seit Ende der 80ziger Jahre hat sich Laleli zu einem florierrenden Textilstandort entwickelt an dem über 6.000 Textilfirmen, vorallem deren „Showrooms“ domizilieren.

Über 70% des US Dollar Umsatzes in der türkischen Textilwirtschaft werden in Laleli generiert! Hintergrund ist auch, dass die Kunden der hiesigen Unternehmen vorallem aus Russland und der Ukraine stammen, und die zahlen meist in cash:-)

Nach dem Fall des eisernen Vorhangs, sollen sich unglaubliche Szenen in Laleli abgespielt haben. Das Geld wurden von den Osteuropäern in Säcken angefahren, weil man wie verrückt eingekauft hatte.

Ein Nachbar von Adem  sollte uns später erzählen, dass er in dieser Zeit am Abend eines jeden Tages in Tüten das Geld nachhause brachte und seine Familie, die sich soviel Geld gar nicht vorstellen konnte, die Scheine nach Farben sortierten…hahaha…unglaublich…schade, dass es keine Zeitmaschine gibt:-)

Bei Adem angekommen trafen wir auf ihn und seinen Partner Ibrahim und gingen von dort ins Restaurant zum Iftar- Essen.

Wie ihr wisst befinden wir uns im Ramadan und gegen Abend findet dann das Fastenbrechen (Iftar) statt.

Ab einer bestimmten Uhrzeit darf dann bis in den Morgen hinein wieder gegessen und getrunken werden. Und dies haben wir dann auch ausreichend getan.

Wie ihr seht gab es eine vorzügliche Auswahl an kulinarischen Köstlichkeiten, die dann mit selbstgemachtem Gebäck des Küchermeisters und türkischem Tee ihre Vollendung fanden.

Mehr als gut gegessen habend, sind wir dann zurück ins Büro von Adem, denn er wollte uns noch seine neue Kollektion vorstellen. Wie schön, dass dann auch noch Jeans und Jacken für uns abfielen:-)

Adem erzählte uns, dass er seinen Umsatz in den letzten 16 Monaten um 800% steigern konnte und mittlerweile 120 Mitarbeiter beschäftigt! Das nenne ich mal eine echte Erfolgsstory. Und Adem, der Hamburger Jung, ist erst 29 Jahre jung….   ( www.gattoi.com )

Eine Vielzahl an Tee’s, unzählige Anproben und jede Menge Anekdoten von Adem   später machte ich mich gegen 23.00 Uhr auf den Nachhauseweg und erfreute mich an dem Gedanken einen tollen Abend gehabt zu haben-und natürlich mehrerer Jeans und einer tollen Jacke:-)

Euch allen noch eine gute Fastenzeit:-)

Istanbuldan Selamlar

Mario

IN DEN URLAUB FÜR 1,50 EURO
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 16.08.2010 um 14:43 Uhr

Seit vielen Tagen leiden wir in Istanbul unter einer enormen Hitze. Egal was man macht, man leidet, man schwitzt.

Auch die beste Klimaanlage schafft da nicht immer Linderung und gesund kann es auch nicht sein, aus den eisgekühlten Büros in überhitze Autos zu steigen oder gar noch schlimmer zufuss und im Anzug über die Strassen zu den Terminen zu hetzen.

Aber es gibt wohltuende Abwechslungen und schon für 1.50 € kann man die Tür zum Urlaub öffnen. Weg von der Hektik und dem Stress der Metropole, dem Lärm, dem Chaos und hinein in eine Idylle der Glückseligkeit:-)

Denn Istanbul hat die „Princess Islands“ zu bieten und denen habe ich gestern mit meinen Freunden einen Besuch abgestattet. Um es schon vorweg zu sagen: Es war toll!!!!

Von Kabatas sind wir mit der Fähre gegen Mittag losgefahren. Die Fahrt zu den Inseln kostet gerade einmal 1.50 € und dauert ca. 2 Stunden, abhängig davon an welcher Insel man aussteigen mag.

Die Princess Islands bestehen insgesamt aus vier Inseln, „Heybiliada“, „Burgazada“, „Kinaliada“ und der grössten Insel der „Büyükada“. Letztere der Inseln war unser Ziel.

Die Fähre nimmt ihren Weg vom Bosporus auf und nimmt dann Kurs über das Marmarameer Richtung der Inseln. Alleine diese Fahrt ist bereits recht kurzweilig, denn man sieht auf der linken Seite den asiatischen Teil Istanbul’s liegen und auf der rechten Seite kann man bereits die Inseln erkennen.

Man sonnt sich, plaudert mit seinen Freunden, trinkt Tee, isst einen Toast und ist voller Vorfreude auf einen Tag Urlaub:-)

Schon die erste Insel ist beeindruckend, wunderbare Strände sind zu sehen und man hat nicht das Gefühl nur wenige Kilometer von Istanbul entfernt zu sein.

Auch die beiden weiteren Inseln an denen die Fähre halt macht, um Passagiere dort abzusetzen, geizen nicht mit ihren Reizen und ich habe mir sofort vorgenommen auch diese Inseln alsbald erkunden zu wollen.

Nach etwa zwei Stunden sind wir am Ziel angekommen und haben „Büyükada“ erreicht.

Man spürt sofort es ist eine andere Welt, die wir erreicht haben. Keine lärmenden Autos oder sonstigen motorisierten Fahrzeuge, denn diese sind auf der Insel nicht erlaubt. Fortbewegungsmittel sind entweder Fahrräder oder Pferdekutschen!!

Bevor wir die Insel erkunden wollen, haben wir uns zu einem Mittagessen in einem der zig am Wasser befindlichen Fischrestaurants niedergelassen. Unser Freund „Ali“ feiert seinen Geburtstag und hat uns zum Essen eingeladen.

Nach der gesättigten Mahlzeit machen wir uns auf den Weg zu den Pferdekutschen, um die Insel zu erkunden. Wir verteilen uns auf auf mehrere der Kutschen und los geht es.

Vorbei an wunderschönen Häusern, viele davon im Victorianischen Stil gehaltene Holzhäuser mit unglaublich akribisch gepflegten Gärten geht es hinauf durch wunderschöne Wälder.

Es ist, als sei die Zeit stehen geblieben. Kein Lärm, nur die Hufe der Pferde zu hören und das Zirpen der Grillen. Man ist beeindruckt von soviel Schönheit, die alle Sinne erfasst.

Nach der Hälfte der Tour wird Halt gemacht an einem Weg, den man nur zu Fuss beschreiten kann.

Es ist ein sehr steiler Weg der zur „Ayia Yorgi Kirche“ führt, die glaube ich aus dem 6.Jahrhundert stammen soll.

Auch wenn der Weg dorthin eine sehr gute Konditon voraussetzt, es sei denn man reitet auf einem Esel hinauf, der sich dann bietende Ausblick ist so atemberaubend, dass sich alle Mühen allerdings mehr als lohnen.

Der restliche Teil der Fahrt, der auch an den schönen Stränden der Insel vorbeiführt ist so wohltuend, dass man sich am liebsten direkt in einer der kleinen einladend wirkenden Pensionen und Butik Hotels einquartieren möchte und ein paar Tage seinen Akku wieder auffüllen lässt.

Am Ausgangspunkt der Fahrt wieder angekommen haben wir uns hausgemachtes Eis munden lassen, sind noch ein wenig durch die Gassen geschlendert, bevor wir dann mit der Abendfähre den Heimweg angetreten haben.

Einen guten Start in die neue Woche wünsche ich Euch!

Mario

WHAT A WEEK
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 19.07.2010 um 14:12 Uhr

Die vergangene Woche hat mir wieder die Vielfalt dieser verrückten Stadt vor Augen geführt:-)

Es fing an mit dem vorletzten Sonntag, als wir uns mit Freunden auf den Weg nach „Yesilköy“ machten.

Dieser Stadteil liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens und beeindruckt durch seine grüne Landschaft (grün= yesil), seinen weissen Sandstrand –ja ihr lest richtig- dem wunderschönen Marmarameer und Häusern und einem Ambiente, die einen nicht denken lassen man sei in einer Millionenstadt, sondern viel mehr in einem kleinen Fischerdorf angekommen.

Wir sind zuerst an der wunderschönen Promenade entlang gelaufen und haben dann in den Parks und am Strand relaxt.

Den Abend haben wir in einem Fischrestaurant in dem leckerste Köstlichkeiten serviert wurden ausklingen lassen. Unglaublich wie sehr nur ein Tag in einer solch beruhigenden Umgebung den Kopf frei macht und man neue Energien tankt.

Am Mittwoch war ich dann zur Eröffnung der Ausstellung des berühmten türkischen Designerns „Hussein Chalayan“ im Museum für modern Kunst „Istanbul Modern“ (www.istanbulmodern.org ) eingeladen. Ein High Society Spektakel zu dem jeder und jede eingeladen waren, inklusive des Oberbürgermeisters, „Kadir Topas“ und  des Kulturministers.

Das Museum wurde durch die türkische Unternehmerfamilie „Ezcasebasi“ gegründet, die sehr viel Gutes für die Kultur in Istanbul getan haben.

Aber auch die Ausstellung war sehr interessant und wird noch bis in den Oktober andauern. Wer in diesem Zeitraum in Istanbul sein sollte, dem lege einen Besuch nahe, denn es lohnt sich.

Nach dem Besuch des Museums war ich dann noch eine Kleinigkeit im angrenzenden Restaurant essen und erzählte während des Salat konsumierens Frau Pinar Ezcasebasi, dass ich ein Fan von der Legende „Tony Bennett“ sei und dieser in Istanbul ein Konzert geben würde.

Am nächsten Tag rief sie mich an und teilte mir zu meiner grossen Freude mit, dass sie eine Karte für das Konzert habe und wir am Abend gemeinsamen dorthin gehen würden.

So fand ich mich dann am Abend vor den Toren des „Cemil Topuzlu Open Air Theater“ ein, in voller Vorfreude eine Legende Live erleben zu dürfen.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Selten habe ich einen so charismatischen Sänger erlebt, der mit 84 Jahren noch eine Energie an den Tag legen kann von der sich die meisten jungen Künstler viele Scheiben abschneiden können:-)

Fast 2 Stunden ohne Pause hat er performed, einen Klassiker nach dem nächsten gesunden und dies alles in einem perfekten Ambiente. Open Air Theater, ein klarer Sternenhimmel über mir und Mr. Bennett himself nur wenige Meter von mir entfernt. Wow was für ein Abend!!

Am Samstag bekam ich dann Besuch von einem stern.de Leser aus Dresden, der mir als „Geschenk“ eine tiefgekühlte Currywurst aus Deutschland mitbrachte:-)

Der Abend wurde mit Freunden und einer Weinprobe verbracht, die dazu führte, dass wir sämtliche südmerikanischen Länder weintechnisch bereisten:-)

Es war eine grandiose Woche und ich habe das Gefühl, als würde die kommende Woche ähnlich spannend werden:-)

Euch allen einen guten und erfolgreichen Start.

Beste Grüsse aus Istanbul

Selamlar

Mario

MEIN BESUCH BEI EINER BERÜHMTEN KÜNSTLERIN
Veröffentlicht in Allgemein von Mario Diel am 01.07.2010 um 16:02 Uhr

Ich hatte gestern die grosse Ehre eine der berühmtesten türkischen Künstlerinnen in ihrem Atelier besuchen zu dürfen, Frau Prof. Jale Yilmabasar.

Selten hat mich eine Dame so beeindruckt und deshalb möchte ich euch gerne von ihr berichten.

Das erste Mal hatte ich Frau Prof. Yilmabasar vor ein paar Wochen anlässlich der Vorstellung des neuen Glamour Magazins „ Quality“ auf „Suada“ (www.suada.com.tr) kennen gelernt.

Ich war dort gemeinsam mit meinem Geschäftsfreund, Herrn „Ercan Engin“ und der türkischen Star-Architektin, Frau „Sevinc Ormanci“, eingeladen gewesen.

Die beiden Damen kennen sich sehr gut und so wurden wir einander vorgestellt.

Mir fiel sofort ihre herzliche und charmante Art auf, bezeichnete sie mich direkt mit „Canim“ (heisst „Schatz“ auf türkisch) oder auch „Askim“ (eine intensivere Form des Schatz:-)). In nur wenigen Minuten hatte sie mir auch bereits einen kurzen Überblick ihrer beeindruckenden Vita übermittelt-übrigens in einwandfreiem deutsch-.

Sie ist weltweit für ihre Künste als Malerin, Designerin und Keramikerin bekannt, hatte Ausstellungen in der ganzen Welt, ihre erste bereits 1963 und ist die erste türkische Professorin für Keramik.

Sie wurde 1969 mit dem Bayerischen Staatspreis in Gold ausgestattet und ihre Werke befinden sich im Besitz vieler international annerkannter Sammlungen.

Sie hat lange Zeit an der Marmara Universität gelehrt und selber u.a. an der “Akademie der Bildenden Künste” in München Malerei studiert. (Noch heute hat sie ein eigenes Atelier in München in der Franziskaner Str. 36).

Gestern war es dann soweit und ich besuchte sie in ihrem Istanbuler Atelier in „Beylerbey“.

Der Empfang war genauso wie man es sich als „Canim“ vorstellt: Herzlich, warm, erfreut, mit offenen Armen erwartend:-) Sie hatte für uns Kaffee und Kuchen vorbereitet, unterschiedlichste Tee Sorten bereit gestellt und extra für mich Julio Iglesias auflegen lassen.

(wahrscheinlich wenden sich jetzt einige wegen meines Musikgeschmacks mit Grauen ab:-)))

Ich hatte noch gar nicht richtig gesessen, da wurde ich auch schon von ihrer ansteckenden Fröhlichkeit und positiven Energie eingenommen. Für etwa 1.5 Stunden tauchte ich in eine andere Welt, denn sie berichtete von ihrer Arbeit, von den berühmten Kunden und den damit verbundenen Anekdoten und ihrem so interessanten Leben.

Irgendwann fragte sie mich nach ihrem Alter, was ich natürlich höflich wie ich nunmal bin nicht beantwortete, da aber ihre Tochter wie ich 1967 geboren wurde könnt ihr euch vorstellen, dass sie älter als 30 sein sollte:-)

Sie macht allerdings einen so unglaublich energieladenen Eindruck, der wohl daher kommt, dass sie 3x die Woche zum Ballett geht!!! und 2x die Woche Tennis spielt!!! Ich sage ja eine durch und durch beeindruckende Dame.

Dann führte sie uns durch ihr Atelier und lud uns im Anschluss daran noch zu einem Schnäpschen zu sich nach Hause ein. (Ihr Haus befindet sich nur wenige Meter fussläufig von ihrem Atelier entfernt).

Dort angekommen war ich dann schon wieder sprachlos, denn ihr Haus ist direkt am Wasser des Bosporus gelegen, sprich man könnte von ihrem Wohnzimmer direkt ins Wasser springen.

Als sie meinte wir seien seit 2 Jahren die ersten Gäste, die sie zu sich eingeladen habe und dies daran liege, weil wir so sympathisch seien, da war „Canim“ noch mehr beeindruckt um nicht zu sagen gerührt.

Frau Prof.  Jale Yilmabasar, Sie sind eine ganz tolle, beeindruckende Dame und es war mir eine Ehre Sie kennen gelernt zu haben!

Istanbuldan Selamlar

Mario