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Wie fährt der denn?

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Ungeschriebene Geschichten und ein bismillah
Veröffentlicht in Allgemein von Artur Fischer-Meny am 07.02.2011 um 12:53 Uhr

Im Juni 2008 habe ich mich erstmals in einem Blog über meine automobile Umwelt aufgeregt und schimpfte und staunte über so manches auf und neben der Straße, über Straßenbahnen, Züge, Todesampeln, die Leiter auf der Autobahn, ein weggeknicktes Fahrgestell oder Geschichten rund ums Reisen und Parken – an dieser Stelle seien auch noch einmal Horst Nilges erwähnt und auch die Fahrt nach Istanbul, in deren Verlauf meinem Papamobil, wie es viele genannt haben, auch Asien unter die Räder kam.

Kurzum: Viele kleine und große automobile Vorkommnisse haben in den vergangenen knapp drei Jahren den Weg in die Öffentlichkeit gefunden – vieles blieb aber auch ungeschrieben: Beispielsweise, wie Bauunternehmen und schwarze Schafe in der Speditionsbranche mit steuerfreien grünen Nummernschildern ihrer Zugfahrzeuge die Steuer hintergehen und so Fuhrunternehmer schädigen, die mit schwarzen Nummern fahren, brav ihre Steuern bezahlen und deswegen ganz andere Preise verlangen müssen.  Sicher wird das irgendwann jemand aufgreifen.

So wie vielleicht diesen Gedanken einer völlig neu erdachten Ladezone, die man nicht mal mehr als Zweite-Reihe-Ladezone treffend beschreiben könnte:

Und ja, es gibt auch Erfolge. So wird tatsächlich hier im Viertel regelmäßiger kontrolliert, plötzlich sehe sich öfter diese kleinen weißen Zettel an den Windschutzscheiben, die hier im Portugiesenviertel lange vermisst worden waren.

Zudem hat sich tatsächlich eine Bürgerinitiative gegründet, die da heißt: „Ich will parken“. Knöllchen waren hier im Blog ja immer ein heißes Thema. Auch an anderer Stelle wissen gewissenslose Redaktionen offenbar, wie man mit vielen Geschichten rund um dieses Phänomen immer wieder den Nerv der Leser trifft.

Sie, liebe Blogleser, haben mich den ein oder anderen Standpunkt überdenken lassen, ich darf Ihnen für die angeregten Diskussionen und das Mitlesen sehr herzlich danken.

Sie haben sicher bemerkt, dass die „Wie fährt der denn?“- Geschichten in den letzten Monaten seltener wurden. Ich widme mich nun neuen Herausforderungen, so sagt man das ja heutzutage.

Mein Renault Mégane Scénic hat in dieser Zeit knapp 40.000 Kilometer zurückgelegt und es werden trotz der ein oder anderen Beule, die seither dazukam, wohl noch einige mehr werden. Leider immer noch ohne Rußfilter. Ich hätte ja wirklich gerne einen, keiner stellt allerdings einen dafür her, aber das wäre schon wieder ein neues Thema.

So möchte ich mit einem Brauch diesen Blog schließen, den ich von Besuchen im Libanon und Syrien mitnahm: mein Freund spricht folgende Art Reisesegenswunsch jedes Mal am Start einer längeren Fahrt mit dem Auto aus: bismillah!

Ihnen allzeit eine gute Fahrt.

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Ich will parken und wie die ADAC-Geschichte ausging
Veröffentlicht in Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 19.01.2011 um 18:24 Uhr

Es ist ja nun schon etwas länger her, dass hier Dinge aus dem Straßenverkehr zur Sprache gekommen sind, daher nun zwei Updates.

Das erste betrifft den Nachklapp zu unserer Istanbul-Fahrt und der Panne. Tatsächlich hat sich der ADAC gemeldet, ich solle doch die verursachten Kosten einreichen. Und siehe da, sie wurden von der Abteilung Auslandsschaden übernommen, und das obendrein versehen mit einer Entschuldigung. Was mich in der Tat sehr freut.

Der andere Nachklapp betrifft in aller Kürze einen Missstand, den ich schon öfters hier mal thematisert hatte, hier oder auch mal mit Horst Nilges oder auch vor allem hier: die ewigen Falschparker. Letzteren Artikel schrieb ich im Sommer 2008, und endlich scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Neulich fand sich an den Windschutzscheiben verschiedener Autos hier im Viertel folgender Flyer:

Parkplatzprobleme Portugiesenviertel - uns reicht's

Einladung für den 2.12. 19:00 Uhr in die Barrio Bar

Tatsächlich trafen wir uns – immerhin ein zeichen dafür, dass es noch mehr Menschen wie mir in diesem Viertel so ging. Und am Ende gab bzw. gibt es nun eine Bürgerinitiative: “Ich will parken”. Kaum war eine entsprechende Pressemeldung verschickt, fand sich auch Anklang in verschiedenen Medien.

Das mag nur zum Teil überraschen, denn immerhin ist in Hamburg derzeit Wahlkampf, nachdem sich ja die Grünen aus der bisher einmaligen Koalition mit der CDU verabschiedet hatten.

Auf ein Mal scheint man sich für dieses Thema zu interessieren, und der geneigte Leser mag nun zu Recht sagen: jaja, das gibt’s bei mir auch, das geht jedem so, nun habt euch mal nicht so. Aber es zeigt, dass dranbleiben tatsächlich was bringt.

Mit diesen beiden Sachlagen möchte ich Sie zunächst in den Beginn des neuen Jahres entlassen.

Es tun sich hier einige Änderungen auf, die auch den Fortgang dieses Blogs betreffen werden, dazu aber zu gegebener Zeit mehr…

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Dank an Frau K. aus A. – und wie aus zufriedenen Mitgliedern unzufriedene werden
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise,Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 15.08.2010 um 15:18 Uhr

Nun ist es also doch passiert. Das Auto ist liegen geblieben. Aber: Es gibt schlimmere Ecken, an denen es hätte passieren können als ausgerechnet an der Schwarzmeerküste. Und die Mitgliedschaft in einem großen Automobilclub hat sich als äußerst hilfreich erwiesen.

Alles geschah Samstag Abend. Plötzlich macht mein Renault ein seltsames Geräusch, geht aus und bleibt stehen. Nur eine halbe Stunde später war es abgeschleppt, ein bulgarischer Vater mit seiner sehr gut englisch sprechenden Tochter war aus Sofia angerufen worden, dort erfuhr man von meiner Panne aus Athen, wohin man mich aus München stellte. Fantastisch, es lief alles bestens, auch dank der superfreundlichen Frau K. in Athen, die mir nicht nur den Abschlepper, sondern auch einen Mietwagen organisierte.

Man stelle sich den Aufwand vor, dessen es bedurft hätte, daas alles in einem Land selber hinzubiegen, dessen Sprache man nicht beherrscht bis auf die Wörter für hallo und danke und zwei Bier.

Deswegen einfach mal ein großes Lob an den Club mit den vier Buchstaben und an Frau K. aus A., mit der ich morgen wieder telefonieren werde, um zu erfahren, ob mein Renault je weder fahren können wird. Ich freue mich schon darauf. Und wir liegen einstweilen noch ein bisschen am Strand rum. Ist schließlich ein Urlaub….
Und Sofia steht morgen auch noch – hoffentlich.

Nachtrag am Donnerstag, dem 19. August – inzwischen sind wir tatsächlich in Sofia. Und ich habe noch folgende Mail an den Automobilclub geschrieben:

“Alles begann bestens. Samstag Abend Panne gehabt, eine halbe Stunde später war klar, wer das Auto abschleppt, und dass wir einen Mietwagen bekommen. Das Auto war am Abend bereits in Burgas auf einem Hof abgestellt, der Mietwagen wurde aber noch nichts: Der Mini-Cooper wurde nicht fristgemäß abgegeben, man versprach uns für den Sonntag einen Ersatzwagen. Der kam am Sonntag Mittag auch – allerdings mit einer leeren Batterie. Uns wurde gesagt, wir sollten ein wenig hochtourig herumfahren, damit sich die Batterie wieder auflädt, ein Kunde hätte vergessen, das Licht auszumachen. Auch das taten wir – trotzdem bleib das Auto am Abend ein weiteres Mal liegen, wir mussten es wieder anschieben. Am Tag darauf, am Montag, wurde die Batterie ausgetauscht, seitdem fährt der Golf.

Am diesem Montag wurde mir aus Athen auch zugesagt, dass um 10:30 Uhr ein erste Diagnose aus der Werkstatt vorliegen werde. Als diese Zeit lange verstrichen war, meldete ich mich erneut beim Automobilclub in Athen. Dort sagte man, man warte weiter auf das Fax, das eine Werkstatt normalerweise anfertigt, man werde sich melden. Am Nachmittag gegen 16:00 Uhr meldeten wir uns erneut, um nachzufragen, was die Diagnose ergeben hat. Man werde das klären, sagte man uns, und versprach einen Rückruf. Der kam gegen kurz vor fünf. Man hätte in der Werkstatt auf uns gewartet, wir sollten doch bitte erst den Schaden begutachten, bevor etwas repariert würde.

Und das, nachdem wir den ganzen Tag auf einen Anruf gewartet hatten und aktiv öfter nachgefragt hatten, wie denn der Stand der Dinge ist und wir ohne weiteres in der lage gewesen wären, an diesem Montag in die Werkstatt zu fahren.

Nach zwei weiteren Anrufen bekam ich dann die Adresse der Werkstatt per sms zugesandt, diese ließ sich aber im Stadtplan von Burgas nirgendwo finden. Also wieder ein Anruf in Athen, dort dann die richtige Information bekommen mit der richtigen Schreibweise des Straßennamens. Und mit Hinweis darauf, dass die Werkstatt von 8 bis 16 Uhr arbeite und wir doch morgen früh da hin sollen, um alles weitere zu klären. Am nächsten Morgen fuhren wir nach Burgas, fanden die Werkstatt aber auch nicht gleich. Dafür den Hof, auf dem man mein Auto am Samstag Abend abgeschleppt hatte. Es stand an dem gleichen Platz und es sah so aus, als hätte sich noch niemand den Wagen auch nur angeschaut. Als wir am Morgen hinkamen, fragte man zuerst nach dem Fahrzeugschlüssel, den ich bereits am Samstag dem Abschlepp-Mann übergeben hatte. Als wir diesen dann durch Zufall trafen, zeigte er uns die Werkstatt. Diese hatte aber noch nicht offren, außerdem wurde ein Elektroniker herbeitelefoniert, der dann 20 Minuten später auch da war. Das war um 9 Uhr etwa. Weiteres Telefonat mit Athen mit der Anmerkung, dass bisher nichts geschehen sei. Die Dame dort erklärte, das alles sei am Montag untergegangen, Montags sei immer viel los, das ganze sei die Schuld des Clubs. Und Herr A., der Leiter des Athener Büros, würde sich nun des Falls annehmen. Der Elektroniker versuchte etwa 2 Stunden alles, um die Wegfahrsperre zu deaktivieren und die Fehlerquelle für eine offenbar defekte Stromzufuhr zu finden, teilweise auch mit unserer Hilfe. Gegen 12 Uhr rief Athen an, es gebe gute Nachrichten, das Auto sei repariert, und man hätte herausgefunden, dass sich offenbar jemand zuvor an der Wegfahrsperre zu schaffen gemacht hatte.

Auch diese Information stimmte nicht. Wir saßen nämlich in Sichtweite zu unserem Auto und konnten feststellen, dass es zwar im Begriff war, repariert zu werden, dass der Fehler aber noch eingekreist wurde und eine Lösung noch nicht in Sicht war. Herr A. bedauerte das und sagte, dann werde er sich nun ob dieser Falschschinformation beim Partnerclub beschweren und sich wieder melden.

Inzwischen scheint ein Fehler am Wagen tatsächlich gefunden, aber erst, nach man uns diese Information aus Athen gegeben hatte – repariert ist aber noch nicht, noch ist völlig unklar, wann und wie es weitergehen wird.”

Tja, Herr A. aus A. hat sich nun also unserer Sache angenommen. Und gesagt, dass der Club auch die zusätzliche Nacht in Pomorie übernehmen wird.

Es war übrigens tatsächlich die Wegfahrsperre, die auslöste, als eine Sicherung im Motorraum durchbrannte. Kleine Ursache, große Wirkung.

Alles weitere werde ich schreiben, wenn ich mal weider einen Bildschirm vor mir habe, mit dem ich nicht nur die ersten fünf Wörter jeder Zeile lesen kann, während ich sie tippe…

Heute also nach Maribor und Graz, ich werde alles nachtragen – versprochen.

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Glück ist eine Dachterrasse in Istanbul
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise,Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 08.08.2010 um 01:42 Uhr

Der Tag begann mit einem unvermuteten Zeitsprung. Eben war es noch kurz nach zehn. Gestern im Kosovo hatten wir uns nichts dabei gedacht, schoben es auf die arabische Einstellung bei der Zeitmessung und liessen unsere Uhren so, wie sie waren. Umso erstaunter waren wir heute, als auch in Griechenland die Uhren so konsequent anders gingen, dass wir uns gezwungen sahen, doch die Uhr eine Stunde vor zu stellen.

Sei’s drum, so begann unser Tag eben eine Stunde später als geplant. Wir lagen dennoch gut im Plan und vor uns lag nur noch einen halben Tag Autofahrt unsere östlichste Station der Reise: Istanbul.

Und endlich mal eine Grenze, wie man sie sich vorstellt. Mit umständlichen Passkontrollen und mit einem Grenzfluss, in dessen genauer Mitte aus dem blau-weißen Geländer ein rot-weißes wurde und Soldaten der Türkei und Griechenlands mit Maschinenpistolen standen. Vor einigen Jahren sollen sie sie noch im Anschlag gehalten haben, heute allerdings hingen sie nur noch über der Schulter.

Es war die dritte EU-Außengrenze auf unserer Fahrt, auf der wir bis jetzt gute 3200 Kilometer zurückgelegt haben.

Und ein Gefühl von Ankommen. Am 29.7. waren wir in Hamburg aufgebrochen, haben inzwischen Österreich, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Makedonien und Griechenland durchquert.

Und heute Nachmittag also fahren wir über diesen Hügel und vor uns breitet sich Istanbul aus. 16 Millionen Menschen leben hier, so genau weiß das keiner, und auf einmal pulsiert alles. Fünfspurige Autobahnen, über uns Flugzeuge, um uns herum Hochhäuser, rasselnde Bahnen, hupende Busse und flitzende gelbe Autos mit der Aufschrift Taksi. Dann das Meer, riesige Schiffe (wir in Hamburg sind ja nur Containerfrachter und öde Vergnügungskreuzfahrer gewöhnt), die Europabrücke, die Hagia Sophia, die Sultan-Ahmet-Moschee und in deren Muezzinhörweite unser Hotel.

Die Einfahrt-verboten-Schilder scheinen nur eine Empfehlung wiederzugeben, und nur durch konsequente Missachtung gelangen wir hierher, ein Freund, den wir hier treffen, hat das Hotel vorgebucht, und das Zimmer ist toll, ganz zu schweigen von der Dachterasse, auf der ich grade sitze und diese Zeilen bei lauen 34 Grad im Dunkeln schreibe.

Kurz nach der türkischen Grenze wollten wir noch tanken – ohne das zu tun, sind wir durch Griechenland gekommen. Wir hatten auch ein wenig Angst, dort aufgrund der verfahrenen wirtschaflichen Situation nicht einen Tropfen Diesel zu kriegen – mit vollem Tank fährt es sich auch besser. So fuhren wir eine Tankstelle der in Russland sicher besser bekannten Firma Lukoil an – und merken mal wieder, dass der Ruf Deutschlands im Ausland wesentlich besser zu sein scheint, als man gemeinhin so denkt. Der Besitzer der Tankstelle checkte noch schnell das Öl und spendierte noch eine komplette Wagenwäsche, als er erfragt hatte, wo wir herkommen. Drinnen beim Zahlen mit der Karte noch eine Entdeckung: man glaubt gar nicht, wieso ein Tankstellenbetreiber neun verschiedene Kartenlesegeräte betreiben muss – jeder, der hier durchfährt, hat scheinbar ein eigenes Bezahlsystem.

Frisch herausgeputzt und den Wagen vollgetankt schlängelten wir uns also am goldenen Horn entlang, einer der Hauptverkehrsstraßen in Istanbul, sahen vorher die obligatorischen Pferdefuhrwerke auf der Autobahn und auch dieses letzte Sticheln Griechenlands gegenüber Mazedonien.

Dort, kurz nach der Grenze hatte auf einem großen Schild gestanden: Welcome to Greece, welcome to Makedonia.

Wir werden wiederkommen. Zum Beispiel nach Skopje, eine echte Entdeckung. Die Stadt wird nicht mal in zwei Wochen zu entdecken sein, so vielfältig waren die Eindrücke.

Doch davon später mehr. Erst einmal werde ich noch den nächtlichen Ausblick von unserer traumhaften Dachterrasse auf den letzten Zipfel Europas genießen. Warum dieser zauberhafte Ort Moonlight Hotel heißt, erklärt sich hier oben von selbst…

Einmal Kosovo 40 Euro
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise,Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 03.08.2010 um 22:38 Uhr

Es war eine lange Fahrt nach Pristina. Besser gesagt, bis kurz davor, bis zum ganz frisch eröffneten Hotel Cowana. Der Stromgenerator brummt noch und ich denke zurück an diesen doch ereignisreichen Tag. Heute Morgen noch waren wir in Sarajevo, haben den Olypmia-Turm von 1984 gesehen, umgeben von einem Gräberfeld.

Die guided tour haben wir nicht mehr geschafft, wir müssen da mal wieder hin, so scheint es.

Noch ein kurzes Stück durch die Stadt, und mit einem Mal, wie abgeschnitten, endet Sarajevo nach einem Tunnel auf einem grünen Hügel und die Republik Srpska hat uns wieder.

Der Reiseführer warnte uns eigentlich erst für Serbien eindringlich, sich doch bitte an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten zu halten, allerdings hat es uns doch schon davor erwischt.

Eine 60er-Zone, die willkürlich in die ansonsten überschaubare Landstraße eingebaut war, hat die Republik um 40 K-Mark bzw. 20 Euro reicher gemacht.

Zwei Polizisten, ein runtergekommenes Polizeiauto und eine Laserpistole lauerten im Schatten hinter einer kleinen Baumgruppe. 82,4 km/h habe man gemessen, so war der bosnischen Belehrung zu entnehmen. Aber nicht, dass wir das hätten gleich bar bezahlen können. Es musste auf einer Bank eingezahlt werden, und das um kurz vor zwölf, ein paar Kilometer die Straße zurück, den Fahrzeugschein hat man so lange da behalten. Wir haben auch das geschafft.

Und hielten uns fortan penibel an schikanöse 80er-, 60er-, ja sogar 40er-Zonen, egal wie sehr man von hinten drängelte. Noch einmal sollte uns das nicht passieren.

Dann die Grenze zum jüngsten Staat Europas, zum Kosovo. Provisorisch auf beiden Seiten, man weiß ja nie, was kommt. Die Grenzerfahrzeuge sahen sehr militärisch aus, ein Räumfahrzeug, alles in blau mit EU-Kennzeichen, die Grenze selbst war mit Panzersperren versehen, unterwegs haben die Brücken plötzlich noch diese Schilder, wie ich sie aus Deutschland kenne: wo wie viele schwere Panzer drüberfahren dürfen. Offziell anerkannt ist das Kosovo ja vom Nachbarn nicht.

Auch nicht von meiner Versicherung. So war zur Einreise eine Assekuranz nötig. 40 Euro wollen die Halsabschneider haben, dass man mit dem Auto überhaupt ins Land darf. Englisch konnte die Dame, die in ihrem kleinen Kabuff jenseits der Grenze wie die Spinne im Netz saß, natürlich auch nicht.

Warum auch. Zahlen und reinkommen oder nicht zahlen und festsitzen, das waren die nicht eben üppigen Alternativen.

Ich werde ihren Chef mal anschreiben, denn es war nicht ersichtlich, warum man für eine eintägige Durchfahrt 40 EUR zahlen soll, was dann abgedeckt ist oder in welchem Fall die Versicherung nicht greift. Quite much money for such a small country, is it so dangerous? Mein Scherz ging ins Leere. Pay or not. Im Hintergrund lief der Fernseher mit lauter Musik. Puh, hot. Sagt sie und lächelt müde. Pay? Pay. Is it possible to pay by card? No, just cash.

Aha.

Man sollte andere Touristen warnen vor solchen Abzockereien.

Dafür rückt unser Ziel Istanbul immer näher – wir versuchen immer, den Tank möglichst voll zu haben, man weiß nie, wann Diesel teurer wird, in Griechenland soll ja so gut wie keiner mehr zu kriegen sein.

Morgen jedenfalls sehen wir uns das Amselfeld an. Schon unterwegs war überall – auf verrosteten Tanks, auf Bushaltestellen (oder dem, was davon übrig war) und auf Steinen die Jahreszahl 1389 gesprüht, dem Datum der wichtigen Schlacht auf dem Amselfeld. Wir werden es morgen ja sehen.

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Mit Biene Maja unterwegs
Veröffentlicht in Allgemein,Lifestyle & Reise,Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 01.08.2010 um 00:28 Uhr

Bis jetzt sind wir nicht so gut vorangekommen, wie wir ursprünglich dachten. Aber dafür mit viel Regen und einzigartigen Erlebnissen. Hätten Sie dieses Lied im Radio erkannt? Mein Freund drückte gottlob rechtzeitig auf den Auslöser, als wir heute morgen in Bosanska Gradiska losfuhren.

Biene Maja auf Bosnisch

Leider kann ich hier nicht allzuviel schreiben, nach der halben Zeile schreibe ich dank des wirklich kleinen Netbook-Bildschirms ins Leere, das ist nicht sehr zielführend. Aber eines möchte ich doch noch verraten: Wir sind am Nachmittag in Sarajevo angekommen und wurden quasi vom derezit hier stattfindenden Filmfest überrascht, das hier auch schon hunterte Kilometer zuvor auf der Hauptstraße angekündigt wurde und auch im Radio, wobei ich eigetnlich ndie das Worte Filmfest und Morgan Freeman verstanden habe.

Einer der Höhepunkte der Tour im wörtlichen Sinne war der Lauf des Flusses Vrbas, dem wir sehr lange folgen durften und an dessen Ufern wir bessere Felslöcher ebenso durchfahren wie hier und da eigentümliche Unfälle und Hühner am Straßenrand beobachten konnten und sich in Harakirimanier überholende Autos ausweichen mussten.

Schade, hätte hier gerne mehr geschrieben – nur so viel noch eben: Werden morgen hier in Sarajevo den Ort des Attentats auf Franz Ferdinand besuchen und auch den Tunnel zu besichtigen versuchen, der Sarajevo monatelang mit dem Rest der Welt verband.

Heute in der Altstadt noch ein eigentümliches Bild gesehen: ein Haus mit Einschusslöchern – und unten sitzen Jugendliche mit Cocktails in der Hand und Lounge-Musik auf den Ohren. Auch eine Art Vergangenheitsbewältigung…

Müssen mal sehen, ob wir das mit der Führung schaffen, moregn haben wir den ganzen Tag in Sarajevo, übermorgen machen wir einen Ausflug nach Mostar und am nächsten Tag die Weiterfahrt nach Pristina.

Als nächtlichen Gruß noch ein Audio vom Abendgebet des Muezzins der größten Moschee in Sarajevo:

100730_Muezzin_Sarajevo

Nimm mich mit Kapitän auf die Reise
Veröffentlicht in Lifestyle & Reise,Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 26.07.2010 um 15:15 Uhr

Donnerstag geht es los.  Mit dem Auto nach Istanbul. Der TÜV ist neu, der Zahnriemen auf Verdacht ausgetauscht, die Beleuchtung gepimpt, eine Alarmanlage eingebaut, eine Lenkradkralle ist besorgt, ebenso ein GPS-Tracker und die obligatorische Grüne Versicherungskarte. Die Route steht im Groben und Ganzen. (weiterlesen …)

Kindheitserinnerung ist jetzt grün
Veröffentlicht in Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 30.04.2010 um 18:22 Uhr

Die Fahrt nach Freiburg war in Teilen recht unangenehm. Nicht nur wieder irgendwelche Dränglerseppen, zu deren Aufnahme ich meinen Beifahrer zwang:

Das, was kleinschw**zige Audifahrer am liebsten machen

Wir machten noch Station in Baden-Baden und dort im Ortssteil Haueneberstein – selbst dort bilden sich Schilderwälder, mal abgesehen davon, dass ich nachts fast von einem unbeleuchteten Golf angefahren worden wäre, der später fast noch einen Unfall verursacht hätte, aber auch dann noch ohne Licht weiterfuhr. Was blieb, war der Schilderwald:

Schilderwald in Haueneberstein

Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Sondern auf herzwärmendere Dinge.

In Freiburg kamen wir auf die Idee, doch auch mal wieder mit der Schauinslandbahn den so benamten Berg nahe Freiburg zu erkunden. Beim Anblick unserer Gondel haben mich dann auf einmal Kindheitserinnerungen gepackt.

Gondel: Beige mit Brauereiwerbung drauf

Beige mit Brauereiwerbung drauf.

Als Kind und Jugendlicher wohnte ich in der Wiehre, einem Stadtteil von Freiburg, in dem meist große Stadthäuser aus der Jahrhundertwende stehen – und ein Straßenbahndepot, das sich schon fast romantisch mit einem Abfahrtgleis in einer Seitenstraße befand und dessen ganze Umgebung und Schienenverläufe, aber auch das Gebäude selbst sich für den Nachbau als Modelleisenbahn empfahl. Und in dem Depot schlief früher noch meine Lieblingsstraßenbahn. Die 106.

Ein GT4, beige. Klingt öde.
Aber die Bahn war toll.

Ihre Türen wackelten elektrisch mit einem nicht nachzuahmenden Geräusch auf, es klang wie ein freundliches Wimmern und klang bestimmt nur bei meiner 106 so schön. Die Bahn hatte zwei Fahrerstände, und der, der grade hinten war, war immer so hübsch zurechtgemacht. Der Stuhl angeklappt, die Kurbel – das wußte ich – unter einem Holzrollo verborgen, das ein wenig an unseren Brotkasten zuhause erinnerte. Ich hab meine 106 als Kind sogar mal gezeichnet, als sie noch beige war und genau diese Werbung drauf hatte, mit beige außenrum, so wie auf der Gondel. Muss mal sehen, ob ich diese Zeichnung noch finde.

So eine Begegnung macht natürlich auch neugierig. Das letzte, was ich vor meinem Wegzug aus Freiburg noch wußte, war, dass meine 106 fast eine der letzten war, die den neuen Anstrich der FVAG bekam, rot-weiß. Dazu habe ich sogar vorher-nachher-Bilder gefunden. (wow, ich bin entzückt, meine 106 noch ein Mal in beige sehen zu dürfen, steht ihr das nicht viel besser?) In rot, das war nicht mehr meine 106, ich hatte sogar im Betriebshof mal gefragt, ob man nicht eine Ausnahme machen könnte. Konnte man nicht. Und man war sogar noch herzloser.

Die Bahnen, die jahrelang das Rückgrat der Bähnle-Versogung waren, wurden nicht nur verraten, sondern auch verkauft. Und der Betriebshof ist so gesehen auch keiner mehr – sein Herz schlägt aber noch. Hier haben nämlich nun die Freunde der Freiburger Straßenbahn e.V. ihren Sitz.

Oh, und es stimmt, was hier zu lesen steht ! Meine Bahn hat rübergemacht! Sie fährt nun als 164 in grün durch Halberstadt, in ihrem zweiten Leben. Vielleicht war’s doch kein Verrrat, sondern eine Lebensverlängerung.

Eben habe ich bei der Halberstädter Verkehrs-GmbH angerufen und mich nach ihrem Befinden erkundigt. Sie steht dort und war im Winter sogar draußen – weil sei einfach robuster sind und ohne elektronischen Schnickschnack, wie man mir grade am Telefon versicherte. Vor dem Winter stand sie lange, denn vor zweieinhalb Jahren bekam Halberstadt neue Bahnen und seither darf sich meine 164, geb.106 , ein wenig ausruhen.

Und hier ist sie, meine “Ex-106″: Danke, fr-strab.de-Team!

Halberstadt ist in gut zwei Stunden Fahrt von Hamburg aus zu erreichen. Ich glaube, ich werde sie mal besuchen, meine 106.

Wollten die Grünen nicht mal hier eine Stadtbahn bauen? Ist auch eine Meterspur. Eben hat man mir angeboten, ich könnte sie ja hier fahren lassen und kaufen. Der Mann aus Halberstadt hat das sicher als Scherz gemeint.

Er schon.

Horst Nilges im Fernsehen
Veröffentlicht in Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 20.04.2010 um 14:32 Uhr

Erinnern Sie sich noch an Horst Nilges? Morgen Abend gibt es ein sicher ungerechtes Wiedersehen.
Im NDR Fernsehen. Hier der Programm-Hinweis auf den 21.4.2010. (weiterlesen …)

Billig unterwegs – auf drei Rädern
Veröffentlicht in Sport & Motor von Artur Fischer-Meny am 19.04.2010 um 23:02 Uhr

Ich weiß nicht, ob es mir nur so vorkommt, aber offenbar füllt sich in der Stadt eine Lücke zwischen Rollern und Autos. In den letzten Tagen habe ich plötzlich überall Dreiräder gesehen. (weiterlesen …)