. .

Ratgeber Diabetes

Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. Juni 2009, 12:12 Uhr

Künstliches Insulin könnte Krebs auslösen

Eine Studie mit 130.000 Patienten deutet darauf hin, dass das von der Pharmaindustrie angepriesene künstliche Insulin Glargin das Wachstum von Krebszellen fördern könnte. Das Risiko für Diabetiker steige mit der Höhe der täglichen Dosis.

Insulin, Krebs, Krebsrisiko, Glargin, Lantus, Diabetes

Erhöht künstliches Insulin das Krebsrisiko? Forscher fordern dringend weitere Studien© Volker Hielscher

Das künstliche Insulin Glargin erhöht möglicherweise das Krebsrisiko für Diabetiker. Zu diesem Ergebnis kommt eine deutsche Studie mit 130.000 Patienten. Die mit dem Insulin-Präparat, das unter dem Namen "Lantus" vertrieben wird, behandelten Diabetiker erkrankten demnach etwas häufiger an Krebs als diejenigen, die menschliches Insulin bekamen. "Unsere Auswertung ist zwar kein eindeutiger Beweis, dass Glargin Krebs fördert", sagte Prof. Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und Mitautor der Studie, "wenn man aber keinen guten Grund hat, Glargin zu spritzen, sollte man zu Humaninsulin greifen." An der Studie mit Daten der Jahre 2001 bis 2005 war auch die AOK beteiligt.

Von 100 Patienten, die über rund 1,5 Jahre hinweg Glargin nehmen, bekommt der Studie zufolge etwa einer eine Krebsdiagnose, die er sonst nicht erhalten hätte. Das Krebsrisiko steige mit der Glargin-Dosis, die ein Diabetiker pro Tag erhalte. Die Studie ist im Fachblatt "Diabetologia" veröffentlicht.

Die Wissenschaftler des IQWiG betonen, dass sie nur einen rein statistischen Zusammenhang entdeckt haben. Es könne daher sein, dass nicht Glargin, sondern andere, noch unbekannte Faktoren die Ursache des höheren Risikos sind. Allerdings seien zwei weitere in derselben Ausgabe von "Diabetologia" veröffentlichte Studien ebenfalls zu einem mit Glargin verbundenen erhöhten Krebsrisiko gekommen. Eine vierte, jedoch recht kleine Studie, habe diesen Zusammenhang nicht gefunden.

Die Europäische Gesellschaft für die Erforschung von Diabetes empfiehlt dringend, weitere entsprechende Studien zu einem möglichen Krebsrisiko von Glargin zu starten. Sie gibt das Journal "Diabetologia" heraus. Bis zum Ergebnis der neuen Studien sollten Patienten, die Glargin nehmen, dies auch weiterhin tun.

DPA