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27. Juni 2009, 12:12 Uhr

Künstliches Insulin könnte Krebs auslösen

Eine Studie mit 130.000 Patienten deutet darauf hin, dass das von der Pharmaindustrie angepriesene künstliche Insulin Glargin das Wachstum von Krebszellen fördern könnte. Das Risiko für Diabetiker steige mit der Höhe der täglichen Dosis.

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Erhöht künstliches Insulin das Krebsrisiko? Forscher fordern dringend weitere Studien© Volker Hielscher

Das künstliche Insulin Glargin erhöht möglicherweise das Krebsrisiko für Diabetiker. Zu diesem Ergebnis kommt eine deutsche Studie mit 130.000 Patienten. Die mit dem Insulin-Präparat, das unter dem Namen "Lantus" vertrieben wird, behandelten Diabetiker erkrankten demnach etwas häufiger an Krebs als diejenigen, die menschliches Insulin bekamen. "Unsere Auswertung ist zwar kein eindeutiger Beweis, dass Glargin Krebs fördert", sagte Prof. Peter Sawicki, Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und Mitautor der Studie, "wenn man aber keinen guten Grund hat, Glargin zu spritzen, sollte man zu Humaninsulin greifen." An der Studie mit Daten der Jahre 2001 bis 2005 war auch die AOK beteiligt.

Von 100 Patienten, die über rund 1,5 Jahre hinweg Glargin nehmen, bekommt der Studie zufolge etwa einer eine Krebsdiagnose, die er sonst nicht erhalten hätte. Das Krebsrisiko steige mit der Glargin-Dosis, die ein Diabetiker pro Tag erhalte. Die Studie ist im Fachblatt "Diabetologia" veröffentlicht.

Die Wissenschaftler des IQWiG betonen, dass sie nur einen rein statistischen Zusammenhang entdeckt haben. Es könne daher sein, dass nicht Glargin, sondern andere, noch unbekannte Faktoren die Ursache des höheren Risikos sind. Allerdings seien zwei weitere in derselben Ausgabe von "Diabetologia" veröffentlichte Studien ebenfalls zu einem mit Glargin verbundenen erhöhten Krebsrisiko gekommen. Eine vierte, jedoch recht kleine Studie, habe diesen Zusammenhang nicht gefunden.

Die Europäische Gesellschaft für die Erforschung von Diabetes empfiehlt dringend, weitere entsprechende Studien zu einem möglichen Krebsrisiko von Glargin zu starten. Sie gibt das Journal "Diabetologia" heraus. Bis zum Ergebnis der neuen Studien sollten Patienten, die Glargin nehmen, dies auch weiterhin tun.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
koelschwolf (28.06.2009, 22:11 Uhr)
Lantus
I have been taking Lantus, presently 34 units per day, since approximately 2001, with no apparent side effects. I will however discuss your study with my doctor. I live in Dallas, Texas and I am 76 years of age, I am male
onkel.erwin (27.06.2009, 17:32 Uhr)
Leider ist die erwähnte Studie subtil manipuliert.
Wer sich die Mühe macht und einmal nachliest ( Diabetologica: DOI 10.1007/s00125-009-1418-4 Hemkens et al.: Risk of malignancies in patients with diabetes..., über open access at Springerlink.com), wird schnell auf den Fehler kommen: die Inzidenzraten für Krebserkrankungen sind in der Humaninsulingruppe absolut betrachtet sogar höher als in der Analog-Insulin-Gruppe ( 2,50 gegenüber 2,16/2,13/2,14 Fälle pro 100 Pat.Jahre für Aspart/Lispro/Glargin). Der Witz besteht darin, daß man durch eine dosisbezogene Korrektur die Zahlen für Humaninsulin niedriger und für Analog demnach höher gerechnet hat. Die mittlere Dosis in der Human-Gruppe betrug nämlich 43,8 IU, in der Glargin-Gruppe nur 22,5 IU. Muß ja, weil Glargin ja ein langwirksames Insulin ist, daher niedriger dosiert wird. Durch Vergleich von dosisbezogenen Effekten hat man hier schnell einen Ausgleich geschaffen, man hat also Äpfel mit Birnen verglichen, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Analoginsuline sind wesentlich teurer als Humaninsuline und sollen natürlich auf Wunsch der Kassen aus dem Angebot gekickt werden. So wird fix etwas konstruiert, um die Produkte zu desavouieren. Abgesehen davon hat die Studie noch weitere Mängel: keine Differenzierung zwischen Typ I und Typ II-Diabetes, keine Berücksichtigung der Häufigkeit und Art der Anwendung und vor allem: die Dosen wurden geschätzt... Kein Wunder, daß das IQWiG so umstritten ist.
facilidad_de_ser (27.06.2009, 17:01 Uhr)
Der Pharmaindustrie...
... geht es nur darum, Geld zu verdienen, wer ernsthaft glaubt, man wolle helfen, seine zerschundene Gesundheit widerherzustellen, ist ein Träumer.
Langfristig Patienten an Medikamente zu binden, und wenn möglich, durch die Nebenwirkungen andere Medikamente zu verkaufen, ist das Ziel.
Gott sei Dank war ich noch nie so krank, dass ich Medikamente gebraucht hätte. Genau deshalb bin ich wahscheinlich so gesund.
utospatz (27.06.2009, 15:29 Uhr)
Mir ist nicht bekannt, ob Schnulle
SPD-Schmidt auf ihrem Steuerzahler-beheizten Sessel anhand von Tantiemenschwund etwas mitbekommen hat! Hat die Pharmazie zu wenig in die Parteikasse investiert? Will Sie noch millionen verarschen? Ich bin seit 1994 als Diabetiker manifestiert, und Tussis entscheiden, was mir als Pharmazie-Endnutzer eigentlich zu,-oder nicht zusteht! Was ist die Pharmazie?
Ein Industrie-Zweig, der vom Steuerzahler subventioniert, der immer besser funktioniert, wenn er einen politischen After schmiert! Was für ein armes, sozialpolitisch verarschtes Land! Wollt ihr tatsächlich ein medizinisch-sozial aufgeräumtes Land? Beiträge senken, kriminelle Auswüchse versenken? Dann solltet ihr allen politischen Parteien im Frieden ihrer Asche gedenken!