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Ägyptens Regierung sperrt mehr als 130 Internetseiten, die über den Islam berichten

Bereits Ende Mai hatte Ägypten etliche Internetseiten gesperrt. Dazu gehören die Auftritte des von Katar finanzierten Nachrichtenkanals Al-Dschasira, die arabische Version der Huffington Post sowie die unabhängige Seite Mada Masr, die in Kairo ihren Sitz hat. 

Ägypten Frauen am Computer

In Ägypten wurden diverse deutsch- und anderssprachige Seiten gesperrt, die über den Islam berichten

Ägyptens Regierung geht weiter gegen aus ihrer Sicht missliebige Internetseiten vor. Auch "" teilte neben der Deutschen Welle mit, ihr Webauftritt sei in Ägypten gesperrt worden - ohne Erklärung. Die Behörden werfen den gesperrten Seiten vor, sie würden Terrorismus und Extremismus unterstützen sowie Lügen verbreiten. 

In den vergangenen Monaten hat Ägyptens Regierung Menschenrechtlern zufolge mehr als 130 Internetseiten gesperrt. Nicht mehr aufgerufen werden kann seit Kurzem auch das Webangebot "Qantara.de", das von der Deutsche Welle verantwortet und vom gefördert wird. Die Maßnahme der Regierung sei "offensichtlich Teil einer fortgesetzten Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit", erklärte DW-Sprecher Christoph Jumpelt am Donnerstag. Er fordert die ägyptischen Behörden auf, die Seite unverzüglich wieder freizuschalten.

Berichterstattung über den Islam sei falsch

Qantara ("Brücke") berichtet auf Deutsch, Englisch und Arabisch über den und die islamische Welt. Das renommierte Webangebot sieht sich als Dialogportal und wichtige Säule der Kulturpolitik Deutschlands. Qantara wird getragen von der Deutschen Welle, dem Goethe-Institut, dem Institut für Auslandsbeziehungen (Ifa) und der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB). Die Seite wird seit 14 Jahren vom Auswärtigen Amt gefördert. 

Bereits Ende Mai hatte Ägypten etliche Internetseiten gesperrt. Dazu gehören die Auftritte des von Katar finanzierten Nachrichtenkanals Al-Dschasira, die arabische Version der Huffington Post sowie die unabhängige Seite Mada Masr, die in Kairo ihren Sitz hat. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Seiten enthielten Material, das und Extremismus unterstütze sowie Lügen verbreite. Nach Angaben der ägyptischen Vereinigung für Meinungs- und Redefreiheit sind mittlerweile mehr als 130 Seiten gesperrt.

2015 habe die Regierung den ägyptischen TV-Sender ONTV gezwungen, eine gemeinsam mit der produzierte Sendung einzustellen, erklärte Jumpelt. Im vergangenen Frühjahr warf eine regierungstreue ägyptische Zeitung dem Sender Nazi-Methoden und Zusammenarbeit mit Geheimdiensten vor. 

Angriff auf Informationsfreiheit in Ägypten

"Dieser massive digitale Blackout in Ägypten ist nicht nur ein ernster Angriff auf die Informationsfreiheit", erklärte Reporter ohne Grenzen. "Er weist auch auf die Angst des Regimes hin, dass eine informierte Öffentlichkeit eine Gefahr für seine Stabilität sein könnte." Seit dem Sturz des frei gewählten Präsidenten Mohammed Mursi im Jahr 2013 regiert Ägyptens vom Militär gestützte Führung das Land mit harter Hand. Tausende sitzen aus politischen Gründen in Haft.

dm/DPA

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