Schneller ins Netz

3. März 2005, 14:49 Uhr

Ob Filme, Spiele, Musik oder Software: Das Netz ist voll davon, und jeden Tag gibt es Neues zum Herunterladen. Modem- oder ISDN-Verbindungen sind dafür aber zu langsam. Wer das Netz richtig kennen lernen will, braucht Breitband-Internet. Am besten per DSL.

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Stapelweise purzeln die bonbonbunten Prospekte aus Zeitungen und Zeitschriften. Ersparnisse von bis zu mehreren hundert Euro verheißen Internetanbieter und Telefonfirmen, wenn man sich nur flott genug für ihr noch flotteres DSL-Angebot entscheidet. Wo AOL mit den "Warum Warten Wochen" wirbt, kontert Arcor mit der "Operation Preis", Freenet verspricht "viel Speed für wenig Flocken", und die Telekom macht Werbung für ihre "große DSL-Einsteiger-Aktion".

Da werden "echte Flatrates" zum Schnäppchenpreis angepriesen, rasante High-Speed-Flexi-Tarife und vertrauenswürdige Fairpreis-Optionen. Wie auf dem Basar gibt's vom Internethöker die benötigten Geräte kostenlos dazu, nicht selten noch Speicherplatz fast ohne Grenzen und das Versprechen, künftig mehr oder weniger kostenlos übers Internet telefonieren zu können. All das wird von einem gnadenlosen Preiskampf begleitet. Als wäre das Internet eben erst erfunden worden.

Tatsächlich ist es durch DSL deutlich schneller geworden - so viel schneller, dass Anwendungen alltäglich werden, die mit dem herkömmlichen Zugang per Modem oder ISDN unmöglich waren. Beispiel: Das Herunterladen eines Spielfilms geht nur mit DSL in überschaubarer Zeit (siehe Grafik auf Seite 142). Aber auch zeitversetzt Nachrichten gucken bei tagesschau.de, komplette Musikalben kaufen bei iTunes, Internetradio hören bei wdr.de, Fotos zum Entwicklerservice hochladen, Sicherheitsupdates fürs Betriebssystem herunterladen, Spieletrailer oder einen neuen Browser aus dem Netz saugen - all das ist ohne DSL nur mit sehr, sehr viel Geduld möglich.

DSL, das steht für "Digital Subscriber Line" und bezeichnet eine Technik, mit der man über eine normale Telefonleitung aus Kupferdraht - egal, ob analog oder ISDN - blitzschnell Daten übertragen kann.

Doch wie soll man sich in dem Dschungel von angeblich maßgeschneiderten Angeboten für Wenig-, Gerne- und Vielsurfer zurechtfinden, bei denen schon bei Vertragsabschluss die Entscheidung für die gewünschte Download-Geschwindigkeit von einem, zwei oder drei Megabit pro Sekunde fallen muss? Und welche Kosten verstecken sich noch im Kleingedruckten der bunten Anzeigen?

Zuerst muss man versuchen, sein eigenes Nutzerverhalten einzuschätzen. Wie aber soll das gehen, wenn man Neueinsteiger ist oder bislang nur mit dem behäbigen Modem oder einem betulichen ISDN-Adapter online ging? Die beim Langsam-Surfen gesammelten Erfahrungen kann man jedenfalls getrost vergessen, sobald man erst einmal per DSL im Internet unterwegs ist. Denn auf einmal steht WWW nicht mehr für "weltweites Warten". Die vom Modem gewohnte piepsende, kreischende, zeitraubende Einwahl entfällt, denn mit DSL ist man immer online. Sobald der Rechner hochfährt, ist er verbunden.

Auf einmal kann man rund um die Uhr Webradio hören, per Instant Messenger jederzeit empfänglich für Bildschirm-Telegramme sein, so oft man will seine Mail checken und, wenn man möchte, mit Telefoniersoftware nahezu kostenlos übers Internet erreichbar sein. Deshalb sollte man schon mal keinen DSL-Tarif wählen, der nach Verbindungszeit abgerechnet wird, sondern einen so genannten Volumentarif, bei dem die Menge der übertragenen Daten ausschlaggebend ist. Zehn Gigabyte pro Monat sind dabei schnell verbraucht. Denn all die netten neuen Anwendungen läppern sich Kilobyte um Kilobyte zusammen, und es wird sehr teuer, überzähliges Transfervolumen nachzukaufen.

Noch sicherer geht, wer eine Flatrate bucht. Das ist ein Pauschaltarif, in dem jegliche Netzaktivität mit der monatlichen Zugangsgebühr abgegolten ist - was freilich auch die teuerste Variante ist. Ebenso wichtig ist die Frage, wie schnell der Zugang sein soll: ein, zwei oder drei Megabit pro Sekunde sind üblich. Das ist das Tempo für den Empfang von Daten, doch auch das für den Versand ist davon abhängig. Wer zum Beispiel umfangreiche Digitalfotos an sein Fotolabor schickt oder über die Internetleitung telefonieren will, braucht dafür möglichst hohe Werte.

Übernommen aus ... Stern Ausgabe 10/2005

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