27. Januar 2010, 14:26 Uhr

Ein Diktator zum Anbeißen

Geliebter Diktator

Fast scheint es, dass nicht nur die Entwickler, sondern auch die Nutzer gegängelt werden wollen. Die totale Freiheit ist nicht erwünscht, die IT-Diktatur herzlich willkommen. Wird die Entscheidungsfreiheit über die Wahl des Betriebssystems, der Software und der Hardware genommen, gibt es keine Qual der Wahl. Im Gegensatz zu anderen Herstellern hat Apple Erfolg mit der Reduktion. Weniger ist mehr - und teurer. Die Produktpalette in den einzelnen Bereichen, ob Musik, Computer oder Handys, ist sehr überschaubar. Es gibt nur ein iPhone, vier iPod-Modelle und eine Handvoll unterschiedlicher Computer.

Der Kunde hat nicht die Qual der Wahl. Man entscheidet sich nicht für eine Ausstattung, sondern nur für oder gegen Apple. Wer auf der Nokia-Website nach einem Handy sucht, kann aus derzeit 113 Modellen auswählen. Vom günstigen Einsteigermodell bis zum hochpreisigen Alleskönner ist alles dabei. Nokia macht den Gewinn durch Masse, erfolgreiche Billigmodelle finanzieren die Entwicklung teurer Prestige-Handys mit. Apple hält nichts von großer Auswahl, sondern von künstlicher Verknappung.

Wider die Produktvielfalt

Tatsächlich beißen immer mehr Kunden bei Apple an. Das Argument, dass auf einem Mac ja keine Windowsprogramme laufen, zählt längst nicht mehr. Denn für fast jeden Zweck gibt es inzwischen eine App. Die Kunden interessiert es nicht, dass Apple die Inhalte sehr stark reglementiert, die einfache Benutzung macht den Charme aus. Ein Grund ist die Vielzahl an Anwendungen, den sogenannten Apps, die es inzwischen für das iPhone gibt. Softwareentwickler produzieren so viele Programme, wie einst für den PC. Und was damals für einen Windowsrechner sprach, spricht jetzt für das Apple-Handy: die Vielzahl der Möglichkeiten. Nur im Gegensatz zu Microsoft, dass die Installation von jeder Windowssoftware auf Computern, lässt Apple fürs iPhone nicht alle Anwendungen zu.

Apple ist ein Phänomen. Obwohl es das Unternehmen geschafft hat, vom digitalen Elfenbeinturm auf die Schreibtische und in die Hosentaschen der Jedermänner zu gelangen, fühlen sich die Besitzer häufig immer noch als Trendsetter. Dabei unterhalten sich inzwischen selbst Technik-Laien über iPhone und Co. und wollen wissen, mit welcher App man die nächste Reise plant. Man hat eine Meinung zu einem Produkt, selbst, wenn man es nicht nutzt oder besitzt. Die wochenlangen Spekulationen um Größe, Form, Farbe, Ausstattung und Preis des iSlates waren nur ein weiterer Schritt für Apple als Trendmarke. Man bedenke: Apple bestätigte bisher nicht einmal die Existenz eines solchen Geräts. Einen vergleichbaren Hype gibt es, wenn überhaupt, nur in Religionen. Und spätestens heute Abend werden die Apple-Jünger der Ankunft ihres Gurus begeistert lauschen, wenn es da heißt: "Cupertino, geheiligt sei Dein Mac OS, Dein Islate komme."

Mitarbeit: Ralf Sander
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KOMMENTARE (10 von 32)
 
tuppergirl (29.01.2010, 17:15 Uhr)
Was Kunden allerdings nerven dürfte...
entspricht doch dem Gesetz, oder nicht?! Apple verspricht für seine Geräte lediglich ein Jahr Garantie. Wer in Deutschland auf sein zweijähriges Gewährleistungsrecht pocht, muss Apple sein Verschulden schon nachweisen können.
manta (27.01.2010, 19:28 Uhr)
iPad
Habt ihr schon das neue Teil gesehen ?
sieht aus wie riesen Ipod touch...
duesburg (27.01.2010, 18:29 Uhr)
@Matthias79
ich bin einer der autoren. das ist kein neid-stück. wie schon vorher erwähnt besitze ich selbst ipod, iphone, mac mini und imac. bin ein fan. trotzdem sollte ihnen klar sein, dass apple seine hardware nicht neu erfindet, sondern grafikkarten von nvidia, speicher von iomega etc. verbaut. auf ganzes gerät samt display und hülle aufgerechnet sind imacs und macbooks extrem hochpreisig. natürlich zahlt man die marke mit. verständlich. und natürlich kaufe ich apple-produkte, weil sie hochwertig sind. dass das preis-leistungs-verhältnis jenseits von gut und böse ist, steht trotzdem außer frage
nerventanz (27.01.2010, 18:28 Uhr)
Stockholm-Syndrom
Ich habe vor kurzem mal gelacht, als ich gelesen habe, dass Apple-Kunden ähnlichen Zustand aufweisen wie diejenigen, die vom Stockholm-Syndrom betroffen sind.

Sie haben eben Apple-Zeug gekauft und fühlen sich eigentlich verarscht. Aber es ist kontraproduktiv, dies nach außen zu zeigen, also erzählen sie lieber wie toll alles bei Apple ist.
Matthias79 (27.01.2010, 18:00 Uhr)
"zu hohen Preisen"
Da hat der Herr Autor wohl leider tief in die Soße gegriffen. Wer Apple mit "hohen Preisen assoziiert, disqualifiziert sich selber durch Nachweis der Unkenntnis hinsichtlich technischer Ausstattung und qualitativer Bauelemente.
Apple bietet hohe Qualität zu einem fairen Preis. Nur weil es Notebooks für 400 Euro gibt, ist das 1000 Euro Pendant nicht gleich teuer. Wenn man eben billigste Teile verbaut, dann ist er Preis realisierbar. Apple setzt auf Qualität und rennt nicht jedem "billig ist geil" trend hinterher. Das Preis/Leistungsverhältnis von Apple Produkten ist hervorragend. Um das herauszufinden muss man sich aber mal etwas intensiver mit den Produkten und deren technischen Daten vertraut machen. Das hat man vor dem Schreiben des Artikels wohl versäumt.
stasicom (27.01.2010, 17:52 Uhr)
INFO:
Bill Gates Interwiew jetzt auf Phönix
Noctim (27.01.2010, 17:29 Uhr)
@ Recounter
Leute wie du sind es, die den meisten Leuten störend auffallen.

Einfach weil Menschen mit der ultimativen Apple-Fanboy-Brille einfach alle Contras ausblenden und ihre Entscheidung 110%ig rechtfertigen. Und sich dabei für den besseren, schlaueren und reicheren Konsumenten halten. Schön wie man sich ein Image "erkaufen" kann ;-)

Apple ist alles andere als ultimativ. Jeder der damit auch beruflich zu tun hat, weiß, dass sogar der heilige Mac oft genug abstürzt, Netzwerkprobleme hat und fehlerhafte Updates bekommt.

Mein Mac stürzt genauso oft ab, wie mein Windows Vista PC: Äußerst selten. Den uralten Bluescreen sieht man heute doch nur noch bei schweren Hardware-Ausnahmefehlern. Weder OS X noch Vista haben mich in irgendeiner Weise an den Rand des Wahnsinns getrieben. Beides gute Produkte.

Ich sage immer noch, dass 75% aller neumodischen Applefutzis einfach nur ihr Geld zur Schau stellen wollen, mit Argumenten, die jeder Kenner leicht wiederlegen kann.

jarmik (27.01.2010, 17:05 Uhr)
Ich glaube, das SW entscheidend ist
ad PC/Mac: Es scheint mir vernünftig, dass man sich vor allem für die Software entscheidet, die man benutzen will.

Die beste Hardware ist dann automatisch.
Recounter (27.01.2010, 16:53 Uhr)
APPLE - IM LOVIN IT
Dieser Artikel ist ja wohl die absolute Höhe! Klar will Apple einen hohen Umsatz erzielen, genau wie Windows und die ganzen anderen, aber Apple bietet wenigstens für sein Geld etwas und macht sich starke Gedanken über sein Produkt und den Endbenutzer... Ganz anders Windows... Wir bauen mal ganz schnell einen Tablet-PC (Apple bringt ja bald einen heraus) der nicht wirklich funktioniert und eher zum lachen anmutet, nur damit wir Leuten die keine Ahnung von der IT-Branche haben das Geld aus der Tasche ziehen können... Ich könnt mich echt stundenlang drüber aufregen wie behindert Windows doch eigentlich ist! Mit ihren dämlich-hässlichen Geräten und ihrer veralteten Betriebssoftware... Da brauch man nur mal die MSN-Seite anschauen... über und über mit Werbung zugemüllt und mit völlig unötigen Mist zugetextet sodass keiner mehr durchsieht der noch klar bei Verstand ist... Windows wird es nur deshalb noch viele Jahre geben, weil die billigen Müll produzieren, den sich jeder leisten kann, der aber leider nach dem öffnen von mehreren Programmen die Festplatte formatiert oder irgendsowas krankes ?

Apple setzt deshalb soviel Wert auf ein geschlossenes System, weil es einfach viel robuster gegen Fehlerattacken und ähnlichen wird, weil es einfacher für den Endbenutzer zu bedienen ist und weil von Apple ausgewählte Produkte auch wirklich ihre Qualität haben? Sei es Soft- oder Hardware?

Mein Fazit: Was und wie Apple ALLES macht ist perfekt und ohne Beanstandung. Ich geh sogar soweit, dass ich persönlich sehr wenig am System konfigurier um Apples Grundeinstellungen zu erhalten, weil ich mir denke: Apple wird sich dabei schon was gedacht haben, so wie überall?

PS.: Wenn die Welt durch Steve Jobs und sein Gefolge regiert werden würde, wäre sie das Paradies!
manta (27.01.2010, 16:39 Uhr)
mal generell...
Ich habe ein Macbook Air auf dem ich diesen Artikel hier schreibe. Es ist jetzt 2 Jahre alt und mittlerweile ist der Unibody ist leicht verzogen, sodass es auf einem ebenen Tisch wackelt. Der Bildschirm wackelt an den Scharnieren und die Festplatte macht auch ab und zu geräusche. Im Apple Store hier in München hat man dann verucht mich zu verarschen, das mit dem Display wäre normal so...auf Nachfrage wurde dann doch mit der Wahrheit rausgerückt dass dies ein Designfehler sei. Weiterhin habe ich noch einen Ipod. Soviel mal zu meinem Apple-Besitz.
Meine Meinung dazu...nunja. EIn Laptop hält bei täglicher Benutzung/Beanspruch nicht wirklich lange durch. Das Macbook Air finde ich wunderschön, Dieses flache einfache design etc. Trotzdem hat es viele Schwachstellen. Das gefräßte Alugehäuse z.B. ist einfach dumm...allein die Idee ein Gehäuse aus einem Alublock zu fräßen ist total hirnverbrannt. Weiterhin ist so ein Gehäuse natürlich empfindlicher als jedes aus Kunstoff. Unter der Eloxalschicht ist das Alu typisch weich und verformt sich sofort platisch. Ein kräftigerer Stoß gegen die Hörsaalbank und man hat sich ne schöne schramme eingefangen. Kratzer in der Eloxalschicht lassen sich nicht rauspolieren wie bei einem Kunstoffgehäuse.
Das Betriebssystem OS-X ist ganz nett. Einige Features aber einfach nur affig und dumm. Als Jahrelanger Windows nutzer stürzt es auch definitiv häufiger ab als ein WIndows-XP-SP3, wenn z.B. mal der FInder absemmelt oder so.
Also insgesamt: Großer Proll Effekt als Student mit Macbook Air, aber man muss sich schämen wenn Leute näher hinsehen. Es ist für mich optisch das schönste Notebook aber hat einfach zu viele Macken...
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