Flachfernseher sind konstruktionsbedingt verwechselbar. Deshalb suchen die Designer verzweifelt nach Details, die Individualität verströmen sollen: Chromleisten umschließen mal schwarzen Klavierlack, rote Farbakzente oder blaue LEDs sollen Eleganz vermitteln und ein bündig mit dem Rahmen abschließendes LCD-Display gar an einen Infinity-Swimming-Pool erinnern, bei dem das Poolwasser scheinbar mit dem Meer am Horizont verschwimmt - alles reine Geschmacksache.
Den Vormarsch des Internet auf den Fernseher unterstützen schon seit längerem die Spielkonsolen mit Onlineanschluss, also die Wii von Nintendo, Microsofts Xbox 360 und natürlich die Playstation 3. Dicke Wachstumszahlen und Optimismus meldete Sony-Chef Stringer aus dem Bereich der Playstation. Immer mehr Dienste und virtuelle Spielewelten betreibt Sony online - teils werbefinanziert, teils gegen Gebühr. Seit November 2006 haben sich 17 Millionen Nutzer beim Playstation Network angemeldet.
Die besonders vernetzte digitale Generation der nach 1980 Geborenen kann online eigene Spiele programmieren, hochladen und gemeinsam spielen. Digitale Unterhaltung wird immer mehr zum Gemeinschaftserlebnis, zwar nur auf Distanz, aber immerhin sozial und mit Kommunikation angereichert. Wenn Stringer die Vision beschwört, Enkel und ihre Großeltern könnten sich simultan die neueste Disney-Disc auf Bluray anschauen und über die Internetverbindung des Players chatten, kommt man ins Grübeln. Das mag in den riesigen Vereinigten Staaten verlockend erscheinen, aber eine schöne Vorstellung ist es trotzdem nicht.
Die Blu-ray-Scheibe soll Sony, Hollywood und allen anderen Playerherstellern noch viele Dollars in die Kassen spülen. Pixar-Boss John Lasseter ("Wall-E") und Dreamworks-Chef Jeffrey Katzenberg ("Shrek") kamen aus Hollywood nach Las Vegas, um die BD Live genannten Internet-Dienste und Filmclips in 3D zu zeigen.
Dazu muss man zwar immer noch eine Brille aufsetzen, aber der Effekt ist beeindruckend. Mehrere große Fernseherhersteller zeigten die Technik an ihren Ständen. Bei ohnehin künstlich wirkenden Animationsfilmen oder Computerspielen ist der Effekt frappierend und erhöht den Unterhaltungswert deutlich. Bei einem Footballspiel hingegen wirken die Akteure seltsam gestaffelt, als seien sie am Computer Ebene für Ebene montiert.
An superscharfe Bilder gewöhnt man sich sofort, sie wirken gegenüber einem herkömmlichen DVD-Bild oder TV-Programm wie eine neue, deutlich stärker Brille. Aber die Umstellung auf 3D-Programme könnte etwas mehr Zeit erfordern.