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21. November 2006, 14:18 Uhr

Müssen "Killerspiele" verboten werden?

Contra Verbot: "Schon lange bevor es Spiele gab, schossen gewaltbereite Menschen um sich. Ein Verbot wäre also purer Aktionismus"© DDP

Ein Verbot löst nicht das Grundproblem!

Ein 18-jähriger hatte gestern Morgen mit Rohrbomben und vier Gewehren die Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten überfallen und wahllos um sich geschossen. Ein schreckliches Ereignis, welches betroffen macht.

Erschreckend war aber auch, wie Teile der Medien, Politiker und Experten direkt nach der Tat reagierten:

"Durch Computerspiel zum Amokläufer?"

Was die ARD noch in Frageform titelte, war für andere längst Fakt - ohne auch nur ansatzweise die Hintergründe der Tat zu beleuchten, hatten viele Politer und Journalisten den Schuldigen bereits gefunden. Computerspiele. Ein immer wiederkehrender Mechanismus setzte ein. Genau wie vor vier Jahren, als Robert Steinhäuser am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen tötete.

Déjà-vu

Und wie im Fall Steinhäuser war zunächst kaum etwas davon zu hören, dass der Amokläufer ein Einzelgänger war, der offenbar von seiner Umwelt nicht ernst genommen wurde. Der scharfe Schusswaffen besaß, mit Sprengfallen und Sprengstoff spielte. Der die Tat offensichtlich bereits vor Jahren in einschlägigen Internetforen angekündigt hatte. Und nur wenige sprachen von der Verantwortung der Schule oder der Eltern.

Die Experten machten sich die Ursachenforschung einfach. Gewohnt populistisch und undifferenziert wird die schreckliche Tat durch das Freizeitverhalten des Jungen erklärt. Gewalt in Medien wirke sich negativ auf deren Konsumenten aus, ist überall zu hören und zu lesen. Sie soll Sebastian B. zu einem eiskalten Killer gemacht haben. Zu einem Menschen, der sich und eine gesamte Schule in die Luft sprengen wollte.

Dabei ist eine direkte Wechselwirkung rein wissenschaftlich nur bedingt erwiesen. "In den ersten 20 Minuten nach dem Konsum eines gewalthaltigen Videospiels wird die Welt feindseliger assoziiert und prosoziales Verhalten abgebaut", sagte Dr. Tilo Hartmann, Medienforscher an der University of Southern California, jüngst auf einer internationalen Fachtagung für Computerspiele. Über die langfristigen Auswirkungen könne derzeit dagegen keine verlässliche Aussage getroffen werden.

Vorbehalt hat Geschichte

Doch warum geraten Videospiele dann immer wieder ins Visier von Politikern und Experten? Im Grundsatz ist die Diskussion ein alter Hut. Egal ob Rock 'n' Roll, Fernsehen oder Comics - junge Medien oder Unterhaltungsformen hatten schon immer einen schweren Stand in der Geschichte der Menschheit. Sogar die Schrift wurde 400 vor Christus vom griechischen Philosophen Platon scharf kritisiert. Sie schädige seiner Ansicht nach das Gedächtnis und reduziere zudem die Fähigkeit der Kommunikation auf ein Minimum. Zum Glück setzte er sich mit seiner Meinung nicht durch...

Verbot als Allheilmittel für Perspektivlosigkeit

Jetzt wird also erneut ein Verbot gewaltverherrlichender Spiele gefordert. Sicher, über die Sinnhaftigkeit solcher Games kann im Grundsatz diskutiert werden. Doch es ist mehr als fraglich, ob eine solche Maßnahme das schreckliche Handeln eines verzweifelten jungen Mannes verhindert hätte. In seinem Abschiedsbrief macht Sebastian B. deutlich, dass es der gesellschaftliche Druck war, der ihn in die Tat getrieben hat: Ängste vor der Zukunft, Leistungsdruck, Geldnot, Einsamkeit. Es sind also wesentlich komplexere Zusammenhänge, die hier zu Gewalt und Aggression geführt haben. Ein Verbot von "Killerspielen" wäre also purer Aktionismus.

Der Fall macht einmal mehr erschreckend deutlich, woran es jungen Menschen häufig fehlt: ein Umfeld, welches sich für ihren Alltag interessiert. Sie auffängt, aufbaut, erzieht und sie umsorgt. Würden Pädagogen und Eltern dazu noch über die entsprechende Medienkompetenz verfügen und diese an die Kids weitergeben, hätten gewaltverherrlichende Games auf dem Markt vermutlich schon bald von alleine ausgespielt.

Ein Kommentar von Udo Lewalter

Seite 1: Müssen "Killerspiele" verboten werden?
Seite 2: Ein Verbot löst nicht das Grundproblem!
 
 
KOMMENTARE (10 von 38)
 
Elodrien (23.11.2006, 02:10 Uhr)
Immer das Selbe
Zu Meiner Person:
Ich bin 22 jahre alt, werde bald mit meinem Psychologiestudium anfangen, und höre musik die die Breite masse, nicht als "normal" erachtet (Metal, Gothic, EBM)und bin ein sehr ruiger artgenosse :)Ich selber habe auch jahrelang Onlinegames gespielt, Counterstrike, Unreal Tournament, Quake 3, Diablo 1+2 und zuletzt World of Warcraft. Die einzige gefahr die von solchen spielen ausgeht, ist die erhebliche suchtgefahr.
Ich finde es einfach nur unlogisch, den schuldigen in diesen Medien zu suchen. Denn es ist was wesentlich anderes, einen Menschen im Realen leben zu töten, als in einem spiel die gegner hinzurichten. Ich für meinen teil könnte es niemals mit meinem gewissen vereinbaren, einen anderen menschen seines lebens beraubt zu haben - Jeder der das kann ist für mich einfach nur Krank.
Die Politiker machen es sich zu einfach.
Wieder einmal sind die PC Medien "Ego Shooter" der grundstein allen übels. Wieder einmal wird ein unschuldiger zum tode verurteilt. "Ego Shooter machen aus unserer Jugend, amokläufer und killer!" so mögen viele Politiker momentan argumentieren. Doch haben diese nicht eine sekunde darüber nachgedacht, was sie da eigentlich reden...
Ich möchte nicht behaupten, das diese spiele, auch ihren teil dazu beitragen mögen, aber die verbietung solcher medien würde nichts ändern 1. Es gibt mittel und wege, diese spiele weiterhin zu vertreibeneziehen - nämlich über dem uns allen bekannten Medium Internet. 2. Der Grundstein liegt Ganz woanders, aber danach sucht man ja garnicht, da sich die allgemeine masse mit der Antwort das der täter "Satanist" war und Gewaltspiele gespielt hat, zufrieden gibt, und somit ihren schuldigen gefunden hat.
Der Grundstein liegt in der Schule, die jugendkriminalität, vorallem an schulen nimmt immer weiter zu, und keiner sieht es - oder verschliessen die Augen vor der wahrheit.
Seien wir mal ehrlich.
Ich wage mal zu behaupten, das es an jeder schule, in fast jeder klasse, mindestens einen "BUHMAN" gibt.
Ein Schüler, der sich gewisse güter, wie z.B Die neusten Handys, die Coolsten markenklamotten, aus finanzieller lage einfach nicht leisten kannwill. Oder erkannt hat, das die ganze Markenindustrie nur Geldmacherrei ist. (Sie setzen trends zu völlig überteurten preisen in die läden.. Trendklamotten werden von der breiten masse gekauft, und für gut befunden. Und trotzdem hat man am ende nicht mehr an in der hand, als der jenige der sich seine hose, oder was auch immer, bei C&A für wesentlich weniger Geld gekauft hat.
Ein Schüler, der anders ist, als die breite masse für normal erachtet. z.B in deren augen hässlich ist, oder eine behinderung hat, oder sich anders kleidet, oder andere musik hört. Ich könnte das noch endlos so weiterführen.
Es finden sich immer gründe einen schüler zum BUHMAN zu machen. Und dieser hat keine sehr angenehme schulzeit.Denn er wird Seelisch gefoltert, von und vor der ganzen klasse gedemütigt.Ihm wird Psychische und Physische gewalt zugefügt. Er wird zum Opfer der gesellschaft. Er wird beleidigt, beschimpft, bedroht, geschlagen, verprügelt, zusammen geschlagen, ausgeschlossen. Dieses verhalten von anderen schülern, wirkt sicht oftmals auch auf die Noten in der schule aus, da das Opfer nicht weiter weiß, die schule aus angst schwänzt.Er lässt das alles über sich ergehen, wehrt sich nicht, und hofft das es aufhört, er frisst alles in sich hinein. Wer soetwas durchlebt hat, hat davon auch bleibende schäden, denn das wird er niemals in seinem leben vergessen können. Viele dieser Opfer flüchten sich in Simulierte welten, wo sie der "held" sind. Wieder andere flüchten sich in bücher, in die fantasiewelt in der sie sich sicher fühlen. Viele sind auch Suicid gefährdet, verletzen sich selber mit messern oder anderen gegenständen (SVV - Selbstverletztendes verhalten - Borderline) da sie für sich keinen ausweg mehr aus dem ganzen sehen - und darin liegt die gefahr - der grundstein.
Was macht also jemand der soetwas durchgemacht hat - die seelische grausamkeit anderer menschen am eigenen leib zu spüren bekommen hat? Es gibt 3 möglichkeiten:
1. Er Flüchtet
2. Er lebt weiter, und versucht das beste draus zu machen
3. Er versteifft sich in seine fiction ein "held" zu sein. Schwört seinen painigern Rache, schreibt eine Todesliste, findet auf diversen seiten im internet informationen wie man an Scharf waffen und Munition kommt, kauft diese, da er zu diesem zeitpunkt eh schon alles aufgegeben hat - beschlossen hat seinem leben ein ende zu setzen - also auch kein geld mehr benötigen wird. Und plant entweder Suicide oder einen Amoklauf, um soviele seiner painiger wie möglich mitzunehmen, und führt es durch - als letzte alternative, und um vieleicht auf diese weise doch noch für seine seelische gerechtigkeit zu sorgen.
Es gibt möglichkeiten solche taten in zukunft einzudämmen. Aber diese liegen nicht in der verbietung, irgendwelcher medien die man sich 1. sowieso weiterhin beschaffen können wird 2. Die "Freiheit" in deutschland noch weiter einschränken würde.
Zum Thema "Freiheit" In Deutschland sag ich nur : GEZ (Schon GEZahlt?), Bundeswehr - Musterung -> Samy Deluxe - Weck Mich Auf -> So frei sind wir wirklich ;)
Verschliesst ruig weiter eure augen vor der wahrheit, aber das ändert nichts daran, das sie existiert.
PS: Es gibt 2 dinge, die sind unendlich 1. Das Universum. 2. Die Menschliche Dummheit, nun beim Universum bin ich mir nicht mehr so sicher....
PS2: Wer rechtschreibfehler findet, darf sie behalten:)
appaz (22.11.2006, 10:52 Uhr)
Ablenkungsmanöver
Damit erst gar kein Missverständnis entsteht: Diese sog. Killerspiele sind zutiefst abstoßend! Und bevor (wissenschaftlich!) geklärt ist, welche Wirkungen sie auf menschliches Verhalten haben (können), darf man u.a. auch mutmaßen, dass sie geeignet sein könnten, zu Abstumpfung und Verrohung zumindest beizutragen.
Wer allerdings glaubt, Ereignisse wie in Emsdetten oder seinerzeit in Erfurt mit dem Konsum solcher „Spiele“ auch nur im Ansatz erklären zu können, irrt gewaltig oder will von näher liegenden Ursachen ablenken.
Gäbe es nämlich solch simplen Zusammenhang, wäre sehr viel häufiger über vergleichbare (Verzweiflungs-)Taten zu berichten.
Geeigneter für einen potenziell tauglichen Erklärungsversuch scheint da schon der Ansatz, den Udo Lewalter gegen Ende seines Kommentars mit dem Begriff „Perspektivlosigkeit“ überschreibt.
Aber auch hier muss natürlich festgestellt werden, dass die Zahl solcher Geschehnisse deutlich höher liegen müsste, wenn allein unbefriedigende Lebensumstände, mangelnde Bildung, Zukunftsängste etc. als Auslöser hinreichten.
Zu all dem muss sicherlich noch eine - allgemein ausgedrückt - ausgeprägte psychische Störung hinzu kommen. - Was die Gesellschaft (über die Politik) allerdings nicht davon abhalten sollte, vorsorglich all ihren Mitgliedern ein Leben in Würde und relativer Zufriedenheit zu ermöglichen.
Fischhaendler (22.11.2006, 09:08 Uhr)
Verbietet stattdessen folgendes...
1. Schützenvereine
2. Bundeswehr (wo sonst werden Zivilisten in neun Monaten im Umgang mit Waffen geschult und dafür bezahlt?)
3. Das Fernsehen (Wo sonst wird 2 Sekunden nach dem Ende einer Nachrichtensendung im Vorspann einer Serie einer jungen Frau mit einem Baseballschläger der Kopf eingeschlagen?? Vox, irgendein Medical Detective Schwachsinn)
4. Jeglicher Kontakt mit anderen Ländern (Also totale Medienisolation)
5. Das Internet abschalten. (Siehe www.dasinternetabschalten.de) Wo sonst gibt es unilimitierten Zugang zu allen Sünden die jegliche Religion kennt? (+ der Homepage von Angela Merkel)
6. Wickelt alle harten Gegenstände in weiche Tücher, irgendjemand könnte sich weh tun.
Nein, Scherz beiseite (6. ist ein Scherz) die Probleme die Menschen dazu führen Taten wie diese zu begehen entstehen doch immer wieder durch die selben Symptome, Isolation, das "der-ist-anders" Gehabe (was in stärkerer Isolation endet) und einer allgemeinen "Man-ist-das-ein-Freak-gut-das-ich-nicht-so-bin"Haltung. Dieses Verhalten zeigt nahezu jeder Mensch (mich eingeschlossen) Viele junge Menschen leiden unter der allgemeinen und vielbeschriehenen Perspektivlosigkeit die in Deutschland für Probleme bei den Jugendlichen sorgt. Viele davon Betroffene haben Glück, sie haben wenigstens ein Elternteil das versucht zu helfen, vielleicht einen Lehrer der sympathisch ist, sich noch nicht ganz aufgegeben hat (oder mit 50 und Rückenproblemen in Pension gegangen ist) oder einen Freund der ihnen hilft einen Weg zu finden das eigene Leben und die Schwierigkeiten die es definitiv bietet zu meistern. 99,99% der Menschen haben das Glück mindestens eine solche Person zu kennen. Die 0.01% die dieses Glück nicht ihr eigen nennen dürfen, enden in den Fällen, die die Nachrichten beherrschen.
Was man dagegen tun kann? Ich habe keine Ahnung, nur eine Theorie. Diese Theorie würde das Verbot von jeglichen Medien verbieten. Die Flut von Gewalt und Brutalität in den Medien lässt doch jeden Menschen abstumpfen, eine Meldung mit 2-4 Toten/Schwerverletzten lässt doch heutzutage jeden kalt. Nur spektakuläre Katastrophen und Unfälle lassen die Menschen noch aufmerken. Gehörte Meldungen brennen sich meiner Meinung nach nicht so scharf in das Gedächtnis ein wie die täglichen Bilder von Verletzten, Toten und Verstümmelten die das Fernsehen und die Printmedien bieten.
Dies wäre ein Anfang, was wir gerade beobachten sind die Probleme, die unsere so hochgelobte Informationsgesellschaft mit sich bringt. Jeder ist zwar gut informiert über das Internet, aber ein Chatroom oder ein Forum kann keine persönliche, zwischenmenschliche Kommunikation ersetzen.
Zu meiner Person, ich bin 28, stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums als Wirtschaftsingenieur und bin begeisterter Gamer. Spiele: Counterstrike, Call of Duty 2, Tony Hawks Pro Skater, World of Warcraft, Warcraft III und viele Klassiker wie Gianna Sisters und Zaxxon (Ja, ich pack den C64 aus)
Ich habe eine recht erfolgreiche Karriere im Amateurleistungssport gehabt und führe seit mehr als drei Jahren eine intakte Beziehung.
Ich denke also das ich beurteilen kann ob Spiele die Menschen beeinflussen und ich sage ganz klar...ja. Aber sie als alleinigen Grund für diese oben beschriebenen Taten aufzuführen ist lächerlich.
Lucanus (22.11.2006, 08:59 Uhr)
AUTORENNSPIELE VERBIETEN !
Fast jedes Wochenende sterben auf deutschen Straßen Jugendliche durch Autounfälle, die auf rücksichtslose Raserei zurückzuführen sind.
(Viel, viel mehr als durch Amokläufer)
Viele dieser Jugendlichen haben zuvor exzessiv Autorennspiele gespielt.
Also: Sofort Autorennspiele verbieten !
Staudenmaier007 (22.11.2006, 08:38 Uhr)
Täterprofil oder der kleinste gemeinsame Nenner
Warum immer wieder Videospiele als Sündenböcke herhalten müssen ?
Warum greift ein Ertrinkender nach einem Strohhalm ?
Man sucht nach Antworten - nach verständlichen Antworten.
Weil es aber so schwer ist solche Taten und solche Täter zu verstehen, begnügt man sich darauf das Verhalten äußerlichen Einflüssen zuzuschreiben.
Was also haben all diese gewaltbereiten gesellschaftlich isolierten Psychopaten gemeinsam ?
Sie sind Rechtshänder ?
Essen gerne Fastfood ?
Trinken Pepsi statt Coka Cola ?
Sie erkennen worauf ich hinaus will.
Wie viele Shooter-Fans sind Amokläufer ?
Wie viele Linkshänder ?
Sowas kann nur in die Irre führen.
Lady-SmillA (22.11.2006, 08:25 Uhr)
Medizinstudentin und Gamerin?
Ja das geht!
Ich bin 25 Jahre alt, studiere Humanmedizin im 12. Semster und stehe kurz davor meinen erfolgreichen Abschluss in besagtem Studiengang zu machen. Zugleich spiele ich seit meinem 14. Lebensjahr Counterstrike, Unreal Tournament, Warcraft 3 und und und. Hat es mich agressiv gemacht? Hat es mir geschadet? Ganz im Gegenteil. Abitur nach 13 erfolgreichen Schuljahren mit einem Einsernotendurchschnitt. Studium ebenfalls in der Regelstudienzeit, ebenfalls mit Einserschnitt. Agressiv *lach* nein ganz sicher nicht. Ich werde Ärztin und stehe im Dienste des Menschen!
Ich war für einige Jahre an der Spitze der deutschen Spielrinnen in Counterstrike und habe mit meinem Lebensgefährten, der ebenfalls ganz oben in den Ranglisten stand regelmäßig Lans und andere Events besucht, auf denen es nur um eines ging- spielen.
Für alle, die nicht wissen wie so etwas abläuft: Man packt seinen Rechner ins Auto, fährt 200 Kilometer und baut ihn in einer Halle wieder auf. Meistens tun dies zwischen 2000 und 10000 Leute mit einem zusammen. Eine riesengroße Menschenmenge! Da fragt man sich schon- geht das gut? Gibt es da Streit? Nein- Gibt es nicht! Ich habe es nie erlebt, dass Sicherheitsdienste oder Polizei an rücken mussten, dass Jugendliche sich geprügelt, verletzt oder bedroht haben. Klar kochen die Emotionen hoch, wenn jemand verliert- doch im Vergleich zu einem Fußballstadium sind Lans der Frieden auf Erden. Hier ist es nicht nötig Fans gegeneinander abzuschirmen, hier braucht man keine Kontrollen, ob Waffen dabei sind oder gar gefährliche Leuchtmunition. Gamer sind nicht agressiv, ganz im Gegenteil.
Gerade das immer wieder in der Diskussion stehende Counterstrike (auch nur weil dieses Spiel fast alle mitlerweile kennen), ist ein Spiel, das eine Unmenge an Konzentration, Teamgeist und Planung erfordert. Wer in diesem Spiel mit seinem Team Erfolg haben will, kann nicht hirnlos durch Gänge laufen und Leute umballern. Strategie ist gefragt und letztendlich zählen nicht die meisten umgeschossenen Gegner sondern die Teamsiege! Es ist wie ein modernes Räuber und Gendarme und ich glaube das haben die, die jetzt über diese Spiele herziehen alle in der Kindheit gespielt.
Ich empfehle allen, die der Meinung sind, diese Spiele würden agressiv machen, einmal über Ihren Schatten zu springen und es auszutesten! Diskutieren Sie nicht über Dinge, die Sie nicht kennen. Haben Sie keine Angst vor dem Unbekannten- vielleicht eher davor, dass es Ihnen gefallen könnte!
wassi (22.11.2006, 01:45 Uhr)
Unfähigkeit oder Gleichmut ?
Wieder ist es passiert, wieder ist ein Schüler Amok gelaufen, wieder machen unfähige Politiker ein Onlinegame dafür verantwortlich. Uns alle erschüttert der Vorfall eines 18 jährigen Schülers der Rache am Schulsystem nahm, der jahrelang isoliert den Frust in sich hinein fraß, der weder Kontakt zu Mitschülern hatte, der sich in der Gemeinschaft jahrelang nicht zurecht fand. Niemand hat es bemerkt, weder Eltern noch Lehrer, noch nicht mal in Foren wurde er ernst genommen. Er lebte sein Leben bis zum Wahn, er vegetierte in der Gemeinschaft dahin ohne Anerkennung oder Zuneigung. In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich ? Welche Gedanken machen sich Lehrer über Ihre Schüler ? Wie gehen Mitschüler miteinander um ? Was für ein fehlerhaftes Schulsystem haben wir, das immer wieder versagt wenn es um einzelne oder allgemeine Probleme geht ? Was für einfältige Politiker haben wir, die für diese Vorfälle ein Onlinegame mitverantwortlich machen ohne zu ermitteln wo die eigentlichen Gründe liegen ? In den Medien wird einseitig berichtet. Statt neutral und informativ zu berichten, wird wieder ein Game in den Dreck gezogen das millionenfach weltweit gespielt wird, das unzählige Freundschaften geschaffen hat und viele miteinander verbindet. Sind das alle zukünftige Amokläufer ? Sind das geistig gestörte Wesen die Mord und Totschlag üben ? Es ist ja so einfach für unsere Abgeordneten eigene Fehler mit unsinnigen Argumenten zu vertuschen, ein Onlinegame, das im Vergleich zu anderen noch relativ harmlos ist, als Grund für den Amoklauf zu nennen. Solange solch unfähige Leute weiter für das Schul und Bildungssystem verantwortlich sind, wird sich auch nichts ändern. Solange kein Geld mehr für die Zukunft der Schüler investiert wird, kann sich auch nichts ändern. Aber es ist ja so einfach ein Game für alle diese Miseren verantwortlich zu machen. Es ist so einfach dieses Game zu verbieten. Nur ist es nicht so einfach weitere Amokläufe zu verhindern die eindeutig gegen die Schule und das System gerichtet sind. Vermutlich werden künftig noch die Blutrünstigen und Waffenlastigen Action Filme verboten. Doch sicherlich werden Kriege, die unzählige Leben kosten weiterhin fortgeführt. Wo der Verstand aussetzt, fängt die Gewalt an...........
BlindMan (22.11.2006, 00:32 Uhr)
Schuld abschieben
Wie in fast allen solchen Fällen wir hier kläglich versucht die eigendliche Schuld einer schwach etablierten Gruppe unterzujubeln.
Jeden Tag laufen im TV hunderte Prono Werbungen, jeden Tag laufen im TV brutalste Serien und Filme gezeigt. In den meisten Kindermärchen geht es um Intriegen, Folter oder sogar Mord (Hänsel und Kretel verbrennen die Hexe z.b.).
Wird deswegen bei jeder Vergewaltigung nun geschriehen "Verbietet die Porno Werbung!"? NEIN! Natürlich wird nicht geschriehen denn diese Werbung bringt ja Unsummen für die jeweiligen Sender. Jedesmal wenn eine alte Oma dort grunzt "RUF MICH AN 666666" verdienen die Medien tausende Euro! Ergo kann diese Werbung garnicht schuld dadran sein, wenn wieder einmal irgendwo eine Vergewaltigung passiert ist.
Zurück zu dem Amoklauf. Die waren Schuldigen für diese Tat sind nicht die Spieleproduzenten, es sind die Personen in dem Umfeld dieses verwirrten und alleingelassenen Jungen! Eltern, Geschwister, Lehrer und viel wichtiger z.b. auch die Polizei und Ämter!
Wie ja nun bekannt geworden ist, wurden schon früher Waffen bei ihm gefunden. Stat nun einmal genau zu schaun wurde NICHTS unternommen von diesesen Behörden! Genau wie der Vergewaltiger, der auf dem Dach seines Gefängnisses rumgelaufen ist und dort alle "verarscht" hat wurde auch in diesem Fall einfach weggeschaut.
Und stat nun diesen "Wegschauern" bei den Behörden nen Satz heiße Ohren zu verpassen sucht man sich lieber eine Branche deren Loby weit schwächer ist.
Nebenbei springen dann noch einige Politiker (oder sonstige) die sich wichtig machen wollen auf den Zug ohne auch nur den Hauch einer Anung zu haben wovon sie den da grade reden!
MrMorpheus (22.11.2006, 00:15 Uhr)
Das alte Klischee!
Diese enorme Gewalt, mit der der Täter vorging, kann sich wahrscheinlich kein rational denkender und gesunder Mensch vorstellen. Ebenso wenig wie Politiker, Psychologen und Polizisten die dem Volk so ein Geschehen erklären sollen. Versucht man oberflächlich den „kleinsten gemeinsamen Nenner“ mit ähnlichen Amokläufern wie in Columbine oder Erfuhrt zu finden, so braucht man nicht lange zu suchen bis man solche „Ego-Shooter“ auf den Computern der Jugendlichen findet. Ist ja eigentlich auch kein Wunder, denn Jugendliche die Baller-Spiele am Computer spielen gibt es jede Menge! Nur ist es derzeit recht populistisch mit dem Gedankengang auf dem Niveau eines fünfjährigen festzustellen, dass diese Amokläufer ihre Tat deshalb so grausam begangen haben, weil sie es zu vor Jahre auf dem Computer trainiert haben. Wenn das unter anderem „die“ Begründung für die Tat sein soll, dann wird es demnächst an Schulen in der ganzen Welt wohl spannend werden.
Diese Täter wollten der Gesellschaft das zeigen, was sie jahrelange zuvor von ihr gezeigt bekommen haben. Sie haben in ihren Botschaften wert darauf gelegt darauf hinzuweisen und wollten sich als Monster darstellen. Aber was soll man dagegen tun? Die Gesellschaft kann man nicht zwingen Außenseiter aufzunehmen und sie wieder zu integrieren. Meiner Meinung nach trauen sich Politiker nicht diese Unmächtigkeit zuzugeben, sondern suchen sich lieber einen Schuldigen den man auch bekämpfen kann. Diese Ego-Shooter bieten zum Teil grausame Szene in einer immer Detail reicher werdenden Grafik, so das sich ein Außenstehender schon erschrecken kann was es für Spiele gibt. Wie viele meiner Vorredner aber bereits erwähnten, geht es in diesen Spielen eigentlich immer darum, sich mit den jeweiligen Bewegungen vertraut zu machen, sich nicht entdecken zulassen und ein Vorgehen zu entwickeln um eine Situation zu meistern.
Man tut den Opfern dieser Geschehen sicherlich keinen Gefallen in dem man von der eigentlich Problematik nur ablenkt. Keine überforderten Lehrer, Sozialarbeiter an jeder Schule und mehr heile Familien (in denen sich ein Elternteil um die Kinder kümmern kann und nicht arbeiten muss) könnten vielleicht ein Anfang sein.
Aria84 (21.11.2006, 23:16 Uhr)
wie hohl...
...lol.. ich lach mal ganz laut! dumme medien...!!! also ich find das wieder mal maßlos übertrieben von der presse und all dem ganzen! millionen von menschen spielen solche spiele.. selbst ich. zwar nicht counterstrike aber sowas in der art. bastian hatte probleme wie man in seinem brief lesen kann und er hatte so recht! mir tut es leid für seine eltern und für ihn, aber ich hoffe das es ihm da besser geht wo er jetzt ist. auch wenn das alles qualvoll enden musste.
rip!
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