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2. Oktober 2007, 13:16 Uhr

"Pong", das war sein erstes Wort

Zwei bewegliche Balken als Schläger und ein beweglicher Punkt als Ball - mehr gab es nicht zu sehen auf dem Bildschirm. Dennoch: Mit "Pong" läutete die Firma Atari vor 35 Jahren die Ära der Videogames ein. Schwelgen Sie mit stern.de in Spielenostalgie! Von Sven Stillich

Atari-Gründer Nolan Bushnell (li.) spielt mit Curt Vendel von atarimuseum.com an einer historischen "Pong"-Konsole© atarimuseum.com

Die kurze Geschichte der Videospiele ist voller Dramatik. Große Unternehmen wachsen und sterben, Märkte kommen und gehen, wer heute groß ist, kann morgen schon vergessen sein. Eine Geschichte jedoch überstrahlt alle anderen - die Geschichte von Atari. Denn mit Atari begann alles, und Atari lebt weiter, obwohl es bereits so oft gestorben ist wie eine Figur aus einem Videospiel.

35 Jahre ist es her, dass der Elektrotechniker Nolan Bushnell 500 Dollar in die Hand nahm, um im kalifornischen Sunnyvale ein Unternehmen zu gründen. Eigentlich sollte es "Syzygy" heißen, es gab gibt jedoch bereits einen Dachdecker mit diesem Namen. Also weicht Bushnell auf "Atari" aus, einen Begriff aus dem Spiel "Go", das er mag. Als Logo wählt er eine stilisierte Form des japanischen Berges Fudschijama. Die Firma soll seinen neuen Spielautomaten verkaufen, auf dem man Tennis spielen kann - "Pong", wie er das Spiel nennt. Es ist einfach zu verstehen und zu bedienen, ein schneller Spaß zwischen zwei Bieren.

1972 stellt Nolan Bushnell das erste "Pong" in einer Bar auf. Zwei Wochen später ruft der Besitzer an, um sich zu beschweren: Der Automat sei kaputt. Doch das ist er nicht. Der Münzbehälter ist randvoll, mit 300 Dollar. "Pong" ist ein Hit und der Startschuss für eine ganze Industrie. "Space Invaders", "Defender", "Missile Command": Videospiele sind bald überall, in Kneipen und - mit der Spielkonsole VCS 2600 auch im Wohnzimmer. Sogar die Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak arbeiten damals an dem Erfolg mit, Wozniak programmiert für Atari das Spiel "Breakout".

Atari wird von der Popkultur umarmt und zur Ikone einer ganzen Generation. Und Bushnell wird reich. Er hat jedoch ein Problem: Atari wächst schnell, aber das Unternehmen hat zu wenig Kapital. 1976 muss er es an Warner Communications verkaufen. Das ist der Anfang vom Untergang. Zwei Jahre später verlässt Bushnell den Konzern. 1984 verkauft Warner die Hälfte von Atari an Jack Tramiel, den gerade bei seiner eigenen Firma herausgeflogenen Gründer der Firma Commodore. Tramiel lässt in nur ein paar Monaten als Konkurrenz zum Amiga, den Nachfolger des damals ungemein erfolgreichen Commodore 64 ("C64"), den Heimcomputer Atari ST entwickeln. Es ist der letzte große Wurf von Atari, denn Anfang der neunziger Jahre ist die Firma am Ende.

Der PC übernimmt die Macht, 1996 übernimmt ein Hersteller von Festplatten Atari, zwei Jahre später geht auch diese Firma insolvent. Der Spielzeughersteller Hasbro kauft Namen und Logo, doch schon 2001 gehen diese weiter an die französische Videospielfirma Infogrames, die sich 2003 schließlich in Atari umbenennt und nun "35 Jahre Atari" feiert.

Sie sind gefragt!

35 Jahre Atari - ist das ein Tanz um das Grab einer Legende? Oder hat der Name immer noch Kraft? Lassen Sie uns teilhaben an ihren Gedanken und Erlebnissen! Schicken Sie uns Ihre Erinnerungen an \"Pong\", an Atari oder andere Konsolenerlebnisse. Oder sagen Sie uns, warum Atari auch heute noch strahlt - oder warum man Tote in Frieden ruhen lassen sollte.

Die schönsten Geschichten werden auf stern.de veröffentlicht. Wer teilnimmt, erklärt sich mit einer Veröffentlichung einverstanden.

Von Sven Stillich
 
 
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