Warum soll die Gemeinschaft der Computerspieler den Kopf für die Unfähigkeit der Gesellschaft herhalten müssen, die es nicht verstanden hat, Jugendliche mit all ihren Bedürfnissen und Anforderungen anspruchsvoll und zukunftsorientiert zu integrieren?!
Marcus Fehrmann
Wiesbaden
Guten Morgen,
ich möchte mal vorweg sagen, ich bin selber seit Jahren ein begeisterter Gamer. Ich kann auch sagen, dass ich nicht jeden Bezug zur Realität verloren habe oder kranke Fantasien entwikelt habe. Es wird zu viel auf den Spielen herrumgehackt. Klar wenn man die Schuld auf die Games schiebt, hat man einen super Sündenbock. Das der Armokläufer auch so schon einen ziehmlichen Knacks weg hatte und ein unnormaler Waffennarr war wird unter den Teppich gekehrt. Ich kenne viele Leute die auch "schon" über 30 und 40 sind und gerne mal abends zur Entspannung ein Spiel spielen, statt die Glotze an zu machen. Vielleicht geben die Spiele ihr kleines Übel zu solchen Taten dazu, aber wer die Spiele schon so ernst nimmt, hat eh einen Schaden. Ich finde es immer nur lustig an zu sehen, dass die Politiker usw. immer auf Counterstrike rumhacken und wahrscheinlich noch nie eine Min. von diesem Spiel gesehen haben. In den meisten Spielen dieser Art geht es ja gar nicht ums Töten selbst! Klar erschieß ich den Gegner, aber nur damit er die Bombe oder so nicht legen kann. Und was man sehen muss, man spielt in dieser Art von Games immer einmal die Guten und auch mal die Schlechten! Man muss nich nur Töten oder alles Gute ausschalten, man muss es auch alles einmal verhindern. Ich finde Schade, dass immer Leute über Spiele urteilen, die noch nie ein Spiel gespielt haben.
In diesem Sinne
Sebastian Toch
Leverkusen
Gewalt in Medien jeder Art ist so alt wie die Medien selbst. Doch nimmt im Gegensatz dazu der Überlebenskampf, dass sich selbst Behaupten an den Schulen überproportional zu. Warum sollte ich mir eine Todesliste zusammenstellen? Etwa weil ein Computerspiel mir den Tip dazu gab? Nicht daran, dass ich mich ausgegrenzt und anders fühle? Das Problem liegt meiner Meinung nach ganz und garnicht bei den so genannten "Gewaltspielen", nur muss scheinbar eine schnelle Lösung her.
Thomas Lenk
Graz, Österreich
Das Verbot von Killerspielen würde das Problem nicht lösen, es würde nur neue hervorbringen. Spieler würden andere Wege finden, um an die Spiele heranzukommen (Filesharing etc) und würden sich damit strafbar machen, weiter machen Egoshooter einen Großteil der Einnahmen bei Pc-Spielen aus (Bsp Half-life 2) und Deutschland würde als Entwicklerstandort noch unattraktiver, so hat auch schon ein namhafter Spieleentwickler aus Deutschland angekündigt, Deutschland den Rücken zu kehren, würde dieses Verbot kommen. Es ist meiner Meinung nach aber auch kein Zufall, wenn bei Amokläufern "Killerspiele" zu Hause gefunden werden, diese sind nicht der Auslöser, sondern ein Ventil für sie, in dem sie ihren Hang zur Gewalt und ihre Wut gegenüber andere freilassen können. Spiele als Auslöser oder als Glied einer Kette hinzustellen, die dazu führt das Leute durchdrehen ist falsch, das lenkt nur von den wahren Problemen ab, durch die solche Taten zustandekommen. Genausowenig treiben die wütenden Texte eines Rappers oder brutale Filme Menschen zu solchen Gewalttaten. Ich denke die wahren Probleme liegen im sozialen Umfeld und der elterlichen Aufsichtspflicht. Würde das Verbot wirklich kommen, hoffe ich das der Begriff "Killerspiel" klar definiert wird und wir, die Spieler, am Ende nicht noch mehr benachteiligt sind, in dem wir z.b. nicht mal mehr Rollenspiele/Strategiespiele spielen dürfen.
Mathias Raß
Ebermannsdorf