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31. Juli 2008, 16:49 Uhr

Ur-Computer zeigte Daten der Olympischen Spiele

Als 1901 in einem Wrack vor der griechischen Insel Antikythera eine mehr als 2000 Jahre alte und hochkomplexe Zanhradapparatur beboren wurde, wusste keiner, wofür sie diente. Über hundert Jahre später haben Wissenschaftler nun eine plausible Lösung des Rätsel gefunden.

Teile des "Mechanismus von Antikyther", einer Art astronomischer Rechenmaschine© DPA

An dem "Mechanismus von Antikythera", einer Art antiker astronomischer Rechenmaschine, ließ sich unter anderem der Vier-Jahres-Zyklus der Olympiade ablesen. Dies ergab eine neuerliche Untersuchung der mehr als 2000 Jahre alten, hochkomplexen Zahnradapparatur, die im Jahre 1901 aus einem Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen wurde. Außerdem diente das Gerät zur Berechnung von Mond- und Sonnenfinsternissen, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Nature".

Der "Mechanismus von Antikythera" besteht aus mehr als 30 bronzenen Zahnrädern, die ursprünglich vermutlich in einen Holzkasten integriert waren. Zahlreiche Experten haben sich seit der Entdeckung der Apparatur daran versucht, seine Funktion und Herkunft zu entschlüsseln. Fest steht bisher, dass das Gerät als astronomischer Kalender genutzt wurde, mit dem sich die Position und Bewegung von Himmelskörpern berechnen ließ.

Im Jahr 2006 hatten Wissenschaftler dann Ergebnisse von Röntgenanalysen und computertomographischen Untersuchungen der Apparatur veröffentlicht. Sie entzifferten zahlreiche bisher verborgene Inschriften und konnten weitere Funktionen der Zahnräder zumindest teilweise entschlüsseln.

Nun machte sich ein Forscherteam um Tony Freeth vom Antikythera Mechanism Research Project an eine neuerliche Interpretation des Zahnradmechanismus und der bisher entzifferten Inschriften. Die Wissenschaftler konzentrierten sich vor allem auf die Skalenscheiben an der Rückseite des Geräts. Eine dieser Scheiben ist ein sogenannter metonischer Kalender, der 235 Mondmonate und damit ziemlich genau 19 Jahre umfasst. In diesem Kalender haben 110 Monate eine Länge von 29 Tagen, die restlichen dauern 30 Tage. Einige Jahre in dem 19-Jahres- Zyklus haben 13 Monate, wobei jedes Jahr mit dem ersten Neumond nach der Sonnenwende beginnt.

Korinthischen Ursprungs

Die Wissenschaftler um Freeth konnten nun die Namen der zwölf Monate identifizieren. Sie stellten fest, dass diese Namen korinthischen Ursprungs sind. Dies lasse vermuten, dass der Mechanismus aus dem antiken Korinth oder einer seiner Kolonien stammt. Bisher hatten Experten vermutet, dass die Apparatur in Rhodos gefertigt wurde.

Bei einer weiteren Scheibe auf der Rückseite handelt es sich der Neuuntersuchung zufolge vermutlich nicht wie bisher angenommen um einen 76 Jahre umfassenden callipischen Zyklus ý einen weiteren Kalender ý sondern um eine Darstellung des vierjährigen Olympia- Zyklus und der panhellenistischen Spiele. Die Scheibe wurde pro Jahr um eine Viertelumdrehung gedreht. So ließ sich abbilden, in welchem Jahr und Monat die nächsten Spiele stattfinden.

Schließlich untersuchten die Forscher eine weitere Untereinheit, die den sogenannten Saros-Zyklus abbildet. Es war bereits bekannt, dass sich damit Sonnen- und Mondfinsternisse vorhersagen lassen. Durch die Identifizierung bisher verborgener Buchstaben verfeinerten und erweiterten die Wissenschaftler nun die "Gebrauchsanweisung" für die Saros-Zyklus-Einheit.

 
 
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