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1. April 2010, 22:19 Uhr

Der Kampf um die Suche

Noch suchen iPhone-Nutzer per Google im Web. Aber wie lange noch? Angeblich arbeitet Apple an einer eigenen Suchmaschine für die mobilen iGeräte. Von Gerd Blank

Apple, iPhone, iPad, Google, Steve Jobs

Bisher ist Google die Standardsuche fürs iPhone von Apple© Julian Stratenschulte/DPA

Wird Apple das neue Google? Analysten in den USA vermuten, dass der iPhone-Hersteller in naher Zukunft eine eigene Suchmaschine anbieten wird, exklusiv für die mobilen Geräte iPad, iPod Touch und iPhone. Ein solcher Schritt käme für Apple keinen Augenblick zu früh und wäre für Google eine empfindliche Niederlage. Seit drei Jahren ist die Google-Suche auf den Apple-Smartphones vorinstalliert. Jeder iPhone-Nutzer, der im Web etwas sucht, teilt seine Suchanfragen also nicht nur Apple mit, sondern verrät auch Google etwas über die eigenen Interessen. Google braucht diese Daten, denn der Konzern verdient Geld mit personalisierter Werbung, die neben den Suchergebnissen eingeblendet wird. Und das nicht zu wenig: Google macht einen jährlichen Umsatz von rund 25 Milliarden Dollar.

Doch Apple möchte nicht mehr mit Google teilen, sondern die mobilen Geräte noch mehr zu einem geschlossenen System machen. Musik, Videos und Programme für die iGadgets werden bereits über den Apple-eigenen Shop iTunes vertrieben. Das Unternehmen von Steve Jobs verdient an jeder verkauften Datei mit: Rund 20 Prozent aller Verkaufserlöse fließen in die Apple-Kasse. Künftig werden auch Bücher und Zeitschriften in digitaler Form angeboten, doch die wichtigste Einnahmequelle sprudelt noch nicht: Werbung.

Kleiner Anteil mit großer Wirkung

Derzeit werden weltweit rund 40 Millionen iPhones genutzt. Im Vergleich zu anderen Mobiltelefonen ist der Hardware-Anteil zwar noch gering, dennoch sind diese Geräte für einen Großteil des weltweiten mobilen Datenverkehrs verantwortlich.

Mit dem iPad, welches ab Samstag in den USA und etwa einen Monat später auch in Deutschland verkauft wird, sorgt Apple für noch mehr Bewegung im mobilen Markt. Noch vor Verkaufsstart war der Tablet-PC mit dem angebissenen Apfel auf der Rückseite überall ausverkauft. Beobachter sind sich einig: Apple holt mit seinen Geräten die Computertechnik endgültig vom Arbeitsplatz in den Alltag. Es ist nicht mehr kompliziert, ins Web zu gehen, E-Mails abzurufen oder Inhalte herunterzuladen. Auch das iPhone setzt in diesem Jahr zum Sprung an, sich vom exklusiven Kulthandy zum Volkssmartphone zu mausern. So soll das vermeintliche Wundertelefon sogar demnächst im Supermarkt über die Ladentheke gehen.

Man sitzt künftig nicht mehr vor dem Internet, man nimmt das Internet überall mit hin. Wer seine Reise im Web buchen oder sich über seine Lieblingsstars informieren möchte, braucht nicht mehr zu warten, bis der Computer hochgefahren ist. Man schlägt die Informationen einfach im Handy nach und nutzt dafür eine Suchmaschine. Steve Jobs' Unternehmen wäre dumm, wenn es diesen lukrativen Markt ignorieren würde. Was liegt näher, als eine Suchmaschine anzubieten? Dass Apple sich auf das Web-Werbegeschäft vorbereitet, zeigt auch die Übernahme des Onlinevermarkters Quattro Wireless vor wenigen Monaten. Zuvor hatte Apple gegen Google das Bieterrennen um den Vermarkter Admob verloren. Apples Geldbörse ist mit rund 40 Milliarden Dollar prall gefüllt. Statt diese Summe an die Aktionäre auszuschütten, will sich Steve Jobs mit dem Geld neue Unternehmen einverleiben. Auf seiner Einkaufsliste stehen sicher auch Suchspezialisten.

Wenn aus Freunden Feinde werden

Google und Apple sind längst von Freunden zu Konkurrenten geworden. Als Google sich auf das Geschäft mit Suchergebnissen konzentrierte, war in Silicon Valley noch alles eitel Sonnenschein. Doch im Kampf um die digitale Weltherrschaft kennt man keine Freunde. Google bietet inzwischen eigene Betriebssysteme, Handys und demnächst wohl auch Computer an, und wird dadurch zur mächtigen Konkurrenz von Apple. Und Steve Jobs mag es gar nicht, wenn er nicht die Nummer eins ist. Also Zeit, zurückzuschlagen, am besten mit einer Apple-Suche.

Von Gerd Blank
 
 
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