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Das sagt ein Arzt über die Apple Watch

Die Apple Watch ist nach iPhone und iPad das next big thing. Doch ist die schlaue Uhr aus Sicht eines Arztes wirklich nützlich oder nur ein Gadget?

Von Christoph Fröhlich

Die Apple Watch soll das nächste große Ding aus Cupertino werden. Mit der schlauen Uhr versucht Tim Cook nicht nur aus dem langen Schatten seines Vorgängers Steve Jobs heraustreten. Er will auch beweisen, dass sein Konzern nach dem Smartphone- und Tablet-Sektor den nächsten Markt komplett umkrempeln kann.

Im Mittelpunkt stehen zahlreiche Fitness-Funktionen und Sensoren, die ständig die Körperwerte des Trägers überwachen. Die Uhr soll "vielen Menschen helfen, bessere Tage und ein gesünderes Leben zu leben", sagte Tim Cook auf der Präsentation Anfang September. Die Apple Watch, quasi ein Arzt am Handgelenk.

Doch was hält ein Mediziner von der Apple-Uhr? Ist sie ein sinnvoller Helfer oder eher ein Gadget für Freizeitathleten? Das US-Magazin "Forbes" hat mit dem Arzt und Stanford-Dozenten Robert Pearl über die Apple-Uhr gesprochen und ihn um eine Einschätzung gebeten.

Ist die Apple Watch nützlich genug?

"Ich hatte einige Zweifel, ob die lang erwartete Apple Watch cool werden würde", schreibt er in einem Gastbeitrag. "Cool oder nicht cool ist nicht die Frage. Das iPhone und das iPhone haben den Alltag der Menschen grundlegend verändert. Die erste Generation der Apple Watch wird das nicht schaffen."

Der Grund für diese Einschätzung: Die Uhr ist ihm noch nicht nützlich genug. Zwar würden die Sensoren in der Apple Watch vom Blutdruck bis hin zu den gelaufenen Schritten alle möglichen Daten sammeln und diese an spezielle Apps weitergeben. Doch das reiche nicht, um die Welt so nachhaltig zu verändern, wie es das iPhone getan hat, findet Pearl. Dafür müsse die Uhr nicht nur Daten generieren, sondern Mediziner in ihrer täglichen Arbeit unterstützen und Patienten anspornen, ihre Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

"Tausende von Herzfrequenzmessern, Hunderte von Blutdruckmessgeräten und tägliche Fitnessdaten dürften Ärzte mehr überfordern, anstatt sie zu informieren." Deshalb sei die wichtigere Aufgabe einer Smartwatch, das Verhalten des Patienten zu ändern, nachdem er die Praxis des behandelnden Arztes verlassen hat, findet Pearl. "Die Menschen zum Sport animieren, sie an ihre Medikamente erinnern und sie zu gesunder Ernährung bewegen, diese Veränderungen des Lebensstils würden wirklich einen Unterschied machen." Er würde sich eine Smartwatch wünschen, die bei Problemen Alarm schlägt oder die Medikation anpasst, wenn sich bestimmte Vitalwerte ändern.

"Aber nichts davon kann die Apple Watch. Zumindest noch nicht."

Große Hoffnungen auf die Apple Watch 2

Pearl setzt deshalb große Hoffnungen in die zweite Generation der Apple-Uhr, die auf Patienten mit gesundheitlichen Problemen zugeschnitten sein könnte. Der Schritt wäre nicht überraschend: Im vergangenen Jahr hat Apple mehrere Experten für Fitness- und Gesundheitstechnologie angeheuert, die vermutlich bereits an neuen Funktionen und Features für das Apple-Wearable arbeiten. Der erste war Ben Shaffer, einer ehemaliger Top-Designer von Nike, der das Fitnessarmband FuelBand mitentwickelt hat. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Firma den Schlafforscher J. E. M. Raymann anheuerte. Der Schlafrhythmus gehört zu den wichtigsten Fitnessdaten überhaupt. Raymann kennt sich außerdem bestens mit tragbaren Sensoren aus. Ihm folgte Marcelo Malini Lamego, ehemaliger Technologiechef des Medizingeräteherstellers Cercador. Auch er gilt als Experte für Sensoren.

"Wenn es Apple und anderen Herstellern gelingt, die Nutzer zu bewegen, mehr Zeit und Energie in die Verbesserung ihrer Gesundheit zu investieren, könnte die Welt ein gesünderer Ort sein", schreibt Pearl. "Die Apple Watch beweist, dass die Firma einen großen ersten Schritt gemacht hat, um erfolgreich am Medizinmarkt mitzumischen. Doch es bleibt ein erster Schritt."

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