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Foxconn ließ 14-Jährige an Fließbändern schuften

17. Oktober 2012, 12:56 Uhr

Seit Jahren steht Foxconn in der Kritik, jetzt sorgt der Elektronikhersteller erneut für Schlagzeilen: Der Konzern hat zugegeben, Minderjährige wochenlang ans Fließband gestellt zu haben.

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Die Kritik an Foxconn reißt nicht ab: Nach der Massenschlägerei und Kritik an den Arbeitsbedingungen musste der Konzern jetzt zugeben, wochenlang Minderjährige beschäftigt zu haben.©

Explosionen in Werkhallen, Selbstmorde, schlechte Arbeitsbedingungen - immer wieder gerät der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn in die Kritik. Vor Kurzem sorgte der Zulieferer, der Geräte für große Elektronikfirmen wie Apple, Sony, Samsung oder Nokia herstellt, mit einer Massenschlägerei für Aufsehen, nach der die Fabrikarbeit für einen Tag unterbrochen werden musste. Auch Berichte, dass angeblich Studenten für die Produktion des iPhone 5 zwangsverpflichtet wurden, kratzten am Image von Apple und Foxconn.

Der Konzern gelobte Besserung, doch jetzt wurde bekannt: Foxconn ließ wochenlang Minderjährige am Fließband stehen. Drei Wochen seien die Schülerpraktikanten im Alter zwischen 14 und 16 Jahren laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" im Werk Yantai in der ostchinesischen Provinz Shandong zum Einsatz gekommen. Dem Bericht zufolge ist die Fabrik nicht an der Herstellung von Apple-Geräten beteiligt.

Umstrittenes Praktikumsprogramm

Auf die Vorwürfe der Kinderarbeit angesprochen, erklärte das Unternehmen: "Das ist nicht nur ein Verstoß gegen chinesisches Arbeitsrecht, sondern auch ein Verstoß gegen die Foxconn-Regeln." Es seien deshalb "umgehend" Maßnahmen ergriffen worden, um "diese Praktikanten" zurück in die Schule zu schicken, so ein Unternehmenssprecher. Es gebe bislang aber keine Beweise dafür, dass es auch in anderen Fabriken in China Verstöße gegeben habe.

Es ist nicht neu, dass der Konzern Tausende von Praktikanten aus Berufsschulen und anderen Bildungseinrichtungen beschäftigt, sehr zum Leidwesen vieler chinesischer Organisationen. 2,7 Prozent der insgesamt 1,2 Millionen Angestellten seien Praktikanten, erklärt das Unternehmen, im Schnitt sind das rund 30.000 Jugendliche, die am Fließband schuften. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, die Schüler würden als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Der Konzern hingegen verteidigt sein Praktikumsprogramm.

cf/Reuters

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