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Was steckt hinter der Netz-Währung?

Die digitale Währung Bitcoin eilt von einem Rekordhoch zum nächsten. Einige Nutzer wurden bereits zu Millionären. Doch was sind Bitcoins, wo bekommt man sie und wie gefährlich ist das virtuelle Geld?

Von Christoph Fröhlich

  Der Rausch der Bitcoins verblüffte viele Skeptiker. Nun durchlebt die Netzwährung ihren großen Kollaps.

Der Rausch der Bitcoins verblüffte viele Skeptiker. Nun durchlebt die Netzwährung ihren großen Kollaps.

Auf den ersten Blick ist es die perfekte Währung: Bitcoins, eine Art Netzgeld, sind anonym, global einsetzbar und fälschungssicher. Sie können von jedermann am Computer errechnet werden - und haben einige bereits zu Millionären gemacht. War eine virtuelle Münze vor wenigen Jahren nur einige Cent wert, liegt sie heute bei rund 210 Dollar. Doch wie entstehen Bitcoins eigentlich? Sind sie legal? Und gibt es Gefahren? stern.de beantwortet zehn Fragen zur Netzwährung.

Was sind Bitcoins?

Bitcoins sind eine rein digitale Online-Währung. Sie bestehen aus einer Kombination von Zahlen und Buchstaben und werden nicht durch Notenbanken erzeugt, sondern durch Computer, die komplizierte Rechenaufgaben lösen. Kein Staat beeinflusst den Wechselkurs und keine Bank bürgt für die virtuellen Münzen. Erfunden wurden sie 2009 von einer Person mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, der ein direktes anonymes Online-Zahlungsmittel erschaffen wollte, ohne auf Vermittlerdienste wie Paypal oder Kreditkartenfirmen angewiesen zu sein. Lange galten Bitcoins als Spaß unter Hackern - mittlerweile ist es ein ernstzunehmendes Zahlungsmittel.

Wie entstehen die Münzen?

Prinzipiell kann jeder Mensch Bitcoins erschaffen. Alles, was er dazu braucht, ist ein internetfähiger Computer mit einer speziellen Software. Zum Erzeugen von Münzen muss eine komplizierte und daher rechenintensive Aufgabe gelöst werden, der Prozessor läuft dann auf Volllast. Der Rechner, der im ganzen Bitcoin-Netzwerk den Aufgabenblock zuerst löst, erzeugt einen Satz frischer Münzen - der Rest geht leer aus. Leistungsstarke Computer sind daher im Vorteil. Alle zehn Minuten kommt ein weiterer Block in Umlauf, der eine festgelegte Anzahl an Bitcoins enthält. Die Anzahl der digitalen Münzen ist auf 21 Millionen Stück begrenzt, bisher ist knapp die Hälfte davon entdeckt worden - genau 11.002.575 (Stand Dienstag, 9.4.2013).

Wann wird die letzte Bitcoin entdeckt?

Die Rechenkraft, die zum Lösen der Aufgaben eingesetzt werden muss, steigt mit der Zeit deutlich an, wodurch die Geldmenge immer langsamer wächst. Schätzungen gehen davon, dass die 21-millionste und damit letzte Bitcoin frühestens im Jahre 2033 errechnet wird.

Warum gilt es als sicheres Zahlungsmittel?

Bitcoins sind ein anonymes Zahlungsmittel. Zwar kann man jede einzelne Transaktion und die Handelsgeschichte jeder einzelnen Münze zurückzuverfolgen, die Namen der Handelnden werden aber nicht preisgegeben. So können Bitcoins genutzt werden, ohne die eigene Identität preisgeben zu müssen. Der Quellcode der Bitcoin-Software ist offen im Netz abrufbar. Hacker versuchen seit Jahren, eine Lücke im System zu entdecken - bislang vergebens.

Wie wertvoll sind Bitcoins?

Der Kurs der Bitcoins steigt beinahe täglich, am Dienstag erreichten sie einen neuen Höchstwert von 209 Dollar (160 Euro). Damit ist die Währung so wertvoll wie noch nie. Seit Jahresbeginn ist ihr Wert um mehr als 2000 Prozent gestiegen, der Wert der Bitcoins liegt damit insgesamt bei über zwei Milliarden US-Dollar.

Wo kann man mit Bitcoins bezahlen?

Um mit Bitcoins handeln zu können, muss ein Programm heruntergeladen werden, das eine Art virtuelle Geldbörse des Nutzers erstellt. Mit ihr kann in verschiedenen Onlineshops und Webplattformen bezahlt werden, eines der prominentesten Beispiele ist der Ferienwohnungsvermittler 9flats. Organisationen wie der Umweltverband BUND, die Free Software Foundation oder die Electronic Frontier Foundation nehmen Bitcoins als Spenden entgegen. In der Berliner Kneipe "Room 77" können damit sogar Burger und Bier bezahlt werden. Mittlerweile gibt es Portale, auf denen man um Bitcoins pokern oder sie gegen Smartphones und DVDs eintauschen kann.

Kann man Bitcoins auch gegen Echtgeld tauschen?

Ja. Auf einigen Plattformen können Bitcoins gegen andere Währungen getauscht werden. Die populärste Plattform ist die Tauschbörse "Mt. Gox": Hier können Miner ihre Bitcoins zu ständig aktualisierten Wechselkursen in US-Dollar, britische Pfund, Euro und weitere Währungen tauschen.

Gibt es Gefahren?

Immer wieder werden Onlinebörsen gehackt und die deponierten Bitcoins gestohlen. Auch Bitcoin-Depots wie "Mt. Gox" und "Instawallet" wurden des Öfteren Ziel von Netzattacken. Ein weiteres Risiko ist der eigene Computer: Geht die Festplatte kaputt und man hat kein Backup angelegt, sind bereits errechnete Bitcoins unter Umständen verloren.

Sind Bitcoins legal?

Bitcoins sind wie jede andere Privatwährung nur so lange legal, wie es die Rechtsordnung zulässt. Die US-Regierung sieht das Geld aus der Steckdose schon seit einiger Zeit kritisch, im März wurde das Digitalgeld den geltenden Geldwäscheregulierungen unterworfen. Hierzulande widersprechen "Akte privater Geldschöpfung" der staatlichen Geldmengensteuerung. Verboten ist das Erschaffen und Tauschen von Bitcoins aber nicht.

Droht eine Blase?

Am Anfang war die Hacker-Währung ein harmloses Netzexperiment, ihr Wert war mit fünf Cent pro Bitcoin verschwindend gering. Im vergangenen Jahr dümpelte der Kurs nach einem kurzen Hoch bei rund fünf Euro, nun ist jede einzelne Münze mehr als das Zwanzigfache wert. Medienberichten zufolge soll die Zypernkrise für die jüngste Kursexplosion verantwortlich gewesen sein. Jon Matonis von der Bitcoin Foundation widerspricht im "Spiegel": "Die meisten Transaktionen kommen nach wie vor aus wohlhabenden Regionen wie den USA und Nordeuropa. Was wir sehen, ist keine Zypern-Blase." Einige Experten erwarten dennoch massive Kurseinbrüche und sprechen bereits von einer Bitcoin-Blase.

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