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3. August 2009, 14:07 Uhr

Windows 7 kommt doch mit Internet Explorer

Microsoft hat seine Pläne für eine spezielle europäische Windows-7-Version ohne Internet Explorer aufgegeben. Stattdessen soll der Browser doch vorinstalliert sein. Gleichzeitig werden aber mehrere Alternativen angeboten. Für den Nutzer sind das gute Nachrichten - aus verschiedenen Gründen.

Windows 7, Windows, Microsoft, Internet Explorer

Microsoft-Boss Steve Ballmer präsentierte Windows 7 im Januar© Laura Rauch/DPA

Der Softwareriese Microsoft will sein neues Betriebssystem Windows 7 trotz des Wettbewerbsstreits mit der Europäischen Kommission mit dem Internet Explorer ausliefern. Der Browser sei auch in der EU standardmäßig installiert, teilte Microsoft mit. Die Nutzer sollen demnach aber bei der ersten Verbindung mit dem Internet ein Auswahlmenü erhalten, das es erlaubt, andere Programme zum Betrachten von Webseiten zu installieren. Microsoft bietet demnach etwa den bereits stark genutzten Mozilla Firefox, den Apple-Browser Safari, das Google-Programm Chrome sowie den Browser Opera an.

Die Europäische Kommission, die Microsoft vorwirft, durch die Verbindung von Windows und Internet Explorer seine Marktmacht auszunutzen, hatte diese Lösung bereits vor rund zehn Tagen angekündigt und begrüßt. Microsoft geht damit aber hinter seine ursprüngliche Ankündigung zurück, Windows 7 ganz ohne Internet Explorer auszuliefern. Der Konzern hatte im Juni verkündet, stattdessen solle eine leicht zu installierende Version des Browsers getrennt angeboten werden.

Der Upgrade-Prozess ändert sich

Für Käufer des Betriebssystems macht diese Änderung einiges leichter: Microsoft kann Windows 7 nun in Europa doch in einer Upgrade-Version anbieten. Nach den bisherigen Plänen für die spezielle europäische Version "E" hätten Windows-7-Umsteiger eine Komplettinstallation beim Upgrade auf Windows 7 durchführen müssen. Das wird nun nicht mehr notwendig sein: Wer Windows Vista nutzt, wird direkt auf Windows 7 upgraden können. Windows-XP-User dürfen die Upgrade-Fassung kaufen, müssen aber eine Neuinstallation durchführen, wenn sie auf Windows 7 wechseln möchten.

Der EU-Kommission zufolge verstößt der Verkauf von Internet Explorer und Windows im Paket gegen EU-Wettbewerbsregeln. Die Brüsseler Behörde hatte deshalb im Januar ein Verfahren gegen den US-Konzern eingeleitet. Microsoft hatte sich bereits eine Rekord-Wettbewerbsstrafe der EU in Höhe von fast 500 Millionen Euro eingehandelt, weil das Unternehmen sein Medienabspielprogramm Media Player mit dem Betriebssystem Windows gekoppelt hatte. Das Betriebssystem Windows ist auf rund 90 Prozent aller Computer weltweit installiert. Windows 7 soll weltweit ab dem 22. Oktober verkauft werden.

AFP/san
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
H.Brand (04.08.2009, 16:41 Uhr)
Alles unverständlich ...
Es ist doch total unverständlich, dass die Europäische Kommission der Firma Microsoft verbieten will, das Betriebssystem Windows 7 zusätzlich mit dem Internet Explorer auszustatten. Schließlich wird doch kein Mensch gezwungen, ein Microsoft-Produkt zu kaufen! Warum soll in einer freien Welt nicht eine Firma ein Produkt auf den Markt bringen und jeder freie Mensch kann doch entscheiden, ob er dieses kauft oder nicht. Und selbst wenn man das neue Windows 7 kauft und nutzt, kann man doch ohne Probleme zusätzlich oder anstelle des Internet Explorers einen anderen Browser installieren und nutzen.
-
Das Problem ist, wir haben keine freie Welt und sind keine freien Menschen. Hier wird über die Köpfe der freien Bürger hinweg entschieden. - Vielleicht, um mit Wettbewerbsstrafen viel Geld in die eigene Kasse der EU zu füllen, damit man sich auch die eigenen hohen Gehälter auszahlen kann.
Das ist schon ein verrücktes System.
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- Horst Brand -
Senerefu (04.08.2009, 08:59 Uhr)
Wer will der kann, den Rest interessiert es nicht
Schliesse mich meinen Vorrednern an. Die meisten Benutzer werden froh sein,überhaupt etwas auf dem Rechner zu haben, um ins Internet zu gelangen. Denen ist es auch schnurz egal, was das für ein Programm ist. Der etwas versiertere Nutzer installiert sich vielleicht mal einen FireFox von einer Heft-CD. Dass die Leute die etwas mehr mit PCs zu tun und eine Ahnung haben, sich einen Browser nach Wahl installieren, ist sowieso klar. Das ganze ist sowieso eine Frechheit seitens der EU. Weil nämlich an 80 % der Nutzer nicht gedacht wird. Nicht jeder ist ein PC-Profi und weiss, welche Stärken und Schwächen dieser oder jener Browser mit sich bringt.
salz63 (03.08.2009, 23:22 Uhr)
Gute Entscheidung für Firefox!
Für den normalen Windows-User ist es besser, wenn der Internet-Explorer an Bord ist, weil die meisten Leute ohne Internet-Explorer schlicht Probleme hätten sich Firefox etc. aus dem Internet zu laden.
Natürlich wäre es schöner, wenn man nach der Installation die Wahl hätte welche(n) Browser Windows runterladen und installieren soll, aber garnichts zu haben wäre für den Normaluser sicher problematischer als den IE auf dem Rechner zu haben und ihn nur einmal für den Firefox Download zu benutzen.
Eisenbaer (03.08.2009, 19:23 Uhr)
Eine gute Entscheidung....
...denn so klappt´s viel besser mit den Windows Updates und mit denen von Adobe. Nichts gegen den Firefox, ich benutze ihn seit seinen Firebird-Zeiten, aber für das Update von Software die sich mit dem Betriebssystem verknüpft, ist der gute, alte IE immer noch am besten geeignet. Zum Surfen allein ist FF besser geeignet, da schneller.
cosmo_kramer (03.08.2009, 17:32 Uhr)
EU-Witz
Das ganze ist doch ein Witz, wird nun die eingebaute Brenner-Funktion im Windows-Explorer auch abgestellt? Da gibt es ja auch viele andere Hersteller, stört die das nicht?
Eigentlich hätte MS das ganze Windows vom EU-Markt nehmen sollen, mal sehen wie sich die Fuzzis in Brüssel dann organisiert hätten.
RichardRoe (03.08.2009, 16:55 Uhr)
VW würde sagen...
... nehmt doch den Motor vom Skoda, oder von Seat, oder von Audi oder von... ach Moment, das ist ja sowieso der Gleiche weil Gemeinschaftskooperation und wahrscheinlich hängt Ford und Toyota da auch noch irgendwo mit drin.
Allerdings hinkt der Vergleich sowieso.
Motor zu Auto verhält sich wie Quellcode zu Betriebssystem, ohne geht nix.
Der Vergleich ist eher:
Scheibenwischer von VW oder von Bosch oder NoName aus Asien?
Die sind wichtig für das Auto aber ohne würds auch gehen. Da darf man halt nicht im Regen raus.
Ohne Browser kann man kein Internet nutzen...
mighty_bender (03.08.2009, 15:57 Uhr)
Was würde VW sagen...
...wenn man dem Kunden beim Kauf Motoren von Toyota, Ford, Porsche und BMW als Alternativen anbieten müßte?
DarkSpir (03.08.2009, 15:30 Uhr)
Typische Trotzlösung
"Wir dürfen Windows nicht mit dem IE koppeln, aber entkoppeln wollen wir ihn auch nicht" oder anders gesagt:
Beim Setup den User einfach wählen lassen. Die Vorgabe dürfte auf IE stehen und der User ist Weiter->Weiter->Fertig stellen gewöhnt. Plus: Fast alle Rechner werden vorinstalliert ausgeliefert, der User wählt also gar nix mehr, das hat der Monteur vorher gemacht.
Und man müsste die Browsersoftware mit auf die DVD packen, also fremde Drittsoftware (!). Also lassen wir das lieber weg, soll der Kunde sich das selbst installieren.
Und womit? Tja, jetzt haben wir wieder das Henne-Ei-Problem: Wie lade ich ohne Browser einen Browser aus dem Internet runter? Der findige Linux-Kenner würde da wget nehmen und das mit einem Permalink auf die jeweils Latest-Version der jeweiligen Drittbrowser lösen. Die Hersteller dieser wiederum würden sich über das deep linking ärgern und warscheinlich Sturm laufen, weil die Windows-Kunden nicht über die werbefinanzierte Website an den Browser ran kommt.
Also lassen wir alles so, wie es ist, bauen nur einen zusätzlichen Dialog ein, der den User zum Wählen des bevorzugten Browsers auffordert. Und je nachdem, was er wählt, kommt er noch auf die Website und muss sich um Download und Installation selbst kümmern. Also der informierte User, der weiss was sicher ist und was er will, tut das. Und die restlichen 90% des PC-Volks? Weiter -> Weiter -> Fertig stellen. Direkter Weg zum Internet Explorer.
Danke, EU, gute Lösung. Hat sich gelohnt. Hilft ja auch dem Markt.
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