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CCC vergibt Negativpreis an Bundesdruckerei

Die Cebit ist für den Chaos Computer Club Anlass, einen Preis an diejenigen zu vergeben, die - seiner Meinung nach - besonders schändlich mit Datenschutzbelangen umgehen.

Der Chaos Computer Club (CCC) hat zur Computermesse Cebit die Bundesdruckerei mit dem Negativpreis "CCCeBIT-Award 2005" bedacht. Der Club, der wiederholt Schwachstellen in technischen Großsystemen aufgedeckt hat, warf der Bundesdruckerei vor, sich ohne Rücksicht auf Datenschutzbelange für eine Einführung von biometrischen Erkennungsmerkmalen in Reisedokumenten stark zu machen. Außerdem fördere die Bundesdruckerei den Einsatz der Funkchip-Technologie RFID, die unsicher sei. "Das ganze Projekt ist sinnlos, gefährlich und teuer", sagte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn am Mittwoch in Hannover. Einfache Technikrezepte böten keine Lösung für soziale Probleme. "Wir haben den Preis entgegen genommen und den CCC zur Diskussion eingeladen", sagte Iris Köpke von der Bundesdruckerei in einer ersten Stellungnahme der dpa. "Wir haben auch dargelegt, dass wir naturgemäß nicht in allen Kritikpunkten konform gehen."

Der CCC äußerte "grundsätzliche Zweifel am Prinzip, massenweise die Identitäten anhand von biometrischen Merkmalen zu überprüfen". So seien eine Reihe von Fingerabdruckscannern überlistet worden. Auf die Breite der Einführung solcher Systeme habe die Bundesdruckerei als Hersteller selbst keinen Einfluss, erklärte Köpke. Die Gesellschaft sei aber bereit, einzelne technische Punkte mit den Experten des CCC zu diskutieren. Man sei kritischen Einwänden gegenüber offen und bereit, dazuzulernen.

"Eine massenweise Anwendung ist wegen der hohen Fehlerrate unsinnig", sagte Müller-Maguhn. Man müsse sich auch fragen, was passiere, wenn die biometrische Erkennung oder der Funkchip nicht funktioniert. "Ist der Passinhaber dann ein Terrorist? Oder wird der Inhaber dann wie bisher nach optischer Prüfung des Fotos durchgelassen?"

DPA/DPA

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