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12. März 2009, 17:36 Uhr

Was ist eigentlich "Counter-Strike"?

Wie konnte es zu so einer Tat wie dem Amoklauf in Winnenden kommen? Als eine mögliche Triebfeder werden gewalthaltige Videospiele genannt. Der Titel "Counter-Strike" fällt dabei besonders häufig. Doch was ist das überhaupt für ein Spiel?

Couterstrike, Killerspiel, Valve, Gewalt

Das Spiel, über das man spricht: "Counterstrike"© Hersteller

Die dramatischen Ereignisse in Winnenden spülen auch die Diskussionen um Computerspiele mit angeblich gewaltverherrlichenden Inhalten an die Oberfläche. Diese Diskussionen sind nicht neu, denn auch bei den vergangenen Amokläufen wurden schnell Spiele wie "Counter-Strike" als Hauptschuldige für die schrecklichen Taten auserkoren.

Es ist nicht klar, ob nun Spiele zu Gewalttaten animieren, oder ob diese Spiele schon vorhandene gewalttätige Tendenzen fördern. Viele, die über diese Spiele diskutieren, wissen außerdem nicht aus eigener Erfahrung, worüber sie gerade sprechen. Gerne wird dann von "Killerspielen" gesprochen, und alle Games, in denen man buchstäblich über Leichen geht, werden in einen Topf geworfen.

Was also ist "Counterstrike"? Die Fakten.

Das Spiel

Das Computerspiel "Counter-Strike" ist eine Weiterentwicklung des Ego-Shooters "Half-Life". Es wurde 1999 von der Entwicklungsstudio Valve veröffentlicht. Ursprünglich handelte es sich um eine private Entwicklung, die durch sogenannte Lan-Partys bekannt wurden, also Veranstaltungen für Spieler an untereinander vernetzten Computern.

In "Counter-Strike" geht es um den Kampf zwischen Terroristen und einer Antiterroreinheit. Mitspieler der einen Gruppe versuchen, den Erfolg der anderen Seite zu verhindern. Eine Art digitalisiertes "Räuber und Gendarm". Ein Durchgang endet, wenn das Ziel der vorgegebenen Mission erfüllt, das Zeitlimit erreicht oder ein Team eliminiert wurde. Das Spiel ist darauf ausgelegt, die gegnerischen Spielfiguren zu töten. Theoretisch kann man "Counter-Strike" auch spielen, ohne einen digitalen Feind zu eliminieren.

Spieler müssen im Team agieren, jeder Spieler übernimmt eine feste Aufgabe. Deshalb kommt es bei "Counter-Strike" auf gute Kommunikation und strategisches Verständnis an.

Auch wenn das Spiel mit vorgefertigten Missionen ausgeliefert wird, lassen sich mit dem integrierten "Hammer Editor" eigenen Karten und Szenarien erstellen - was für viele Spieler einen ganz besonderen Reiz ausübt.

"Counter-Strike" ist offizielles Spiel bei Wettkämpfen der World Cyber Games und in der Electronic Sports League.

Von der ursprünglichen PC-Version wurden weltweit rund 4,6 Millionen Exemplare im Einzelhandel verkauft. Nicht bekannt ist, wie häufig das Spiel über den Download-Dienst Steam verkauft wurde und auf wie vielen Rechnern "Counter-Strike" illegal installiert ist.

Da bei "Counter-Strike" mit verschiedenen virtuellen Waffen auf die digitalen Abbilder von Menschen geschossen wird, bezeichnen Kritiker das Game auch häufig als "Killerspiel". Nicht erst seit dem Amoklauf von Erfurt im Jahr 2002 wurde das Spiel immer wieder als DAS Beispiel für Gewalt in Computerspielen herangezogen. Die detaillierte Grafik des Spiels zeige, so der Vorwurf, nahezu wirklichkeitsgetreu, wie die digitalen Menschen ums Leben kommen.

Der Amokläufer von Emsdetten baute einen eigenen Level für "Counter-Strike": Er bildete die Schule nach, die später Schauplatz seines Amoklaufs wurde, bei dem 16 Menschen starben.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien stellte zwar eine Jugendgefährdung fest, allerdings reichte diese nicht für eine Indizierung von "Counter-Strike" aus. Während die deutsche, zum Teil zensierte Version des Spiels eine Freigabe ab 16 erhalten hat, darf die englische Originalversion nicht Jugendlichen unter 18 Jahren überlassen werden.

Mehr Infos zum Spiel Beschreibung bei Wikipedia

Beschreibung beim Hersteller

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