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8. Juli 2009, 08:57 Uhr

Google will Windows-Monopol brechen

Frontalangriff auf Microsoft: Google will ein eigenes Betriebssystem für Computer auf den Markt bringen und damit seinen Rivalen im Kerngeschäft Paroli bieten. Der Internetkonzern machte bei der Ankündigung von "Google Chrome OS" vollmundige Versprechen.

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Drängt nun auch auf den Markt für Computer-Betriebssysteme: der Internet-Konzern Google© Boris Roessler/DPA

Der Internet-Konzern Google hat ein eigenes Computer-Betriebssystem angekündigt und greift damit das Kerngeschäft des Windows-Riesen Microsoft an. Erste Geräte damit sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 auf den Markt kommen, kündigte Google in einem Firmenblog in der Nacht zum Mittwoch an. Google Chrome OS sei grundsätzlich für alle Geräte von Mini-Notebooks bis zu großen Desktop-Rechnern gedacht. Zunächst solle es aber auf den auch Netbooks genannten Mini-Notebooks zum Einsatz kommen. Im Mittelpunkt steht das Internet, das schnell und sicher zugänglich sein soll.

Google geizte bei der Ankündigung nicht mit vollmundigen Versprechen. "Geschwindigkeit, Einfachheit und Sicherheit" sollen das Betriebssystem bestimmen, hieß es. Der Nutzer solle binnen weniger Sekunden nach Einschalten des Computers bereits im Internet surfen können. Google Chrome OS werde komplett neu entwickelt, damit "die Nutzer sich nicht um Viren, Schadsoftware und Sicherheits-Updates" kümmern müssen. "Es soll einfach laufen", gab Google als Devise aus. Das neue Betriebssystem sei für Menschen gedacht, die die meiste Zeit im Internet verbringen.

Mit Google Chrome OS verstärkt der Internet-Primus noch weiter den Druck auf den Rivalen Microsoft. Windows von Microsoft ist seit langem das weltweit dominierende Computer-Betriebssystem mit einem Marktanteil in der Nähe von 90 Prozent, auch wenn zuletzt unter anderem Apple mit seinem Mac OSX etwas zulegen konnte.

Mit kostenlosen, Web-basierten Büro-Anwendungen macht Google bereits den teuren Office-Paketen von Microsoft Konkurrenz. Der Browser Chrome hat Microsofts Internet Explorer im Visier, konnte bisher jedoch nur geringe Marktanteile gewinnen. Bei dem lukrativen Geschäft mit Online-Werbung im Umfeld der Internet-Suche liegt Microsoft mit seiner neuen Suchmaschine Bing bisher weit abgeschlagen hinter Google.

Technisch gesehen bestehe das Betriebssystem (Operating System - OS) aus dem Internet-Browser Google Chrome, der auf einem Linux-Kern laufe, erklärte Google. Linux ist ein freies Betriebssystem, das Microsoft bereits Kopfschmerzen bereitet hat.

Wie bei dem vor allem für kleine mobile Geräte wie Handys oder Netbooks gedachten Betriebssystem Android soll der Quellcode offen sein. Das heißt, er wäre für Software-Entwickler frei zugänglich. Google Chrome OS sei als Projekt unabhängig von dem zusammen mit zahlreichen Partnern aus der Mobilfunk-Branche entwickelten Android, betonte Google.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
OttoB (08.07.2009, 16:28 Uhr)
Wir haben doch gute OS
Ich arbeite mit der Linux Version Ubuntu kostenlos im Netz erhältlich,
Ich brauch kein teures Betriebsystem hier ist open Office u.a. bereits enthalten.
mighty_bender (08.07.2009, 14:02 Uhr)
Noch bessere Idee:
Einfach alle Dateien unverschlüsselt direkt an Google senden. Ergebnis ist gleich, Aufwand viel geringer...
gesox (08.07.2009, 14:01 Uhr)
Spannende Nutzungsbedingungen
§1: Der Inhalt der Festplatte gehört Google und nicht dem User.
§2: Google darf alle mithören.
§3: Google darf mit den Daten alles machen, was Google will.
Das ist bestimmt dasselbe wie bei Microsoft, nur noch viel schlimmer.
Oezcan31nrw (08.07.2009, 13:42 Uhr)
Genau dassselbe wurde auch gesagt
Genau dassselbe wurde auch gesagt als Chrome von Google herausgebracht wurde.
"Chrome greift Microsoft an" 48 Std später als Chrome rauskam hatte es mit seinen 1.8% Marktanteil ja sovieel angerichtet.
Oezcan31nrw (08.07.2009, 13:39 Uhr)
Rivale? will Monopol brechen?
Die Medien schreiben was sie wollen und WIE sie es wollen. Was soll das denn?Wo steht denn das Zitat in dem Artikel das dies jemand behauptet(Ausser dem Artikelschreiber)? Wenn ich jetzt ein Betriebssystem rausbringe will ich automatisch Microsofts Vormachtstellung zerstören?
Es wird sehr übertrieben alles. Aber ich verstehe. Lesen ja sonst viel weniger Leute den Artikel wenn das nur steht "Neues Betriebssystem von Google angekündigt"
STR_EDDS (08.07.2009, 13:22 Uhr)
Noch ein OS
Wie viele OSe haben wir erlebt? BeOS, NeXT, AMIGA-OS (Gott habe es selig!), viel *NIX-Derivate. Faktisch sind sie alle an der schieren Masse von WinDOSen gescheitert. Chancen in einer Nische sehe ich im Massenmarkt nur bei einem der Linuxe. Die Netzwelt ist inzwischen so intelligent, dass Datensammler wie Google es immer schwerer haben. Und das ist auch gut so. Wen ChromeOS dann eher für kleine vollintegrierte Systeme. Ähnlich den Netbooks. Vermutlich mit einer alternativen Oberfläche. Alles andere wäre doch reines Cash-Burning.
.
@gmathol: OS/2? Heute noch? Ehemaliger Banker (die Sparkaasen waren doch so scharf darauf)? :-) Oder Nostalgie? Bei mir rennt aus ideellen Gründen noch OS/2 unter VmWare - mit der alten Mailboxsoftware drauf. Ab und zu mal anschalten und gucken ob einer der FIDO-Nodes noch lebt.
gmathol (08.07.2009, 11:49 Uhr)
Virtualbox.
Fahre XP, Windows Server, OS/2 und Mac OS in der virtuellen Box von Sun und benutze als Host-System ein Suse Linux.
Die Zeit der Hacker-Angriffe von wo auch sonst ist damit endgueltig vorbei.
Redaktion (08.07.2009, 11:30 Uhr)
@Laudage
Vielen Dank für den Hinweis. Die Bilderstrecke mit den Google-Diensten war nicht auf dem aktuellen Stand, wir haben den Fehler korrigiert. Natürlich ist der Kalender auch in Deutschland nutzbar.
endbenutzer (08.07.2009, 11:05 Uhr)
Wie lustig.
Alle Welt wettert gegen Microsoft als quasi-Monopolist. Bemerkt wird allerdings nicht, dass Google auf genau dem selben Weg ist.
Rubicon (08.07.2009, 10:58 Uhr)
Fasse ich mal zusammen
Chrome OS wird also komplett neu entwickelt und basiert dann auf einem Linux-Kernel. Wow! Und ich dachte, ich benutze bereits Linux. Aber vielleicht irre ich mich ja auch und Google weiß es besser.
-
Zudem würde ich niemals einem so datengierigen Unternehmen wie Google meine private(ste)n Daten anvertrauen. Mal im Ernst... Dann kann ich meine Daten gleich so ins Netz stellen.
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