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Im Fegefeuer ist immer viel los. Dass das Aussortieren der menschlichen Seelen ein echt harter Job ist, zeigt das neue Phenomedia-Spiel "Höllenjob XS". Der Spieler kann wählen, ob er lieber auf der Seite der Engel oder der Teufel arbeiten will.
Oder: Das Blümelein...mit seinem hellen Scheine vertreibt's die Finsternis. Worum es heute geht: Heilige Dreieinigkeitskirche (einmal mehr), letzte Reihe/hinten links, das neue Leben, ein Ros, Jesus/am Kreuze/sehend, Glück, Agenten-Station vom Weihnachtsmann , leuchtende Augen, Taste of a Peach/From Here to there. Was macht der getrennte Papi, wenn er Weihnachten nicht mit seinen Kindern verbringt? Richtig, er schreibt seinen Blog, ein bisschen wehmütig (schon), aber überhaupt nicht alleinleidigodertraurig. Denn er wird Alexander und Marie alsbald die ganzen Ferien über bei-und-um sich haben, da hängt der getrennte Papi den Weihnachtsmann ein wenig tiefer und der wird es ihm bestimmt verzeihen. (Ich weiß das zufällig genau: der getrennte Papi hat doch - zur Erinnerung der geneigten Leserinnen und Leser - die Nummer des Weihnachtsmannes, der hat im Telephonat allzu gerne bestätigt, man könne "mal die Kirche im Dorf lassen", er müsse nun keineswegs immer "die erste Geige" spielen, im Übrigen habe er "alle Hände voll zu tun, im wahrsten Sinne des Wortes, HoHoHo !"). Noch war es hell als der getrennte Papi so für sich in die Heilige Dreieinigkeitskirche (auch: St. Georgskirche genannt) um's Eck ging, viele Menschen waren schon früh da, alle tauchen in die fröhliche Geräuschkulisse ein bzw. sind lebendiger Teil von ihr bzw. verschmelzen in Erwartung in ihr. Babies, Kinder, Junge, Alte, Familien, Paare, Lonesomes, Lonely Hearts, Lone Riders. Menschen suchen sich im Kirchenraum, Menschen finden sich darin, manche finden sich weder suchend noch schauend, im tatsächlichen wie übertragenen Sinne, manche finden sich wieder (dito) und manche werden sich auch nach dem Gottesdienst noch suchen. Allein: wie der getrennte Papi, er sitzt wie immer in der letzten Reihe/hinten links, von seinem Platz aus herum blickt, spürt er einen Frieden, den eine Jede und ein Jeder in dieser Stunde mit sich macht. Auch der getrennte Papi hat in gewisser Weise seinen Frieden gefunden, sonst könnte er am weihnächtlichen Nachmittag kaum solo die Kirche besuchen, war er doch in den vergangenen Jahren stets mit seinen Kindern im Gottesdienst am 24. Dezember. So gehört es mithin zum neuen Leben, dieses erste und eine und endliche Mal allein den klugen Klang der St. Georgs-Glocken zu hören und doch nicht allein zu sein, Marie und Alexander sind im guten Geiste dabei. Der getrennte Papi denkt sich, es würde ihnen hier gefallen, wie die Kinder hier das Krippenspiel fast von selbst inszenieren mit einer Ernsthaftigkeit, die hier/dort zu Tränen rühren möchte. "Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart/wie uns die Alten sungen/von Jesse kam die Art/ und hat ein Blümlein bracht/mitten im kalten Winter/wohl zu der halben Nacht...Das Blümelein so kleine/das duftet uns so süß/mit seinem hellen Scheine vetreibt's die Finsternis...". Es gibt Kirchenlieder, die berühren das Herz mit ihrem Blütenstaub des Glaubens, wir haben sie schon tausendmal gesungen und immer ein jedes Mal ziehen diese Lieder wieder in unsere Seele selbstverständlich ein - als wären sie alltäglich-betörend bei uns - sind sie doch, vielleicht, ein klein wenig, immerhin, im verborgenen Gemütswinkel? Und an der Stirnwand hängt Jesus, am Kreuz, für uns, nicht, dass viele von uns dies dauernd zu schätzen wüssten (den getrennten Papi eingeschlossen), seine Augen sind zu. Freilich sieht er bestimmt mit einigem Wohgefallen, wie die Kinder an ihn denken, in Bethlehem geboren, auf Heu und auf Stroh...hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. So scheinen schließlich seine Augen ebenso zu leuchten wie jene der Kinder in der Kirche. Vielleicht hat sich das der getrennte Papi in einem ziemlich beträchtlichen Anflug von Gefühligkeit alles ziemlichst eingebildet - und wenn schon, diese harmonisch-schöne, schön-harmonische Vorstellung gefällt ihm wohl. Dann ist der Gottesdienst fast vorüber, nur, wir gut, einige Überirdische kommen noch aufs Tableau. "Hört der Engel helle Lieder/klingen das weite Feld entlang/und die Berge hallen wider/von des Himmels Lobgesang/ Gloria - in excelsio Deo/Gloria - in excelsio Deo. Sie verkünden uns mit Schalle/dass der Erlöser nun erschien/dankbar singen sie heut alle/an diesem Fest und grüßen ihn/Gloria - in excelsio Deo/Gloria - in excelsio Deo." Ach, das wird dem einen oder der anderen von Ihnen jetzt aber ein büschen zu viel? Stimmt, das spirituelle Glück darf bisweilen dem großen, wunderbar naiven eines Geschenkes weichen. Als der getrennte Papi mit seinem Sohn am Telephon spricht, erzählt Alexander, voll inbrünstiger Überzeugung: "Ich habe vom Weihnachtsmann die Agenten-Station geschenkt bekommen!" Die stand auf dem Wunschzettel zu oberst, unser aller Freund vom Nordpol hat eben die besonderste Gabe, Kinderwünsche wahr werden zu lassen, dass ihre Augen leuchten wie die Nase von Rudolf dem Rentier, jedenfalls so ähnlich. Was will denn der getrennte Papi mehr als dass glückselige, playmobilige Kinder sich Agenten- oder Schul-Welten aufbauen, stundenlang - irgendein Teilchen fehlt am Schluss, meistens, das gehört dazu. Dann stehen Marie und Alexander morgens auf, springen hinunter zu ihren Spielzeugen und freuen sich auf ihre Reise mit dem getrennten Papi zur sehr lieben Verwandtschaft. Wohlan, nun macht sich der getrennte Papi einige Schnittchen, den einen oder anderen Tee, hört eine neue CD der NDR-Bigband mit Jazz-Kompositionen von Gabriel Coburger, eine davon heißt Taste of a peach, hört und fühlt sich auch so an, blättert in From Here To There , Alec Soth's America. im Vorwort wird die Nähe dieser Photographien zu Wim Wenders und seinem Paris, Texas assoziiert. Das ist einer der Lieblings-Filme von mir und es ist immer noch eine nachdrückliche Erinnerung, Harry-Dean Stanton vor Jahren kennen gelernt zu haben, damals haben wir selbst aufgenommene Kassetten ausgetauscht, ist also schon eine Weile  her, as time goes by. So oder So: der getrennte Papi wünscht Ihnen fröhliche und gesegnete Weihnachten, wo immer Sie gerade sein mögen...
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