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12. Juli 2010, 13:09 Uhr

Google will bei "Farmville" mitspielen

Es gibt kaum einen Web-Spielplatz, auf dem Google noch nicht aktiv ist. Jetzt hat der Suchspezialist sein Augenmerk auf "social Gaming" gelenkt. Auch hier heißt es: nicht kleckern, sondern klotzen, denn Google investiert Millionen beim "Farmville"-Entwickler Zynga. Von Gerd Blank

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Das Online-Spiel "Farmville" lockt weltweit Millionen Spieler ins Netz© Marc Müller/DPA

Wer noch vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass Landwirtschaft nicht nur für Fleisch, Milch und Gemüse sorgt, sondern auch Großstädter zum Träumen bringt, wäre sicher mit Mistgabeln zurück in die Scheune gescheucht worden. Doch nach den Erfolgen der Doku-Soap "Bauer sucht Frau" und dem Online-Spiel "Farmville" sieht die Sache ganz anders aus: Felder bestellen, Trecker fahren und Latzhosen tragen liegt voll im Trend - besonders wenn man es am Schirm beobachten oder gar mitspielen kann, ohne sich die Finger schmutzig zu machen .

Es ist schon erstaunlich, dass ein Spiel, welches ursprünglich nur im geschlossen Online-Netzwerk Facebook zu spielen war, solch ein Erfolg wurde. Der Clou an "Farmville" ist, dass man mit seinen vernetzten Freunden Vieh tauschen und seinen Hof bewirtschaften kann. Die Grafik des Spiel ist dabei alles andere als "state of the Art". Erfolg kommt nur, wenn die Grafik mindestens HD, wenn nicht sogar 3D ist? Von wegen. Bunte Pixelmännchen beackerten Pixelfelder um Pixeltomaten zu ernten.

Werbung auf dem Bauernhof

So simpel, so erfolgreich. Weltweit hat Zynga mehr als 230 Millionen aktive Spieler, täglich werden es mehr. Vom "Farmville"-Fieber sind rund 80 Millionen Freitzeitbauern infiziert. Das Spiel wurde im Juli 2009 veröffentlicht. Allein im ersten Halbjahr 2010 soll der Umsatz von Zynga bei 350 Millionen Dollar liegen. Dabei können die Spieler grundsätzlich kostenlos in die Rolle von Magd und Bauer schlüpfen. Echtes Geld fließt erst, wenn man seine virtuelle Ausrüstung verbessern oder spezielles Zubehör für bessere Erträge nutzen möchte. Auch die Werbeindustrie hat die digitalen Bauerhöfe für sich entdeckt und schaltet im Spielumfeld verstärkt Anzeigen. Inzwischen gibt es "Farmville" nicht mehr exklusiv bei Facebook, auch iPhone-Nutzer können unterwegs per App ihre Felder bewirtschaften.

Kein Wunder, dass Google ein Auge auf das Erfolgsspiel geworfen hat. Noch gibt es keine offiziellen Verlautbarungen, aber nach Informationen des Technikblogs "Techcrunch" hat Google insgeheim mindestens 100 Millionen Dollar in Zynga investiert. Eine plausible Vermutung: Auch der Suchmaschinenbetreiber bietet ein zwar kostenloses, aber für das Unternehmen höchst lukratives Angebot in schlichter Optik an. Durch personalisierte Werbeeinblendung, die direkt neben den Suchergebnissen platziert werden, macht das Unternehmen ein Großteil seines Umsatzes.

Google muss den Spielplatz wechseln

Wenn aber immer mehr Internetnutzer ihren Web-Aufenthalt bei Facebook im Allgemeinen und mit "Farmville" im Besonderen verbringen, muss auch Google den Spielplatz wechseln. Erst kürzlich hat der Konzern mit Google TV einen Service vorgestellt, mit dem hauseigene Dienste wie Youtube und Picasa auch auf Fernsehgeräten genutzt werden können. Auch auf dem Smartphone-Markt spielt Google mit dem kostenlosen Betriebssystem Android eine immer wichtigere Rolle.

Ein Service wie "Google Games" könnte auf allen Plattformen (Computer, TV und Handy) eine wichtige Rolle übernehmen. Denn plötzlich wäre es egal, mit welchem Gerät man "Farmville" spielt. Am Wochenende daheim vor dem Computer, auf dem Weg zur Arbeit mit dem Smartphone oder Abends vor der Glotze - es wäre nur noch ein einziger Spielstand der zählt. Und als wolle Google seine spielerischen Absichten zu unterstreichen, sucht das Unternehmen per Stellenanzeige Mitarbeiter in diesem Bereich.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Alles News und Hintergründe zu Google - im Dossier"

Von Gerd Blank
 
 
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