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5. Januar 2005, 11:37 Uhr

Software hilft bei Identifizierung der Flutopfer

Ein Computerprogramm hilft bei der Identifizierung von Toten nach Katastrophen. "DVI" erfasst möglichst viele Merkmale einer Person und gleicht sie schnell mit einer Datenbank ab.

Die Merkmale einer Person müssen möglichst genau erfasst werden© Plass Data

Eines der großen Probleme in der zweiten Woche nach der Flutkatastrophe in Asien ist die Identifizierung tausender Leichen. Die Zeit drängt - nicht nur, weil die Angehörigen auch vieler deutscher Vermisster Gewissheit haben wollen. In der Tropenhitze schreitet die Verwesung der toten Körper besonders schnell voran, ausreichend gekühlte Leichenhallen sind in den verwüsteten Regionen nicht vorhanden.

Um den Forensik-Experten vor Ort ihre schwere Arbeit zu erleichtern, kommt inzwischen ein spezielles Computerprogramm zum Einsatz: Das Internationale Katastrophenopfer-Erkennungssystem (DVI) ermöglicht nach Eingabe bestimmter Daten wie Haar- und Augenfarbe, Gebissstatus oder besonderer Merkmale wie Tätowierungen einen Abgleich in Sekundenschnelle. "Unser Programm findet heraus, um wen es sich bei einer Leiche handelt", sagt Claus Hoffenblad von der dänischen Entwicklungsfirma Plass. Bedingung ist, dass möglichst genaue Angaben über die gesuchte Person eingegeben worden sind.

Die Suchfunktionen lassen sich einfach bedienen© Plass Data

Der Merkmalkatalog stammt von Interpol

Das Programm wird derzeit in Thailand, Sri Lanka und Indonesien verwendet. Mehr als 20 Teams sind im Einsatz und haben sich schulen lassen. Vor der Jahrhundertflut wurde DVI schon nach den Bombenanschlägen auf Bali und bei mehreren Flugzeugabstürzen eingesetzt. Es basiert auf einem Merkmalkatalog, den Interpol zur Erkennung von Katastrophenopfern aufgestellt hat. Zahnmediziner, Ärzte oder Polizeiermittler müssen bei Autopsien der anonymen Opfer einen umfassenden Computer-Fragebogen ausfüllen. Die Form der Nase wird ebenso abgefragt wie die Länge der Fingernägel oder ob das Opfer eine Digitaluhr trug. Sind die Daten eingegeben, kann der Experte nach Übereinstimmungen in der Datenbank des Systems suchen.

"Gibt es ganz spezielle Informationen zu einer Person, dann kann das Programm binnen Sekunden die Identität klären", sagt Plass-Vertreterin Dörte Hougaard, die das Erkennungssystem in Thailand installiert und die forensischen Experten vor Ort damit vertraut macht. Natürlich gebe es viele Menschen mit braunen Haaren und braunen Augen. Es komme darauf an, das Besondere zu finden.

Das Programm läuft auf Windows 2.000 oder XP, versteht mehrere Sprachen und kann auf Laptops verwendet werden. Auf die eingegebenen Daten können alle Experten zurückgreifen, die derzeit nach Flutopfern suchen.

Im Web www.plass.dk - Die Website des Herstellers

Miranda Leitsinger/AP
 
 
 
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