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20. Dezember 2007, 10:53 Uhr

Mit größeren Aufklebern zu mehr Jugendschutz

Minderjährige sollen besser vor gewalthaltigen Computerspielen geschützt werden. Das Kabinett beschloss den Entwurf eines entsprechenden Gesetzes zur Änderung des Jugendschutzgesetzes. Die Kriterien für die Einstufung als "jugendgefährdend" soll erweitert werden, außerdem ist geplant, Hinweise auf Altersbeschränkungen größer abzudrucken.

Spiele wie "Counterstrike" sind dem Kabinett ein Dorn im Auge© Jörg Sarbach/AP

Jugendliche sollen schwerer an gewalttätige Filme und Computerspiele herankommen. Eine entsprechende Verschärfung des Jugendschutzgesetzes hat das Kabinett in Berlin beschlossen. Unter anderem werden die Kriterien ausgeweitet, nach denen Gewaltvideos und so genannte "Killerspiele" als jugendgefährdend auf dem Index landen. Darüber hinaus sollen die Hinweise der Altersbeschränkungen auf CDs und DVDs vergrößert werden, damit sie auf den ersten Blick ins Auge fallen.

Gestrichen wurden allerdings die umstrittenen Testkäufe durch Jugendliche. Ursprünglich wollte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) 14- bis 18-Jährige zum Überführen von Händlern einsetzen, die Schnaps, Zigaretten oder Gewaltvideos unerlaubt an minderjährige Kunden abgeben. Nach heftiger Kritik von SPD und Opposition hatte die Ministerin diesen Vorschlag aber zurückgezogen.

Doch auch ohne Testkäufer schließe der Gesetzentwurf "entscheidende Lücken, um den Jugendschutz gezielt zu verbessern", sagte von der Leyen. Die verschärften Regeln für jugendgefährdende Medien seien ein "klares Signal", dass Gewalt verherrlichende Spiele und Filme nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gehörten. Wichtig seien auch die vergrößerten Warnhinweise. "Heute sind die Kennzeichen, die Altersgrenzen und somit Abgabeverbote deutlich machen sollen, nur mit der Lupe zu lesen - das bringt in der Praxis rein gar nichts."

FDP spricht von "Scheinsicherheit"

Die FDP spricht allerdings von einer "Scheinsicherheit mit Placeboeffekt", weil die Jugendlichen die Verbote leicht umgehen könnten. "Sie besorgen sich die Spiele einfach verstärkt über den Online-Handel aus dem Ausland, lassen sie sich zu Weihnachten schenken oder spielen einfach direkt im Internet", erklärten die Freidemokraten.

Bei einem "runden Tisch" hatten Bund, Länder und Gemeinden Ende November weitergehende Maßnahmen für den Jugendschutz vereinbart. So wurde unter anderem ein verschärfter Bußgeldkatalog beschlossen, der bei Verstößen gegen Jugendschutzbestimmungen empfindliche Strafen vorsieht. Für die Umsetzung sind in diesem Fall allerdings die Bundesländer zuständig.

DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
donkeykong (21.12.2007, 14:42 Uhr)
Generationenproblem
Dieses Problem wird sich in ein paar Jahren sowieso erledigt haben, wenn die Kinder und Jugendlichen, die mit Spielkonsolen und Comuterspielen aufgewachsen sind, Kinder haben.
Ich denke, als Eltern werden sie einen guten Einblick in die Problematik haben, gerne auch mal mit den Kindern zusammen spielen und sich einfach besser kümmern.
Für 90% aller Politiker, die selbst noch nie ein Computer/Videospiel gespielt haben und die sich ihre E-Mails von der Sekretärin schreiben lassen, sind PCs und Konsolen doch Werkzeuge des Teufels...
Wenn Eltern selbst mit den 'neuen' Medien umgehen können, können sie ihren Kindern auch einen verantwortungsvollen Umgang damit beibringen.
Wer selbst keine Ahnung hat, versucht es halt mit bunten Warnaufklebern...
ganzbaf (20.12.2007, 13:49 Uhr)
Scmutz, du sagst es...
Deswegen ja auch die Hardware-FSK. Und keine Geraäte in den Kinderstuben.
.
...und wo kein Abspielgerät, da kein Gewaltspiel...(-;
schmutz (20.12.2007, 13:27 Uhr)
Medienkompetenz..
@Green-Knight
Da haben Sie vollkommen recht. Der Jugendmedienschutz in Deutschland ist mehr als ausreichend. Ein Verbot ist sinnentleert, da die Jugendlichen sich die Software anderweitig beschaffen können, wenn sie dies wollen. Wenn die Eltern keinen Einfluss darauf nehmen, was zu Hause gespielt wird, dann kann die ganze Packung mit Aufklebern gepflastert sein.
Green_Knight (20.12.2007, 13:15 Uhr)
und die Eltern ?
Eingentlich ist das ganze mit dem Kennzeichnen schon ausreichend, wenn die Eltern sich mal darum kümmern würden was die kleinen das so spielen/anschauen. Mir scheint das Problem eher der Umgang mit den "neuen Medien" (die so neu ja gar nicht sind) zu sein. Die Kinder kennen sich hier doch besser aus als die Eltern und diese haben oft keine Lust sich damit auseinanderzusetzen.
kralli19 (20.12.2007, 12:54 Uhr)
Quatsch Jugendschutz...
...das ist nichts anderes als die Einführung der Zensur durch die Hintertür, da es ja laut Grundgesetz keine Zensur geben darf.
Läuft genau in einer Linie mit dem "Nichtraucherschutz" - der Staat bestimmt nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen des Zusammenlebens, sondern auch, welche Ansichten wir zu haben haben.
ganzbaf (20.12.2007, 12:54 Uhr)
Es hilft nur eine "FSK" für die Hardware...!
Keine hochwertigen Spiele-Abspielgeräte/Computer für Kinder unter 14 Jahren im eigenen Kinderzimmer!
.
Fernsehgeräte übrigends am besten dito!
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