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28. Juni 2008, 05:08 Uhr

Der Fall der Schönen

"Goin' Downtown" bietet großes Kino - zumindest akustisch. Die Synchronsprecher von Will Smith und Nicole Kidman hauchen hier den Figuren Leben ein. Zusammen mit dem Cop Jake ist der Spieler im New York der Zukunft unterwegs, um den Mord an einer Edel-Prostituierten aufzuklären.

Wie und warum Jake McCorly in diese - nun ja - spannungsgeladene Ausgangssituation kam, sollen PC-Besitzer in einer spielbaren Rückblende herausfinden. Dabei fängt alles mit Rose an, einer reichlich verwirrten Edelnutte, die Jake eines morgens vor seinem Apartment aufliest und die wenig später wieder auf der Straße liegt - zerschmettert von einem Sturz aus dem 13. Stock. Für seine Kollegin Isabel ist der Fall der Schönen klar: Suizid. Doch irgendwas sagt Jake, dass mehr dahinter stecken könnte. Und er soll Recht behalten ...

Seine Recherchen führen den Cop durch rund 40 Schauplätze, die allerdings erst nach und nach auf einer Übersichtskarte zugänglich werden. Doch so ausgefallen das Setting von "Goin' Downtown" auch sein mag, so konventionell ist das eigentliche Spiel geraten. Um auf die richtige Spur zu kommen, führt Jake eine Menge Multiple-Choice-Dialoge mit anderen Charakteren, sackt alles ein, was nicht niet- und nagelfest ist, kombiniert Gegenstände miteinander und setzt sie zur rechten Zeit am rechten Ort ein. Die Rätsel sind größtenteils logisch aufgebaut, manchmal hilft jedoch nur stupides Ausprobieren. So muss Jake etwa immer wieder zum Hörer greifen, um zig Sekretärinnen eines hohen Tiers von der Dringlichkeit seines Anrufs zu überzeugen ...

Darüber hinaus lassen sich manche Figuren nur am Tag oder in der Nacht antreffen - ein simpler Knopfdruck genügt jedoch, um die Stunden zu überspringen. Gegen Ende des Spiels darf Jake zudem ein Gerät nutzen, das die Vergangenheit aus gesammelten Daten rekonstruiert und simuliert. Eine Art virtuelle Zeitmaschine, wenn man so will, durch deren Gebrauch sich aber jede Menge Ungereimtheiten auftun ...

Was "Goin' Downtown" letztlich auszeichnet, sind seine Inszenierung, sein Stil, seine Atmosphäre. Mehr als der ungewöhnlichen Optik hat das Spiel diesbezüglich der Stimme des Helden zu verdanken. Jan Odle, der deutsche Synchronsprecher von Hollywood-Star Will Smith, haucht dem depressiven Polizisten glaubwürdig Leben ein. Glücklicherweise wird in den zahlreichen Dialogen kein Blatt vor den Mund genommen. Es geht um Drogen, Prostitution, Macht und Mord. Humor ist in dieser Vision von New York, in dem Handyverbot herrscht und der Wert der Menschen an ihren bezahlten Steuern gemessen wird, allenfalls zynischer Natur.

Nach rund acht Stunden ist der bunte Krimi noir schließlich vorbei - angesichts des günstigen Kaufpreises von rund 30 Euro ein mehr als fairer Deal.

Goin' Downtown
Hersteller/Vertrieb Silver Style Entertainment / TGC/Atari
Genre Adventure
Plattform PC
Preis ca. 30 Euro
Altersfreigabe ab 12 Jahren
Gerd Hilber/Teleschau
 
 
 
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