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6. April 2010, 10:32 Uhr

Couch-Potatoes Liebling

Apple verspricht mit dem iPad ein "magisches und revolutionäres Gerät". Das stimmt vor allem für Käufer, die es zum Schauen, Lesen und Spielen nutzen möchten. Wer arbeiten muss, braucht mehr. Von Helene Laube, San Francisco

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Das iPad von Apple: Ein neues Wundergadget oder doch nur ein Spielzeug für Technikverliebte?© Monica M. Davey/DPA

Keine Frage, das iPad verführt. Von außen wirkt es kühl und elegant - geräuschloses Understatement. Das Feuer kommt von Innen. Ein Knopfdruck, und das iPad ist eingeschaltet. Langwieriges Hochfahren entfällt. Fotos und Filme, Buchtitel und Plattencover funkeln richtiggehend auf dem hochauflösenden Glasbildschirm.

Die Programme öffnen sich mit Apples speziell entwickeltem, stromsparendem Prozessor in Sekundenschnelle. Das Internetsurfen ist schnell und dank des fast zehn Zoll großen Bildschirms um Längen besser als etwa mit dem iPhone. Die Batterie hat offenbar Ausdauer: Nach 24 Stunden Test - mit Surfen, Apps herunterladen und Musik- und Videowiedergabe - zeigt das Gerät noch über die Hälfte der Laufzeit an. Die meisten der rund 150.000 iPhone-Anwendungen sind auch auf dem iPad zu haben, über 1000 bereits in einer iPad-optimierten Version. Den berührungsempfindlichen Bildschirm steuert man per leichtem Fingerdruck. Keine Maus, keine Kabel - nichts kommt zwischen den Nutzer und sein iPad.

Aber schnell wird auch klar: Das iPad ist in erster Linie ein Zurücklehngerät. Es ist Fabelhaft zum Konsumieren, aber unpraktisch zum Produzieren. Wer längere Mails schreiben, mehrere Programme gleichzeitig bedienen und Texte, Tabellenkalkulationen und Präsentationen erstellen will, braucht mehr. Das iPad geht mit auf Geschäftsreise? Smartphone und Laptop sollte man gleich mit einpacken. Das iPad ist - noch - kein Ersatz dafür.

Apple-Chef Steve Jobs demonstrierte die ideale iPad-Stellung bei der Enthüllung Ende Januar in San Francisco. Und die hat wenig mit aktivem Arbeiten und viel mit entspanntem Lesen, Filme und Fotos schauen, im Internet surfen und Musik hören zu tun. Bequem im Sessel sitzen, am besten ein Bein übers andere, damit man das iPad in der einen Hand halten und auf dem Knie abstützen kann, während man mit der anderen Hand das Display bedient. Wer das Tablet-Gerät länger ohne Stütze halten will, braucht bei knapp 700 Gramm Gewicht zwei Hände. Und selbst dann dürften beim Lesen eines elektronischen Buchs Ermüdungserscheinungen auftreten - genau so, als wenn man mit der gebundenen Ausgabe von "Krieg und Frieden" im Bett liegt.

E-Mails und mehr schreiben

Wer mehr als ein paar Wörter schreiben will, dürfte mit dem iPad schnell an die Grenzen seiner Geduld stoßen. Das gilt insbesondere für Zehnfingerschreiber. Sie werden zu unbeholfenen Zweifingertippern, vor allem, wenn sie den Umgang mit der virtuellen Tatstatur auf dem Bildschirm nicht schon mit iPhone oder iPod Touch erlernt haben. Hält man den iPad im Hochformat, scheinen die "Tasten" für Elfenfinger ausgelegt. Im Querformat sind sie deutlich größer, das erleichtert die Sache aber kaum. Wer also mehr als rudimentäre Zweizeiler-Mails schreiben will, greift besser zu Beruhigungspillen oder gleich zum Notebook.

Wer die Eigenheiten des Betriebssystems nicht vom iPhone her kennt, dürfte auch recht lange nach Umlauten und anderen Sonderzeichen suchen. Tipp: Um beispielsweise ein ü zu schreiben, muss die u-Taste lange gedrückt werden. Aber Hilfe ist in Sicht: Ab Mai soll (in den USA für 69 Dollar) eine externe iPad-Tastatur verfügbar sein. Doch dann schleppt der iNomade ein weiteres Stück Hardware mit sich herum.

Trotz der Tipphürden und Apples Fokus auf medienkonsumierende Nutzer, hat der kalifornische Technologiekonzern ganz klar auch Kunden im Visier, die richtig arbeiten möchten. Warum sonst hätte er seine Bürosoftware iWork für das iPad optimiert? Das Textverarbeitungsprogramm Pages, die Tabellenkalkulation Numbers und die Präsentationssoftware Keynote können für je 9,99 Dollar und in je unter drei Minuten aus dem App Store heruntergeladen werden. Wer iWork bereits für den Mac gekauft hat, muss die iPad-Version dennoch erneut bezahlen.

Unpraktisch ist, dass vom iPad aus nicht gedruckt werden kann. Dokumente müssen per E-Mail an einen Computer geschickt oder mittels des 30-Pin-USB-Kabels mit dem PC oder Mac synchronisiert und von dort aus gedruckt werden. Wer ein iWork.com-Konto in der Apple-Cloud hat, kann die Dokumente dort speichern und dann auf den Rechner mit Druckeranschluss herunterladen.

Erfreulich: In Microsofts Office-Büropaket erstellte Powerpoint-, Excel und Word-Dateien können in iPad-iWork importiert werden. Umgekehrt kann man zum Beispiel Pages-Dateien im Word-Format speichern, auf den PC oder Mac übertragen und in Word öffnen.

Gefunden in ... ... der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland"

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KOMMENTARE (9 von 9)
 
MPeter9994 (07.04.2010, 14:39 Uhr)
@Swissmiss - Das ist was dran, aber... :)
Da ist sicher was dran, wobei ich nicht wirklich der Meinung bin, dass Medien Ihren Job nicht erledigen. Letztlich sind Medienunternehmen auch profitorientierte Unternehmen und Informationen sind ihre Ware. Es werden die Waren angeboten, bei denen die hoechste Aufmerksamkeit/ Nachfrage vorhanden ist. So gerade beim ipad. Apple hat denke ich ueber die Jahre einfach einen guten Job gemacht seine Marke zu staerken und so viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Danach aber kommt es letztendlich immer auf das Produkt an: Wenn ipad, iphone, etc. einfach schlechte Produkte sind wuerde der Markt reagieren und das entsprechend abstrafen. Aber offensichtlich hat Apple eine Zielgruppe gut identifiziert und mit Produkten versorgt, die dort einschlagen. Ist glaube ich einfach so.
Wie vorher gesagt: Wem's nicht gefaellt oder wer andere Anforderungen hat... einfach nicht kaufen. Aber auf die so wuetend zu sein denen es gefaellt ist fuer mich immer noch befremdlich.
Swissmiss (06.04.2010, 23:57 Uhr)
@ MPeter9994 - unausgewogene Berichte
Ich glaube, viele Menschen, die nun auf dieses i-Apple-Produkt schimpfen, sind wütend darüber, dass in den Medien Apple einen derart grossen Stellenwert beigemessen wird, den andere Hersteller nie erhalten, selbst wenn sie wahnsinnig tolle neue Produkte vorstellen. Viele Leser fühlen sich, so meine Meinung, wohl v.a. von den Zeitungen und Zeitschriften ihres Vertrauens veräppelt, weil sie von denen eigentlich eine ausgewogene Berichterstattung erwarten (die viele Zeitschriften bei Apple doch eher vernachlässigten in letzter Zeit). Für diese gratis Werbung für Apple muss der Leser dann auch noch bezahlen (Zeitungen am Kiosk sind ja nicht gratis). Konkurrenzprodukte erhalten nie dieselbe Aufmerksamkeit in den Medien und haben dementsprechend höhere Marketingkosten, was diese Produkte im Vergleich zu Apple (die, um eine höhere Aufmerksamkeit zu erzielen, viel tiefere Ausgaben haben) teurer macht. Die Medien tragen sozusagen sogar zu einer Wettbewerbsverzerrung bei - die, die sich sonst rühmen, die 4. Gewalt im Staat zu sein, fallen völlig auf billige Marketingtricks einer einzelnenFirma rein). Am schlimmsten an diesem ganzen Medienhype ist, dass diese i-Apple-Produkte diese riesige Aufmerksamkeit nicht mal verdienen, da sie ja nicht mal etwas revolutionäres darstellen. Soviel zu meiner Theorie, warum viele sich wütend zu diesen i-Apple-Produkten äussern.
MPeter9994 (06.04.2010, 18:41 Uhr)
Warum so aggressiv?
Fast interessanter als das iPad selbst ist, finde ich, die Aggressivitaet mit der gegen das Geraet angeschimpft wird. Was macht die Kritiker denn so wuetend? Es ist doch voellig legitim jedwedes Geraet auf den Markt zu bringen. Der Markt entscheidet dann schon, ob Bedarf da ist. Offensichtlich ist er das und eine Menge Leute haben Ihren Spass mit dem iPad. Wer Anforderungen hat, die das iPad nicht erfuellt, kauft es halt nicht.
Warum also diese Wut und das Herunterputzen der iPad Kaeufer??
Ich habe es noch nicht, bin aber interessiert. Ich schaue mir gerade die ersten Erfahrungsberichte an und dann entscheide ich. Schaun mer mal. :)

Selbst seit einer Weile in den USA wohnend beschleicht mich doch wieder mal das Gefuehl, dass hier die deutsche Neidgesellschaft am Werke ist. :)
derSchuft (06.04.2010, 17:46 Uhr)
Oje..
Also die Liste mit den Sachen die das iPad nicht kann, ist ja doch schon recht lang. Wofür ist denn nun also nützlich, ausser zum Bücher kaufen....welches man ja mit jedem "richtigen" eBook-Reader ja auch kann.

Achj..btw.
Der Prozessor ist nicht von Apple "speziell entwickelt" sondern es ist nur ein modifizierter Arm Cortex-8.
Und was das "sich nie erhitzenden iPad" angeht...das sieht wohl eine Schar der ersten Nutzer ein wenig anders.

siehe:
http://www.golem.de/1004/74274.html
nerventanz (06.04.2010, 17:12 Uhr)
Amazon Kindle
Wer denkt, dass das iPad sich für Bücherlesen eignet, der hat nicht verstanden warum wir lieber alles immer noch ausdrucken, wenn wir es lesen wollen.

Das dauernde Geleuchte der weißen Flächen in die Augen ist anstrengend und tut dem Auge nicht gut. Ich habe sogar alle Desktopelemente und auch den Browser komplett schwarz gestellt (alle Webseiten haben unerklärlicherweise einen weißen Hintergrund!), so dass ich nicht dauernd geblendet werde.

Das Amazon Kindle ist da um einiges besser, weil es keine Hintergrundbeleuchtung hat. Leider ist das Teil sowas von teuer, dass es so nichts wird. Es ist eigentlich toll... es läuft 2 Monate ohne Aufladen, ist sehr leicht und stellt als eines der wenigen Geräte dieser Art PDF-Dateien korrekt dar.
mighty_bender (06.04.2010, 16:34 Uhr)
Ich sitze also...
...auf dem Sofa und kann mit dem iPad genau die Dinge machen, die ich mit dem anderen Gerümpel im Wohnzimmer (Fernseher, Stereoanlage, Bücherregal, Laptop) auch mache. Doll.
officevoice1965 (06.04.2010, 14:20 Uhr)
Um Welten überlegen...
ja allerdings aber nur im Preis.Limosine der Oberklasse......Hmmm...nein fahre ich nicht.
Im Gegenteil mich Interressieren deutsche Autos nicht im Geringsten.
Und letztendlich kann ich Apple und diesen properitären Müll sowieso nicht ab.
Insomnia (06.04.2010, 14:01 Uhr)
warum?
Das iPad ist von der Bedienung, verglichen zur Konkurrenz, einfach um welten überlegen!
Ob es die 500? wert ist kann dahingestellt bleiben. Genauso ob man sowas überhaubt braucht!

Viel interessanter wäre mal zu wissen, für was die Leute ihr Geld ausgeben die sich über Personen aufregen, die sich einen iPad kaufen. Wahrscheinlich fahren solche einen Limosine der Oberklasse, anstatt einen um 20 % günstigern Wagen eines Hersteller der nicht mit A,B oder M anfängt...
Erst einmal auf sich selbst schauen bevor man über die anderen lästert ;)

officevoice1965 (06.04.2010, 13:08 Uhr)
Wie sagte....
schon ein Kommentator hier:MINDERWERTIGKEITSKOMPENSATIONSHARDWARE.
Was sagten die ersten iPad Tester:neue Art von Computer, die man fühlen muss".

Super,toll,das einzige was man bei diesem haufen Siliziummüll hinterher fühlt ist die leere im Geldbeutel und sonst nichts.
Jeder Billignetbook ist besser als diese unütze Haufen Halbleiter.
Aber unsere Applejunkies werden Steve Jobs schon die Rosette vergolden,gell das macht ihr Lemminge doch gerne für euren Messias.
Gott wie armselig ist das den.
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