Alle Welt redet von Cloud-Computing - das Speichern und Bearbeiten von Dateien im Netz ist der große Trend für die Zukunft. Dabei funktioniert das Rechnen in der Wolke schon heute und ist bei vielen bekannten Webangeboten längst Realität. Von Maximilian Geyer

Auf der Cebit symbolisierte IBM die Cloud mit fliegenden Kugeln© Jörg Sarbach/AP
Man hat sich ja eigentlich schon damit abgefunden: Früher oder später wird man zu Hause und am Arbeitsplatz keinen vollwertigen PC mit Festplatte mehr haben - sondern nur noch eine bessere Schreibmaschine mit Bildschirm.
Das meiste, was heute einen Rechner ausmacht, wird dann ins Internet abgewandert sein: Cloud-Computing nennt sich das Phänomen, bei dem Daten und Software nicht mehr auf der Festplatte gespeichert sind, sondern weltweit auf Rechnerfarmen externer Dienstleister wabern. Alle zusammen bilden die sogenannte Datenwolke.
Die hilft besonders Unternehmen beim Sparen: Hardware-Anschaffungskosten fallen weg, Über- und Unterkapazitäten werden vermieden - und sogar die Effizienz der Mitarbeiter steigt. Denn die Freiheit unter den Wolken ist nicht mehr grenzenlos: Wer keinen vollwertigen Büro-PC mehr hat, sondern nur noch einen abgespeckten Basisrechner, der kann auch während der Arbeitszeit nicht mehr Solitär spielen oder auf Moorhuhnjagd gehen.
Während alle darauf warten, dass sich Cloud-Computing auf breiter Front durchsetzt, sind erste Anwendungen für die Wolke längst Usus. Die größte Suchmaschine der Welt zum Beispiel ist auch gleichzeitig Wolkenmacher Nummer eins.
Die kostenlos nutzbaren Google-Apps richten sich nicht nur an Unternehmen, sondern auch an Privatanwender, die damit den ganzen Globus zu ihrem Homeoffice machen können. Neben E-Mails und Terminen werden auch Dokumente und Tabellen in die Wolke gestellt - zum weltweiten Abruf oder zum gemeinsamen Bearbeiten in Gruppen.
Auch Microsofts notorische Office-Programme kann man sich sparen, wenn man in der Wolke seine Schreibarbeit erledigt. Microsoft hat auf die Webkonkurrenz reagiert und bietet mit Office Live einen abgespeckte Version seiner Software kostenlos zur Onlinenutzung an - inklusive fünf Gigabyte Speicherplatz.
Wie sehr sich das Cloud-Computing-Prinzip bereits durchgesetzt hat, das merkt man an Anwendungen, die eigentlich eher unter dem Etikett "Web 2.0" laufen - in Wirklichkeit aber hübsche Beispiele für das Wolkenprinzip sind.
Immer mehr Leute nutzen schließlich das Web als externe Festplatte: Fotocommunitys wie Flickr oder Googles Picasa dienen vielen Anwendern längst auch als privates und bequemes Bilder-Back-up - und weniger als Bühne für ihre fotografischen Ambitionen. Nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Fotos und Videos werden kennwortgeschützt im Netz archiviert und entlasten damit Speicherkarten, Festplatten und Handyspeicher.