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13. Februar 2008, 15:23 Uhr

Plädoyer für Leipzig

Spiel, Satz, Sieg: Einmal im Jahr macht die Games Convention Leipzig zur Spielehauptstadt Europas und bricht regelmäßig Besucherrekorde. Eigentlich Grund genug, sich zum ostdeutschen Standort zu bekennen. Doch jetzt scheint Köln das Rennen um die Gunst der Spielindustrie zu machen. Von Gerd Blank

Spieler werden wohl künftig zum daddeln nach Köln pilgern müssen© DPA

Kaum einer hat an einen langfristigen Erfolg geglaubt, als 2002 die erste Games Convention in Leipzig stattfand. Eine Messe zu Computerspielen? Ist doch nur was für Nerds, für pickelgesichtige Freaks. Kurz vorher ist die Cebit Home grandios gefloppt. Das war aber vor den beiden Mitmach-Konsolen von Nintendo. Dank DS und Wii spielt heute jeder, jedenfalls behauptet das der Hersteller.

Schaut man sich auf der Games Convention um, könnte das sogar stimmen. Natürlich gibt es noch immer viele Spiele für Hardcore-Gamer in denen es um Schnelligkeit, Reaktionsvermögen und vielleicht sogar Gewaltbereitschaft geht. Am meisten wächst aber die Gruppe der ehemaligen Nichtspieler. Mädchen, die digitale Hunde dressieren, Frauen, die verrückt nach Pixel-Soaps sind und ältere Spieler, die ihre grauen Zellen in Schwung halten.

Alle großen Spielehersteller denken um, produzieren jetzt fleißig Volks-Spiele. Der Zulauf an den Messeständen gibt ihnen recht - mehr denn je strömen die Besucher im Spätsommer auf die Games Convention, um sich schon mal über die Highlights für den weihnachtlichen Wunschzettel zu informieren. Und plötzlich wollen auch die anderen Messen mitspielen. Im nächsten Jahr läuft der Vertrag mit der Messe Leipzig aus, die Veranstaltung könnte dann auch woanders stattfinden.

Olympia-Sieger Leipzig

Doch warum? Die Messe Leipzig zeigt, wie man eine Party schmeißt. Perfekt organisiert gibt es nicht nur bunte Schaubuden für Spieleinteressierte zu bestaunen. Jugendliche freuen sich genauso über das umfangreiche Beiprogramm mit Musikfestival und Camping. Auch der Weg nach Leipzig ist nicht so weit, wie er gerne geschrieben wird. Nicht umsonst hat sich die Messestadt auch um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 beworben und ging gerade wegen der guten Infrastruktur für Deutschland ins Rennen. Natürlich ist die Messe klein, bietet aber dennoch Platz für weit mehr als 200.000 Besucher, die gerne zur Games Convention nach Leipzig fahren. Und falls es doch etwas enger werden sollte, wäre die Messeleitung sogar zu einer Erweiterung des Geländes bereit.

Eine Verlagerung der Messe in eine andere Stadt wäre wie ein Abstauber-Tor. Neben Köln hatten auch Hamburg, München, Frankfurt und Berlin haben Interesse bekundet und sicher viele Standortvorteile. Jetzt scheint Köln das Rennen um die Ausrichtung der Messe zu machen. Übrigens ist es wohl kein Zufall, dass Electronic Arts, der größte Spiele-Publisher der Welt, seinen deutschen Sitz in Köln hat. Aber wer sagt, dass die Messe dort besser aufgehoben ist, mehr Besucher hat und international noch höher angesehen ist? Nachdem Leipzig die Games Convention groß gemacht hat, wäre es nur fair, wenn die Stadt auch weiterhin die Früchte für ihre spielerische Arbeit ernten könnte.

Von Gerd Blank
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
testsieger2006 (15.02.2008, 10:06 Uhr)
Mitleid....
... ist die höchste Form der Verachtung. Unglaublich ist es vom Autor die international völlig hirnrissige Olympiabewerbung auf der Haben-Seite zu verbuchen. Ich höre noch die Argumente von damals: "Stadt der Bewegung" etc. Das hat international (und darum geht es ja auch ein wenig bei der Games-Convention) niemanden interessiert, zumal die Stadt nicht bekannt war. Von der fehlenden Hotelerie mal ganz abgesehn. Hamburg hätte da bedeutend mehr Chancen gehabt.
Die GC wird mit dem Standortwechsel einfach attraktiver für´s Ausland. Da nützt alles jammern nix.
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