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Kein Gratis-Virenjäger schützt gut

Millionen von Viren und Trojanern lauern im Netz. Doch nur wenige User geben Geld für ihr Antivirenprogramm aus. Eine Fachzeitschrift hat die kostenlosen Tools getestet - mit verheerenden Ergebnissen.

Von Christoph Fröhlich

  Nicht jeder Gratis-Virenscanner leistet gute Arbeit.

Nicht jeder Gratis-Virenscanner leistet gute Arbeit.

Oft reicht ein unbedachter Mausklick, schon ist der Computer mit einem Virus infiziert. Ob als gefälschter Steuerbescheid, längst fällige Mahnung oder getarnt als lustiges Internetbildchen vom Arbeitskollegen - täglich landen Millionen von Schadprogrammen in deutschen E-Mail-Konten. Auch in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter verbreiten sich verseuchte Links rasend schnell. Immer wieder lassen sich Cyberkriminelle neue Methoden einfallen, um Viren, Würmer und Trojaner auf die Festplatte ihrer Opfer zu schleusen - zuletzt sorgten gefälschte Bahntickets im PDF-Format mit Viren-Anhang für Aufsehen.

Um sich vor der Schadsoftware zu schützen, kann man auf eine Vielzahl an kostenlosen Antivirenprogrammen zurückgreifen. Doch welche Virenscanner sind empfehlenswert? Die Zeitschrift "Computer Bild" hat vier populäre Umsonst-Programme auf Herz und Nieren geprüft: "Avira Free Antivirus 2013", "AVG Antivirus Free 2013", "Avast Free Antivirus 8" und "Windows Defender". Und, so viel sei vorab verraten: Keines der getesteten Programme konnte im Test überzeugen.

Neue Viren werden nur selten erkannt

Getestet wurden die Virenscanner vom Sicherheitsexperten AV Test. Ihr Fazit: "Für die Bedrohungen, denen der PC tagtäglich ausgesetzt ist, bieten die Gratis-Virenwächter keinen zuverlässigen Schutz", schreibt "Computer Bild". Im Test zeigen sich gleich mehrere Schwachstellen der Gratis-Tools. So versagten Avast und der Windows Defender, die auf Windows Vista und höher vorinstallierte Sicherheits-Software, sogar beim Kampf gegen altbekannte Schadprogramme. Avast rutschten knapp drei Prozent der Schädlinge durchs Raster, der Windows Defender erkannte jeden Zehnten nicht. Besser sieht es dagegen bei Avira (98,26 Prozent Erkennungsrate) und AVG (99,08 Prozent) aus.

Noch schlimmer wird es bei neuen Schadprogrammen: Avira, AVG und der Windows Defender bekamen im Kampf gegen noch unbekannte Viren und Trojaner jeweils ein "Mangelhaft". Das kostenlose Avira, eines der meist installierten Programme überhaupt, erkannte nur 23,33 Prozent der Schädlinge, nur 16,67 Prozent wurden korrekt entfernt. Avast dagegen entfernte 86,67 Prozent der neuen Schädlinge von der Festplatte - ein befriedigender Wert.

Im Härtetest von "Computer BILD" und AV Test scheiterten die Gratis-Scanner zudem häufig an verseuchten Webseiten und E-Mails. Bis zu einem Drittel der Attacken blieben unbemerkt. AVG und der Windows Defender konnten sogar die gefährlichen Drive-by-Downloads nicht verhindern, bei denen der bloße Aufruf einer Webseite für eine Infektion genügt.

Wenige Zusatzfunktionen

Doch warum schneiden die kostenlosen Programme so schlecht ab? Damit die Schutzsoftware gegen neue Bedrohungen aus dem Netz gewappnet ist, reicht es nicht, auf bekannte Viren-Signaturen, die bei jedem Update aktualisiert werden, zu vertrauen. Zusätzlich werden noch clevere Schutzmechanismen benötigt, die das Verhalten des Trojaners analysieren und so die Angriffe im Keim ersticken. Nur AVG hat von den vier getesteten Programmen eine verhaltensbasierte Erkennungsmethode an Bord, schreibt "Computer Bild". Bei kostenpflichtigen Antiviren-Tools ist das Standard, sie schützen mit ihren intelligenten Analyse-Methoden deshalb deutlich besser vor unbekannten Viren. Eine Übersicht der aktuellen Virenprogramme finden Sie hier.

Auch sonst sind die Gratis-Virenwächter nur mäßig ausgestattet: Zusätzliche Funktionen wie Firewalls, E-Mail-Werbefilter, Kinderschutz oder einen Schutz beim Online-Banking sucht man häufig vergebens. Bei AVG und Avast gibt es weitere Schutzmechanismen nur gegen Aufpreis, kritisiert das Fachmagazin. Avira sichert dagegen auch in der Kostenlos-Version das Online-Banking-Konto des Nutzers ab.

Lobenswert ist laut den Testern der geringe Ressourcenverbrauch der Programme: Keines der Programme sorgte für spürbare Verzögerungen beim Surfen. Nur beim Booten des Rechners machten sich AVG und Avast laut "Computer Bild" mit längeren Wartezeiten bemerkbar.

Die Testergebnisse von "Computer Bild" im Überblick

Avira Free Antivirus 2013: Note 3,15 (befriedigend)
AVG Antivirus Free 2013: Note 3,19 (befriedigend)
Avast Free Antivirus 8: Note 3,48 (befriedigend)
Windows Defender: Note 5,00 (mangelhaft)

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