Apples flacher Dauerläufer

22. Juni 2013, 17:03 Uhr

Auf den ersten Blick sieht das neue Macbook Air aus wie der Vorgänger. Doch der Eindruck täuscht: Apples neuer Flachrechner ist schneller und hält bis zu zwölf Stunden durch - das Gerät im Test.

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Äußerlich unterscheiden sich die neuen Macbook Air-Modelle kaum von ihren Vorgängern. Doch im Inneren hat sich viel getan.©

Das Macbook Air ist von der Konkurrenz oft kopiert worden und stand mit Design und Ausstattung auch bei den Ultrabooks Pate. Nun hat Apple seine erfolgreiche Notebook-Reihe mit zwei Modellen fortgeführt und stellt neue Ausdauer-Rekorde auf. Auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC war das runderneuerte Macbook Air nur eine Neuigkeit unter vielen. Ein Praxistest zeigt aber, dass die neue Generation der ultra-flachen Apple-Notebooks etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hat, denn insbesondere die Akku-Laufzeit überzeugt.

Daher wundert es nicht, dass die neuen Geräte "designed in California" in ersten Testberichten fast überschwänglich formulierte Lobeshymnen einsammeln. Es sei vermutlich das beste Notebook, das jemals gebaut wurde, schwärmt etwa James Kendrick vom Branchendienst "ZDNet".

Dabei hatte Apple-Chef Tim Cook bei der Vorstellung der neuen Macbook-Air-Modelle durchaus einige der Hoffnungen von Branchenexperten enttäuscht. So wurde den neuen Notebooks kein besonders hochauflösendes Retina-Display verpasst, mit denen die iPads und das Macbook Pro glänzen. Auch sonst unterscheiden sich die neuen Geräte auf den ersten Blick kaum von ihren Vorgängern. Nur ein klitzekleiner Unterschied entdeckt man beim genaueren Hinsehen: Auf der linken Seite befinden sich nun zwei Mikrofone statt einem. Damit wird laut Apple eine bessere Gesprächsqualität erreicht. Doch im Inneren der Notebooks hat sich eine Menge getan. Für einen der wichtigsten Unterschiede ist ein Stück Silizium verantwortlich: Der neue Prozessor Haswell von Intel.

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Das Netzteil kann zuhause bleiben

Die Macbook-Air-Modelle gehören zu den ersten Geräten, die mit der neuen Generation von Intels Core i5- und i7-Prozessoren ausgestattet sind. Mit ihnen will der weltweit größte Chiphersteller nach eigenen Angaben nichts weniger als das "Notebook neu erfinden". Denn in Sachen Energiebedarf sei den Entwicklern mit Haswell der größte Sprung in der Geschichte des Unternehmens gelungen, betont Intel. Mit dem neuen Prozessor ausgestattet wird auch eine neue Generation der Ultrabooks – eine von Intel ins Leben gerufene Produktkategorie. Dazu gehören auch neue Haswell-Notebooks von Herstellern wie Sony, Toshiba oder Schenker, die in diesen Wochen auf den Markt kommen sollen.

Die Haswell-Chips sollen um bis zu 50 Prozent weniger Strom verbrauchen – und dennoch deutlich mehr Leistung bringen. Die Akkulaufzeiten machen die Geräte damit erstmals auch für einen langen Arbeitstag ohne Netzteil fit. Für das kleine 11-Zoll-Modell setzt Apple neun statt zuvor fünf Stunden an, die das Gerät ohne Stromkabel läuft. Das 13-Zoll-Modell schafft es nach Angaben von Apple sogar auf 12 Stunden statt zuvor 7 Stunden bei normalem Betrieb. Im Praxistest hielt die Batterie unter Dauerbelastung immerhin deutlich über zehn Stunden am Stück, so dass man tatsächlich in der Regel das Netzteil zu Hause lassen kann.

Bereits die Vorgängermodelle des Macbook Air spielten in Sachen Energie-Effizienz in der Oberliga. Die lange Laufzeit liegt aber nicht allein an den neuen Prozessoren von Intel, sondern auch an der Arbeit der Apple-Ingenieure. Walt Mossberg, Computer-Experte beim "Wall Street Journal", unterzog die beiden neuen Macbooks und das neue Sony Vaio Pro 13 einem Vergleichstest. Auch das neue Ultrabook von Sony arbeitet mit Haswell, kommt aber mit dem integrierten Akku lediglich auf eine Laufzeit von 6,5 Stunden. Verlängern lässt sich die Zeit auf 13 Stunden mit einem zweiten Akku - der macht das Gerät zusammengerechnet aber auch um rund 300 Dollar teurer als das Macbook Air.

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Acht Stunden Filmgenuss möglich

Apple kann traditionell einen wesentlichen Vorteil für sich verbuchen: Anders als die Hersteller von Ultrabooks mit Microsofts Windows 8 hat das Unternehmen aus Cupertino unmittelbaren Einfluss sowohl auf Hardware als auch auf das Betriebssystem und die mitgelieferte Software. So sorgt Apple beispielsweise mit eigenen Software-Optimierungen dafür, dass der Strombedarf gering gehalten wird, ohne dass die Performance leidet. Wer ein Video aus iTunes ansieht, kann dies mit den neuen Modellen nun bei geringerem Stromverbrauch und ohne Qualitätsverlust tun. Bis zu acht Stunden soll das Macbook Air Filme aus iTunes ohne Aufladen wiedergeben.

In der 11-Zoll-Variante stellt das Weitwinkel-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung 1366 mal 768 Pixel dar, die 13-Zoll-Variante kommt auf eine Auflösung von 1440 mal 900 Pixel. Im Gegensatz zu manchem PC-Laptop verzichtet Apple aber auf den Einsatz von Bildschirmen, die sich mit Touch-Bewegungen bedienen lassen. Die Tastatur verfügt jetzt auch beim 11-Zöller über eine Hintergrundbeleuchtung, mit der sich in dunkler Umgebung arbeiten lässt. Ein Licht-Sensor links neben der HD-Kamera am oberen Display-Rahmen ermittelt automatisch das Umgebungslicht und passt die Helligkeit des Bildschirms und der Tastaturbeleuchtung an.

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Schnelleres Wlan

Neben zwei Schnittstellen für das schnelle USB 3.0 und Thunderbolt-Anschluss verfügt das 13-Zoll-Gerät nun auch über einen SD-Kartenslot (SDXC), über den bequem zum Beispiel Bilder aus der Kamera eingelesen werden können. Der nun verdoppelte Flash-Speicher ist nach Angaben von Apple bis zu 45 Prozent schneller als bei den Vorgängerversionen und bis zu neunmal so schnell wie traditionelle Festplattenspeicher.

Apple stattete die frischen Macbook-Air-Modelle außerdem mit dem neuen Wlan-Standard 802.11ac aus, der dreimal so schnell sein soll wie die Wifi-Schnittstelle in der vorherigen Generation. Allerdings benötigt man dafür auf der Gegenseite auch einen entsprechend ausgerüsteten Wlan-Router wie die neuen Apple-Geräte Airport Extreme und Airport Time Capsule. Mit einem üblichen 802.11n-Router wird man keinen Geschwindigkeitszuwachs spüren.

Das Macbook Air mit 11-Zoll-Bildschirm kostet mit 128 Gigabyte Flash-Speicher knapp 1000 Euro, mit der doppelten Speichermenge (256 GB) dann knapp 1200 Euro. Das 13-Zoll-Modell ist ab knapp 1100 Euro zu haben (128 GB). In einer maximalen Ausbaustufe mit einem i7-Prozessor (1,7 GHz), acht GB Hauptspeicher und 512 GB Flash-Speicher kann der Preis bis auf knapp 1850 Euro steigen.

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