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31. Mai 2007, 16:47 Uhr

Der PC im Couchtisch

Sechs Jahre hat Microsoft daran gearbeitet, einen PC mit einem Couchtisch zu verschmelzen. Das Ergebnis heißt "Surface", kommt ohne Maus und Tastatur aus und lebt von einem berührungsempfindlichen Bildschirm - der Tischplatte.

Surface versteht mehrere Berührungen gleichzeitig© Microsoft

Microsoft hat in fast sechsjähriger Entwicklungszeit Computer und Tisch miteinander verschmolzen. Herausgekommen ist ein Möbelstück namens "Surface", in dem ein großer berührungsempfindlicher Bildschirm nahezu die gesamte Tischplatte ausfüllt. Tastatur und Maus sucht man vergeblich.

Die Bedienung des interaktiven Tisches erfolgt mit den Fingern direkt auf der Tischoberfläche. Im Gegensatz zu herkömmlichen Touchscreens soll Surface verschiedene Berührungen gleichzeitig erkennen und unterscheiden können, sodass mehrere Personen mit dem System interagieren können. Der Surface-Tisch ist mit Sensoren, fünf Infrarotkameras sowie drahtlosen Bluetooth und Wifi-Verbindungen ausgestattet. So lässt sich beispielsweise ein Foto aus einer Datei über Berührung mit der Hand verschieben oder auf Druck einer virtuellen Werkzeugleiste bearbeiten. Mit Handbewegungen lassen sich Bilder vergrößern und drehen. Ein Malprogramm lässt Kindergartengefühle zurückkehren, wenn die Nutzer ihre Fingerspitzen in eine virtuelle Farbpalette tunken und munter herumschmieren können.

In Hotels (erster Kunde: Sheraton) oder Kasinos (als Erste die Harrah's-Gruppe) könnten per Handbewegung Lagepläne erkundet oder zum Beispiel zusätzliche Informationen zu Speisen und Getränken eingeblendet werden. In einem Video des Onlinemagazins Cnet News wird gezeigt, wie man durch eine interaktive Speisekarte blättert und seine Bestellung per Handbewegung aufgibt.

Weiterhin sei der Surface-Tisch laut Microsoft in der Lage, Kontakt zu auf ihm platzierten drahtlos vernetzbaren Geräten und Gegenständen mit speziellen Chips aufzunehmen. Von einer Digitalkamera ließen sich dann sofort aufgenommene Bilder anzeigen. Spezielle Hotelkeycards könnten als Identifikation dienen und dem Kunden für ihn zugeschnittene Informationen anzeigen.

Betriebssystem von Surface ist Microsofts Windows Vista mit zusätzlicher Software. In diesem Jahr will Microsoft erste der 5000 bis 10.000 Dollar teuren Surface-Computer zunächst an Kasinos und Hotels verkaufen. Auch T- Mobile USA wird sie in Läden einsetzen. In drei bis fünf Jahren sollen günstigere Geräte für den Verbrauchermarkt erhältlich sein, hieß es.

Große Pläne von Steve Ballmer

Microsoft-Chef Steve Ballmer sagte: "Wir betrachten das Ganze als eine Multi-Milliarden-Dollar-Kategorie und stellen uns eine Zeit vor, in der Oberflächen-Computertechnik überall sein wird, in Tischen genauso wie in Spiegeln an der Wand."

Andere Modelle schon auf der Ifa

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hatte ein ähnliches Konzept unter dem Namen "Entertaible" bereits im vergangenen Jahr unter anderem auf der Internationalen Funkausstellung Ifa in Berlin präsentiert. Auch da wurden Kasinos, Hotels oder Lokale als potenzieller Einsatzbereich genannt. Allerdings war der Bildschirm in dem Philips-Prototypen deutlich kleiner als in der Microsoft-Tischplatte, die eine Diagonale von 30 Zoll (gut 76 cm) hat.

Ralf Sander mit DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Random012 (30.05.2007, 23:49 Uhr)
Geklaut
Eine verblüffend ähnliche technik hab ich schon vor längerer Zeit bei apple und anderen gesehen. Kommt mir deshalb einfach nur kopiert vor. Außerdem, wer will schon viel Geld für etwas ausgeben auf dem VISTA läuft???
Hier ist mal ein Video auf dem man apples multitouch technologie bewundern kann:
http://video.google.com/videoplay?docid=6379146923853181774
John_Harper (30.05.2007, 20:59 Uhr)
Wow
So viele Jahre um in einen grossen hässlichen Tisch ein Notebook und ein Touchscreen einzubauen. Super... hätte man auch in 1 Jahr schaffen können. aber wahrscheinlich läufts mit Vista und darum die lange bau dauer.
Known (30.05.2007, 20:12 Uhr)
Toll...
Ein weiterer Schritt in gläserner User.
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