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12. Dezember 2008, 05:08 Uhr

Wer wird Dschungelkönig?

Reif für die Insel: "MotorStorm: Pacific Rift" lässt PS3-Zocker im Rahmen eines Rennfestivals ein verlassenes Eiland umpflügen.

Derartige Gefahren-Hinweise sind durchaus ernstzunehmen. "MotorStorm: Pacific Rift" ist laut, schnell, schmutzig - und halsbrecherisch. Das dürften vor allem jene schnell merken, die sich zu Beginn eines Rennens für ein Motorrad oder ein Quad entschieden haben. Mit den leichten Gefährten stellen zwar steile Anstiege kein Problem dar. Allerdings darf man sich nicht wundern, wenn man bei der Fahrt durchs Unterholz an jedem noch so kleinen Hindernis hängen bleibt oder durch den leichten Rempler eines LKW aus dem Sattel geschleudert wird. Die Stürze sehen brachial aus, kosten aber allenfalls Zeit. Buggys, Renntrucks und SUV sind im motorisierten Überlebenskampf etwas sicherer und komplettieren zusammen mit den neuen Monster Trucks den Fuhrpark.

Während der Rennen sind bis zu 16 Gefährte unterschiedlicher Bauart gleichzeitig unterwegs. Umso erstaunlicher, wie ausgewogen die Streckenführung von "Pacific Rift" ausgefallen ist: Jeder der 16 Kurse bietet zahlreiche Abzweigungen und Alternativ-Routen, auf denen die einzelnen Boliden ihre Stärken ausspielen können. Es dauert also ein wenig, bis man seine Ideallinie gefunden hat und sich erste Erfolge beim "MotorStorm"-Festival einstellen - zumal die Computer-gesteuerten Gegner äußerst aggressiv zu Werke gehen und den Spieler permanent anrempeln, abdrängen, plattwalzen. Aber irgendwann klappt's auch mit dem Siegertreppchen. Dadurch werden weitere Fahrzeuge, Piloten und Strecken freigeschaltet.

Letztere sind nach den vier Elementen sortiert. Bedeutet: "Feuer"-Rennen werden gerne inmitten eines Vulkangebiets ausgetragen, bei "Luft"-Events geht es erwartungsgemäß hoch hinaus. "Wasser"- und "Erde"-Rennen führen dagegen durch den Urwald, finstere Höhlen und tiefe Flussbette. Die Fahrt durchs Wasser verlangsamt zwar das eigene Gefährt, kühlt gleichzeitig aber auch den Motor, der durch den regen Einsatz von Nitro-Boosts meist kurz davor ist, in Flammen aufzugehen ...

Zugegeben: Zwei Perspektiven sind nicht viel, aber genug, um die Übersicht zu wahren. Aber auch an anderer Stelle blieb der technische Fortschritt ein wenig auf der Strecke. Wie bereits der Vorgänger leidet auch "Pacific Rift" an flimmernden Hintergründen, aufploppenden Details und matschigen Texturen. Gelegentliche Ruckler trüben zudem den Geschwindigkeitsrausch. Nichtsdestotrotz ist "Pacific Rift" ein optisch beeindruckendes PS-Spektakel, das mit schönen Wasser-, Hitze- und Lichteffekten aufwartet. Auch das Schadensmodell beeindruckt, wenngleich es nur Mittel zum Zweck ist, um bei kapitalen Crashs lustige Fotos schießen zu können.

Von den Fans gefordert, nun in das Spiel integriert: ein Splitscreen-Modus, der vier Kumpels das Zocken an einer Konsole erlaubt. Wer's härter mag, geht jedoch online und liefert sich mit 15 anderen PlayStation3-Besitzern heiße Rennen.

Fazit: Das neue "MotorStorm" mag nicht ganz so spektakulär und trickreich sein wie der Disney-Konkurrent "Pure". Spaßig ist die virtuelle Schlammschlacht jedoch allemal.

MotorStorm: Pacific Rift
Hersteller/Vertrieb Evolution Studios/Sony
Genre Rennspiel
Plattform PSP, PlayStation3
Preis ca. 60 Euro
Altersfreigabe ab 12 Jahren
Gerd Hilber/Teleschau
 
 
 
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