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Online-Radio

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Scheibes Kolumne
Scheibes Kolumne
Musik-Zapfanlage

stern.de-Kolumnist Carsten Scheibe hört den ganzen Tag Musik - und kann gar nicht mehr ohne. Inzwischen nutzt er die zwei ganz besondere Online-Dienste, um sich legal und zum Nulltarif mit frischen Songs zu versorgen.

Mcbeat MediaPlayer
Mcbeat MediaPlayer
Kompaktanlage für den PC

Musik von der Festplatte ist inzwischen nicht mehr die Ausnahme, sondern fast schon ein Muss. Völlig kostenlos bietet der "Mcbeat MediaPlayer" seine Dienste an. Das Programm spielt Musiken ab, hört in Online-Radios hinein, brennt Musik-CDs und erlaubt den Zukauf neuer Songs per Mausklick.

iPhone-Junkie
Blog "iPhone-Junkie"
Woxter MicroBeat 20 double: Mobile Power-Boxen

Im Büro, im Urlaub und gern auch im Auto: Das iPhone lässt sich schnell in eine HiFi-Anlage verwandeln, wenn nur die passenden Boxen zum Einsatz kommen. Woxter präsentiert mit dem MicroBeat 20 double ein sauber klingendes Lautsprecherpärchen, das sich sehr klein macht und auf allen Wegen immer mit dabei ist. Der interne Lautsprecher des iPhones oder auch des iPod touch quäken bei der Musikwiedergabe. Das dröhnt unangenehm in den Ohren und ist mit ein Grund dafür, dass sich der guter Klang der Apple-Geräte nur über Kopfhörer so richtig entfaltet. Eine echte Alternative zu Kopfhörern sind kleine Lautsprecher, die einfach in den Kopfhörerausgang eingestöpselt werden. Sie machen aus den mobilen Geräten eine stationäre Hifi-Anlage. Nun ist es etwa im angemieteten Ferienhaus ein echter Genuss, mit dem iPhone Songs aus der iPod-Bibliothek oder aber Online-Radio zu hören. Woxter bietet mit dem MicroBeat 20 double ein interessantes Lautsprecher-System an. Die MicroBeats sind sehr klein und passen einzeln fast in eine Hand. So lassen sie sich bestens transportieren und leicht von A nach B mitnehmen, ohne dabei das Handgepäck, den Rucksack oder die Manteltasche auszubeulen. Vor Ort lassen sich die Boxen vor dem Einsatz mit einer schnellen Drehbewegung "öffnen". Dabei vergrößern sich die Boxen und es gibt mehr Resonanzkörper für die Bässe. Gelungen ist, dass hier gleich zwei Minilautsprecher im Pack angeboten werden. Die meisten mobilen Boxen bestehen nämlich nur noch aus einem Klangkörper. Ganz besonders positiv ist hier das beiliegende Verbindungskabel hervorzuheben. Es ist lang genug, dass sich die beiden Lautsprecher auf Armeslänge voneinander getrennt aufstellen lassen. Noch länger darf die Entfernung zum iPhone ausfallen. Auf diese Weise ist es kein Problem, die Lautsprecher so zu platzieren, wie man sich das gerade vorstellt. Bei ähnlichen Systemen scheitet das bereits an der unglaublich kurzen Kabelage. Hier hat endlich mal jemand mitgedacht. Noch besser: Ein automatischer Aufroller in der Mitte des Kabels verhindert, dass zu viel "loses" Kabel herumliegt. Beim Transport kann das Kabel sogar komplett aufgerollt werden. Aufgeladen werden die Boxen via USB am Notebook oder am Desktop-PC. Der erste Ladevorgang sollte vier Stunden lang durchgeführt werden. Beim Laden leuchtet eine Diode an den Lautsprechern rot auf, während des Betriebs strahlt sie blau. Die Lautsprecher lassen sich bei Nichtgebrauch wieder auf das kleinere Volumen zusammendrehen und über einen Schalter ausschalten. So wird Strom gespart für die nächste Session. Einen Lautstärkeregler gibt es an beiden Boxen nicht. Was es allerdings noch gibt, das sind zwei Saugnapfstandfüße, die sich auf glatten Oberflächen befestigen lassen und die Boxen dann über eine Magnetsicherung "festhalten". So können die Boxen etwa auch im Auto verwendet werden, wenn man sie auf dem Armaturenbrett festklemmt. Im Test funktionierten die Boxen ausgezeichnet. Sie haben einen wunderbaren klaren Klang, der Höhen und tiefe Bässe sehr gut transportiert und auch die Stimmen zarter Sängerinnen und kreischender Rocker perfekt zur Geltung bringt. So lassen sich die Woxter Lautsprecher auch von anspruchsvollen Stereophonikern bestens verwenden. Das einzige, was mir an der Soundpackung noch fehlt, ist ein Stoffsäckchen, das Boxen, Label und Standfüße bei einem Transport zusammenhält, sodass nix verloren geht. Aber das Problem lässt sich sicherlich leicht lösen - mit Tüten oder Taschen aus dem eigenen Bestand. ( Carsten Scheibe ) Woxter MicroBeat 20 double Anbieter: SIGNO Preis: ca. 64 Euro Sprache: Deutsch Wertung: ***** (5 von 5) Link zur Homepage Bild: Produktfoto, (c) Woxter

iPhone-Junkie
Blog "iPhone-Junkie"
Muziic for iPad 1.0: YouTube-Videos und Online-Radio

YouTube steckt voller genialer Musikvideos. Muziic für den Web-Browser, Facebook oder für den Windows-Desktop versteht sich als cool inszenierter Jukebox-Player, der gezielt die besten Clips findet und in eine Playliste übernimmt. Jetzt gibt es den kostenlosen Dienst auch für das iPad - in Kombination mit einem Player für Online-Radios. Muziic als Windows-Anwendung ist eine echt schicke Sache für alle Musikfreunde. Das kostenlose Programm stellt eine Liste der zurzeit angesagten Musikvideos auf YouTube zusammen, sucht aktiv nach weiteren Songs und macht daraus eine Playliste, die durchaus dazu in der Lage ist, auf einer Party für Stimmung zu sorgen. Besonders das vollgestopfte Display der Muziic-Anwendung, auf dem alle Funktionen immer nur einen Mausklick weit entfernt sind, machte dabei den Coolness-Faktor der Software aus. Jetzt ist Muziic für das iPad erschienen. Ich erwartete eine 1:1-Umsetzung der Windows-Anwendung - und war zunächst sehr enttäuscht, dass sich die Entwickler dazu entschlossen haben, die iPad-Anwendung deutlich reduzierter ausfallen zu lassen. Nach dem Start der App erscheint ein karges Menü, das den Zugriff auf die "Featured Tracks", das "Internet Radio" oder die "Albums" erlaubt. Auch ist es möglich, direkt eine Suche zu starten - nach einem Künstler oder einem bestimmten Song. Suchen kann ich auch direkt bei iTunes, dazu brauche ich Muziic nicht. Und so sind die "Featured Tracks" für mich die Option der ersten Wahl. Bei bestehender Internet-Verbindung gibt die App sofort eine Liste mit aktuellen Musikvideos aus, die in der Gunst der Anwender ganz weit oben stehen. Hier finden sich viele Einträge von Rang und Namen, etwa "Lady Gaga" mit "Telephone", Eminem mit "Not Afraid" oder Rihanna mit "Te Amo". Die Liste lässt sich immer wieder erweitern, wenn der gesuchte Charthit noch nicht mit dabei ist. Ein Fingerzeig auf einen Titel spielt das YouTube-Video auf einer neuen Bildschirmseite innerhalb von Muziic ab - die App braucht also nicht verlassen werden. Hält man das iPad quer, so - passiert leider gar nichts. Schade, gerade bei den HD-Videos hätte es sich gelohnt, die Filmchen bildschirmfüllend anschauen zu können. Umso unverständlicher ist, dass der Bildschirm im Hochkant-Modus zur Hälfte leer bleibt. Gäbe es eine zweigeteilte und kombinierte Ansicht mit Song-Liste und Videofenster, so wäre es kein Problem, schnell von einem Video zum nächsten zu wechseln. So muss der Anwender in einem schier entnervenden Prozess immer wieder von einer Ansicht zur anderen hin und her switchen - das nervt sehr. Interessant ist die "Albums"-Funktion. Hier blendet die App die Cover von zahllosen aktuellen Musik-CDs ein. Der AC/DC-Soundtrack zu Iron Man 2 ist hier ebenso zu finden wie das neue Album von Amy MacDonalds, Shakira oder Lady Gaga. Eine Leiste am Rand wechselt von den "Top Albums" auch gern zu weiteren Alben-Übersichten, die zu Genres wie "Metal", "Hip-Hop", "Jazz/Blues" oder "Lounge/Ambient" passen. Was passiert, wenn man eins der Alben mit dem Finger berührt? In diesem Fall listet Muziic die Namen aller dazugehörenden Tracks. Ein Fingerzeig auf einen solchen Texteintrag spielt sofort ein passendes YouTube-Video ab. Das ist eine sehr coole Funktion. Allerdings stört auch hier wieder das lästige Pendeln zwischen Video-Bildschirm und Songliste. Gerade hier wäre auch eine Playlist-Funktion sehr wünschenswert. Sie fehlt aber leider völlig, während sie in der Web- und Windows-Version vorhanden ist. Bleibt die Funktion "Internet Radio". Sie kennt zahllose Online-Radios, die sich gern auch nach den Genres sortieren lassen. Wer einen passenden Sender gefunden hat, kann sich direkt in den Stream einklinken und sein iPad als Radio verwenden. Das macht Spaß, zumal es hier endlich einmal möglich ist, einen Sender zu finden, der exakt den eigenen Musikgeschmack umsetzt. Wer noch kein entsprechendes Programm für das iPad hat, das Online-Radios spielt, kann Muziic also immerhin dafür bestens verwenden. Fazit: Die iPad-App von Muziic ist für mich eine große Enttäuschung und meilenweit von der Qualität der genialen Windows-Version entfernt. Das reduzierte und unpraktische Design, das Fehlen einer Playliste, der nicht unterstützte Quermodus: Das alles sieht nach einem fürchterlich hektischen Schnellschuss aus. Wollen wir hoffen, dass eine neue Version den gewohnten Status Quo von Muziic wieder herstellt. ( Carsten Scheibe ) Muziic for iPad 1.0 Entwickler: Muziic Größe: 0,5 MB Preis: Gratis-App Sprache: Englisch Wertung: ***/** (3 von 5) Link zur Homepage Link zum AppStore

Scheibes Kolumne
Scheibes Kolumne
Das Redaktions-Blog

Das Bloggen ist in. Immer mehr Menschen mit Internet-Anschluss halten ihre ganz privaten Gedanken in einem Homepage-Tagebuch fest. Stern.de-Kolumnist Carsten Scheibe schließt sich dem neuen Trend gerne an und erzählt aus dem Alltag eines PC-Journalisten.

PC-Software
PC-Software
Radio@Netscape Plus: 175 Stationen kostenlos

Musik hören am Rechner macht Spaß - wenn die Mischung stimmt. Das Gratisprogramm "Radio@Netscape Plus" sorgt endlich wieder für etwas mehr Abwechslung.

Scheibes Kolumne
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PC-Jahr 2004: Gute Vorsätze

Das neue Jahr ist erst ein paar Tage alt. Stern.de-Kolumnist Scheibe ist im Privaten zum Glück mit sich im Reinen: Neue Vorsätze müssen nicht gefasst werden. Im PC-Bereich muss sich aber einiges ändern. Unbedingt.

Schöne neue Welt
Blog "Schöne neue Welt"
Ödnis im Überfluss

Wo bleibt beim Alles-immer-sofort der Digitalwelt noch das Besondere? Vor vielen Jahren, als in Radios noch Röhren steckten, saß ich oft neben meinem Cassetten-Rekorder (auch so ein Anachronismus) - Aufnahme- und Pausenknopf in Bereitschaft, genau wie mein Zeigefinger, der über den Knöpfen schwebte und nur darauf wartete, dass der NDR oder Radio ffn eines meiner Lieblingslieder spielten. Wenn dann, sagen wir, die ersten Takte von New Order oder Peter Murphy zu hören waren, musste alles blitzschnell gehen: hoffen, dass der Moderator nicht zu lange redet, klick!, genau hinhören, bis das Lied zu Ende geht, und wieder - klick! - genau im richtigen Moment auf die Stopp-Taste drücken, um den Song voll auszukosten, aber kein Gelaber mit aufs Band zu bekommen. Ich habe viel geflucht damals - Geisterfahrer suchen sich immer die falschen Momente, um Verkehrsdurchsagen zu provozieren; aber es gab auch Momente des Erfolgs, des perfekten Timings, des Triumphs. Wenn alles geklappt hatte und das Lied auf Band gebannt war. Wieder ein paar Mark Taschengeld gespart - und oft gab es das, was das Radio spielte, ohnehin erst viel später zu kaufen. All das klingt inzwischen furchtbar verstaubt und altmodisch: Spätestens seit Apple mit seinem iTunes-Laden die Musikindustrie ins 21. Jahrhundert gezerrt hat, gibt es Hits auf Abruf in Hülle und Fülle. Fast jedes Lied, das ich im Radio (oder vielmehr Online-Radio ) höre, kann ich sofort kaufen - und wenn ich das nicht gleich will, besuche ich die MySpace-Seite der Band und höre mir den Song so oft wieder an, wie ich möchte. Oder ich gehe zu Last.fm, Pandora oder Slacker. Oder, oder, oder. Es mangelt nie an Wegen, das Gesuchte, Gewünschte, Ersehnte in Windeseile zu finden und zu bekommen. Das ist ja das große Versprechen des digitalen Medienkonsums: egal, was man möchte - immer - überall - sofort. Und oft auch noch umsonst. Wenn ich eine alte Folge Magnum sehen möchte oder die neueste Folge von Rescue Me verpasst habe (neben Mad Men für mich die beste Fernsehserie im Augenblick), dann schaue ich eben ins Netz: Irgendwo gibt es das, wonach mir gerade der Sinn steht, garantiert - sei es bei Hulu, TV.com, YouTube oder sonstwo auf der Welt, womöglich bei Seiten, von denen ich noch nie gehört habe, aber die mir die trickreiche Videosuche von Bing empfiehlt. Falls vom Tag noch etwas übrig ist, kann ich mich dank meines Netflix-Abos auch gleich noch durch über 12.000 Filme und TV-Sendungen wühlen, die in der Online-Videothek auf Zuschauer warten. Mit einer halbwegs flinken Internetverbindung ist die Bildqualität ähnlich gut wie bei einer DVD. Warum ich bei alledem noch zehn Dollar (sieben Euro) ausgeben sollte, um bei iTunes Filme per Download zu kaufen - keine Ahnung. Aber auch da gibt es reichlich Auswahl, die offenbar viele Nutzer zu schätzen wissen. Vielleicht die beste Erfindung von allen ist Shazaam : ein Programm für mein iPhone, das es irgendwie hinkriegt, so ziemlich jedes Lied zu identifizieren. Ich muss nur das iPhone vor den Lautsprecher halten, dann hört Shazaam ein paar Sekunden zu, schickt die Informationen an seine Datenbank und sagt mir in fast allen Fällen, welchen Song von welcher Band ich gerade gehört habe. Brillant. Und doch komme ich mir bei alledem so langsam vor wie einer der gemästeten Dickwänste aus dem Pixar-Film "Wall-E" : so vollgestopft und träge, weil alles im Überfluss vorhanden ist, dass sich eine gewisse Ödnis einschleicht, die selbst das eigentlich Besondere ganz alltäglich und einerlei werden lässt. Das ist so ähnlich wie mit dem Essen: Selbst Kaviar und Austern, Trüffel und Tiramisu, Dom Pérignon und Châteauneuf-du-Pape verlieren wahrscheinlich ihren Reiz, wenn man sie tagein, tagaus immer wieder haben kann, ganz nach Belieben. Nicht, dass ich mich danach sehnen würde, wieder in Hab-Acht-Stellung neben meinem Cassetten-Rekorder zu sitzen - aber es wäre doch schön, wenn sich trotz des ganzen Alles-immer-sofort das Element des Einzigartigen, des Außergewöhnlichen erhalten ließe. Keine Ahnung, wie. Aber wahrscheinlich bastelt schon jemand an einer Erfindung, die genau das leistet, und wird dann damit reich, dass wir bereit sind, für etwas zu zahlen, das früher ganz selbstverständlich war: den Mangel, das Seltene, das nicht Abrufbare, das plötzlich zu etwas ganz Besonderem geworden ist.

Schöne neue Welt
Blog "Schöne neue Welt"
Wozu noch Radio?

Dummfunk ade: Musik aus dem Netz - die bessere Alternative zum Programm per Antenne. Musik läuft bei mir praktisch den ganzen Tag; aber meine Stereoanlage habe ich seit Jahren nicht mehr eingeschaltet. Der Stecker ist nicht mal eingestöpselt. Was ich höre, kommt aus dem Computer, und meist lausche ich ins Netz hinein. Internetradio gibt es natürlich schon lange, aber früher war das eher eine Sache für Leute, die im Herzen Funkamateure waren: Die Musik klang blechern, setzte immer mal wieder aus, und das Umschalten dauerte viele Sekunden - wenn es überhaupt funktionierte. Zu Zeiten von 56k-Modems keine Selbstverständlichkeit. Aber egal - der Reiz, Radio von der Copacabana zu hören, aus dem hintersten Australien oder Sibirien überwog für viele Enthusiasten die Nachteile. Für mich nicht. Sender, die ihr Programm immer noch in Telefonqualität von anno 1930 durch die Leitung schicken, dürfen sich andere Hörer suchen. Zum Glück gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Stationen, die Internetradio in CD-Qualität bieten und erkannt haben, dass sie mit einem weltweiten Publikum ihre Einschaltquoten verdoppeln, verdreifachen oder auch verzehnfachen können. Bei mir ganz oben auf der Playlist stehen Virgin Radio aus London, KCRW in Santa Monica und Oui FM in Paris. Wenn der Stream ausnahmsweise mal funktioniert, höre ich auch gern beim Kölner 1Live hinein. Im Übrigen allerdings ist das Programm, das deutsche Sender im Netz bieten, nach meiner Erfahrung eher etwas zum Ab- und Umschalten. Viele Sender, darunter leider auch Fritz und Radio Eins , nutzen immer noch Real Player- oder Windows-Media-Streams - was lästig ist, weil man beides nicht über iTunes & Co. hören kann. Für mich kommen nur MP3-Streams in Frage, idealerweise mit 128 Kilobit (oder mehr). Bei Streams mit 96 Kilobit, wie sie etwa der Hessische Rundfunk und Radio ffn bieten, hört man schon, dass es kräftig klirrt und scheppert. Und das sind nur die technischen Aspekte. Das immerfröhliche Moderatorengequatsche und die Musikauswahl, die mir beim Herumsurfen und Hineinhorchen in deutsche Programme überwiegend begegnet sind, waren Grund genug, wieder in London, Paris und Santa Monica Zuflucht zu suchen. Gut möglich, dass ich etwas verpasst habe - falls jemand Tipps hat, immer gern. Herzlichen Dank vorab. Aber die Frage ist, wie lange es Radio in seiner heutigen Form überhaupt noch geben wird. Denn im Netz finden sich immer mehr Alternativen, die ein verlockendes Angebot machen: Dienste wie Pandora, Slacker und Last.fm versprechen, jedem Hörer ein eigenes Musikprogramm zusammenzustellen, maßgeschneidert nach dem persönlichen Geschmack. Ohne Gefasel, ohne Reklame. Einfach nur Melodien für Millionen - in Millionen unterschiedlichen Kombinationen. Pandora und Slacker funktionieren leider nur in den USA; beide Dienste dürfen aus rechtlichen Gründen keine Musik abspielen, wenn Surfer aus anderen Ländern vorbeischauen, und das ist ein Jammer. Denn beide bieten ein perfektes Kontrastprogramm zum wort- und werbelastigen Dummfunk (der, keine Frage, hier in Amerika seinen Ursprung hat): Bei Pandora kann ich beliebig viele Sender einrichten, auf denen Musik meiner Lieblingsbands läuft - und solche, die in eine ähnliche Richtung geht. Beim "Killers Radio" mischt die Software also auch R.E.M., Hard-Fi und Kaiser Chiefs mit ins Programm, aber keinen Hip-Hop, Rap oder Countrymusik. Falls das zu eintönig wird, kann man Pandora auch gezielt sagen, welche Künstler (und damit Stilrichtungen) bei einem Sender zusätzlich vertreten sein sollen. Slacker entspricht eher einem traditionellen Radiosender mit Dutzenden unterschiedlicher Spartenkanäle, von Alternative und Blues über R&B und Hardrock bis zu Smooth Jazz. Ich höre am liebsten UK Hits und UK Indie, und das Schöne ist, wenn mir etwas nicht gefällt, kann ich Slacker sagen: Dieses Lied will ich nie wieder hören! Oder, wenn's ganz schlimm kommt: Diese Band soll bitte schön von diesem Sender komplett verbannt werden. Mit der Zeit lernt Slacker, was mir gefällt, und stellt mir ein Programm zusammen, das Vertrautes und Neues zusammenführt. Last.fm aus London bietet Ähnliches wie seine US-Verwandten und kombiniert Musikliebe mit einer großen Portion Social Networking: Zu jedem Song, der gespielt wird, erscheinen im Browserfenster Kommentare von anderen Nutzern, und wer mag, kann sich voll ins Getümmel stürzen. Für mich reizvoller sind die Kurzbeschreibungen zu jedem Künstler, Links zu Last.fm-Sendern mit ähnlicher Musik sowie verwandte Bands - eine tolle Art, etwas zu lernen und neue Musik zu entdecken. Obendrein kann man viele Lieder (genau wie bei Pandora) mit einem Mausklick bei Apples iTunes-Laden kaufen. Nur eines fehlt den automatischen DJs noch: das Element der Überraschung. Weil sie darauf programmiert sind, Ähnliches zu servieren, ist Abwechslung nicht ihre Stärke. Beim Schreiben dieses Blog-Eintrags bin ich auf zwei neue Lieder gestoßen, die ich sofort gekauft habe - beide liefen bei Oui FM und sind etwas abseits meines üblichen Geschmacks, aber ich mag sie trotzdem. Bis Computer lernen, mir einen ähnlich spannenden Musikmix zu präsentieren wie meine Lieblings-Radiosender, ertrage ich notgedrungen den einen oder anderen Werbeblock und gelegentliches Gesabbel vorm Mikrofon. Eines allerdings werden Rechner wohl nie hinbekommen - informative Wortbeiträge und Sendungen, die so wunderbar schlau und witzig sind wie zum Beispiel "Wait, Wait... Don't Tell Me" , das Nachrichtenquiz des öffentlich-rechtlichen US-Radios NPR. Auch das gibt es zum Glück per Internet, als Podcast oder Online-Radio. Kein Grund also, die Stereoanlage wieder einzustöpseln...

"Nexus Radio"
Musik sammeln

Schluss mit teurer Musik. Das kostenlose "Nexus Radio" spielt 7.205 Radiostationen aus dem Internet ab. Die Musik kann gleich mitgeschnitten und im MP3-Format auf der Festplatte gespeichert werden.

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