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16. Mai 2007, 11:52 Uhr

Gegen die heiße Luft

Ein Computer produziert jede Menge Hitze, ist gleichzeitig aber empfindlich gegenüber hohen Temperaturen. Um die Betriebstemperatur im grünen Bereich zu halten, hilft nur eine durchdachte Belüftung, die gar nicht laut sein muss.

Prozessorlüfter lärmen häufig wie ein kleiner Jet© Schierenbeck/DPA

Ein Computer, dem höchste Leistung abgefordert wird, macht Krach. Der Lärm hat mehrere Verursacher - die Lüfter. Prozessor, Netzteil und Grafikkarte brauchen Kühlung, weil sie während der Arbeit viel Wärme entwickeln.

Das muss allerdings nicht klingen wie ein kleiner Jumbojet unter dem Schreibtisch. "Bei den Geräuschen kommt es nicht nur darauf an, wie laut sie sind, sondern auch, in welchem Frequenzbereich sie liegen", erklärt Peter Knaack, Computerexperte der Stiftung Warentest in Berlin.

Weniger ist manchmal mehr

Zum Beispiel können viele kleine Ventilatoren für eine weit höhere Lärmbelastung sorgen als wenige große: Die kleineren Propeller müssen schneller drehen, um die Luft im Inneren eines Rechners abzukühlen. Damit gar nichts rotiert und für Krach sorgt, eignen sich so genannte passive Kühlungen für Grafikkarten. "Dabei sitzt kein Ventilator auf den Chips" erläutert Sascha Faber von der in München erscheinenden Zeitschrift "PC Professionell". Auch eine spezielle Anordnung der Teile im Inneren des Gehäuses kann dafür sorgen, dass die Teile mit ausreichend frischer Luft versorgt werden.

Nicht nur für den Schreibtisch eignen sich solche Rechner und Bauteile, sondern vor allem für Multimedia-PCs, die zur Unterhaltung im Wohnzimmer stehen. "Man sollte schon beim Kauf darauf achten, wo der Rechner später eingesetzt werden soll", sagt Martin Strobel, Pressesprecher des Chipherstellers Intel in München. Ohnehin sind die meisten Rechner viel zu leistungsstark für die normalen Heimanwender, meint Knaack. "Niemand braucht so eine Wahnsinns-Power - wichtiger ist, dass der Rechner leise läuft, als dass das letzte Quäntchen Leistung herauskommt."

Um den Prozessor effizienter und dabei leiser arbeiten zu lassen, setzen Intel und Konkurrent AMD auf CPUs mit zwei oder noch mehr Kernen. "Die Prozessoren bestehen jetzt aus mehreren Kernen, die mit einer niedrigeren Taktfrequenz fahren", erläutert Strobel. Dabei erzielen sie eine höhere Leistung bei niedrigerem Energieverbrauch. Denn in der Entwicklung ist nach seiner Ansicht kein Ende zu sehen: "Die Transistorendichte auf einer gegebenen Fläche verdoppelt sich alle 24 Monate." Die Transistoren werden unterdessen immer kleiner.

Wichtig ist gute Entkoppelung

Auch wenn der Kauf eines neuen Rechners mit neuester Technologie noch nicht ansteht, gibt es Möglichkeiten, die vorhandene Maschine leiser zu machen. "Vibrierende Komponenten wie Festplatten, Lüfter und Netzteil können mit Vibrationsdämpfern aus Gummi oder Silikon, mit speziellen Schrauben oder mit Dämmmatten vom Gehäuse entkoppelt werden", sagt Björn Bartsch vom Computerversand Alternate in Linden. "So übertragen sich die Vibrationen nicht auf das gesamte Gehäuse."

Man sollte wissen, was man tut

Die Lüfter können in vielen Fällen durch bessere Ventilatoren ersetzt werden. Allerdings tut nicht jeder Nutzer Gutes, wenn er im Innersten seines Rechners herumschraubt. "Der Austausch des CPU-Lüfters ist aufwändiger und riskanter als der Austausch von Gehäuselüftern", sagt Bartsch. Wenn der Schraubenzieher ausrutscht, wird der Rechner unter Umständen zu Elektroschrott. "Der Lüfter wird direkt auf der empfindlichen CPU montiert." Die CPU ist der Hauptprozessor des Computers. Wichtig für Besitzer relativ neuer Rechner ist zudem, dass Schraubereien in Eigenregie bei Folgeschäden zum Verlust von Gewährleistung und Garantie führen können.

Wasserkühlung für gehobene Ansprüche

Wer viel spielt oder den Rechner ständig übertaktet laufen lässt, muss den Lärm der Ventilatoren in Kauf nehmen - oder sich eine weitaus kostspieligere Wasserkühlung zulegen. "Die High-Tech-Grafikkarten erzeugen viel Wärme, die aus dem Rechnergehäuse geleitet werden muss", sagt Faber. Sonst stirbt der Computer den Hitzetod. Spieler allerdings störe der Lärm meist nicht so stark, da er von den Spielgeräuschen überdeckt wird.

Sinnvoll besonders im Büro oder im Wohnzimmer können zudem Temperatur gesteuerte Chips sein. Sie regulieren die Lüfterleistung je nach Auslastung der Teile. "Das ist wie in der Wohnung: Wenn ich in der Küche bin, brauche ich im Schlafzimmer kein Licht" sagt Intel-Sprecher Strobel. War es früher so, dass alle Teile immer auf voller Leistung gelaufen sind, so können jetzt Teile abgeschaltet werden - auch das trägt zur Ruhe im Rechner bei.

Verena Wolff/DPA
 
 
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