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20. November 2008, 10:15 Uhr

Microsoft verschenkt Virenschutz

Microsoft will Privatkunden künftig Gratissoftware anbieten, die PC vor Viren, Spyware und anderen Angriffen schützen soll. Das Programm mit dem Codenamen Morro ist für das zweite Halbjahr 2009 angekündigt. Die Antiviren-Kokurrenz ist nicht begeistert, und Kartellwächter sind es auch nicht. Von Helene Laube, Martin Ottomeier und Reinhard Hönighaus

Microsoft, McAfee, Symantec, Computerviren, Trojaner,

Microsoft-Boss Steve Ballmer hat keine Lust mehr auf Yahoo© Marcus R. Donner/Reuters

Das aktuelle kostenpflichtige Sicherheitssoftwarepaket Windows Live Onecare stellt der weltgrößte Softwarekonzern dann ein. Der Schritt dürfte bei deutlich größeren Sicherheitssoftwareanbietern wie Symantec oder McAfee für Unruhe sorgen. "Ein kostenloses Produkt wird Auswirkungen auf den Endkundenmarkt haben", sagte Ruggero Contu, Analyst beim US-Beratungsunternehmen Gartner. Die Aktien von Symantec und McAfee verloren am Mittwoch in einem schwachen Marktumfeld deutlich.

Morro soll laut Microsoft allerdings nicht mit dem marktbeherrschenden Windows-Betriebssystem gebündelt, sondern als eigenständiges Programm zum Herunterladen im Internet angeboten werden. Microsoft wollte allerdings auch nicht kategorisch ausschließen, dass der Anbieter die Sicherheitsfunktionen irgendwann einmal in Windows integriert.

Aber schon der kostenlose Download könnte Wettbewerber dazu bewegen, Microsoft wegen Ausnutzung seiner Monopolstellung zu attackieren. "Dieses Verhalten wirft eindeutig Wettbewerbsprobleme auf", sagte Thomas Vinje, Partner der Kanzlei Clifford Chance in Brüssel. Er vertritt in den EU-Wettbewerbsverfahren gegen Microsoft die Gegner des Monopolisten. "Es kann den Wettbewerb durch andere Anbieter von Sicherheitssoftware behindern und als illegaler Verdrängungspreis gewertet werden", sagte Vinje. Er geht davon aus, dass Anbieter von Sicherheitssoftware eine solche Beschwerde bei der Europäischen Kommission vortragen werden, möglicherweise auch beim US-Justizministerium, sobald die neue Regierung unter Barack Obama die Geschäfte übernimmt.

Auf kleine Rechner zugeschnitten

Microsoft begründet den Strategieschwenk damit, deutlich mehr Privatanwender vor Angriffen auf ihre PC schützen zu wollen. Morro sei vor allem auf kleinere, weniger leistungsfähige Rechner und damit auch auf Benutzer in Schwellenländern zugeschnitten.

Mit dem bisherigen Angebot Onecare hatte Microsoft allerdings auch wenig Erfolg. Bei Anti-Viren-Software für Privatkunden kam das Unternehmen 2007 auf einen Marktanteil von rund 1,4 Prozent, hat Gartner ermittelt. Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter den Rivalen. "Microsoft gibt auf und gibt nun gratis minderwertige Software ab, die an den Sicherheitsbedürfnissen der Verbraucher vorbeigeht", sagte ein McAfee-Sprecher dem Nachrichtendienst Cnet.

Microsoft hatte Onecare Mitte 2006 herausgebracht. Neben Anti-Viren- und Anti-Spyware-Programmen enthielt das Paket auch Funktionen zur Datensicherung und Leistungsoptimierung - damals ein Novum. Schnell haben die Rivalen allerdings mit ähnlichen Angeboten nachgezogen.

In den Markt für Anti-Viren-Programme war Microsoft über Zukäufe eingestiegen. Onecare basiert auf der Technik des Unternehmens Gecad, das der Softwarekonzern 2003 übernommen hat. Für Unternehmen bietet Microsoft die Forefront-Produktpalette, die der Akquisition von Sybari im Jahr 2005 entstammt.

Kein Interesse mehr an Yahoo Übrigens will Microsoft Yahoo nach Worten seines Vorstandschefs Steve Ballmer definitiv nicht mehr kaufen: "Wir sind durch mit allen Übernahmegesprächen mit Yahoo", sagte Ballmer.

Von Helene Laube, Martin Ottomeier und Reinhard Hönighaus
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
datRobby77 (20.11.2008, 14:35 Uhr)
Ach nicht schon wieder...
@Der-nette-Nachbar
ich kann diesen Schwachfug langsam echt nicht mehr hören.
...Schließlich hätten Sie ja gleich ein sicheres Betriebssystem machen können...
JA ... IS KLAR...
und da wird dann ein bischen hin und her programmiert und schon ist es sicher.
MANN - lasst doch endlich mal diese blöde, halbwahre Sabbelei...
Ein Betriebssystem, welches einen ganzen Rechner zum laufen bringt, unzählige kleine Programme, Tools, Funktionen und somit Möglichkeiten bietet für einen so lächerlichen Preis - ein Betriebssystem, welches sich abermillionenmal verkauft hat weltweit, dass ist nun mal Ziel von Angriffen. Es gibt NIE ein sicheres Betriebssystem - gabs nie und wirds nie geben. Sobald irgend ein Rechner am Internet hängt ist er immer angreifbar. Auch Linux Jünger sabbeln nur Quark wenn sie da was anderes sagen.
Der einzige wirklich sichere Rechner ist der ohne Internet, LAN, Modem, ISDN und am besten noch ohne Laufwerke wie CD oder USB. Aber das ist dann auch sinnfrei.
Wenn Microsoft einen Virenschutz anbietet, werde ich den wahrscheinlich nutzen - denn ob er der beste sein wird oder nicht - der wird wenigstens ordentlich funktionieren, während Software von drittanbietern immer irgendwo Probleme macht...
Der-nette-Nachbar (20.11.2008, 12:00 Uhr)
Der Herr gibt es, der Herr nimmt es.
Das sich überhaupt ein Markt für AntivirenSoftware entwickeln konnte, ist Microsoft zu verdanken.
Schliesslich hätten sie ja auch einfach gleich ein sichereres BetriebsSystem machen können.
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Nun wird nachgebessert und die AntivirenBranche stöhnt auf. Jahrelang waren sie unsere strahlenden Retter (gegen gute Bezahlung) und nun sehen sie ihre Felle davon schwimmen.
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Leider haben Antiviren Software Häuser aber mittlerweile ihre wirklich echte Berechtigung.
Und da wird ein "Morro" auch nicht hinterherkommen und Firmen die wirkliche Top-Produkte herstellen wie F-Secure und Kaspersky es tun, verdrängen können.
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Warum nun gleich so ein Aufschrei durchs Land zieht, verstehe ich auch nicht wirklich. Antivir und Adaware sind seit Jahr und Tag sehr leistungsfähige Hilfen im Kampf um einen sauberen PC.
Und sie sind GRATIS.
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