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27. Oktober 2004, 15:46 Uhr

"Aufklärungsarbeit zeigt erste Wirkung"

Trotz eines erneuten Anstiegs der Raubkopien und Millionenschäden feiert die Filmindustrie einen ersten Etappensieg. Die "Gefahr" sei jedoch noch längst nicht gebannt.

Über 500.000 Raubkopien werden in Brasilien von einer Straßenwalze demonstrativ zerstört© Picture Alliance

Das illegale Kopieren von Spielfilmen hat in Deutschland im ersten Halbjahr 2004 erneut zugenommen. Laut der am Mittwoch in Berlin vorgestellten dritten Brennerstudie der Filmförderungsanstalt (FFA) wurden von Januar bis Juni mit 24,75 Millionen gebrannten DVDs bereits mehr Filme auf das Medium kopiert, als im gesamten Jahr 2003 (23,4 Millionen). Auch die Zahl der aus dem Internet heruntergeladenen Filme ist von Jahresbeginn bis August auf 14,6 Millionen (plus 10 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Keine Explosion der Zahl an Raubkopien

Nach Ansicht der Filmförderungsanstalt ist der Anstieg angesichts der rasant gestiegenen Verbreitung von DVD-Brennern, DVD-Rekordern und schnellen Internetanschlüssen moderat. "Eine 'Explosion' von Kopien, die man auf Grund des stark verbesserten und flächendeckenden Equipments vermuten könnte, wurde verhindert. Die Filmwirtschaft kann sich über einen ersten Etappensieg freuen", sagte FFA-Vorstand Peter Dinges. Maßnahmen der Industrie, wie die verstärkte Strafverfolgung, die Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" und die Aufklärungsarbeit zeigten erste Wirkung. Auch die Zahl der Kinobesucher und der Umsatz der Videotheken sei seit Jahresbeginn gestiegen. 2003 schätzte die Filmindustrie den durch Raubkopien entstandenen Schaden auf mehr als 800 Millionen Euro.

Laut Brennerstudie verfügten im Juli 2004 in Deutschland 28 Millionen Menschen über einen CD-Brenner (plus 4,4 Millionen). Die Zahl der verkauften DVD-Brenner sei um mehr als das Fünffache auf 3,1 Millionen Geräte gewachsen. Hauptzielgruppe der Aufklärungsarbeit und zugleich größte Gruppe der Brenner seien die 20 bis 29-Jährigen. Im ersten Halbjahr habe jeder dritte Deutsche ab 10 Jahren Musik, Fotos, Daten oder Filme gebrannt. Als Gründe für das illegale Kopieren von Filmen nannten 37 Prozent der Befragten unter 18 Jahren das Umgehen der Jugendschutzbestimmungen, 10 Prozent von ihnen gaben den Zugang zu erotischen und pornografischen Filmen als Grund an.

"Kopierschutz muss verbessert werden"

Am häufigsten werden bereits kopierte Filme gebrannt. Bereits an zweiter Stelle liege die Original-DVD als Quelle für Kopien. "Das zeigt, dass die Kopierschutzmechanismen nicht ausreichen und deutlich verbessert werden müssen", sagte Dinges. Derzeit werde am digitalen Wasserzeichen für Filme geforscht, um die Quelle von Raubkopien besser nachverfolgen zu können. Zudem werde auf eine Verschärfung des Urheberrechts gesetzt.

Für die dritte Brennerstudie wurden von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 10.000 Menschen repräsentativ für 63,7 Millionen Deutsche ab 10 Jahren schriftlich befragt.

DPA
 
 
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