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23. Dezember 2003, 12:04 Uhr

Patches, Spam und Viren

2003 war für den PC-Anwender ein Jahr des Flickwerks: Mit "Patches" mussten Windows-Sicherheitslücken gestopft werden. Spam und Viren gingen auf die Nerven. So rückten die Highlights des Jahres in den Hintergrund. Ein Rückblick.

Der Vorsitzende von Microsoft, Bill Gates, spricht am 27. Okt. 2003 bei der Professional Developers Konferenz in Los Angeles, wo er Details der naechsten Windows-Version, die unter der Code-Namen 'Longhorn" entwickelt wird, vorstellte.© Ric Francis/AP

2003 war für den PC-Anwender ein Jahr des Flickwerks: Kaum eine Woche verging, in der es keine neuen "Patches" für das Stopfen von Windows-Sicherheitslücken gab. Daneben trugen auch die Spammer und Viren-Entwickler dazu bei, dass die Ärgernisse im Umgang mit dem Computer die Highlights in den Hintergrund drängten.

Wer sich nicht selbst Gedanken um die Computersicherheit machte und die ständigen Aufforderungen zum Einspielen neuer Windows-Patches ignorierte, wurde im Sommer bestraft: Der "Blaster"-Wurm verbreitete sich in kürzester Zeit auf weltweit mehr als 500.000 Computern, weil die in Windows XP integrierte persönliche Firewall standardmäßig nicht aktiviert war. Für den Beginn des neuen Jahres hat Microsoft ein zweites "Service-Pack" angekündigt, das alle bisher bereit gestellten Patches enthält.

Vollgespamt

Zu einem beherrschenden Thema wurde 2003 die Spam-Plage. Der Kampf gegen unerwünschte Massenwerbung in der E-Mail kostet Privatanwender wie Unternehmen Zeit, Geld und Nerven. Der Missstand ruft Software-Entwickler wie Gesetzgeber auf den Plan. Zu den übelsten Computerviren des Jahres gehörten neben dem "Blaster" die Schädlingsprogramme "Slammer" und "Sobig-F". Auch im neuen Jahr erwarten Experten zwei bis vier massive Angriffe.

Gemischte Gefühle wegen "Longhorn"

Mehr Sicherheit verspricht die nächste Windows-Version, die unter dem Codenamen "Longhorn" entwickelt wird und 2005 zu erwarten ist. Hier plant Microsoft ein völlig neues Sicherheitskonzept, das die Software eng mit der Hardware verzahnt. Kritiker argwöhnen jedoch, dass dieses Konzept - erst als "Palladium", dann als „Next Generation Secure Computing Base“ (NGSCB) bezeichnet - auch dazu dienen soll, einen umfassenden Kopierschutz zu ermöglichen.

Ärger mit digitalem Kopierschutz

Für einigen Ärger sorgten solche Kopierschutzsysteme in der digitalen Musik: Manche Scheibe ist deswegen nicht mehr in jedem CD-Player zu hören und lässt sich nicht ins private Musikarchiv auf der Festplatte bringen. Schwer tut sich die Musikindustrie beim Aufbau attraktiver Download-Angebote; in die Lücke stößt Apple mit seinem "iTunes Music Store". Freie Musiktauschbörsen wie Kazaa und Morpheus geraten unter Druck, weil der Verband der Amerikanischen Musikindustrie einzelne Nutzer wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt.

Im Internet breiten sich die Online-Tagebücher der Blogs weiter aus. "Bloggen ist populär und hat einen Touch von Underground-Kultur, angetrieben von Liebe und Leidenschaft", erklärte Tony Perkins zur Grundung seines Business-Blogs AlwaysOn. Im Irak-Krieg finden Blogs mit Eindrücken von Augenzeugen große Beachtung.

Zunehmend in Blickpunkt stehen die Suchmaschinen - inwieweit eine Web-Site im Internet überhaupt wahrgenommen wird, hängt entscheidend von ihrer Platzierung in den Trefferlisten von Google und Co. ab. Die "Suchmaschinen-Optimierer" versuchen mit allerlei Tricks, ihre Sites nach oben zu hieven; während die Programmierer der Suchmaschinen noch nach dem idealen Algoritmus suchen, der jegliche Manipulation verhindert. Wegen der dominierenden Stellung von Google wächst die Sorge vor einer Monopolbildung; für mehr Konkurrenz will nun auch Microsoft sorgen.

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