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Samsung stellt Windows-Tablets ein

60 Millionen mal hat sich Microsofts Windows 8 verkauft. Doch viele User sind mit dem neuen PC-Betriebssystem überfordert, die Geräte liegen wie Blei in den Regalen. Samsung zieht nun die Reißleine.

Von Christoph Fröhlich

Samsung wird künftig keine Tablets mehr mit Windows-Betriebssystem herstellen.

Samsung wird künftig keine Tablets mehr mit Windows-Betriebssystem herstellen.

Mit Geld kann man nicht alles kaufen, das hat nun auch Microsoft schmerzlich erfahren müssen: Seit Monaten bucht das Unternehmen jeden verfügbaren Werbeplatz, um seine neuen Windows-Betriebssysteme und die dazu passenden Geräten anzupreisen. Ob überlebensgroßes Hochhausplakat oder Fernsehwerbung, Hochglanzzeitschrift oder Online-Popup, überall buhlen die bunten Kacheln der neuen Windows-Welt um Aufmerksamkeit. Schätzungsweise 1,5 Milliarden US-Dollar hat die Werbeoffensive gekostet, schätzt das renommierte "Forbes"-Magazin. Selbst für Apple sind solche Zahlen fremd: Der iPhone-Hersteller gab im gesamten Jahr 2010 für die Werbung aller neu eingeführten Produkte rund eine Milliarde US-Dollar aus. Genützt hat es Microsoft nur wenig: Windows 8 ist bei den Käufern nach wie vor unbeliebt, erste Geräte-Hersteller ziehen nun Konsequenzen.

Samsung streicht Windows-Tablets

Für Bauchschmerzen dürfte in der Konzernzentrale in Redmond vor allem die Absage von Samsung gesorgt haben: Auf der Computermesse Cebit in Hannover sagte ein Unternehmenssprecher, dass die Südkoreaner künftig keine Tablets mit Windows-RT-Betriebssystem entwickeln werden, weil die Verkaufsaussichten zu gering seien. Außerdem werde das bereits produzierte Ativ Tab nicht mehr an europäische Händler ausgeliefert. Stattdessen werde man sich wieder auf den Verkauf von Android-Tablets wie dem Galaxy Note 10.1 konzentrieren.

Der radikale Schritt von Samsung kommt nicht überraschend: Auch andere Hersteller klagen über schlechte Verkaufszahlen, viele Geräte mit Windows-Betriebssystemen liegen wie Blei in den Regalen. Microsofts Tablet-Debüt Surface RT ging laut der taiwanischen IT-Branchenzeitung "Digitmes" bislang eine Million Mal über den Ladentisch, angepeilt waren knapp doppelt so viele Exemplare. Microsoft-Chef Steve Ballmer musste bereits im November 2012 einräumen, dass sich das Surface RT eher bescheiden verkauft und die selbst gesteckten Erwartungen wohl nicht erfüllen werde.

Jim Wong, Chef des Computerkonzerns Acer, gibt Microsoft die Schuld an der PC-Flaute: "Ich glaube, Windows 8 ist zu kompliziert. Die Menschen verstehen das System nicht", sagte er der "Wirtschaftswoche". Auch Stiftung Warentest attestierte dem neuen Windows-Betriebssystem zahlreiche Probleme und kam zu einem für den Software-Hersteller ernüchterndem Fazit: "Einen echten Grund, das ausgereifte Windows 7 zeitnah aufzurüsten, gibt es daher momentan nicht."

Betriebssystem zum Dumpingpreis

Seit dem Start im vergangenen Oktober hat Microsoft 60 Millionen Exemplare des neuen Betriebssystems Windows 8 verkauft, gab Marketingchefin Tami Reller auf der Elektronikmesse CES Mitte Januar bekannt. In den Zahlen sind sowohl die Verkäufe neuer Geräte als auch die Aktualisierungen vorhandener Systeme eingerechnet. Im Vergleich zum Vorgänger Windows 7 liegt die neue Software fast gleichauf. Allerdings hinkt der Vergleich von Reller: Zum Marktstart von Windows 7 im Oktober 2009 gab es noch keine Tablets und weniger PCs, außerdem wurde Windows 8 mit riesigen Rabatten eingeführt. Bis Mitte Januar gab es das Betriebssystem für 30 Euro zu kaufen.

Um die PC-Flaute einzudämmen, soll der aggressive Preiskampf nun offenbar fortgeführt werden: Laut Berichten des "Wall Street Journals" gewährt Microsoft Händlern seit Ende Februar massive Nachlässe beim Kauf von Windows-8-Lizenzen. Normalerweise kassiert der Konzern rund 120 US-Dollar pro Rechner mit einer Touchscreendiagonale von unter 10,8-Zoll. Seit wenigen Wochen sollen nur 30 Dollar für eine Betriebssystem-Lizenz fällig sein - inklusive der Bürosoftware Office. Damit könnten Hersteller ihre Geräte günstiger anbieten. Microsoft hat den Bericht bisher nicht bestätigt.

Vorbereitung auf Windows "Blue"?

Die drastische Preisreduzierung könnte aber auch einen anderen Zweck verfolgen: Laut dem IT-Portal "The Verge" plant Microsoft noch für dieses Jahr den Start einer neuen Windows-Version mit Codenamen "Blue", die vor allem für kleinere Geräte mit 7- bis 8-Zoll-Displays optimiert ist. Dabei soll es sich um kein völlig neues Betriebssystem handeln, sondern lediglich um ein Update für Windows 8. Unter anderem soll der interne Suchalgorithmus überarbeitet und der Internet Explorer 11 eingeführt werden.

Bereits in den nächsten Monat soll dem Bericht zufolge eine öffentliche Vorschau-Version zum Download bereitgestellt werden. Mit dem aktuellen Preisnachlass könnte Microsoft sicherstellen wollen, dass die Hersteller genügend kleinere Geräte im Angebot haben.

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