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10. Juli 2003, 12:29 Uhr

Der Spion, der aus der Kantine kam...

England 2003: Ein Computer scannt die Augen der Schüler und verbucht dann deren Mittagessen. Eltern können überwachen, was ihre Sprösslinge verzehren und sozial Schwache müssen sich nicht mehr per Essensmarke outen.

Mittagessen für 'nen Augenaufschlag

"Schau mir in die Augen, Kleines", heißt es jetzt in der Kantine einer englischen Schule. An der Venerable Bede School im nordenglischen Ort Ryhope zahlen die Schüler für ihre Mahlzeiten nicht mehr in bar, sondern indem sie für einige Sekunden in eine Kamera blicken. Wie die "Times" am Donnerstag berichtete, identifiziert ein Computer anhand der Iris, um welchen der 182 Schüler es sich handelt, und verbucht den Essenspreis unter seinem Namen.

Dadurch können die Eltern nun kontrollieren, ob ihre Kinder auch gesund essen - und nicht etwa nur Pommes frites und Hamburger. Die High-Tech-Überwachung hat aber auch noch einen anderen Grund: Kinder aus sozial schwachen Familien bekommen das Essen bezahlt. Dafür mussten sie bisher spezielle Gutscheine vorlegen. Jeder konnte so gleich sehen, dass ihre Eltern nicht genug Geld haben.

"Wir sind entschlossen, alle sozialen Barrieren in unserer Schule abzubauen", erläuterte der Direktor Ed Yeates. Nicht alle sind uneingeschränkt begeistert von der neuen Technik. Ein zwölf Jahre alter Schüler sagte: "Mir gefällt es nicht, dass meine Mutter jetzt weiß, was ich esse. Ich werde nie mehr Pommes nehmen können."

 
 
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