Digitale Fotoapparate? Vergiss diese schlechte Bildqualität! Webcams? Nur ein dämliches Spielzeug für pickelige PC-Nerds. Das war lange Zeit Scheibes Meinung. Jetzt hatte er Kontakt mit der neuen Gerätegeneration. Und ist auf einmal ihr größter Fan.

Scheibe hat Spaß mit seiner Webcam
Digitale Fotoapparate? Vergiss es! Die Qualität der Bilder ist doch eh unter aller Kanone. Webcams? Das ist nur ein dämliches Spielzeug für pickelige PC-Nerds. Das war lange Zeit meine Meinung, festgemeißelt in Granit. Jetzt habe ich allerdings Kontakt mit der neuen Gerätegeneration bekommen. Und bin auf einmal ihr größter Fan.
Na klar hatte ich schon einmal eine Digitalkamera. Das ist aber schon wieder ein paar Jährchen her. Die Anschaffung der kleinen Maschine kostete mich damals ein halbes Vermögen. Zwar war es eine tolle Sache, auf der Rückseite der Kamera meine gerade erst geschossenen Bilder gleich auf einem Mini-LCD vorsortieren und ggf. löschen zu können. Nachdem ich die Motive dann aber in quälend langsamer Geschwindigkeit über die serielle Schnittstelle in den PC übertragen hatte, fand ich die Bilder einfach nur noch misslungen. Sie waren grieselig, kontrastarm und fehlfarbig. Eine Enttäuschung.
Schon bald verborgte ich die Kamera an einen Freund, der dringend Aufnahmen für seine Homepage anfertigen wollte. Zwischendurch wurde ich immer wieder an die Fehlinvestition erinnert, wenn mir junge aufstrebende Fotografen ihre Schnappschüsse für unsere Magazin-CDs verkaufen wollten. Digitalfotos erkenne ich inzwischen drei Meilen gegen den Wind. Kein Glanz, kein Kontrast. Irgendwann verkaufte ich meinem Freund die alte Kamera und war froh, das Kapitel hinter mir gelassen zu haben. Ich hatte ja noch meine Spiegelreflexkamera.
Dann lud mich eine Lautsprecherfirma zu einem großen PR-Event ein. Einen ganzen Tag tourten wir Journalisten mit fetten Audi-TT-Schlitten durch Österreichs Alpen und hatten bei strahlend blauem Himmel die Gaudi unseres Lebens. Der Trip war nicht ohne Mühen, denn es ging um eine Rallye. Unterwegs mussten immer wieder Fotos passend zu überraschenden Aufgaben geschossen werden. Die dazu benötigte Digitalkamera wurde uns gestellt. Und das war wirklich verblüffend für mich: Das kleine leichte Ding schoss im Verlauf des Tages Dutzende von Fotos, fusionierte zahllose Schnappschüsse zu einem perfekten 360-Grad-Rundumblick und nahm sogar einen vertonten Videofilm auf, als wir uns bei einer geschauspielerten Szene zum Affen machen mussten. Am nächsten Morgen schauten wir uns die Aufnahmen und Fotos der Teams zusammen an - auf einer riesigen Leinwand. Und siehe da: Die Fotos waren glasklar und keinesfalls kontrastarm. Ganz im Gegenteil - wir lagen lachend unter dem Tisch und baten die Veranstalter, uns doch bitte die gesammelten Aufnahmen auf eine CD zu brennen. Kein Problem: Mit Papierfotos hätten wir weder das Resultat so schnell zur Hand gehabt noch wäre es so preiswert gewesen, Kopien zu ziehen. Ich glaube, so eine Kamera muss ich mir demnächst doch noch einmal besorgen. Das Rallye-Modell war nicht einmal teuer.